• Facebook - White Circle
  • Instagram - White Circle
  • YouTube - White Circle

NEUESTE
BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Castle Rock - Tag I + II - Schloss Broich, Mülheim an der Ruhr - 03.-04.07.2015


Veranstaltungsort:

Stadt: Mülheim an der Ruhr, Deutschland

Location: Schloss Broich

Kapazität: ca. 2.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Ja

Homepage: https://www.muelheim-ruhr.de/cms/n_e_w_s1.html

Einleitung:

Es ist Anfang Juli. Und sobald man auch nur einen Fuß vor die Tür setzt, verspürt man selbst als routinierter Konzert- und Festival-Gänger diese Wärme. Wobei Wärme eigentlich das völlig falsche Wort dafür ist und durch den Begriff "Hitze" ersetzt werden müsste. Die Sonne brennt geradezu vom wolkenlosen, blauen Himmel herab und scheint keine Gnade zu kennen. Die warme Luft ist drückend und kein Ende scheint in Sicht. In den Nachrichten als "heißestes Wochenende seit Jahren" propagiert, findet an genau diesen Tagen die neue und sechzehnte Ausgabe des Castle Rock Festivals, in Mülheim an der Ruhr statt. Im altehrwürdigen Innenhof des zentral gelegenen Schloss Broich, finden sich einmal im Jahr die Anhänger der schwarzen Szene zusammen, um gemeinsam im familiären Rahmen musikalische Acts unterschiedlichster Couleur zu feiern, sich an den zahlreichen Ständen umzusehen und neben kulinarischen Köstlichkeiten frisch vom Grill, paasend zum Wetter das ein oder andere kühle Getränk in Gemeinschaft zu genießen.

Freitag, 03.07.2015 - Castle Rock Tag 1:

Und so trotze nicht nur ich, sondern auch einige andere Musikbegeisterte den sommerlichen Temperaturen und begebe mich zum recht beschaulichen Mülheimer Hauptbahnhof. Von dort aus sind es dann auch nur noch wenige Minuten mit der U-Bahn, bis ich die Treppen nach oben steige, um wieder an die Erdoberfläche zu gelangen und die Straße zu überqueren. Vor dem großen Eingangstor werden den Besuchern die Hardtickets ausgehändigt und Festivalbändchen übergestreift, bevor es nach einer kurzen Taschenkontrolle hinein in den Hof geht. Vorbei an einigen Ständen mit offiziellem Band-Merch und Szene-affinen Accessoires, steht dort inmitten des Schlosshofs eine errichtete Bühne, vor welcher sich schon die ersten Gäste versammelt haben. Denn gleich ist es soweit und die erste Band des Tages entert die Bühne. Das wortwörtlich heißeste Festivalwochenende des Jahres ist somit eingeläutet, es geht los!

Mainstage, 17.30 Uhr - Aeon Sable:

Den ehrenvollen Part des Festival-Openers übernehmen an diesem sonnendurchfluteten, frühen Abend die Gothic-Rocker "Aeon Sable". Die Essener Formation besteht im weitesten Sinne seit dem Jahre 2008 und kann bis zum heutigen Zeitpunkt ganze drei Studioalben und somit einen großen Backkatalog vorweisen. Die Band um die Gründungsmitglieder Din-Tah Aeon und Nino Sable verstehen es trotz unnachgiebiger Wärme, im noch recht bescheiden besuchten Innenhof die Anwesenden mit ihrem oldschooligen Dark Rock inklusive erheblichem 80er-Einschlag, sowie einer souveränen und professionell-routinierten Performance zu begeistern. Mit aktuellen und beliebten Songs ihres letzten Albums "Aequinoctium", wie etwa dem einprägsamen "Tenfifteen" und Klassikern der Marke "Agnosia", bringen sie schnell Bewegung in die ersten Reihen vor der Bühne und sorgten in regelmäßigen Abständen für wohlwollenden, herzlichen Beifall des Publikums. Ein äußerst gelungener Einstand für dieses Festival!

Mainstage, 18.30 Uhr - Visions Of Atlantis:

Schon kurze Zeit später steht der nächste Act an. Die Östereicher von "Visions Of Atlantis" mit ihrer Mischung aus knackigem, schnellen Power-Metal und symphonischen Elementen, konnten für den zweiten Slot im Line-Up des ersten Festival-Tages gewonnen werden. Sowohl die außergewöhnliche Verquickung diverser musikalischer Stilmittel, zwischen hart und zart, als auch das stetige gegenseitige Gesangs-Wechselspiel zwischen Siegfried Samer und Clémentine Delauney, erinnern nicht selten äußerst positiv an Genre-Kollegen wie Nightwish, Within Temptation oder Edenbridge. Die 2000 gegründete Band hat zwar schon einige Besetzungswechsel hinter sich, glänzt aber gleichermaßen mit einem reichhaltigen Spektrum an Songs und kann somit auf ein großes Repertoire zurückgreifen. Zu epischen Brechern wie "New Dawn" und "Back Of Beyond", gesellen sich auch ruhigere Nummern wie das ergreifend-schöne "Vicious Circle", bei welchem die reduzierte Instrumentierung dem hochklassigen Gesang zugute kommt und das Können der einzelnen Musiker perfekt ins Licht rückt. Im mittlerweile gut gefüllten Hof sind während des Auftritts immer wieder Hände in der Luft und Begeisterung zu vernehmen und als sich die Gruppe nach gut vierzig Minuten von der Bühne verabschiedet, kann mit Fug und Recht von einer großartigen Show gesprochen werden.

Mainstage, 19.30 Uhr - Megaherz:

Als nächste Band sollten eigentlich die Dark Rocker von "Beloved Enemy" in Mülheim aufspielen, welche aufgrund eines Krankheitsfalls von Frontmann Peter Pathos, leider nicht teilnehmen konnten. Doch trotz der kurzfristigen Absage, konnten die Veranstalter noch einen hochwertigen Ersatz in Form der NDH-Band "Megaherz" finden, welche sich dazu bereit erklärten, die plötzliche Lücke angemessen zu füllen. Zu den ersten Takten des Openers und Titel-Tracks ihres gleichnamigen, akutellen Albums "Zombieland", betreten Schlagzeuger Jürgen Wiehler, Bassist Werner Weninger, sowie die beiden Gitarristen Christoph Klinke und Christian Bystron die Bretter, ehe Sänger Alexander Wohnhaas mit Baseballschläger in der Hand und Clownsschminke im Gesicht, eben diese als Letzter stürmt. Und spätestens ab dem zweiten Song "Fanatisch" gibt es im Publikum nun kein Halten mehr. Während bei Evergreens wie "Blender" riesige CO2-Kanonen ihre kühlen Ladungen, in Form von Fontänen Richtung Innenraum versprühen, werden überall die Arme zum klatschen hochgerissen und die Stimmen erhoben. Auch bewährtes Material des Vorgänger-Albums "Götterdämmerung" wird nicht ausgelassen und so präsentiert sich Fronter Lex abermals in Jackett und mit bizarrer Gestik und Mimik als böser Märchenonkel, bevor die Formation wieder zu Titeln jüngeren Datums wie etwa "Schwarzer Engel", "Himmelsstürmer" und der Ballade "Für Immer" greift, oder die Fans bei "Gegen den Wind" zum mitsingen animiert. Nicht nur unter den Anwesenden, sondern auch auf der Bühne herrscht erhebliche Bewegung, während bei Hits wie "Jagdzeit" und "Misstück" meterhohe Flammensäulen empor schnellen. Nach etwa einer Stunde verabschiedet sich die Band unter tosendem Applaus und so ziemlich jeder einzelne Gast dürfte nach diesem metallischen Inferno die Meinung vertreten: Ein äußerst würdiger Ersatz und Co-Headliner!


Mainstage, 20.45 Uhr - Poisonblack:

Nachdem sich die warme Sonne endlich gesenkt und einer angenehmen lauen Abendluft gewichen ist, darf die nun folgende Band den ersten Festival-Tag des Castle Rock beschließen. Als Headliner agieren heute die finnischen Rocker von "Poisonblack", um Gründer und Mastermind Ville Laihiala. Ganz locker und ohne große Vorankündigung, etwa durch ein imposantes Intro, betreten die Musiker die Bühne, um mit ihrem Stil-Mix aus Gothic, Rock und Metal dem versammelten Auditorium ihre warmen, emotionalen Songs, als auch nach vorn gehende Nummern wie "Bear The Cross" oder "Love Infernal" entgegenzubringen. Einen hohen Grad an Ohrwurm- und Hit-Qualitäten haben diese jedoch alle gemein. Die Stimmung reißt während des gut 70 Minuten langen Sets nicht ab, im Gegenteil. Bei nahezu jedem einzelnen Song im Set wird in den vorderen Reihen geheadbangt, Arme erstrecken sich in die Luft, um im Takt zu mitzuklatschen. Die Finnen treiben das Publikum immer weiter an, motivieren zum mitmachen und strahlen trotz Routine die ganze Zeit über eine enorme Spielfreude aus. Es geht ausgelassen zu im Innenhof zu Schloss Broich, bis mit dem letzten Song "Rush" um 22 Uhr der Vorhang für den ersten Tag fällt. Die Sonne ist nun kaum noch zu sehen, le