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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Amphi Festival - Tag II - Lanxess Arena, Köln - 26.07.2015


Veranstaltungsort:

Stadt: Köln, Deutschland

Location: Lanxess Arena

Kapazität: ca. 20.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Ja

Homepage: http://www.amphi-festival.de

Sonntag, 26.07.2015 - Amphi Festival Tag 2:

Das penetrante Geräusch meines Weckers reißt mich aus meinem tiefen Schlaf. Langsam wache ich auf und werde wach. Ich fühle mich wie erschlagen, nach all den Ereignissen des vergangenen Tages. Ich werfe einen Blick auf mein Handy, es früher Vormittag. Ich beginne langsam mich zu erinnern und sortiere meine Gedanken. Der Tag zuvor war vom Morgen an gespickt mit kleinen und großen Komplikationen, rückwirkend betrachtet mehr Stress denn Spaß für alle Beteiligten. Die letzten Shows auf der Hauptbühne jedoch, vermochten es die Stimmung um einiges aufzubessern und letzten Endes versöhnlich zu stimmen. Nachdem ich mir in der nächtlichen Innenstadt noch einen Snack gegönnt hatte, bin ich dann auch schon ins Bett gefallen und nahezu direkt eingeschlafen, mit der Hoffnung auf einen besseren Folgetag. Ich blicke hoffnungsvoll aus dem Fenster und danach erneut auf mein Handy. Der Himmel ist frei von Wolken und sogar die Sonne lässt sich wieder blicken. Weder Unwetterwarnung, noch andere Einschränkungen sind angekündigt, wie das Internet verrät. Und auch die offizielle Facebook-Seite des Amphi Festivals wurde schon aktualisiert und hat gute Neuigkeiten für seine Besucher parat. Aufgrund der derzeitigen Wetterbedingungen, darf der Event-Park unter freiem Himmel nun geöffnet werden. Bevor ich mich also fertig mache, schaue ich mir interessiert den neuen Running Order an und stelle freudig fest, dass wie versprochen einige Bands vom Vortag ihren Weg ins Line-Up des Sonntags gefunden haben und trotz aller Problematiken an diesem Tag alles weitere wie geplant stattfinden soll. Ich mache mich frische und ziehe mich an, wenig später bin ich dann mit einem Kaffee auf dem Weg zum Hauptbahnhof. Es kann endlich los gehen und nur besser werden! Wie am vorherigen Tag, pilgere ich also mit vielen weiteren Gästen vom Bahnhof Deutz aus, zum imposanten Gelände der Lanxess Arena. Einige lassen sich an der Tageskasse noch ihre Bändchen aushändigen, andere wiederum waren auch gestern schon anwesend und gehen zielsicher zum bekannten Einlass. Die Sonne strahlt vom Himmel und meine gekaufte Sonnenbrille macht sich zum ersten Mal an diesem Wochenende wirklich bezahlt. Nach einer kurzen Kontrolle stehe ich dann im frisch eröffneten Außenbereich. Unzählige Fans unterschiedlicher Sparten tummeln sich hier, flanieren von Stand zu Stand, stehen für Speisen und Getränke an oder gucken sich die nächste Show aus. Zwar habe ich mir den Geländeplan schon einige Male angesehen und abgespeichert, dennoch verzichte ich nun auf den Gebrauch und nehme die Erkundung des Geländes selbst in die Hand. Doch noch bevor ich mich ausgiebig umsehen und die Arena umrunden kann, erinnert mich ein Blick auf die Uhr daran, dass gleich ein interessanter Gig auf der Mainstage stattfindet und so verschiebe ich meinen Rundgang auf später. Also gehe ich durch eine der vielen Türen und durchlaufe die Gänge, auf der Suche nach meinem favorisierten Block. Nach einiger Zeit finde ich ihn und suche mir einen guten Platz, ganz in der Nähe der Bühne. Erst jetzt fällt mir auf, wie entspannt der Gang durch diese beeindruckende Halle doch sein kann. Durch die Eröffnung des Freiluft-Geländes, hat sich der stetige Fluss an Besuchern erheblich entschlackt und ein Vorankommen erscheint nun um einiges leichter. Zwar haben durch den verfrühten Beginn schon zwei Bands ihr volles Set am Morgen gespielt und ich diese aus zeitlichen Gründen leider verpasst, doch bleiben noch viele interessante Künstler an diesem Tag. Zufrieden lehne ich mich in meinem Sitz zurück und warte auf den nahenden Beginn. Was den weiteren Verlauf des Tages angeht, bin ich mit einem Mal recht optimistisch.

Arenastage, 12.30 Uhr - Stahlmann:

Mit einem Mal wird es stockfinster in der Arena und ungewöhnlich lauter Jubel bricht zu dieser frühen Stunde los. Zu lauten Amboss-Schlägen, mechanischen Geräuschen und mystischer Musik, betreten die Göttinger in voller Montur die Bühne. Die schale Beleuchtung wirft unheilvolle Schatten über die Bretter, in stimmungsvollem blau erstrahlt das Backdrop mit dem Band-Schriftzug im Hintergrund. Doch trügt die friedliche Ruhe und von jetzt auf gleich, rocken die Silberlinge mit dem bekannten Opener „Willkommen“ los, zu welchem dann auch Frontmann Martin Soer herbei stürmt. Schon jetzt erheben sich einige der Besucher von ihren Plätzen und die Arme im Innenraum in die Luft. Auch beim energiegeladenen „Adrenalin“, welches nahtlos im direkten Anschluss folgt, zeigt sich dieses Stimmungsmuster und bleibt erfreulicherweise den ganzen Auftritt über erhalten. Die Band-Hymne „Stahlmann“ und der elektronische Tanzflächen-Füller „Süchtig“, führen weiter durch die Historie, bevor es dann mit „Der Schmied“ einen recht frischen Kandidaten im Festival-Set auf die Ohren gibt. Während und zwischen der gespielten Songs, animiert Soer seine Fans und stachelt immer weiter an, so auch bei „Spring Nicht“ und dem sehnlichst erwarteten „Schwarz“, welches von beeindruckend vielen Anwesenden begeistert und textsicher mitgesungen wird. Als besonderen Leckerbissen und kleine Überraschung, präsentiert die Band dann ein völlig neues Stück, von ihrem kommenden Album „CO2“. Synthetische Klänge und markante Klänge, sowie ein kräftiges Dubstep-Solo des Keyboarders, zeichnen die aktuelle Single „Plasma“ aus. Spätestens jetzt ist Köln wach und der sympathische Sänger bedankt sich bei allen Zuschauern für die einzigartige Gelegenheit, zu einer derart frühen Stunde und vor so beeindruckender Kulisse spielen zu dürfen. Zum Dank bitten „Stahlmann“ dann zum finalen Tanze, mit einem ihrer größten Hits. Und so beschließen die NDH-Rocker ihr Set mit „Tanzmaschine“, zu welchem auf und vor der Bühne erneut alle verfügbaren Reserven mobilisiert werden. Nach über einer halben Stunde Power, verlässt die Band unter anerkennendem Applaus die Bühne. Ein gelungener und metallischer Start in den noch jungen Tag.


Auch ich bin jetzt nahezu völlig wach und unternehmungsfreudig. Plötzlich fällt mir auf, dass es ja nun mit einem Schlag gleich drei Bühnen und somit ein größeres Angebot an diversen Bands und musikalischen Richtungen gibt. Mit meinem Handy ausgestattet, überblicke ich die aktuellen Running Order für alle drei Bühnen und speise die wichtigsten Spielzeiten und Daten in das Notizfeld. Auch die Screens in den Gängen zeigen nun alle aktualisierten Informationen in regelmäßigen Abständen an. Mein nächster Besuch führt mich dann endlich und zum ersten Mal an diesen Tagen, zu eine der Bühnen unter freiem Himmel. Bis zum Auftritt der nächsten Band dort ist noch ein wenig Zeit und so nutze ich diese, um mich auf dem Gelände akribisch umzusehen und einfach alle neuen Eindrücke wirken zu lassen. Beim hinausgehen erblicke ich auf einen Schlag schon eine ganze Reihe interessanter Händler, welche ihre vielschichtigen Waren zum Verkauf anbieten. Diese Meile erstreckt sich nahezu komplett um die Lanxess Arena und bietet in vielen Punkten gute Auswahl und viel Abwechslung. Von Szene-Bekleidung und Accessoires diverser Stile, bieten unter anderem der bekannte „Out Of Line“-Stand offizielles Band-Merchandise und eine gut sortierte Sammlung an passenden Bild- und Tonträgern aller Richtungen an. Auch erblicke ich ein reichhaltiges Sortiment an verschiedenen Speisen und Getränken, welches schon Monate vorab stolz vom Veranstalter angekündigt wurde. Von der klassischen Brat- und Currywurst mit Pommes, Asia-Nudeln, ofenfrischem Handbrot und vor Ort gemixten Cocktails, ist auch eine beachtliche Reihe vegetarischer Köstlichkeiten vertreten. Eine Auswahl, die sich wirklich sehen und mit der Konkurrenz auf anderen Events dieser Art messen lassen kann. Ein großer Pluspunkt für das Amphi Festival!

Orbit-Stage, 13.20 Uhr - The Creepshow:


Von der Seite ertönt laute Musik. Inmitten des Rundgangs um die Arena, ist die sogenannte „Orbit-Stage“ positioniert. Ein passender Name, liegt die Bühne doch genau im Umlauf. Einige Ordner weisen die Gäste mitten auf dem Weg zum weitergehen an, der Zuschauerraum ist dicht und die Show gut besucht. Der Platz ist durch die leicht ungünstige Position und Ausrichtung leider recht knapp bemessen und so drängen von allen Seiten Besucher herbei, um der verrückt-ausgelassenen Performance von „The Creepshow“ beizuwohnen. Diese sollten schon am vorherigen Tag den Event-Park rocken, konnten nun aber im Mittagsprogramm des Sonntags aufgenommen werden. Für viele Fans ein wahrer Glücksfall! Die Kanadier beeindrucken das Publikum schnell mit ihren musikalischen Elementen aus Rock, Punk und Psychobilly. Die Performance ist gelungen, nicht zuletzt durch die große Sicherheit und Professionalität, welche die Formation rund um Sängerin Kenda aufweist. Besonders die quirlige Frontfrau scheint ihre Freude daran zu haben und wirbelt von einer Seite zur anderen, während sie die energetischen Nummern im Set präsentiert, welche glatt aus einem Horror-Film entsprungen sein könnten. Alle haben ihren Spaß und das zurecht. Ein toller und frischer Act, welchen man auf den bekannten Bühnen während der Festival-Saison leider viel zu selten sieht. Ich schaue erneut auf mein Handy, welches mich kurz vor Abschluss des Sets an meinen nächsten Termin erinnert.

Green-Stage, 14.15 Uhr - Darkhaus:

Zwar ist die Zeit zwischen den Bands manchmal knapp, dennoch komme ich mit einer Kombination aus Schleichwegen um und in der Arena schnell zu gegenüberliegenden Seite, an welche ein großer Hang angrenzt. Und hier spüre ich es an diesem Wochenende zum ersten Mal richtig: Festival-Feeling! Ich blicke hinunter auf eine riesige Rasenfläche, einige Getränke- und Verkaufsstände zu den Seiten und viele Gäste, welche es sich mit Decken im satten Grün gemütlich gemacht haben. Der Himmel ist wolkenlos blau und die Sonne scheint, es könnte nicht angenehmer zugehen. Am Ende dieser großen Wiese steht eine recht imposante Bühne, die „Green-Stage“, auf welcher gerade noch fleißig umgebaut und gewerkelt wird. Kurze Zeit später ist der Soundcheck beendet und die erfolgreiche