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Lacrimosa - Hoffnung - (2015)

12.11.2015

Genre: Rock / Alternative

 

Release: 06.11.2015

 

Format: CD

 

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

 

Label: Hall of Sermon (Sony Music)

 

Spielzeit: 62 Minuten

 

Pressetext:

 

Das neue Studioalbum zum 25 jährigen Bandjubiläum. Nachdem Lacrimosa im September vor über 3.000 Zuschauern ihr Jubiläum gefeiert und das neue Album vorgestellt haben, erscheint dieses am 06. November unter dem Titel "Hoffnung". Das bislang ehrgeizigste Werk der Begründer des Gothic-Metals und Mitbegründer des Symphonischen Metals wurde mit einem 60 köpfigen Orchester während der Dauer eines gesamten Jahres produziert. Dabei holte man sich für die Umsetzung der orchestralen Parts keine externen Arrangeure, sondern zeichnet höchst selbst verantwortlich für das gesamte Notenmaterial aller Instrumente.

 

Und das Ergebnis spricht für sich: Nie zuvor entfachten Lacrimosa ein derartiges Gewitter an brachialen Gitarrenriffs, treibenden Drums und bombastischen Pauken im perfekten Einklang mit mächtigen Posaunen und schwelgenden Streichern. So verwundert die Aussage eine Orchestermusikers nicht: "Fluch der Karibik goes Metal“!

 

Kritik:

 

„Hoffnung ist das Schwert

 

Das dich befreit

 

Von aller Sinnlosigkeit

 

Hoffnung ist das Schild

 

Das dich bewahrt

 

Vor aller Zukunftsangst“


Melancholisch, ernst und sicher, doch keineswegs bedrohlich, funkelt dem Betrachter des Covers der Blick seiner klaren, wachsamen Augen entgegen. Sie scheinen ihn direkt zu durchdringen, sind nach nur nach vorn gerichtet. Im Gesicht keine Regung zu erkennen. Zum ersten Mal ist er direkt aus nächster Nähe zu sehen, befindet sich nicht mehr nur als bekanntes Aushängeschild mit Wiedererkennungseffekt und Vorbote auf musikalische Großtaten im Hintergrund, ist nicht länger das geschickt mit dem visuellen Konzept verwobene Wahrzeichen der Band. Dieses eine Mal ist alles anders, gilt alle Aufmerksamkeit ihm, dem oft so Unscheinbaren. Er ist nicht länger nur Teil des Artworks, er selbst ist das gesamte Artwork! Die Rede ist vom Harlekin, welcher den Hörer, in gewohnter schwarz-weiß Skizzierung, beim neuen Album der Szene-Urgesteine „Lacrimosa“ begrüßt. „Hoffnung“ so lautet der Titel und legt noch vor den ersten, gehörten Takten die Wege für reichlich Interpretationsspielraum frei. Auf was sie sich beziehen mag, wie diese geartet ist und ob sie auch für das neueste Werk besteht, in den folgenden Zeilen.


Doch nicht nur die Machart des Albumcover präsentiert sich anno 2015 anders als zuvor, auch gibt es weitere, beeindruckende Veränderungen beim neuesten Mammutwerk der Formation. Für die epochalen Orchester-Parts, arbeitete Wahl-Schweizer Timo Wolff mit einer 60-köpfigen Besetzung zusammen. „Hoffnung“ ist nach 25 Jahren Bandgeschichte, somit eine der größten und aufwändigsten Produktionen bisher im Hause „Lacrimosa“. Diese musikalische Übermacht wird dann beim Opener „Mondfeuer“ erstmalig demonstriert, welcher mit einer Spielzeit von etwa einer Viertelstunde aufwartet. Nachdem sich die sanften Töne eines Klaviers an des Hörers Ohr schmiegen, hält eine wahrlich beeindruckende Wand von Streichern Einzug und bietet, sich konstant steigernd, seine ganze Bandbreite dar. Erst nach einigen Minuten setzen auch die schwerfällig anmutenden E-Gitarren als Bindeglied ein und konterkarieren das träumerische Gesamtbild. Nur wenig später erklingt auch Wolff, bevor die Ouvertüren-artige Melodie in Fusion mit der elektronischen Komponente erneut einsetzt und den Song vorantreibt. Das Epos erzählt, auf lyrisch gewohnt hohem Niveau, von tiefer Sehnsucht und einer gescheiterten Liebe. Gerade die Kombination aus der emotionalen Führung und den rockigen Elementen, welche sich im Verlauf immer weiter zu einer klanglichen Einheiten verweben und steigern, tragen enorm zur Atmosphäre dieses ausgiebigen Epos bei. Das folgende „Kaleidoskop“ wird dann durch einen kurzen Gesangspart von Anne Nurmi eingeleitet, bevor temporeiche, fast stakkatoartige Streicher zusammen mit harten Gitarren und Drums einsetzen. Dazu gesellt sich ein hohes Maß Gesellschaftskritik in den einzelnen Textzeilen, welche mit humaner Begrenztheit, Gier und Materialismus, statt dem Blick auf die wirklich wichtigen Dinge, die geistigen Einschränkungen der heutigen Gesellschaft fein herausarbeiten.

Einen Blick in die Tiefen der seelischen „Unterwelt“ gewähren „Lacrimosa“ dann mit dem dritten Track. Dank ungewöhnlicher Direktheit in Wort und Härte in Arrangement, entwickelt sich schon nach kurzer Spielzeit, eine angenehme Note der Eingängigkeit. Inhaltlich gesehen ist dieser Titel eine Ode an die Antipathie, als auch eine Art beseelter Freifahrtschein zum exzessiven Hass. Das Recht nicht immer „Ja“ und „Amen“ zu alles und jedem sagen, nicht alles hinnehmen und gut finden zu müssen, was einem diktiert wird. Authentisch exerziert Tilo Wolff diese Thematik den ganzen Song über, speit die Lyrics mit eindrucksvoller Düsternis wie Gift und Galle.

 

Ganz anders die Ballade „Die Unbekannte Farbe“. Das nicht alles für den Menschen greifbar ist, ihm viele Zwischenmenschlichkeiten oftmals verborgen bleiben und über das irdische Empfinden hinausgehen, dürfte so manchem Gemüt nicht in den stets perfekt durchstrukturierten, analytischen Plan namens „Leben“ passen. Der Mensch ist es gewohnt, alles in unserem kleinen Kosmos zu wissen und zu kennen, auf nahezu alles eine Antwort zu haben. Doch wie benennt man nie zuvor Gesehenes und nie zuvor Gehörtes? Wie umschreibt man diese Gefühle oder gar eine zuvor nicht gekannte Farbe? Die Antwort liefert uns die Band mit diesem gefühlvollen Lied, zwischen sanften Tönen und aufpeitschendem Finale und erschließt dem Hörer einen neuen Horizont, irgendwo zwischen der Macht des Selbstdenkens und dem Verständnis für das Unbegreifliche. Eine großartige Komposition und weiterer Höhepunkt in der Tracklist. Doch schon die nächsten Takte präsentieren sich, wieder mit gehörigem Streicher- und Bläsereinsatz, als äußerst aufpeitschend. Langjährigen Anhängern dürfte eine interessante Parallele nicht entgangen sein: Im Jahre 1995 erschien auf dem Album „Inferno“ der Titel „Der Kelch Des Lebens“, genau zehn Jahre später dann „Kelch der Liebe“ auf dem 2005er Werk „Lichtgestalt“. Diesem Zyklus und dem Motto des Albums treu bleibend, kredenzt man nun „Der Kelch Der Hoffnung“. Aufwändig und majestätisch in Szene gesetzt, treibend und voller Energie, behandelt die Formation hier ebenjenes zentrale Kernthema. Die Melodie zeichnet abermals eine unsagbare Stärke aus, welche mit jedem kraftvollen Paukenschlag weiter anwächst.

„Thunder And Lightning“ gehört dann ganz allein Anne Nurmi. Umschmeicheln die ersten Sekunden noch zerbrechliche Violinen, brechen schon wenig später überraschend harte Gitarren-Wände los und ziehen durch die hypnotische Melodie immer weiter in den Bann. Während die Stimme ein wahres Wehklagen vermuten lässt, donnern die Instrumente gegen Ende immer druckvoller und malen ein Bild voller Ausweglosigkeit und innerer Zerrissenheit. „Tränen Der Liebe“ übernimmt dann die Rolle einer weiteren Ballade auf dem Album. Ausladende Bläser, elektronische Klangwelten und dezente Streicher, bilden das perfekte Fundament für Silos Gesang. Wirkt die Komposition anfangs noch bedächtig und fast still, so erbaut sie sich über die Spieldauer zu einem weiteren Epos in Gänze. Emotional wie eh und je, lässt die Lyrik ein atemberaubendes Bildnis voll Demut und seelischer Offenbarung vor dem inneren Auge entstehen. Wolff spielt sein Volumen hier zum Finale voll aus und auch die angeschlagene Gitarrenseite, sich aus dem Nichts erhebende Chöre und eine herzzerreißende Geige runden dieses Meisterstück ab. „Der Freie Fall“ spaltet sich dann in gleich zwei Teile auf, welche jedoch nicht aufeinander folgen, sondern von dem verhältnismäßig kurzen „Keine Schatten Mehr“ unterbrochen wird. Kommt der erste Part, mit dem Zusatz „Apeiron, Pt. 1“ anfangs noch etwas schleppend daher, in welchem der Frontmann die Zeilen fast flüstert, so peitschen sich elektronische und klassische Arrangements gegen Ende deutlich gegenseitig auf. Danach durchbricht eine Spieluhr die Stille. Nur deren Melodie und Tilos Stimme füllen die Leere aus, ehe dann erneut Streicher nahen und in einer Eruption mit metallischen Gitarren verschmelzen. Passend dazu wandelt sich auch der Text in eine differenzierte Ausdrucks- und Interpretationsweise, bevor „Keine Schatten Mehr“ mit letzten Trommel-Schlägen und der anfänglichen Melodie schließlich endet. „Apeiron, Pt. 2“ schließt den Kreis dann. Merklich schneller und härter, in seiner Instrumentierung ab dem Mittelteil, kommt dieser Closer daher und knüpft, wie zu erwarten, an den ersten Teil an. Das Hauptaugenmerk liegt deutlich auf der metallischen Schlagseite, die Orchesterparts dienen eher als unterstützendes Pendant zum Gesang. Mit Bruchstücken verzerrter Elektronik und einer abermals recht ausgedehnten Spielzeit, beenden „Lacrimosa“ ihr neues Werk mit einem Klang-Bombast.

 

Tracklist:

 

01. Mondfeuer

 

02. Kaleidoskop

 

03. Unterwelt

 

04. Die Unbekannte Farbe

 

05. Der Kelch Der Hoffnung

 

06. Thunder And Lightning

 

07. Tränen Der Liebe

 

08. Der Freie Fall - Apeiron, Pt.

 

09. Keine Schatten Mehr

 

10. Der Freie Fall - Apeiron, Pt.

 

                                                                                               Fazit:

Mit ihrem aktuellen Longplayer "Hoffnung" knüpfen "Lacrimosa" stilistisch direkt an den Vorgänger "Revolution" an, wenn auch ihr ihr neuestes Werk stellenweise düsterer ausfällt. Zu den bekannten und beliebten Merkmalen der Band, wie etwa der ausgefeilten Lyrik und harten Klängen, gesellt sich wohl die mark
anteste Neuerung: Die aufgestockte Orchester-Besetzung. Schon immer war die Fusion aus alternativem Rock und traumhafter Klassik ein wahres Markenzeichen, die Maximierung schlägt sich dieses Mal deutlich hörbar im gesamten Sound nieder. Zwischen traurig-schönen Balladen und finsterem Up-Tempo, schimmert immer wieder die ungemeine Eingängigkeit und Virtuosität hindurch, welche alle beteiligten Musiker perfekt beherrschen. Auch die Titel, welche aufgrund ihrer teils enormen Spieldauer, ein ausgeweitetes Hörerlebnis versprechen, wissen durchaus durch die gekonnte Kombination aus großen Melodien und ergreifenden Texten zu gefallen. Zu ihren Anfängen noch als "Neue Deutsche Todeskunst" definiert, gehören "Lacrimosa" heute zu den Mitbegründern und wichtigsten Vertretern der schwarzen Szene in Deutschland und weit darüber hinaus. Und auch mit ihrem 2015er Album werden sie ganz sicher wieder große Erfolge einfahren, ganz gleich ob innerhalb der eigenen Fan-Gemeinde, diverser Sub-Kulturen, national oder international. Zurecht. Es lebe die Hoffnung!

 

Informationen:

 

www.lacrimosa.ch/

 

https://www.facebook.com/LacrimosaOfficial/

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