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Eisbrecher - "Schock"-Tour - Turbinenhalle, Oberhausen - 14.03.2015

19.03.2015

Veranstaltungsort:

 

Stadt: Oberhausen, Deutschland
 

Location: Turbinenhalle 1 

 

Kapazität: ca. 3.500

 

Stehplätze: Ja

 

Sitzplätze: Nein

 

Homepage: http://www.turbinenhalle.de

 

Einleitung:

 

Es ist ein grauer Samstag Nachmittag, als ich mich via öffentlichen Verkehrsmitteln zum Oberhausener Hauptbahnhof aufmache. Schon nach wenigen Minuten der Fahrzeit, tröpfeln leise und sanft kleine Regentropfen an die Scheiben, während recht schnell die einzelnen Haltestellen angesteuert und kurz darauf wieder verlassen werden. Einige Plätze weiter hinter mir, höre ich lautstarke Gespräche und Musik zu mir durchdringen, es ist der Song "Schwarze Witwe", welcher via Handy durch die Reihen tönt. Ich drehe mich leicht um und sehe einige andere, komplett in schwarz gewandete Personen, welche schon missmutig von den Umsitzenden beäugt werden. "Gut, doch nicht ganz alleine", denke ich mir und lächele vorfreudig in mich hinein. Schon die nächste Station ist mein angepeiltes Ziel und so steige ich mit einigen anderen am Oberhausen Hbf aus, um mich zur nächstgelegenen Bushaltestelle aufzumachen, der wohl schnellste Weg zum Lipperfeld und somit der Turbinenhalle, dem Ort des heutigen Geschehens. Inmitten eines Industriegebietes, mit einigen aktiven, als auch stillgelegten Firmen und Hallen, liegt wenige Minuten der Haltestelle entfernt ein großes Gelände mit einigen Parkplätzen. Die meisten sind schon besetzt, immer mehr Fahrer werden von den Lotsen abgewiesen. Kein Wunder, denn heute Abend ist sie ausverkauft, die Turbinenhalle I. Schon jetzt, über eine Stunde vor Einlass, hat sich eine lange Schlange gebildet, welche sich über die gesamten Treppenstufen hoch hinauf zur Location, als auch über weite Strecken des Parkplatzes erstreckt. Noch im regnet es leicht, doch dieser Umstand trübt hier bei keinem der anwesenden auch nur im geringsten die Vorfreude. Sie alle warten auf den Kapitän und seine Crew, alle warten auf das Szene-Urgestein "Eisbrecher" und ihre neue Show, der "SCHOCK"-Tour 2015. Kurz vor 19 Uhr bewegen sich die Massen, die ersten Gäste werden also bereits eingelassen. Auch ich beeile mich, um nach der zügigen Ticket- und Taschenkontrolle, noch einen guten Platz in den vorderen Reihen zu erhaschen. Der obligatorische Überblick auf das reichhaltige Merchandising-Angebot, sowie eine Raucherpause an der (verregneten), frischen Luft, bleiben dieses Mal aus und müssen auf später vertrösteten werden, denn bald schon geht es los. Bevor aber der Support den Anwesenden einheizen darf, geht Fronter Alexx durch die ersten Reihen um die versammelte Fan-Schar persönlich zu begrüßen, nur um anschließend mit Gitarrist Jürgen Plangger die Bühne zu betreten und gemeinsam zur Freude aller eine Szene aus dem Reklam-Heft "Nathan der Weise" vorzutragen. Der spaßige, spontane Versuch dem jüngeren Publikum auf den Rängen nebst ihren Familien dieses Lyrik-Werk näher zu bringen, endet wie vermutet dann unter großem Gelächter in einem großen Chaos. Anschließend werfen die beiden Musiker den Wartenden noch eine Stärkung in Form von Süßigkeiten von der Bühne aus zu, um danach die Jungs von "Maerzfeld" anzukündigen, welche auch sogleich die Bretter stürmen.

 

"Maerzfeld":

 

Den Slot des Anheizers übernehmen auf der aktuellen Tour und somit auch heute Abend, die NDH-Rocker von "Maerzfeld". Einigen Anwesenden sicher durch ihr aufwendiges Rammstein Tribute-Programm bekannt, stehen die Musiker um Sänger Heli Reißenweber seit einigen Jahren auch mit eigenen Songs auf den verschiedensten Bühnen des Landes. Mit harten Gitarrenklängen, welche von synthetischen Sounds und Reißenwebers markanter Stimme untermalt werden, erinnert der Sound so manches mal an das große Vorbild aus der Hauptstadt. Ist die Stimmung anfangs noch recht verhalten, so tauen die Besucher Stück für Stück durch die gute Mischung aus Songs der ersten beiden Veröffentlichung auf. Ein ganz besonderes Highlight ist dann die Präsentation von "Es bricht", eine Vorschau auf das kommende Album "Nackt", welche gratis am Merch der Band zum mitnehmen ausliegt. Nach gut 40 Minuten verabschiedet sich die Gruppe und wünscht viel Spaß mit "Eisbrecher", was mit vorfreudigem, als auch warmherzigem Beifall des Publikums quittiert wird.

 

"Eisbrecher":

 

Nachdem "Maerzfeld" unter anerkennendem Applaus die Bühne verlassen, wird eben diese einem recht zügigem Umbau unterzogen und ähnelt ab 21 Uhr einem alten, im Halbdunkel liegendem Maschinenraum, mit diversen Verkabelungen, Rohren und Ebenen, im Hintergrund prangt eine riesige Gitterwand. Schon wenige Minuten später ist es soweit und das Hallenlicht der Turbinenhalle erlischt, die Masse jubelt. Ein bedrohliches Surren erfüllt die Location und wird allmählich immer lauter, der Bass vibriert und lässt die Wände erzittern, während weißer Rauch aus erwähnten Rohren und Ventieln empor steigt und die auf der Kommandobrücke befestigten Sirenen beginnen wild aufzuleuchten. Anschließend betritt Drummer Achim Färber mit einer Taschenlampe ausgerüstet als Erster die Bühne, schaltet die Leuchten ein und steigt die Stufen zum mittigen Podest hinauf, auf welchem sein Instrument platziert ist. Von gleißenden Scheinwerfern begleitet, entern nach und nach auch Bassist Rupert Keplinger, als auch die beiden Gitarristen Noel Pix und Jürgen Plangger den Ort des Geschehens. Und schon wenige Sekunden später betritt auch Frontmann Wesselsky unter lautem Jubel die Bühne, stilecht in Käpitänskluft und einem Fernglas in den Händen. Die ersten Takte des Album-Openers "Volle Kraft Voraus" erklingen und unzählige Hände erheben sich in die Luft um lautstark mitzuklatschen. Wie schon auf dem akutellen Langspieler, entfaltet die Nummer gerade im Refrain riesige Mitsing-Potenzial und markiert einen mehr als spektakulären Konzertbeginn. Direkt im Anschluss folgt mit "So Oder So" gleich noch ein Titel der Neuveröffentlichung, zu welchem sich Alexx seines Mantels entledigt. Schon hier macht sich die wieder einmal großartig gelungene und perfekt abgestimmte Lichtshow bemerkbar, welche sich an diesem Abend noch steigern wird. Nach einer kurzen Begrüßung folgen dann die beisen Klassiker "Antikörper" und "Willkommen im Nichts", bevor mit der Single-Auskopplung "1000 Narben" dann ein weiterer Song von "SCHOCK" folgt. Während diverse Lichtkegel und Laserstrahlen synchron zum Gespielten ihre Bahnen durchs Publikum ziehen, entpuppen sich die hinteren Gitter als riesige LED-Wand, auf welchem passend zu den Songs vereinzelte Textzeilen und Symbole eingeblendet werden. Ein wahrer Blickfang!

 

Speziell vor den neuen Titeln in der Setlist, gibt es immer noch ein kleines Instrumental als Einleitung, so auch bei "Noch Zu Retten", bei welchem Noel Pix sich an die Tasten eines Keyboards begibt und die Halle stimmungsvoll in ruhigen Farben illuminiert wird. "Leider", "Prototyp" und der energiegeladene Brecher "Himmel, Arsch Und Zwirn" nehmen dann wieder einiges an Fahrt auf, bevor mit "Schock" dann der bedrohliche Titelsong folgt, zu welchem Gitarrist Jürgen mit einer Eisenstange rhythmisch auf eines der Stahlrohre hämmert. Es sind speziell diese kleinen, aber feinen Neuerungen und Blickfänger, welche viele der dargebotenen Songs zu einem ganz besonderen Erlebnis machen und auch beim folgenden Evergreen "Schwarze Wittwe" gibt es auch für passionierte Alt-Fans wieder etwas Neues zu entdecken. Rupert und Jürgen positionieren sich mit jeweils einem, vom Live-Klassiker "Amok" bekannten, Fass am Bühnenrand und beginnen, von grellen Lichtkegeln unterstützt, den Takt darauf zu trommeln. Währendessen nimmt Wesselsky auf einer Erhöhung im Hintergrund Platz und intoniert abermals unterstützt durch Pix an den Tasten, den Song. Dieser erstrahlt in seiner 2015er Variante mehr elektronisch, denn metallisch und gibt dem Titel auch nach jahrelangem Live-Gebrauch einen frischen Akzent. Das nachfolgende "Zwischen Uns" findet dann ebenso großen Anklang, wird vom Frontmann allerdings allein, doch dafür stilecht im Outfit aus dem zugehörigen Musikvideo besungen. Eine verzerrte Computerstimme aus dem Off übernimmt den weiblichen Part, während auf besagter LED-Wand in großen Buchstaben jene Zeilen unterstützend eingeblendet werden. Etwas Ruhe bringt dann "Rot Wie Die Liebe", bevor mit "Vergiss Mein Nicht" ein weiterer Klassiker aus dem Repertoire zum Tragen kommt. Ein beherztes Trompeten-Solo seitens Alexx später, folgt "This Is Deutsch", zu welchem die Band in klassischen, bayerischen Trachten aufmarschiert und Noel ein weiteres Mal sein Können an den Tasten beweisen darf. Im Refrain schießen dann die berüchtigten CO2-Jets ihre Ladungen in die Lüfte und hüllen den Innenraum der Turbinenhalle in eine dichte Nebelwand ein, bis alle Bandmitglieder unter tosenden Begeisterungsstürmen die Bühne zum ersten Mal an diesem Abend verlassen.

 

Doch "Eisbrecher" lassen sich nicht lange bitten und kehren nach einigen, lautstarken Forderungen auf die Bühne zurück. In eiskaltes, blaues Licht und Nebel gehüllt zeigt sich nun die Szenerie, während die Musiker einzeln in Schneeschutz-Kleidung das Deck erneut betreten. Käpitän Alexx gibt den Takt mit zwei Eispickeln vor und eröffnet so den Zugabeblock mit der Hymne "Eiszeit" vom gleichnamigen Album. Mittlerweile unverzichtbarer Bestandteil der Setlist ist "Verrückt" vom Vorgänger "Die Hölle Muss Warten", welches von allen Fans frenetisch zelebriert wird. Zum Abschluss stimmt die Band dann mit "Miststück" den scheinbar letzten Song des Abends an. Einer der wohl ältesten und größten Hits der Formation, welche an diesem Abend wohl von jedem Einzelnen Zeile für Zeile beherzt und lautstark mitgesungen wird. Im Zwischenteil gibt es dann auch hier eine kleine Neuerung, Alexx Wesselsky präsentiert den neuen "Pokemon-Rap", eine kleine Hommage, an Mitmusiker Pix und sein frühes Schaffen als Soundtrack-Komponist der beliebten Kinder-Serie. Nachdem sich die Band erneut verabschiedet, die Halle offenbar aber immer noch nicht genug hat, legt die Band mit der emotionalen Rock-Ballade "Schlachtbank" nach, zu welchem sich im Publikum ein Meer aus Händen bildet im Rhythmus hin und her schwenkt. Danach verlassen die Künstler ihre eingenommenen Positionen, entledigen sich ihrer Instrumente und bedanken sich mit einem großen "Danke Oberhausen"-LED-Schriftzug im Hintergrund, sowie einigen Verbeugungen und den obligatorischen Plüsch-Eisbären, welche jeder von ihnen in die Menge wirft. Ein mehr als gelungener Abend, mit vielen Neuerungen im Detail und einem guten Querschnitt im Set, sowie einem imposantem Bühnenbild, mit perfekt abgestimmter Lichtshow und einer gut gelaunten Band in Höchstform. Jederzeit gerne wieder, auf kalt!

 

Setlist:

 

01. Maschine (Intro)

02. Volle Kraft Voraus

03. So Oder So

04. Antikörper

05. Willkommen Im Nichts

06. 1000 Narben

07. Noch Zu Retten

08. Leider

09. Prototyp

10. Himmel, Arsch Und Zwirn

11. Schock

12. Schwarze Wittwe 2015

13. Zwischen Uns

14. Rot Wie Die Liebe

15. Vergiss Mein Nicht

16. This Is Deutsch

17. Eiszeit

18. Verrückt

19. Miststück

20. Schlachtbank

 

Impressionen:

 

Jobst Meese, "Jodocus Obscurus Photography"

 

http://www.jobstmeese.de

 

https://de-de.facebook.com/Jodocus.Obscurus/

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