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Deichkind - "Niveau Weshalb Warum"-Tour - Grugahalle, Essen - 28.01.2016

05.03.2016

 

Veranstaltungsort:

 

Stadt: Essen, Deutschland

 

Location: Grugahalle

 

Kapazität: ca. 8.000

 

Stehplätze: Ja

 

Sitzplätze: Ja

 

Homepage: www.grugahalle.de

 

Einleitung:

 

Wir schreiben das Jahr 2015, den 11. April um konkreter zu werden. An diesem warmen Samstag-Abend im Frühling, haben sich die Electro-Punker von „Deichkind“ für ein Konzert ihrer neuen „Niveau Weshalb Warum“-Tour in der Dortmunder Westfalenhalle angekündigt. Im Wissen, dass diese Station der Tour wohl viele Fans aus der Region anziehen und alsbald ausverkauft sein würde, erstand ich vorsorglich mein Ticket und machte mich also an besagtem Abend vorfreudig auf den Weg. Offenbar schien gerade irgendein Fußballspiel zu Ende gegangen zu sein, jedenfalls ist die gesamte nunmehr mit grölenden und feiernden Anhängern eine Mannschaft gefüllt, welche sich angeregt über das gerade Erlebte unterhalten. Ohne weitere Komplikationen gelange ich zum Hauptbahnhof Dortmund und steige in die U-Bahn zu den berühmten Westfalenhalle. Statt Trikot, Schal und Fußball, dominieren hier bunte Farben, Alu-Folie, Müllsäcke und Bier das Bild und ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg. An der Lokalität angekommen, hat der Einlass schon begonnen und so reihe ich mich in die langen Schlangen davor ein und betrete schließlich das Innere. Ein kurzer Blick auf den recht spärlich gefüllten Merchandising-Stand und dann steige ich, die Karte mit Sitz-Nummerierung im Anschlag, die langen Treppenstufen zu den Unterrängen hinauf. Kein großes Problem, im übersichtlichen Rund des Veranstaltungsortes, den zugewiesenen Block zu finden. Die wirkliche Herausforderung sollte sich erst einige Minuten danach offenbaren, die Suche nach dem festgelegten Platz. Während der Support-Act „DJ Vasted“ sein Set am Mischpult in der Mitt der abgedunkelten Halle verrichtet, irre ich durch die Reihen. Nach einiger Zeit offenbart sich mir und auch einem anderen Gast, was der Grund dafür ist: Wir beide haben exakt das gleiche Ticket, mit dem selben Platz. Getreu der Textzeile „Sitzplatz-Reservierungsfehler, vier Stunden stehen“, aus dem aktuellen Track „Hauptsache Nichts Mit Menschen“, versucht man die Situation untereinander aufzuklären. Der knappe Raum zwischen den Plätzen lässt eine weitere Person nicht zu, die Aufgänge müssen aus Sicherheitsgründen wie immer freigehalten werden, in den Innenraum wird man nicht zugelassen und auch sonst fühlt sich das Personal nicht im Ansatz zuständig. Ganz nebenbei bemerke ich bei meinem unfreiwilligen Rundgang durch die Halle, dass das Konzert bereits in vollem Gange ist. Nach einer gewissen Zeit gebe ich schließlich auf und verlasse die Westfalenhalle. Der Abend ist gelaufen. Die Monate ziehen ins Land, weitere Konzerte kommen und gehen, doch schließlich kündigen die Kinder vom Deich mit „NWW II“, einen zweiten Teil ihrer Tour im folgenden Jahr an. Ganz in der Nähe, ein Termin in der Grugahalle Essen und so nutze ich die zweite Chance und sichere mir frühzeitig eine Karte. Besonders schön: Freie Platzwahl! Ein Detail, welches jeder Besucher zu seinem Vorteil nutzen sollte. Am 28. Januar des noch jungen Jahres soll es dann schließlich auch endlich soweit sein und voller Tatendrang, trete ich den Weg nach Essen an. Zu meiner Überraschung klappt alles reibungslos und auch die U-Bahn-Fahrt vom Bahnhof zum Veranstaltungsort, gestaltet sich als entspannt und problemlos. Als ich die Treppen zur Erdoberfläche empor steige, weht mir neben einem obligatorischem Bier-Geruch, auch klirrende Kälte entgegen, typisch für diese Jahreszeit. Der Einlass ist mit 18.30 Uhr, für ein Konzert unter der Woche, ungewöhnlich, doch erfreulich früh angesetzt und als ich letztlich vor dem eindrucksvollen Bau stehe, fallen mir die ersten Menschenmassen direkt ins Auge. Eine beeindruckende Reihe, aus aufgeregt durcheinander redenden, positiv Verrückten aller Altersklassen, hat sich bereits gebildet und so begebe ich mich mitten ins geordnete Gedränge. Dann die Überraschung: Die Tore öffnen sich, dank der niedrigen Temperaturen bereits um 18 Uhr und lassen die erwartungsfrohen Besucher in einen geheizten Vorraum. Während das örtliche Personal noch den letzten Vorbereitungen nachgeht, positionieren sich die Fans vor den großen Glastüren und warten auf den Einlass. Gute 20 Minuten später, soll es dann auch soweit sein und nach einer kurzen Taschen- und Ticketkontrolle, wird der Zugang gewährt. Neben einer langen Garderobentheke zur rechten Seite, findet sich auch eine runde Bar in der Mitte und der obligatorische Merchandise-Stand zur linken Hand. Im direkten Vergleich zum Angebot des ersten Tour-Teils, wurde dieses deutlich erweitert. Neben einem schicken T-Shirt mit den aktuellen Daten auf dem Rücken, einem auffälligen Allover-Motiv oder thematisierten Designs, wie etwa „Denken Sie Groß“, finden sich auch exklusive Girlie-Shirts, Kapuzenjacken, Poster oder Accessoires. Während andere bereits Richtung Konzerthalle pilgern, ihre Jacken abgeben oder erste Getränke genießen, scheine ich einer der ersten Interessenten zu sein und tätige auch sogleich meinen kleinen Einkauf. Der Ansturm sollte sich nach offiziellem Konzertende noch drastisch erhöhen. Ohne jegliche Orientierung, laufe ich auch direkt einer freundlichen Sicherheitsbediensteten in die Arme, welche einige der Besucher und auch mich anschließend in die richtige Richtung verweist. Euphorisch und spontan entscheide ich mich für den mittleren Aufgang und zweige dann zu meiner Linken ab. Völlig perplex und ohne Vorwarnung, finde ich mich plötzlich direkt im Innenraum wieder. Gesonderte Aufgänge, wie heute oftmals üblich, scheinen nicht zu existieren, was dem ganzen die Krone der absoluten Entspannung aufsetzt. Interessiert schlendere ich über das Parkett, am Mischpult vorbei, bis zum ersten Wellenbrecher, wovon am heutigen Abend zwei präsent sind. Einer unmittelbar vor der Bühne, einer in der Hallenmitte. Sicherheit geht eben vor und so finden sich auch vor jedem Block, vereinzelte Ansprechpartner in Form von weiterer Security. Noch ist es hier überall wie ausgestorben, lediglich die ersten Reihen werden schon von hartgesottenen Anhängern besetzt, kein großes Problem also, noch möglichst weit vorne zu stehen. Im direkten Anschluss, widme ich mich zuerst der rechten Tribüne, teste unterschiedliche Plätze und Reihen aus. Danach verschlägt es mich auf die gegenüberliegende Seite, auch hier wieder das gleiche Prinzip und dank der stressfreien Atmosphäre auch kein Problem. Sorgsam wähle ich einen leicht erhöhten Sitzplatz, etwa auf Bühnenhöhe, im mittleren, linken Block. Perfekte Sicht!

 

„VJ Wasted“:

 

Wie auf nahezu jedem Konzert, der Crew vom Deich, gibt es keinen wirklichen Support-Act in Form einer herkömmlichen Band. Was sofort beim betreten der Halle ins Auge fällt, ist die groß angelegte Video-Installation, welche via Beamer vom Mischpult aus, auf den großen Vorhang der Bühne geworfen wird. An diesem steht „VJ Wasted“ und gibt an den Plattentellern sein Bestes, um die Stimmung vor Ort, mit einem individuellen Set für jede Stadt, weiter anzuheizen. Eine willkommene Abwechslung, welche das immer größer werdende Publikum mit reichlich Bewegung honoriert. Auch die gekonnte Mischung der ausgewählten Tracks, weiß sofort zu überzeugen, hier ist definitiv für jeden etwas dabei. Von echten Oldschool-Nummern wie „Work It“ von „Missy Elliot“ und „California Love“ von Legende „2Pac“, über Beat-Monster à la „So Wacha Want“ von den „Beastie Boys“ und echten Skurrilitäten wie „Metalkutte“ von Newcomer „Romano“ oder „Level“ von „Zombie Nation“, ist nahezu alles dabei. Die gezeigten Visuals, entfachen dabei nicht selten ihren ganz eigenen, morbiden Charme in voller Pracht und auch der Sound kann sich, druckvoll wie er ist, definitiv hören lassen. Als herzerwärmender Blickfang der Ränge, kristallisiert sich währenddessen eine kleine Gruppe Drillinge im Kindesalter heraus, welche stilecht in „Deichkind“-Shirts ihre ganz eigene Choreografie darbieten. Ein besonders schönes Statement, umjubeltes Highlight und respektvolle Verbeugung zugleich, sind „I Only Want You“ von den „Eagles Of Death Metal“, in Gedenken an die Terror-Anschläge in Paris, sowie „Ace Of Spates“ von „Motörhead“ und das dramatische „Life On Mars“ von „David Bowie“, in Gedenken an zwei stilprägende Künstler. So wird das Set letztlich unter lauten Jubelstürmen beschlossen und zum Hauptteil des Abends überleitet. Ein mehr als gelungenes, teils verrücktes, teils emotionales Warm-Up. Immer gerne!

 

„Deichkind“:

 

Um etwa 20 Uhr ist es dann auch endlich soweit, das spärliche Hallenlicht erlischt in Gänze und überbordender Applaus bricht los. Der gesamte Gruga-Komplex erzittert schon jetzt, unter der geballten Energie, der mittlerweile prall gefüllten Halle. Während der Beamer erneut auf Hochtouren läuft, werden zu ruhigen Klängen beeindruckend detaillierte, imposante Naturaufnahmen von Wäldern, Seen und Bergen auf die verhüllte Bühne projiziert, welche zum bewusst unpassend gewählt und somit völlig konträr zum folgenden Geschehen sind. Lediglich der übergroße „Deichkind“-Schriftzug zu Beginn, lässt die Anwesenden, welche sich nun teilweise dezent irritierte Blicke zuwerfen, nicht daran zweifeln, dass sie eben doch auf der richtigen Veranstaltung sind. Im Innenraum erheben sich schon die ersten Arme in die Höhe und formen mit den Händen das obligatorische Dreieck - Logo, Markenzeichen und Erkennungsmerkmal der Hamburger Formation. Die Spannung steigt sekündlich und die Luft ist mittlerweile zum schneiden dünn. Alles wartet nun auf die Helden des Abends und gerade als die Geduld vieler zu versagen scheint, werden die hübschen Panorama-Aufnahmen von jetzt auf gleich, durch humorvolle, doch befremdlich wirkende Backstage-Einblicke abgelöst. Einige herzliche Lacher und das ein oder andere erleichterte Aufatmen, gehen durch die Menge und wandeln sich urplötzlich zu erneuten Jubelstürmen, als hektisches Stroboskoplicht den Saal zuckend erfüllt. Die nervösen, elektronischen Sounds werden immer lauter und fügen sich unter lautstarker Begeisterung, langsam zu einer wohl bekannten Melodie zusammen. So ziemlich jeder erhebt sich spätestens jetzt von seinen Plätzen, klatscht, singt die ersten Zeilen mit und als der schwere Stoff endlich fällt und die Sicht auf das gesamte Bühnenbild freigibt, gibt es kein Halten mehr. Vor einigen statischen, gleichförmigen Säulen und Blöcken, in ihrem Design an futuristische Versionen des Obelisken erinnernd, welche direkt aus einem modernen Gemälde entsprungen zu sein scheinen, haben sich drei Gestalten im Halbdunkel positioniert. In feine Smoking-Anzüge mit LED-Veredelung gekleidet und mit den berüchtigten, kryptischen Kopfbedeckungen in Dreiecksform ausgestattet, fungieren sie als einheitliches Zentrum und treiben den Opener „So’ne Musik“, bis zum ersten Refrain voran. Wieder durchbricht wirres Blitzlicht zu verzerrten Klängen die Menge vor der Bühne, die schemenhaften Wesen scheinen verschwunden und wie aus dem Nichts stehen plötzlich die drei MCs Ferris Hilton, Porky und Kryptic Joe an ihrer Stelle und bringen den Song auf ihre unnachahmliche Weise zu Ende. Was für ein atemberaubender Auftakt!

 

Doch wer die Hamburger richtig kennt, weiß, dass das noch lange nicht alles gewesen ist. Im Gegenteil, „Deichkind“ sind gerade erstmal dabei sich aufzuwärmen und das, obwohl den einzelnen Reihen schon jetzt der Schweiß auf der Stirn steht. Mystische, dunkle Synthie-Sounds erfüllen die Halle, in der Bühnenmitte weilt Sebastian „Porky“ Dürre. In eine künstlerische Symbiose aus schwarzem Trainingsoutfit, neumodischer Abstraktion, Fellmütze und goldener Maske gehüllt, gestikuliert er mit apathischen Handbewegungen in der Luft. Die Melodie nimmt immer weiter an Fahrt auf, spitzt sich temporär zu, aus dem Nichts hört man immer wieder gehauchte Worte und spätestens jetzt ist allen klar, was nun folgt: Der Überhit „Denken Sie Groß“, vom aktuellen Album. Auch Philipp „Kryptic Joe“ Grütering, begibt sich nun, passend mit einer völlig überzeichneten Großhirn-Haube bedeckt, zum äußeren Bühnenrand und performt nun den eingängigen Refrain. Dass das jedoch noch immer nicht weit und groß genug gedacht ist, beweist anschließend der Dritte im Bunde, Sascha „Ferris Hilton“ Reimann, dessen überproportionaler Denkmuskel ob seiner Größe, gleich von zwei weiteren, nach „Daft Punk“-Art maskierten Mitgliedern gestützt werden muss. Zum gefeierten Gitarren-Solo, schießt plötzlich eines der Podeste aus der Mitte hervor, auf welchem nun einer der Tetra-behelmten Platz genommen hat und in bester Rockstar-Manier alles an den, aus wild blinkenden LED-Elementen bestehenden, Saiten gibt. Selten hat eine Show zu einem dermaßen frühen Zeitpunkt schon so viel zu bieten gehabt, ohne dabei ihr ganzes Potential vorzeitig zu verschießen. Nicht so an diesem Abend, auf dieser Tour und schon gar nicht bei dieser Ausnahme-Band! Wie gewohnt, geht es ohne Pause oder zwischenzeitliche Ansage, nahtlos weiter. In gleißendem Scheinwerferlicht, erscheinen nun nacheinander alle Mitglieder, einheitlich in kunstvolle Kostüme gekleidet und liefern sich zu „Mehr Als Lebensgefährlich“, ein choreografisch perfekt abgestimmtes Duell, mit punktgenauen Bewegungen, passend zum Rhythmus. Das „DK“ schon immer gut für innovative Überraschungen, auch und vor allem abseits ihrer regulären Alben waren, dringt vor allem bei den Live-Shows durch. Als Porky zu seinem Part eine erhöhte Position auf einem der Blöcke einnimmt, zielt er mit seinem Zeigefinger abwechselnd auf jeden der Performer vor ihm. Die Musik hört auf zu spielen, Schüsse hallen durch die Reihen und einer nach dem anderen fällt, scheinbar leblos und doch kunstvoll, vor beeindruckender Kulisse der jetzt illuminierten Säulen, scherenschnittartig zu Boden. Als der MC seinen Part fast zu Ende gerappt hat, erhebt sich die gesamte Crew wankelmütig, dreht sich mit bedrohlich ausgestreckten Armen Richtung Publikum und kommt Schritt für Schritt, einer Zombie-Horde gleich, näher Richtung Bühnenrand, bevor das Hallenlicht ein weiteres Mal erlischt und der Song unter tosendem Beifall endet. Wenn das keine Show ist, was dann? Mit dem brodelnden „Naschfusch“, bleibt man den Pfaden des neuesten Releases treu und kredenzt der begeisterten Menge zu regenbogenfarbenen, kunterbunten Lichtern, Donuts-Kopfbedeckung und Süßigkeiten-Verteilung, diesen elektronischen Up-Tempo-Song. Die Stimmung: Ausgelassen!

 

Anschließend erteilt man seinem feierwütigen Volk, den „Befehl Von Ganz Unten“, welchem auch direkt und ohne Widerrede Folge geleistet wird. Mit strammen, einheitlichen Schritten entern nun weitere Pyramiden-Köpfe die beweglichen Podeste, welche von „La Perla“ speziell für die Konzerte konzeptioniert, patentiert und klangvoll „Omnipods“ benannt wurden. Vollkommen anonym, drohend, erhaben, fremd und andersartig, wie nicht von diesem Planeten und fast leblos wie unwesentliche Statuetten oder Götzen, wirken die schimmernden Gestalten, auf ihren Pfeilern. Erst als Porky mit einem beschwörenden Totenschädel-Stab an die Front stürmt, weht wieder ein Hauch energetischer Bewegung und Menschlichkeit durch das faszinierte Publikum, welches sich mit voranschreitender Zeit immer beeindruckter zeigt. Auch die Hit-Single „Bück Dich Hoch“, darf natürlich nicht fehlen und so geben „Deichkind“ ihre bissige Persiflage auf den ausbeutenden Kapitalismus der Oberschicht und das folgende Burnout-Syndrom zum Besten. Wild geworden und wie aus den einheitlichen Benimm-Normen einer eingefahrenen Spießer-Gesellschaft ausbrechen wollend, wirft Grütering die Blätter aus seiner Aktentasche über die Bühne - natürlich stilecht im völlig abgetragenen Trenchcoat. Und auch hier darf eine angemessene, äußerst spaßig anzusehende Synchron-Einlage natürlich nicht fehlen. Dieses Mal in Form von flotten Umdrehungen auf klassischen Bürostühlen, während des letzten Refrains. Auch bei „Leider Geil“, welches sich bis zum heutigen Tag im festen Sprachgebrauch vieler Menschen fest integriert hat, setzt mit lustigen und arg geschmacklosen Video-Projektionen weitere Akzente, fernab jeglicher Norm und Konventionen. Bevor der nächste Song angestimmt wird, müssen Kryptic Joe und Ferris erst noch ausdiskutieren, ob sie so einfach ein Bad in der Menge wagen können. Um MC Hilton zu überzeugen, braucht es da schon einen sicheren, schützenden Quarantäne-Anzug und so geht die bunte Polonaise durch Innenraum und Oberrang, zu „Hauptsache Nichts Mit Menschen“ letzten Endes doch noch von statten. Das verquere „Like Mich Am Arsch“ sorgt weiter für gute Stimmung und auch hier gibt es wieder gewitzte Show-Elemente zu bestaunen, etwa wenn inmitten des laufenden Songs ein Bandmitglied ans klingelnde Telefon gebeten wird oder sich pixelige Figuren wie Maus-Cursor und Pacman, eine tapsige Verfolgungsjagd im Hintergrund liefern. Hier gibt es nahezu bei alle paar Minuten etwas Neues zu entdecken - einfach großartig!

 

Den ersten wirklich ruhigeren Akzent an diesem Abend, setzt die Band dann mit dem melancholischen „Die Welt Ist Fertig“. Während der Rest nahezu in völliger Dunkelheit liegt, gilt das Hauptaugenmerk der Zuschauer nun der Bühnenmitte, in welcher sich je zwei Mitglieder eines der zahlreichen Omnipods teilen. Im Zentrum des Geschehens, haben Ferris und Joe nun ihren Platz eingenommen, um gemeinsam das nahende Ende der Welt zu besingen. Vor allem im Refrain bietet sich allen Anwesenden hier ein wahrlich atemberaubendes Bild, wenn die Musiker die vor sich liegenden Einwink-Leuchtstäbe in die Luft erheben und mit komplexen, gleichsamen Bewegungen erneut Disziplin und ihr unnachahmliches Talent für optische Großtaten unter Beweis stellen. Auch das kurzerhand eingestreute Snippet von Michael Jackson’s „Earth Song“, verfehlt seine Wirkung und Message nicht im geringsten. Deutlich schneller und launiger, geht es dann mit dem positiv gestimmten Spaßmacher „Hoverkraft“ weiter im Programm. Und wieder weiß man gar nicht, wohin man denn zuerst schauen soll: Im Namen des Crowd-Surfing, wird ein Schlauchboot samt Performer über die Köpfe der Fans hinweg getragen und auch abseits dessen herrscht wieder unermüdliche Bewegung, beispielsweise wenn sich die Podeste samt Musikern wie von selbst im Kreis gehen und dazu noch die markanten Textzeilen „Auf und ab, Hoverkraft!“ durch den Einsatz passender Gestiken und Tanzschritte unterstrichen werden. Ein weiteres Highlight stellt ein absoluter Klassiker im Repertoire der Hamburger Electro-Punks dar, welcher mittlerweile schon echten Seltenheitswert auf den Konzerten besitzt und in einem runderneuerten Gewand daher kommt. Zu fast schon okkulten Klängen, nehmen die drei Fronter auf der rechten Bühnenseite nun hintereinander ihre Position als lethargisches, vor Angst erstarrtes Trio ein und schaffen so eine unbehagliche Atmosphäre. Auf der gegenüberliegenden, linken Seite bewegt sich eine weitere Gruppe in langen Röcken und Strobo-Licht immerzu im Kreis und spätestens als sich im Refrain zwischen den Säulen eine übergroße, in ein langes Gewand gekleidete Kreatur mit Vogel-Maske zeigt, verfallen hier alle dem psychedelischen Bann des „Voodoo“. Ganz großes Kino und eine der wohl stärksten Live-Inszenierungen der letzten Jahre. Diesem Credo bleibt man auch bei der neuesten Single „Porzellan Und Elefanten“ treu, welches Grütering allein besingt. Die aus „Papillon“ bekannte Performance mit den Regenschirmen, findet hier ihren Comeback-Einsatz. Dramatischer, ergreifender und schöner kann wohl kaum jemand anderes, eine derartige Liebes-Ballade inszenieren. Während die Mitglieder rhythmisch die in schwarz-weiß gehaltenen Stockschirm-Konstruktionen schwingen, zeigt sich immer wieder die große Bandbreite der der Omnipods: Diese dienen nicht nur als interaktives Bühnenbild, versetzbare Sockel und Projektionsfläche für Videos, sondern sind auch in der Lage, verschiedenste Bilder und Optiken durch bewegliche, auf- und abklappbare Punkte zu erschaffen. Unter mitreißendem, tosenden Applaus nehmen sich Porky und Kryptic Joe schließlich bei der Hand und gehen gemeinsam ins gleißende Licht. Das bissige „Powered By Emotion“ fährt dann wieder musikalisch härtere Geschütze auf und auch das trotzig-ironische „Illegale Fans“, weiß mit Sirenen-Einsatz und Nebelkanonen zu begeistern. Ohne Verabschiedung oder weitere Worte, verlassen „Deichkind“ die Bretter und lassen das Essener Publikum in der stockdunklen Grugahalle zurück.

 

Doch die Anhänger haben natürlich noch lange nicht genug und fordern lautstark eine Zugabe. Und genau diese werden sie bekommen, zumal das Konzert hier noch lange nicht sein Ende erreicht haben und erst richtig anfangen soll. Zu pulsierenden Rhythmen, wird auf den Omnipods ein Countdown herunter gezählt, während sich davor zwei verkleidete Crew-Mitglieder in trashiger Manier um eine Handtasche prügeln. Und schon wenig später feiert die Halle zu den stechenden, technoiden Beats von „Oma Gib Handtasche“. Doch schon wenig später erlischen die bunten Lichter, es wird urplötzlich ganz dunkel und die Atmosphäre nimmt eine erneute, irgendwie bedrohliche Wandlung. Unter dem Einsatz stroboskopischer Beleuchtung und dichtem Kunstnebel, schälen sich gleichsam flirrende Lichter und nur allzu bekannte Schemen aus der Finsternis hervor. Auch die Melodie im Hintergrund, welche sich in dramatischer Dauerschleife zuspitzt, dürften nicht wenige Besucher längst vernommen haben. Und als die Podeste mit den ikonischen Tetra-Wesen aus dem Nichts hervortauchen, wird jedem hier klar: „Arbeit Nervt“! Bildgewaltig und laut, zelebrieren die Hamburger diesen absoluten Mega-Hit, welcher zu seiner Zeit einmal mehr die Grenzen des eigenen Sounds verschwimmen ließ und ein klares Statement setzte. Ein Song, der niemals im Set fehlen darf und wird. Deutlich poppigere Sounds, lässt man anschließend mit dem partytauglichen „Was Habt Ihr?“ auf die Fangemeinde los. Diese nimmt die Hymne dankbar an und spätestens als einige Tänzer, mit übergroßen Ferris-Masken die Bretter entern, könnte die Stimmung nicht ausgelassener sein. Gütering und Dürre animieren die tobenden Menge immer weiter zu lautstarken Zurufen. Mit dem selbstironischen, schwarzhumorigen „Egolution“, kommt der besungene MC dieser Forderung nur allzu gerne nach: Auf einer, mit grellen Neonröhren ausgeschmückten, Sonnenbank liegend, erhebt sich Ferris und wütet mit dieser Ode an die egomane Verherrlichung auch direkt los. Ängstlich und ehrfürchtig weichen die einzelnen Mitglieder von seiner Seite, bringen ihm Zepter und Krone, huldigen, tanzen und singen für ihren selbsternannten Meister im verqueren Refrain. Das im Mittelteil verwendete Sample „Dark Horse“ von Katy Perry, fügt sich ein weiteres Mal nahtlos und perfekt in den eigenen Sound mit ein, bevor man mit dem melancholischen „Luftbahn“, für den verstorbenen Produzenten Sebastian „Sebi“ Hackert, wieder zu ruhigeren Tönen greift und Essen eine wohlverdiente Pause vergönnt. Immer wieder faszinierend, wie diese Formation es schafft, in nur wenigen Sekunden das Tempo und die Stimmung zu wechseln, ohne dafür einen Bruch des bisher erschaffenen, roten Fadens zu begehen oder den jeweiligen Song unpassend erscheinen zu lassen. Während die drei MCs am vorderen Bühnenrand diesen sphärischen Titel intonieren, bewegen sich, fast schon schwerelos, einige der Performer in riesigen, durchsichtigen Kugeln über die Bühne und runden das Bild von grenzenloser Leichtigkeit des Außerweltlichen ab. Einer der wohl ergreifendsten und schönsten Momenten an diesem Abend und nur zurecht mit größten Jubelstürmen belohnt.

 

Wieder steht ein ziemlicher Tempo-Wechsel an, denn auch die Alt-Fans, will die Crew vom Deich an diesem Abend nicht vergessen haben und präsentiert mit „Komm Schon!“, „Bon Voyage“ und „Reimemonster“ ein durchgängiges Medley, ihrer größten Oldschool-Evergreens. Mit einem Hochsitz, wahnwitzigen Kostümen und einer genialen Lichtshow, bindet man hier durch „Sunshine Reggae“ oder „Wiggle“, weitere geniale Samples ein und beweist in bester Hip-Hop-Manier, dass die eigenen Stücke auch auf anderen Melodien funktionieren, ganz so, als seien sie nie auf etwas anderes getextet worden. Absolut erfrischend, absolut genial! Den vorzeitigen Schlusspunkt und ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl auf das Kommende, gibt man noch mit dem krachigen „99 Bierkanister“ den Rausschmeißer, bevor die Deichkinder ein weiteres Mal entschwinden und das Publikum abermals in Dunkel und Unwissenheit zurücklassen. Fan-Nähe einmal ganz anders? Das dachten sich die kreativen Norddeutschen wohl auch und so geht es bei „Roll Das Fass Rein“, in einem gigantischen Behältnis über die Köpfe der Fans hinweg direkt im Anschluss weiter, um eine weitere Hymne zu zelebrieren. Eine riesige Fahne schwingend und in ihre, von der „Echo“-Verleihung bekannten, „Refugees Welcome“-Outfits gehüllt, bahnen sie sich ihren Weg, heizen weiter an und auch der Titelsong des aktuellen Albums, „Niveau Weshalb Warum“, darf hier natürlich nicht fehlen. Spätestens jetzt, befreit sich auch jeder hier im Publikum von seinen straffen Ketten, streift die immerzu korrekte, zwängende Korsage ab und feiert diesen Abend einfach nur auf seine ganz eigene Art und vollkommen ausgelassen. Doch immer auch mit einem, umsichtigen, respektvollen Blick auf den Nebenmann und in friedlicher Stimmung, denn sinnlose Gewalt hatte bei diesen Shows noch nie etwas verloren. Viel eher steht das kollektive Durchdrehen und eine besondere Art des Gemeinschaftsgefühls im Vordergrund, auch und besonders beim nachfolgenden Titel. Das Fass ist mittlerweile auf der Bühne angekommen, auf welcher jetzt wieder alle Aufmerksamkeit liegt und wird zur Hallendecke empor gezogen. Drei Gestalten mit einschüchternden Vogelmasken erscheinen im trüben Licht der Scheinwerfer und hocken sich nieder, wenig später folgen auch Joe, Porky und Ferris mit ihren Pyramiden-Kopfbedeckungen. „Hört Ihr Die Signale“, fragen sie die feierwütigen Fans und schließen lange Schläuche an die berüchtigte Zitze an. Reizüberflutung und Kontraste sind auch hier wieder fester Teil des Programms und so erscheint mitten im Lied ein Mann auf dem Fass, um zusammen mit der Grugahalle „The Power Of Love“ zu besingen. Doch bevor sich alle selig in den Armen liegen können, legt die Kombo einen weiteren Stilbruch hin und beginnt, passend zu diesem Lobgesang auf den Alkohol, literweise Hochprozentiges aus den Schläuchen, direkt in die Reihen zu spritzen.

 

Ohne Pause geht es weiter - passend mit dem feucht-fröhlichen „Prost“. Die Halle kocht förmlich, doch kennen die MCs kein Pardon. Während weitere Kaltgetränke in Strömen fließen, um die Fans abzukühlen, wird gesungen und getanzt, was der restliche Energiespeicher nur so hergibt. „Ich habe eine wichtige Durchsage zu machen!“, kündigt Kryptic Joe anschließend an. „Ihr müsst jetzt alle sofort die Halle verlassen…“ - die Meldung sorgt für verwirrte Blicke seitens der Fans und trifft natürlich auf wenig Gegenliebe, wie die meisten lautstark zu untermauern wissen. „… oder ihr macht jetzt Party. Halle verlassen oder Party?“, scherzt er weiter und alles atmetet erleichtert auf. Natürlich will hier keiner der Anwesenden nach Hause und so kredenzt man mit dem treibenden „Limit“, ein weiteres Highlight der musikalischen Karriere. Essen feiert diesen wichtigen Titel gebührend ab, welcher als wegweisend für den späteren Sound der Hamburger anzusehen ist. „Vielen Dank Essen!“ hört man die Musiker rufen und zum krönenden Abschluss, liefern sich die beiden MCs Ferris und Kryptic Joe, zu den Klängen von Eric Prydz’ „Pjanoo“, einen letzten Freestyle. Während zu Konfetti-Kanonen und gigantischen Lichtkegeln die Stimmung ihren Siedepunkt erreicht, verlässt die Band schließlich die Bühne. Das die Show an dieser Stelle immer noch kein Ende gefunden hat, ist abzusehen, fehlt doch noch ein unverzichtbarer Hit aus dem Repertoire. Ohne den Rausschmeißer schlechthin, will hier keine gehen und nach wenigen Minuten soll es dann schon soweit sein und „Deichkind“ laden nach weit über zwei Stunden zum Finale. Ein bekannter, repetitive Beat erklingt und während im Halbdunkel die Bühne zum letzten Mal umgebaut wird, steigt eines der Crew-Mitglieder in den sogenannten „Atomic Bouncer“, ein übergroßes Luftkissenboot. Die Musik wird lauter, die Lichter gehen an - „Remmidemmi“ beschließt das Konzert. Alle singen den Text aus voller Kehle mit und die Show findet ihren absoluten Höhepunkt. Während zahlreiche Federn aus einem Plastiksack über dem Innenraum entleert wird, regiert auf den Brettern das pure Chaos. Hier finden sich fast alle, in der Show verwendeten Elemente wieder: Der Cover-Sänger des „Frankie Goes To Hollywood“-Klassikers, rollt einen Smiley vor sich her, eine riesige Hüpfburg erstreckt sich in die Lüfte, ein Mann im Burger-Kostüm springt auf einem Trampolin wild hin und her, während die drei Fronter zwischen „Leider Geil“-Ballons und weiteren Konfetti-Ladungen gemeinsam mit den Fans singen. Das denkwürdige Konzert endet mit einem großen Knall und vielen Verbeugungen, die Grugahalle bejubelt ihre Helden ohne Ende und zu den Klängen von „Selber Machen Lassen“, verlässt „Deichkind“ schließlich zum letzten Mal an diesem Abend die Bühne. Was für eine Stimmung, was für ein Abend! Langsam leert sich der Innenraum und auch auf den Rängen macht man sich erschöpft aber glücklich zum Ausgang auf. Die Bar und der Merck müssen wegen Überfüllung fast geschlossen werden, spätestens jetzt will sich jeder noch ein kleines Andenken mitnehmen. Mit einigem Zeitaufwand erstehe auch ich noch ein zweite T-Shirt und kämpfe mich durch die Berge an Bechern, Federn und Müllsäcken auf dem Boden, zur U-Bahn. Yippie Yippie Yeah!

 

Angefangen vom schicken, einzigartigen, individuellen und vor allem wandelbaren Bühnenbild, mit seinen versetzbaren Elementen, im perfekten Einklang mit den modischen, doch außergewöhnlichen Kostümen aller Akteure, bis hin zu den makellosen Choreografien der Tänze, Aktionen und Effekte, über die gesamte Lichtshow, die Auswahl und Reihenfolge der gespielten Songs und den kompletten Ablauf. Alles hier ist fehlerfrei und punktgenau durchgestylt, bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt, durch und durch koordiniert und geplant. „Deichkind“ überlassen selbst die letzte Kleinigkeit nicht dem Zufall, erschaffen eine Illusion von ausgelassenem Chaos, Abriss und totaler Zerstörung, wissen dabei aber immer genau wer, wo, was zu tun und zu lassen hat. Es ist eine der wohl besten, stärksten, musikalisch und optisch aufwühlendsten, konträrsten und gleichzeitig unheimlich stimmigsten, spektakulärsten Inszenierungen unserer Zeit. Ohne dauernd den drohenden Zeigefinger zu erheben, ohne zu kategorisieren was richtig und was falsch ist, doch mit vielerlei Messages, durchdachten Texten, Hinter- und Beweggründen, zum nach-, durch- und vor allem selber denken, aber immer mit verspieltem Mut zum anecken, dem Mut zur eigenen Entwicklung und Meinung - ohne Rücksicht auf Verluste durch gesellschaftliche Zwänge, Normen und Konventionen. Ganz großes Theater, ganz großes Kino, ein ganz großer, bunter Kindergeburtstag für Erwachsene. Gemacht von intelligenten, kreativen Verrückten, für eben diese, um den Alltag für ein paar Stunden draußen vor der Tür, in der eisigen Kälte verweilen und sich selbst alles andere vergessen zu lassen. Fast so, wie ein erholsamer, doch energetischer Kurzurlaub, mit allem, was nur dazugehört. „Ist das Kunst oder kann das…“ Nein, es kann nicht weg und es muss bleiben! Und zwar so lange, wie nur irgendwie möglich. „Deichkind“ verkörpert eine Art der modernen Kunst und kreativen Ausgelassenheit, wie keine andere Band in diesem oder einem anderen Genre, sind Gewinn und unersetzbare Bereicherung für Musikwelt und Gesellschaft. Auf das sie noch viel von sich hören und vor allem sehen lassen. „Die Show kann jetzt beginnen und alle nur so Yeah?“ Gerne wieder! Und so schnell, wie es geht. Danke, für eines der wohl besten Konzerte der letzten Jahre, Danke für großartige Show und Stimmung, Danke DK!

 

Setlist:

01. My Heart’s In The Highlands (Intro)

02. So’ne Musik

03. Denken Sie Groß

04. Mehr Als Lebensgefährlich

05. Naschfuchs

06. Befehl Von Ganz Unten

07. Bück Dich Hoch

08. Leider Geil

09. Hauptsache Nichts Mit Menschen

10. Like Mich Am Arsch

11. Die Welt Ist Fertig

12. Hoverkraft

13. Voodoo

14. Porzellan Und Elefanten

15. Powered By Emotion

16. Illegale Fans

17. Oma Gib Handtasche

18. Arbeit Nervt

19. Was Habt Ihr?

20. Egolution

21. Luftbahn

22. Komm schon!

23. Bon Voyage

24. Reimemonster („Afrob“ Cover)

25. 99 Bierkanister

26. Roll Das Fass Rein

27. Niveau Weshalb Warum

28. Hört Ihr Die Signale

29. Prost

30. Limit

31. Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)

32. Selber Machen Lassen (Outro)

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