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NEUESTE
BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Hämatom - Wir Sind Gott (2016)


Genre: Metal / Alternative

Release: 25.03.2016

Format: CD

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

Label: Rookies & Kings (Soulfood)

Spielzeit: 48 Minuten

Pressetext:

So manche Künstler müssen sich erst zurückziehen, um mit einem lauten Knall wieder aufzutauchen. Nicht so Hämatom diese Band tritt einfach so nochmal kräftig nach, mit voller Wucht in die Wunden dieser Zeit. Zwischen Sozial- und Gesellschaftskritik, verpackt in schonungslos ehrliche und deutliche Texte vor gewohnt kraftvoller musikalischer Härte halten sie dieser Welt einen Spiegel vor. Auch nach über zehn Jahren abseits aller vorhersehbarer Metalpfade gehen sie voller Herzblut und stets innovativ ihren eigenen Weg. Die Idee zum neuen Album hatten wir vor mehr als 200.000 Jahren, als nämlich die Evolution die sogenannte Krönung der Schöpfung hervorbrachte - den Menschen , sagt die Band und legt mit Wir sind Gott einen würdigen Nachfolger der bisherigen Erfolgsalben vor. Das fünfte vollwertige Studioalbum, produziert in den Kohlekeller Studios von Kristian Kohle Kohlmannslehner, der auch für den Sound von Künstlern wie Powerwolf und Eskimo Callboy verantwortlich ist, erscheint am 25.3.2016 als limitierte Freak-Box mit 2 CDs und DVD plus Hämatom-Globus, Autogrammkarten usw. sowie als CD und Vinyl. Die Single Fick das System erscheint schon vorab am 22.1.2016, als physische Single mit zusätzlichem Non- Album-Track und exklusiven Live-Tracks.

Inhaltlich bietet das Album 100 % Hämatom kontrovers diskutiert, unbequem und wütend werden aktuelle Gegebenheiten thematisiert: Ob der Status quo des Landes ( Made in Germany ), eingefahrene Lobbystrukturen und Hierarchien ( Fick das System ) oder Menschen, die Gott spielen und dabei nur Leid und Elend bringen ( Wir sind Gott ). Mit I have a dream findet sich auch ein klares Statement gegen Rechts und für mehr Toleranz, ein seit jeher wichtiges Anliegen der Band. Pünktlich zum Release von Wir sind Gott wird es exklusiv vier Shows in den vier Himmelsrichtungen Deutschlands geben. Und auch der Festivalsommer füllt sich und verspricht sehr viel Bühnenpräsenz auf zahlreichen Open-Airs. Auch auf der Full Metal Cruise sowie dem Full Metal Mountain oder dem Wacken Open Air werden Hämatom ihr neues Album und das bisherige Werk sowie ihre beeindruckende Show präsentieren.

Kritik:

„Wir sind Gott, Wir sind Gott

Wir entscheiden über Leben und Tod

Wir sind Gott, Wir sind Gott

Die Schöpfer von Elend und Not“

„Hämatom“ sind endlich zurück! Nach ihrem letzten Studioalbum, dem sozialkritischen „Keinzeitmensch“, "X", dem ersten Best Of-Album der Bandgeschichte und unermüdlichem Touren durch die heimischen Lande, schlagen die Bayern anno 2016 mit gewaltiger Stärke ein weiteres Kapitel auf. „Wir Sind Gott“, so lautet der zuerst reißerisch anmutende Titel, legt den Finger ein weiteres Mal ganz tief in die offengelegten Wunden der Gesellschaft, spricht unangenehme Themen direkt an und behandelt diese mit der nötigen, glaubwürdigen Ernsthaftigkeit. Nicht jedoch, ohne dabei die von der treuen Fanbase, liebevoll „Freaks“ getauft, geschätzten Wurzeln zu achten und ebenjene Tugenden weiter zu optimieren, ja fast schon akribisch auszubauen. Die 2004 gegründete Thrash Metal-Kombo, ist also auch dieses Mal nicht zu bremsen und bahnt sich als echtes Riff-Monster direkt und trotzig seinen Weg, über steinige Pfade und durch die scheinbar eisernen Barrikaden, neu-deutscher Möchtegern-Poeten und überzuckerter Pop-Melodien. Auf welche Weise die vier maskierten Himmelsrichtungen, rund um Stimme und Frontmann Nord, das System ficken und mit der ungeschönten Wahrheit aus dem alltäglichen Trott aufrütteln wollen, erfahrt ihr wie immer in den folgenden Zeilen.

Epochale Chöre und hallende Donnerschläge, erzeugen eine mystische Atmosphäre, welche jedoch alsbald von harten Gitarren-Riffs, heulenden Synthesizern und der eindringlichen Stimme von Sänger Nord zerrissen werden soll. Knallende Drums erhöhen das Tempo schlagartig und setzen mit dem Titeltrack „Wir Sind Gott“, ein metallisches Gewitter der Extraklasse frei. Schlag auf Schlag treiben „Hämatom“ den Hörer durch die verschiedensten Epochen und lassen wichtige, historische Ereignisse an dessen Ohren vorbeiziehen, bevor ein mächtig angelegter, hymnischer Refrain dieses Schema dann ohne Vorwarnung aufsprengt und sofortig zum mitsingen und versinken in der Thematik verleitet. Kurzum: Ein mitreißender, packender Opener und genauso, wie er sein sollte! Das folgende „All You Need Is Love“, mag anhand des Titel zuerst fehlleiten, bedienen sich die Deutsch-Metaller hier weder klischeehafter Anglizismen, noch der beliebten Fremdsprache als solches. Lediglich der Refrain bricht dann etwas mit diesem Konzept, wenn auch nur zu einem kleinen Teil. Auch hier halten untergemischte, elektronische Sounds weiter Einzug und geben zusammen mit einem äußerst eingängigen Riffing die angepeilte Marschrichtung dieses starken Tracks vor, welcher sich zwar als gewohnt ungeschliffen, doch ebenfalls auch dezent leichtfüßig groovend präsentiert. Werden die jeweiligen Strophen fast durchgehend von Gesang und Schlagzeug dominiert, umso mehr darf hier im Hauptteil der althergebrachte Sound inklusive Shouts begrüßt werden. Diesem Prinzip folgt zu weiten Teilen auch die im Januar als Single ausgekoppelte Nummer „Fick Das System“, welche ihrer aussagekräftigen Betitelung getreu, als energetische Revolutionsnummer mit besonders mitreißendem Charme aus den Boxen dröhnt. In traditioneller Manier gelingt es der Band hier, ohne Umschweife oder gar beschönigende Beschneidungsmaßnahmen in textlicher Hinsicht, voll aufzutrumpfen. Auf brachial-melodische Weise, ruft man zum kollektiven Widerstand gegen gängig geworden Fehl-Konventionen der Gesellschaft auf, jedoch ohne sich dabei politisch fragwürdig positionieren oder zu stumpfer Gewalt animieren zu wollen. Im Gegenteil: Insbesondere der gemeinsame Aspekt steht hier im Vordergrund und dürfte sicher nicht wenige dazu ermutigen, nicht immer alles nur hinzunehmen, sowie für das eigene Wohl und Recht auf die Straße zu gehen. Als besonders passend, stellt sich auch hier ein weiteres Mal der starke Ohrwurm-Charakter heraus, ebenso wie beim nachfolgenden „Made In Germany“, welches mit einer perfekt dosierten Portion schwarzen Humors zu gefallen weiß. Gewitzte Wortspielereien treffen auf die augenzwinkernde Stakkato-Nennung bekannter, deutscher Klischees und ergeben, nicht zuletzt durch die hochgepitchte Frauenstimme im Refrain, eine höchst gelungene Mischung, irgendwo zwischen stolzem Loblied und bitterböser Persiflage.

Liken, posten, teilen und folgen… Nur wohin? Diese Thematik greifen die vier Himmelsrichtungen in „Offline“ auf. Der Social Media-Wahn greift mehr und mehr um sich, die reale Welt scheint für einen nicht unerheblichen Anteil immer weiter zu verblassen. Massig Kritik an ebendiesem Fehlverhalten und der Nutzung dieser Technologie, hagelt es also auch hier. Melodische pulsierende Synths treiben den, im Vergleich zu den vorherigen Songs, eher behäbigen Rhythmus voran und münden schließlich in einem aufrüttelnden Refrain, der aus allen Rohren feuert. Einen weiteren Up-Tempo für die kommenden Live-Shows, kredenzt man dann mit „Tanz Aus Der Reihe“, welches sicher nicht wenige „Freaks“ dazu veranlassen dürfte. Stilistisch angelehnt an schnellere Nummern, wie das donnernde „Seelenpiraten“ vom Vorgänger-Werk, wissen die Bayern hier um den eigenen Status und die Wünsche ihrer Fans. Definitiv eine bombensichere Abgeh-Nummer mit ordentlich Power und einem satten Maß an Eigenständigkeit! „I Have A Dream“ wird anschließend durch ein entsprechendes Sample aus der Rede von Martin Luther King und scheppernden Drums eingeleitet. Mit einem von Grund auf wütenden Sound, machen „Hämatom“ hier deutlich klar, was Deutschland und die ganze Welt nicht braucht und machen sich klanggewaltig stark gegen Faschismus und rechte Gesinnung. Ein klares und eindringliches Statement, welches scheinbar selten dringender war, als in heutigen Zeiten, während „Ikarus Erben“ mit Lyrics, welche offenkundige Vergleiche zur Mythologie herstellen, das menschliche Streben und Fallen kritisiert. Eine große Überraschung haben die Maskierten dann im Folgenden in petto: Eine Ballade! Zu den Klängen einer rein akustischen Gitarre, sind es vor allem die dezent eingesetzten Streicher und der klare, fast schon zerbrechlich weiche und resigniert wirkende Gesang, welche eine ganz besonders intime Atmosphäre herzustellen vermögen. Ein zusätzlicher Chor im Hintergrund und die im Lauge des Songs stetig wachsende Intensität der Stimme, wissen deutlich zu berühren und offenbaren „Zu Wahr Um Schön Zu Sein“. Überzeugend und einfühlsam, ohne aber dabei langatmig oder deplatziert zu wirken! Doch wollen die Hämatome dem Hörer keine allzu lange Pause vergönnen, legen sie gewohnt temporeich mit dem aggressiven „Mach Kaputt“ und „Hollywood Brennt“ nach, welche dann beide wieder ordentlich an Fahrt aufnehmen und in ihrer ganzen