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Combichrist - This Is Where Death Begins (2016)

08.06.2016

Genre: Metal / Industrial / Alternative

Release: 03.06.2016

Format: CD

 

Anzahl Ton- und Bildträger: 2


Label: Out Of Line (rough trade)

 

Spielzeit: 134 Minuten


Pressetext:

 

Die norwegisch-amerikanische Gruppe Combichrist präsentiert sich auf ihrem neuen Longplayer von ihrer kompromisslosesten Seite. This Is Where Death Begins ist ein apokalyptischer Moloch aus Gitarren, Elektronik, Höllentrommeln und dunkler Urgewalt.Wummernde Tribal-Drums, Gitarren, die einem mit der Wucht eines 20-Tonnen-Gewichtes um die Ohren gehauen werden, zerhackte Elektronik-Fetzen und inmitten dieses Klanginfernos Andy LaPlegua als entfesselter Dämon der Wut. Combichrist beschwören auf ihrem neuen Album „This Is Where Death Begins“ ein wahrhaftiges Fegefeuer herauf. Ein schwarzer Monolith aus ungebremster Aggression. Produziert von Oumi Kapila (Filter) und Andy LaPlegua, mit Gast-Vocals von Chris Motionless (Motionless In White) und Ariel Levitan (MXMS) und vom legendären Vlado Meller (u.a. Red Hot Chili Peppers, Slipknot) gemastert, haben Combichrist nichts Geringeres als ihr Meisterstück geschaffen: Dunkler, mächtiger und gleichzeitig brutaler, als alles bisher Dagewesene.

„This Is Where Death Begins“ erscheint als Album CD, als deluxe 2CD mit der bonus live Disc „History Of Madness: Old School And Rarities Live At Complex, LA“ (mit einer ausgesuchten Auswahl an alten Industrial-Klassikern) und als farbiges Doppel-Vinyl inklusive Album-CD, im Klappcover. Außerdem erscheint das Album als streng limitierte Fan-Edition im edlen A5-Digipak, welche, neben beiden CDs der Deluxe-Edition, noch den kompletten Mitschnitt der infernalen Combichrist-Show auf dem Summer Breeze Festival 2015 (das erste, offizielle live-Release der Band) auf CD und DVD als exklusive Beigabe enthält. Die Party ist vorbei, die Welt ist am Abgrund und wir begegnen ihr mit dem Gewehr im Anschlag: My Life, My Rules!

 

Kritik:

 

„You son of a bitch, you must be kidding

 

Serving this pile of crap, I’m not forgiving you

God damnit, you’re only holding me back

Get out of my way!“

 

„Das Ende der Welt ist nahe!“… Solche oder ähnlich schwarzmalerisch geartete Gedankengänge und Assoziationen, dürfte der unheilvolle Titel des neuen Werks „This Is Where Death Begins“, der ehemaligen Aggrotech-Berserker von „Combichrist“, mit großer Wahrscheinlichkeit bei so manchem Rezensenten und Hörer ausgelöst haben. Nicht zuletzt auch durch das künstlerisch angehauchte, düster anmutende Cover, auf welchem sich Schlangenköpfe bedrohlich um die einzelnen Schriftzüge schlingen. Und tatsächlich: All jene, die dem brandneuen Release mit der Befürchtung auf ein weiteres unbarmherziges Klang-Gewitter entgegengesehen haben, behalten Recht, präsentiert sich das norwegisch-amerikanische Kollektiv, um Frontmann Andy LaPlegua, anno 2016 doch härter denn je. Bereits nach ihrem letzten Album, dem Metal-lastigen „We Love You“, welches von der kritischen Fanschar zwiespältig aufgenommen wurde, sowie einem kurzen Announcement-Teaser, machte sich mancherorts großflächiger Unmut breit. Während die eine Seite den nicht zu überhörenden Wandel gutheißt, wettert die andere Fraktion über fehlende harsche Beats, zu viel Gitarren-Power und die komplette Vernachlässigung der Wurzeln. Haben „Combichrist“ ihren ursprünglichen Pfad nun endgültig verlassen oder kehren sie reumütig geläutert zu altbewährten Erfolgsrezepten zurück? Haben die eigenen Anhänger vielleicht zu weit im Voraus zu kritisch geurteilt? Werden aus Electroheads nun vollständige Metalheads? Fragen über Fragen. Und was macht das kreative Geschwader währenddessen? Nun, auch zwei Jahre nach ihrer letzter Veröffentlichungen gehen sie ihren Weg konsequent weiter, halten sich nicht mit den klaren Regeln oder Konventionen der Musikindustrie auf und kreieren praktisch ihren ganz eigenen Stil, ohne sich dabei auch nur im Entferntesten einen kategorisierenden Stempel aufdrücken zu lassen. Wie sich der Musik gewordene Untergang anhört, erfahrt ihr wie immer in den folgenden Zeilen.

 

Eröffnet wird das brachiale Inferno mit dem mächtig stampfenden „We Are The Plague“. Und für wahr, ein stimmigerer Einstieg hätte sich wohl kaum finden lassen können! Druckvolle Donnerschläge und zarte Chöre konstruieren einen mystischen Einstieg und wer die Formation genauer kennt, weiß, dass dies nur die Ruhe vor dem nahenden Sturm ist, welcher nun mehr alles andere als fern ist. Schwere Gitarren-Riffs zerreißen alsbald jedwede Ruhe in der Luft und erzeugen in Kombination mit wohl dosierten Synth-Teppichen eine apokalyptische Atmosphäre. Insbesondere die verzerrte Stimme von LaPlegua, weiß hier zu gefallen und spätestens wenn der alles überrollende Ohrwurm-Refrain einsetzt, kann sich der selbsternannten Plage wohl niemand mehr so recht widersetzen. Deutlich gradliniger präsentiert sich dann das straight groovende „My Life My Rules“. Elektronische Elemente sucht man hier völlig vergebens, dafür setzt die organische Front aus Drums und Saiten klare Akzente für einen ordentlichen Up-Tempo. Klar akzentuiert und ohne Schnörkel, scheppert hier die volle Dröhnung aus tanz- und vor allem moshbarer Energie aus den Boxen und gibt einen Vorgeschmack auf das Kommende. Definitiv einprägsam, wenn auch ohne echte Höhen und Tiefen. Völlig konträr dazu gibt sich dann anschließend „Glitchteeth“, das die gerade aufgebaute Härte zunächst ausnahmslos vermissen lässt und sich bewusst auf deutlich reduzierte Beats stützt. Passend dazu verleiht Andy hier mit seinem klar dominierendem Clean-Gesang, der Enttäuschung über einen einst geliebten Menschen Ausdruck und schafft es so, die Thematik nahbar zu gestalten und somit zwischen die einzelnen Zeilen zu projizieren. Erst die im Chorus einsetzenden Gitarren brechen dann mit diesem Prinzip und beenden diese interessante, dezent gewöhnungsbedürftig strukturierte Nummer. Im weiteren Verlauf erwartet den Hörer nun der wohl stärkste Song der neuen Scheibe: „Exit Eternity“. Dröhnende Electro-Fetzen und wummernd verzerrte Bässe drücken alles und jeden gegen die Wand und gemahnen an die geliebten Industrial-Wurzeln. Brutal verzerrte Gesanglinien, Dopplungen und Echos legen zusätzlich zu donnernden Trommeln und epochalen Chören, die deutlich stark aggressive Note in diesem voran peitschenden Titel frei. Ein wahrhaft beeindruckender Hybrid aus Neu und Alt, einem alles vernichtenden Klang-Monster gleich, welches die Mannen hier erschaffen und anschließend von der Leine gelassen haben - Ganz stark! „Skullcrusher“ wandelt dann wieder auf den stilistischen Pfaden vom vorangegangenen „My Life My Rules“ und ist am ehesten mit der Vorgänger-Single „Maggots At The Party“ vergleichbar, was nicht zuletzt durch die musikalisch ausgelassen rockende Note deutlich wird. Die befreiende Attitüde zündet und versprüht durchaus Laune, doch auch hier fehlt es ein wenig am gewissen Etwas. Mitsing-Potential birgt der Song dennoch reichlich.

 

Deutlich komplexer in Klang und Aufbau, gibt sich dann der anschließende Reigen. „Time Again“ glänzt mit fast schon bluesig-verruchten Einschüben und quirligem Riffing, während sich der anklagend leidende Gesang ein weiteres Mal durch die Verzerrer an des Hörers Ohr kriecht. Auch das rabiate „Destroy Everything“ weist deutlich Ureigenes auf, verkommt aufgrund zu ausgiebiger Saiten-Arbeit und einer scheinbar nicht abnehmen wollenden Eintönigkeit, jedoch nach einiger Zeit zu einem Titel ohne besonderes Alleinstellungsmerkmal und Pfiff. Härte ist eben nicht immer alles. „Tired Of Hating You“ schälgt dann abermals in die Kerbe alter Tage, wobei sich synthetische Sounds und unterfütterte Gitarren-Wände die Klinke in die Hand. Echter Bombast wird hier ganz bewusst ausgelassen, um erneut einen experimentellen Schritt in Richtung Hybrid zu wagen. Den konstanten Stilmix, bricht man erst zum Finale hin auf, um der verzerrten Saiten-Arbeit dann erneut den Vortritt zu gewähren. Der Plan geht zu manchen Teilen auf, wenngleich das Dargebotene auch aufgrund einer fehlenden Aufschlüsselung und ausbleibenden Highlights zu sehr in der klanglichen Eintönigkeit zu versinken droht. Leider auch nach mehrmaligem Hören, nur als „interessant“ einzustufen. Ganz anders im Anschluss dann „Don’t Care How You Feel About It“. Ein echter Industrial-Hammer, welchen „Combichrist“ hier schwingen, bereit alles niederzureißen. Stakkato-Beats im Mid-Tempo dröhnen rhythmisch und gehen eine höchst atmosphärische Symbiose mit LaPleguas markanter Stimme ein, welche klar dominiert. Stilistisch punktgenau passende Rückkopplungen an einigen Stellen der Lyrics und feine Details im Sound, schaffen ein wuchtiges Klangbild und verweisen auf die heiß geliebten Ursprünge der Band. Ein vorpreschender Refrain mit mächtig Sucht-Potential setzt diesem Titel dann die wohlverdiente Krone auf. Chapeau, die Herren! „Blackened Heart“ reißt den Hörer mit seinen schleppenden Riffs und dosierten Elektro-Akzenten, dann wieder in dunkel-melodische Hardrock-Gefilde. Zwar ohne besondere Merkmale, doch ganz sicher mit einem Händchen für einen satten und charakteristischen Klang, schreitet man hier auf die nahende Zielgerade zu. Vorab wollen sich jedoch noch das starke „Pay To Play“ und das außergewöhnliche, da auf norwegisch intonierte, „Slakt“ ausreichend Gehör verschaffen. Erstres überzeugt durch eine gelungene Gratwanderung aus Aggrotech und Metal, wobei die jeweiligen Strophen lupenreinen „Combichrist“-Sound bieten, während der Refrain hart-melodische Koste für Headbanger bietet. Die perfekte Fusion also - Vorhaben klar geglückt! Das eiskalte „Slakt“ hingegen entführt dann in deutlich schwerer zugängliche Gefilde. Schlagzeug und Gitarren werden heftig malträtiert und erzeugen einen unfassbar rauen Klang, Andy gibt sich nahezu über die komplette Spielzeit brutalen Shout-Einlagen hin. Die Musik gewordene, entfesselte und pure Wut!

Das Finale wird durch „Black Tar Dove“ eingeleitet, welches sich in zwei grundverschiedene Teile aufgliedert. Während sich der erste Part als kurzes, rein instrumentales Prelude gibt, darf der darauf folgende Teil umso mehr in die Vollen gehen. Hypnotisch donnern die schallenden Drums im mittleren Tempo voran, während die Saiteninstrumente bis aufs Äußerste verzerrt und entfremdet werden. Die so herbeigeführte Endzeitstimmung, fällt terrorisierend und verstörend zugleich aus. Während LaPlegua in den einzelnen Strophen mit variabler Stimme zwischen Gesang und Zwiegespräch glänzt, reißt der Rest der Band wortwörtlich alles in Stücke. Der Refrain bedient sich einem ohrenbetäubenden Stream-Schema und steigert sich gegen Ende ad absurdum, bis in bewusst unmelodische Gefilde. Der wohl erbarmungs- und kompromissloseste Song der ganze Scheibe, wenn auch eventuell ein wenig zu viel des Guten. „Homeward“ setzt dann den Schlusspunkt und verschafft Hörer und Band schließlich einen wohlverdienten Ruhepol, nach Minuten dröhnender Bässe und knallend hartem Metal. Eine willkommene Pause und ein gelungener, versöhnlicher Abschluss in einem! Fast sanft schmiegt sich Andy Stimme an die Strophen, nur unterlegt von minimalistischen Synthies, welche sich gegen Ende jedoch epochal zu steigern vermögen. Eine wahnsinnig starke Power-Ballade, die dramaturgisch und fast schon isolierend mit den titelgebenden Worten „This is where death begins…“ hoffnungslos zurücklässt.

                                                                                           Tracklist:

 

01. We Are The Plague

 

02. My Life My Rules

 

03. Glitchteeth

 

04. Exit Eternity

 

05. Skullcrusher

 

06. Time Again

 

07. Destroy Everything

 

08. Tired Of Hating You

 

09. Don’t Care How You Feel About It

 

10. Blackened Heart

 

11. Pay To Play

 

12. Slakt

 

13. Black Tar Dove Pt1

 

14. Black Tar Dove Pt2

 

15. Homeward

 

Fazit:

 

„Combichrist“ sind zurück! Stärker denn je? Fast. Mit „This Is Where Death Begins“, verlassen die Mannen mehr denn je ihre vorherigen Pfade und geben sich und mehr einer wilden Kreuzung aus Industrial und Metal hin. Elektronische Elemente sind immer noch vorhanden, wenngleich diese auch ihre bisher untergeordnetste Rolle spielen und viel eher unterstützend im Hintergrund aktiv sind. Mächtig und aggressiv kommt der Sound dennoch daher und lässt aufgrund repräsentativer und markanter Merkmale keinen Zweifel daran, welche Musiker hier gerade am Werk sind. Im klaren Gegensatz zum 2014er-Album „We Love You“, fixiert man sich hier noch stärker auf die organische Seite und liefert einen gelungen wechselhaften Crossover-Mix, bei welchem dennoch nicht selten unklar zu sein scheint, in welche Richtung der Stilwechsel denn genau gehen soll. Die reinen Metal-Nummern fallen streckenweise zu unspektakulär und leicht fade aus, wohingegen die Band sich immer dann am stärksten zeigt, wenn sie ihren neuen Weg mit den althergebrachten Stärken kombiniert und so ein durchaus interessantes, vor allem aber neu- und einzigartiges Hybrid-Wesen erschafft. Konzentrieren sich „Combichrist“ auch weiterhin auf die effektive Bündelung dieser beiden Welten, so sind ihnen auf künftig Erfolge und Pionierarbeit ganz sicher gewiss.


Informationen:

 

http://www.combichrist.com

https://www.facebook.com/combichrist/

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