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In Extremo - Quid Pro Quo (2016)

25.06.2016

Genre: Metal / Folk / Alternative

 

Release: 24.06.2016

 

Format: CD

 

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

 

Label: Vertigo Berlin (Universal Music)

 

Spielzeit: 53 Minuten

 

Pressetext:

 

Mit dem „Quid Pro Quo“ Album haben In Extremo ihr eigenes Best Of geschrieben und dabei auf sämtliche Trademarks ihrer 20-jährigen Karriere zurückgegriffen. Es gibt puristische Mittelalter-Sounds, harte Riffs und mitreißende Melodien. Insgesamt sind 4 verschiedene Fremdsprachen auf dem Album zu finden (Estnisch, Walisisch, Russisch und Latein) und die Jungs haben mit Hansi Kürsch von Blind Guardian (auf "Roter Stern"), Heaven Shall Burn (bei "Flaschenteufel") und einem original russischen Kosaken-Chor (bei „Roter Stern“ & „Schwarzer Rabe“) auch gleich 3 spannende Gäste auf dem Album dabei. Mit diesem Album unterstreichen In Extremo höchst eindrucksvoll ihren Status als die Mittelalter-Rock-Pioniere Deutschlands. Neben dem Titeltrack „Quid Pro Quo“ stehen mit "Störtebeker" und der ersten Single "Sternhagelvoll" auch gleich 3 veritable Hits auf dem Album. „Es ist vollbracht: Quid Pro Quo ist tatsächlich im Kasten und wir sind voller Vorfreude auf die Zeit, die nun vor uns liegt. Auch wenn es uns anfangs so schien, als wolle jemand „verhindern“, dass wir das Album fertig bekommen (Stichwort „Proberaumbrand“), so hat sich die kleine „Extrarunde“ am Ende doch gelohnt, wie wir finden. Und Ihr dürft wirklich gespannt sein, denn wie der Titel Quid Pro Quo schonandeutet, möchten wir mit diesem besonderen Album Euch – unseren Fans – auch wieder etwas (zurück)geben.“

 

Kritik:
                                                               

„Wir plündern nicht, wir rauben

 

Wir beten nicht, wir glauben

 

Geboren wie ein Gottes Kind

 

                                                                                                   Das Segel schwarz und hart am Wind“

„In Extremo“ sind zurück! Doch Augenblick… War die absolute Speerspitze des nationalen Mittelalter-Rock jemals wirklich so ganz von den Bildflächen und Bühnen dieses Business verschwunden? Mitnichten! Die schier unermessliche Euphorie und gleichsam Energie des spektakulären „20 Wahre Jahre“-Jubiläumsfestivals auf der geschichtsträchtigen Loreley, schwingt auch nach den ausverkauften Feierlichkeiten des vergangenen September noch immer mit und dürfte sowohl der großen Anhängerschaft, als auch der Band selbst in bester Erinnerung geblieben sein. Ebenso das sichere Gefühl in all der langen Zeit nicht nur bloß musiziert, sondern etwas wirklich besonderes und beständiges für die Ewigkeit geschaffen zu haben - nicht zuletzt auch durch die aufwändige Aufzeichnung durch den legendären „WDR Rockpalast“, welcher das Geburtstags-Festival auf der lauschigen Freilichtbühne nahezu komplett live übertrug, auf welchem es die gewohnt abwechslungsreiche Mischung aus altem Tagewerk und neuem Output zu hören gab. Doch scheint eine allzu ausgiebige Rast nicht gerade die größte Stärke der umtriebigen Spielleute zu sein, werkelte man nach dem, von den Fans großteilig zwiespältig aufgenommenem, 2013er-Werk „Kunstraub“ auch bereits fleißig an neuem Material und gab noch Ende letzten Jahres den Release für Mitte 2016 an. „Quid Pro Quo“, was frei aus dem Lateinischen übersetzt für den bekannten Rechtsgrundsatz „geben und nehmen“ steht, heißt das Ergebnis und entert dieser Tage die Ladenregale aller gut sortierten Musikfachgeschäfte. Doch was erwartet den geneigten Hörer wohl dieses Mal, versprachen die Berliner in der letzten Dekade doch immer ein weit gefächertes Spektrum, unterfüttert von historischen Klängen und prägnanten Rock-Elementen? Eine Frage, wie keine andere die eigenen Reihen in den letzten Monaten so sehr beschäftigte. Ein Überblick über das bisher wohl facettenreichste Album dieser Ausnahmeband, irgendwo zwischen stilsicherer Kneipenschlägerei, nachdenklicher Kritik, ausgelassenem Freibeutertum, der beliebten Markt-Verwurzelung und hartem Metal. Warum ihr das neue Album nicht nur genau im Auge behalten, sondern besser noch fraglos mitnehmen solltet und was „In Extremo“ dafür bereit sind zu geben, erfahrt ihr jetzt!

Ähnlich wie in den legendären Anfangstagen, zu unvergessenen Zeiten von „Die Goldene“ oder „Verehrt und Angespien“, leiten die beschwörerisch anmutenden Worte, von Frontmann Michael „Das Letzte Einhorn“ Rhein, unter Trommelschlägen, sowie einer mystisch angehauchten Sackpfeifen-Melodie die neue Scheibe ein und untermauern unverkennbar die lang ersehnte Wiederkehr. Nur wenige Augenblicke später brechen harte Gitarren los und verschmelzen in einem direkten Einklang mit den markanten Dudelsäcken. „Störtebeker“, nennt sich dieser straighte Up-Tempo-Opener nach Maß und thematisiert authentisch das wilde Treiben der gleichnamigen Hamburger Seeräuber-Legende… Natürlich nicht, ohne die gewohnt gekonnte Brücke zu den eigenen Denk- und Lebensweisen zu schlagen und ganz im Sinne bekannter Unabhängigkeits-Hymnen, wie etwa „Zigeunerskat“ oder dem gefeierten „Frei Zu Sein“, einen verdienten Toast auf sich selbst auszusprechen, ohne dabei auch nur ansatzweise an arroganter Selbstbeweihräucherung vorbeizuschrammen. Die ausgelassene Atmosphäre mit ordentlich Punk-Attitüde, peitschendem Riffing und einer leichtfüßig behänden Melodieführung durch die Folk-Fraktion, erheben diesen Song bereits jetzt zu einem weiteren hochwertigen Gassenhauer im bandeigenen Universum. Eisig kalt und doch warmherzig zugleich, präsentiert sich im Folgenden „Roter Stern“, eine raue Ode an wehmütiges Fernweh und eine Liebeserklärung an das oft betourte Russland. Zudem teilt sich Rhein die einzelnen Text-Passagen in den Saiten-lastigen Strophen, mit einem ganz besonderen Gastsänger: „Blind-Guardian“-Kopf Hansi Kürsch, welcher hier gesanglich erstmalig in seiner Muttersprache zu hören ist. Der ruppig-leidenschaftliche Sound, ein eigens engagierter Kosaken Chor und die charmante Hommage an russische Nationalhymne und bekannte Klänge, machen diesen Song zu einer äußerst gelungenen Verbeugung. Stampfendes Drumming, knallende Schellen und dezente Harfen-Nuancen, geben im Anschluss das Startsignal für den heiß ersehnten Titeltrack „Quid Pro Quo“. Ein brodelndes Riff treibt den Song dann immer weiter an und bereitet so den Weg für die folgenden Minuten, voll harscher Kritik am massiven und vor allem egoistischen Konsumverhalten. Trefflich repetitiv gibt Rhein hier die wenig hoffnungsvollen Zeilen wieder und erläutert bis zum mitreißenden Refrain, welcher einem gewaltigen Befreiungsschlag gleichkommt, die vorherrschenden Missstände dieser Gesellschaft. Nur eines von vielen ehrlichen und klaren Statements auf dem aktuellen 2016er-Release, welches sich in diesen Zeiten als umso essenzieller und wichtiger herausstellt, jedoch ohne dabei aufdringlich anklagend zu erscheinen.

 

Doch die nächste Überraschung ist nicht fern und soll nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn schon wenig später schicken die Mannen ihren nächsten Hit-Kandidaten ins Rennen, welcher sich vor allem für die alteingesessenen Liebhaber als echtes Schmankerl erweisen dürfte. „Pikse Palve“ gemahnt respektvoll und zeitgemäß an die Ursprünge und gibt sich ganz im Fahrwasser der eigenen, medievalen Klassiker, wie „Ai Vis Lo Lop“ oder der „Merseburger Zaubersprüche“. Unterstützt durch die rhythmischen Klänge von Cister, Pauken und Tröten, entsteht eine feurige Kreuzung aus Donnergebet und Versatzstücken des Heiducken-Tanz, angereichert mit einem alt-estnischen Text und energetischem Singalong-Wechselspiel. Gegen Ende verbinden sich dann die mächtigen Mittelalter-Trademarks mit der Neuzeit und symbolisieren geschickt die Verquickung aus Alt und Neu, Tradition und Neuzeit, Folk und Rock. Eine ganz besondere Art der Zeitreise, in nur wenigen Minuten aus den damaligen Mittelaltermarkt-Gefilden, direkt auf die großen Bühnen der Neuzeit. Ganz im Hier und Jetzt angekommen hingegen, ist dann die mitreißende Power-Ballade „Lieb Vaterland, Magst Ruhig Sein“, welche sich fraglos nicht nur als tragisch-melodisches Anti-Kriegsstatement ansehen darf, sondern zugleich wohl einer der bisher berührendsten Songs der eigenen Band-Geschichte markiert. Der leidenschaftlichen und doch so zerbrechlichen Melodie der unvergleichlichen Uilleann Pipes, gelingt es nicht nur für eine epochale Stimmung ganz besonderer Güte zu sorgen, sondern transportiert bereits direkt zu Beginn glaubwürdig die herzzerreißende Thematik. Zwischen blindem Gehorsam, falschen Ideologien und fragwürdigem Heldentum, nimmt sich die Band hier den grausamen Machspielen und deren verheerenden Folgen aus der Sicht eines Jugendlichen an, bereit in die Schlacht zu ziehen. Insbesondere der hervorragend in Szene gesetzte Kinder-Chor wirkt alles andere als Fehl am Platz oder verkitscht, stärkt die Atmosphäre anstatt nur ein bloß kalkuliertes Stilmittel zum Zweck zu sein. Der ungemein starke Refrain krönt diesen Song dann in Verbindung mit punktgenauer Instrumentierung, bevor tobende Sirenen in ein wütendes Metal-Gewitter überleiten und den Hörer abrupt, hilf- und aussichtslos in purer Ungewissheit und Aussichtslosigkeit zurücklassen. Linientreu wendet man sich alsdann dem „Flaschenteufel“ zu und spinnt zu orientalisch anmutenden Exoten-Klängen, eine eigens interpretierte Sage mit Schauermärchen-Charakter par excellence. An Stelle traditioneller Elemente, regieren hier harte Sequenzen und dominieren so das raue Klangbild. Zudem genießen Marcus Bischoff und Alexander Dietz von „Heaven Shall Burn“ gegen Ende einen Gast-Part und kleiden den Sound in ein ruppiges Metalcore-Gewand. Was geschieht, wenn ihr euch mit dem Höllenfürsten höchstselbst einlasst? Ihr werdet es erfahren!

 

Wie durch eine düstere, schier undurchdringliche Nebelwand hindurch, zerreißen tief gestimmte Hörner und weit entfernt erklingende Dudelsäcke sodann die Stille und erschaffen das ausladende Intro für das fetzige „Dacw Nghariad“. Doch anstatt dunkler Idylle im Akustik-Gewand, erwartet den Hörer hier ein weiteres Riff-Monster, denn nur einige Augenblicke später reißen Schlagzeug und Gitarre nahezu alles in einen Strudel aus metallischer Heavyness und dreckig-harscher Volkstümlichkeit. Ganz in Erinnerung an Brecher der Marke „Madre Deus“ vom Mammut-Werk „7“ oder „Óskasteinar“ von „Sünder Ohne Zügel“, geht man hier wieder die unvergleichliche Fusion zweier Epochen ein, musikalisch gleichermaßen abwechslungsreich wie ausgeklügelt konzipiert. Ganz stark! Deutlich ruhigere, fast schon verträumte Töne gibt es dann mit „Moonshiner“, dem wohl sanftesten Stück auf „Quid Pro Quo“. Entgegen so mancher Erwartung werden hier keine englischen Lyrics an die Ohren herangetragen, viel mehr beschäftigt sich die durch und durch melodische Nummer mit der Begrifflichkeit der Schwarzbrennerei und mündet auch hier in einem melancholischen Mitsing-Refrain, voller Schön- und Freiheit zugleich. „Glück Auf Erden“ entfaltet sich dann in seiner recht kurzen Spielzeit zu einem weiteren klanglichen Highlight und weiß vor allem durch seinen wahnsinnig einfühlsamen Text und die aufpeitschende Ohrwurm-Melodie zu gefallen. Definitiv einer der stärksten Songs auf der neuen Veröffentlichung, nie klang ehrliches Elternglück schöner - Gänsehaut garantiert! Eine weitere Expedition in internationale Gefilde, erfährt man anschließend mit dem dunklen „Черный ворон (Schwarzer Rabe)“ - einer weiteren Verneigung vor Russland und dazu komplett in der jeweiligen Landessprache gehalten und intoniert. Untermalt wird die Mär über den gefürchteten Schnitter Tod  von passenden Krähenrufen und Chören, bevor die erste Single-Auskopplung „Sternhagelvoll“ das reguläre Album beschließt. Das ausgelassene Trinklied dürfte sich durch seinen unvergleichlichen Tavernen-Charme und spaßigen Text schnell auf Konzerten und Festivals etablieren, das zugehörige Musikvideo in 360-Grad tut sein übriges, zum gemeinsamen Promille-Schunkeln in bester Laune. Als exklusiver Bonus liegen der „Limited Deluxe Edition“ noch drei Bonus-Songs bei, welche sich hören lassen können! Den Anfang macht „Wenn Das Licht Angeht“. Eine lupenrein rockende Nummer mit stark angezogenem Tempo und gelungenen Breaks, welche die herben Enttäuschungen einer zerbrochenen Freundschaft zum Inhalt hat. Rein stilistisch ist der Song am ehesten in die „Sterneneisen“- oder „Kunstraub“-Ära einzuordnen, regieren hier doch klar die Saiten-Instrumente. Ganz im Gegensatz dazu: Das „Palästinalied II“ - eine mehr als nur würdige Fortsetzung zum ersten Part, vom 1998er-Album „Weckt Die Toten!“. Eine völlig neue Melodieführung paart sich hier mit dem altbekannten und beliebten Gesangsmuster des Live-Klassikers und lässt in Erinnerungen schwelgen. Hervorzuheben ist der finale Endpart mit seinen hymnischen Chorälen, welche diesen Titel zu einem epischen Schlusspunkt erheben. Eine rein akustische Version von „Quid Pro Quo“ leitet dann das große Finale ein. Das reduzierte Piano-Gewand mag im direkten Vergleich zum Original zuerst etwas befremdlich anmuten, entfaltet nach mehrmaligem Hören jedoch einen speziellen Charme und lässt eine völlig neue Betrachtung der eigentlichen Headbang-Kandidaten zu.

 

Tracklist:

 

01. Störtebeker

 

02. Roter Stern (feat. Hansi Kürsch)

 

03. Quid Pro Quo

 

04. Pikse Palve

 

05. Lieb Vaterland, Magst Ruhig Sein

 

06. Flaschenteufel (feat. "Heaven Shall Burn")

 

07. Dacw 'Nghariad

 

08. Moonshiner

 

09. Glück Auf Erden

10. Черный ворон (Schwarzer Rabe)

 

11. Sternhagelvoll

 

12. Wenn Das Licht Angeht - (exklusiver Bonus der „Limited Deluxe Edition“)

 

13. Palästinalied II - (exklusiver Bonus der „Limited Deluxe Edition“)

 

14. Quid Pro Quo (Akustik / exklusiver Bonus der "Limited Deluxe Edition")

 

Fazit:

 

Ganz entgegen dem aktuellen Slogan, „Quid Pro Quo“, welcher die Front des neuen Covers ziert, sind die Berliner Mittelalter-Ikonen von „In Extremo“ in absoluter Spendier-Laune und geben mit ihrem neuesten Ableger so einiges an ihre große Anhängerschaft zurück. Die rund drei Jahre Schaffenspause und die intensiven Arbeiten daran, haben sich mehr als nur bezahlt gemacht, wie das ungemein starke Ergebnis nun unter Beweis stellt. Das neue Album bietet von harten Rock- und Metal-Elementen, eigenen Interpretationen bekannter und weniger bekannter Traditionals und namhaften Gästen, bis hin zu spaßigen, interessanten, kritischen und nachdenklichen Texten, eine wahnsinnige Bandbreite für Neu- und Alt-Fans an. Gekonnt geht die Band hier auf die zahlreichen Wünsche der Hörer ein und vollbringt das Kunststück, mit einem Mal sowohl zurück zu den Wurzeln zukehren, als auch gleichsam einen gewaltigen Schritt nach vorne zu machen. Ein ganz besonderer Querschnitt durch 20 Jahre Bandgeschichte, quasi ein ganz eigenes Best-Of, angereichert mit allen Stärken und Tugenden der Vergangenheit und Zukunft. „Quid Pro Quo“ - mit großer Wahrscheinlichkeit eines der stärksten Alben in der Discographie dieses Genres und schon jetzt ein heißer Anwärter auf eines der besten Szene-Alben des Jahres 2016. „Ein Narr, wem’s nicht gefällt…“


Informationen:

http://www.inextremo.de/de/

https://www.facebook.com/officialinextremo/

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