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Eric Fish & Friends - Interview (2016)

12.09.2016

Roggenfaenger: Konzentrieren wir uns zuallererst einmal auf das Äußere. Die harte Schale des innewohnenden weichen Kerns von "Mahlstrom", wenn man so will. Betrachtet man das Cover näher, so fällt einem einerseits nicht nur ins Auge, dass auch dieses Mal die alte Tradition gewahrt und dein Konterfrei darauf abgebildet wurde, auf welchem man dem "Mahlstrom" gewissermaßen direkt Auge in Auge gegenübersteht, auch wirkt das gesamte Artwork in seiner Gesamtheit nun um einiges düsterer als zuvor, fast schon bedrohlich. Zudem präsentiert sich auch das restliche Artwork im Booklet passend dazu als ausschließlich gezeichnet. Was wolltet ihr damit ausdrücken und was genau hat euch zu dem Schritt bewogen, von klassischen Fotografien abzusehen?

 

Eric Fish: Ich möchte feststellen, dass der Eindruck der "Bedrohlichkeit" absolut subjektiv ist! Intensiv, schwarz / weiss - erdig, ja. Versinnbildlichen von Schlichtheit und der Beschränkung auf das Notwendige in Zeiten der omnipräsenten 3D-, HD-Color-Performance. Ich lernte dieses verträumte

malende Mädchen kennen und von der Betrachtung ihrer romantischen Bilder bis zu der Idee, das Cover/Booklet von ihr malen zu lassen, war es nur ein kleiner Schritt.

 

Roggenfaenger: Das Album wird über dein eigenes Label veröffentlicht. Wie gestaltete sich die Herangehensweise an das neue Material in ihrer Gesamtheit und wie verlief die Arbeit im Studio? Habt ihr etwas grundlegend anders gemacht als sonst, gab es dabei irgendwelche Besonderheiten oder gar Schwierigkeiten?

 

Eric Fish: Diese Arbeitsweise ist in der Tat ambivalent. Einerseits bist du Herr deiner Entscheidungen, andererseits fehlt vielleicht ein Korrektiv von außen. Das Gewicht des "Einerseits" wiegt aber schwerer, ganz klar. Ich will ja hier genau das tun, was meinem Kopfe entspringt, ohne Kompromisse. So haben mein Freund Gerit, den ich auch gerne als mein "Alter Ego" bezeichne, und ich, alles genauso gemacht wie schon zuvor. Mit drei Jahren mehr Erfahrung im Hinterkopf.

 

Roggenfaenger: Dazu kommt, dass ihr auf "Mahlstrom" erstmalig auch zwei Neuzugänge im Instrumentarium oder besser gesagt, in eurem Line-Up habt und nun Schlagzeug, sowie Bass in die Songs mit einfließen lasst. Verrate den Lesern doch bitte, wie es zu dieser Entscheidung kam und wer die neuen Musiker sind, wie kamen diese Kooperationen zustande?

 

Eric Fish: Ja, so ist das wenn man dem Schicksal Raum gibt. Die "Mahlstrom"-Songs waren ohnehin schon rhythmischer angelegt als sonst und wenn sich dann solche Könner wie Etienne (Bass, "Cube") und Sebastian (Drums, Ex-"Pothead", Ex-"Knorkator") ohnehin im aktuellen Dunstkreis bewegen und obendrein aus reiner Lust an der Musik, so richtig Input bringen, dann kann man sicher nachvollziehen, dass ich diese Entscheidung so gefällt habe. Und ich liebe es!

 

Roggenfaenger: Bewegen wir uns nun etwas von der Oberfläche weg und wagen uns ein wenig tiefer in den "Mahlstrom" vor, legen unser Hauptaugenmerk also auf das Innerste deines neuen Werks. Wie sah der kreative Prozess aus? Existierte von Beginn an eine Art roter Faden, den es fortan weiterzuspinnen und sich an diesem entlangzuhangeln galt und wie würdest du die übergreifende, grundlegende Thematik des neuen Albums zusammenfassen?

 

Eric Fish: Nein, es gibt weder Konzept noch roten Faden. Es gibt einfach nur Probleme, Ansichten, Beobachtungen, Diskussionen, die sich über die

vergangenen drei Jahre in meinem Hinterkopf angesammelt haben und nun "einfach" manifestiert werden mussten. Ideen, Gedanken müssen zu

passender Musik werden. Dazu helfen uns ungemein einzelne Wochen oder auch nur Tage, zu denen wir uns in menschenleere Gegenden verziehen und einfach nur zusammen musizieren. So geschehen in diesem Jahr im Januar und März auf Rügen und im Oderbruch. Danach war die Platte im Grunde fertig.

 

Roggenfaenger: Auf der neuen Platte einen sich auch dieses Mal wieder ungemein viele ergreifende und berührende Titel, mit unterschiedlichsten Inhalten. Welchen Song darauf würdest du als das absolute Herzstück bezeichnen, dem der gesamte Spirit von "Mahlstrom" innewohnt, quasi Herz und Seele? Und auch wenn es bestimmt nicht leicht zu filtern ist, hast du selbst vielleicht sogar einen Lieblingssong, auf dessen Live-Performance du dich schon ganz besonders freust? Wenn ja, warum?

 

Eric Fish: Das zu beantworten ist so einfach nicht. Es gibt sehr, sehr persönliche Titel, welche ungemein wichtig sind - und auch schön, so glaube ich, MOMENTE sei ein Beispiel dafür, aber auch Songs, die mir fast noch wichtiger sind, weil sie ein globales Gefühl aufnehmen, Menschen an die

Hand nehmen sollen, um sie zum Nachdenken zu bringen. Das ist am Ende der Job eines Liedermachers. Als Beispiel hierfür seien "Kreuzfahrt", "Das Rad" und "Geben Und Nehmen" genannt.

 

Roggenfaenger: Egal ob bei "Subway To Sally" oder deinem Solo-Projekt: Seit jeher attestiere ich dir gerne eine mediterrane Ader. In vielen Songs offenbarst du, sicher nicht zuletzt auch durch deinen Künstlernamen begründet, einen Hang zur See. Woher kommt diese starke Bindung, dieser Bezug? 

 

Eric Fish: Mediterran ist falsch, würde auf Italien, Spanien, Mittelmeer verweisen. Maritim träfe es eher. Keine Ahnung. Ich bin leidenschaftlicher Fischer wenn ich Zeit finde. Andererseits ist es das Wasser in all seinen Erscheinungsformen, welches mich vereinnahmt, immer wieder. Ob See, Ozean, Gebirgsbach oder Wasserfall. Dieses stete Treiben inspiriert mich immer wieder. Die allermeisten Ideen kommen mir am See vor meiner Haustür, oder in Norwegen auf dem Atlantik. Meinem persönlichen Paradies.

 

Roggenfaenger: In vielen deiner Lieder besingst du sowohl die Licht-, als auch Schattenseiten des alltäglichen Lebens. Der aktuelle Titeltrack macht da keine Ausnahme und beschreibt durch punktgenaue Gleichnisse, das nicht immer ungefährliche und oftmals beschwerliche Durchschwimmen der sich entgegenstellender Hindernisse und der Fähigkeit sich trotz dessen treu zu bleiben, ohne dabei an den Klippen zu zerschellen. Wohnen auch dieser Thematik autobiographische Züge inne oder besser gefragt, befandest auch du dich schon einmal im starken Sog des bedrohlichen Mahlstroms?

 

Eric Fish: Es muss ja einen persönlichen Bezug haben, um authentisch zu sein. Ich bin kein Freund der "neuen" Krankheiten wie Depression und Burn Out, würde mir selbst eine solche Diagnose nicht stellen. Dennoch kann ich an den Symptomen nicht vorbei schauen. Die Welt ist derartig im Wandel, dass sie sich sich selbst mit Problemen füttert. Ich glaube, dass der eigene Kopf und das zulassen und Suchen von Hilfe bei Vertrauten der

beste Arzt ist. So halte ich es und so halte ich es aus. Mag sein, dass so mancher verborgene Rat auf dieser Platte von dieser Einstellung

herrührt.

 

Roggenfaenger: Auch wenn es oftmals alles andere als leicht und sicher ein langer und steiniger Weg bis dorthin ist: Wie wird man sein eigener "Herr der Gezeiten", wie kann man die Strömung selbst bestimmen und lenken? Kurzum, wie wird man selbst zum "Mahlstrom" - hast du da einen Ratschlag oder eine Weisheit für die Leser parat?

 

Eric Fish: Die Frage ist im Grunde schon beantwortet. Ich weiß allerdings, dass es sich leicht dahin sagt: "Nimm Dein Herz in die Hand" und so weiter, dazu gehört Selbstvertrauen, dies ist wiederum nicht jedem gegeben, man kann es sich aber erarbeiten. Tue Dinge die Du kannst, hole Dir dort deine Erfolge, lass Dich nicht in den Strudel der Uniformität ziehen.

 

Roggenfaenger: Wie bereits erwähnt, geht ihr noch diesen Monat auf ausgedehnte Tour und habt das neue Album mit im Gepäck. Auf was dürfen sich die Besucher eurer Konzerte denn dieses Mal freuen?

 

Eric Fish: Auf Musik die von Herzen kommt. Auf einen Musiker der Legendenstatus hat, nämlich "Falkenberg" - da bitte ich jeden mal, zu recherchieren wer das ist - der sowohl Support als auch Mitmusiker sein wird. Auf ein Live-Set-Up, welches zum ersten Mal ein Schlagzeug beinhaltet.

 

Roggenfaenger: Erst kürzlich habe ich dich als Moderator auf dem "Feuertal"-Festival in der Walbühne Hardt zu Wuppertal erlebt, dieser Tätigkeit gehst du nun schon einige Jahre mit Leidenschaft und Engagement nach. Woher rührt der große Einsatz für dieses ganz spezielle Festival und warum hältst du es für besonders notwendig, familiäre Events dieser Art, entgegen der Mainstream-Festival-Kultur zu unterstützen?

 

Eric Fish: Der Veranstalter ist ein alter, sehr guter Freund von mir und ich liebe diese "kleinen" Feste, welche die Künstler ganz nahe ans Publikum bringen, welche auch eine sehr viel innigere Atmosphäre produzieren als "W:O:A" oder "Rock Am Ring". Solche Feste, die meistens vom unendlichen Engagement Einzelner leben, müssen erhalten bleiben. All zuo ft sterben sie ob der Konkurrenz der Großen.

 

Roggenfaenger: Du bist viel beschäftigt: Neben "Eric Fish & Friends", "Subway To Sally" und dem gerade erwähnten "Feuertal Festival", bist du gegen Ende des Jahres mit "Excalibur" in ein weiteres Unterfangen involviert. Welche Rolle wirst du in dem Stück übernehmen, wie laufen die Vorbereitungen dazu ab und gibt es derzeit vielleicht noch ganz andere Projekte, an denen du arbeitest?

 

Eric Fish: Zuerst: Ja, es gibt in der Tat weitere Projekte und so muss ich echt aufpassen, dass ich mich nicht verzettele. "Excalibur" ist für mich eine

große Ehre! Mit Musikern wie John Helliwell, Bob Siebenberg, Jessie Siebenberg, Maite Itoiz, Moya Brennan, Maggie Reilly und Martin Barre auf dem Plakat und am Ende auf der Bühne stehen zu dürfen, macht mich stolz. Ich werde ein paar Sprechrollen haben und zwei Songs singen, die ALAN SIMON für mich geschrieben hat. Das ist ne Riesen Show, die Vorbereitungen laufen dezentral ab und münden dann in vier Generalproben kurz vor Tourstart.

 

Roggenfaenger: Vielleicht erinnerst du dich noch an meine abschließende Frage, als wir im März vor dem Konzert in der Christuskirche beisammen saßen. Mit einem Lächeln bezeichnetest du sie als die "berühmte Schluss-Frage" und gabst als Antwort ganz traditionell an, dass die Fans immer "schön neugierig" bleiben sollen, was mir gut im Gedächtnis geblieben ist und einen tollen Interview-Abschluss markiert hat. Was möchtest du dem Leser an dieser Stelle mitgeben, sollte die Neugierde etwa anhalten?

 

Eric Fish: Das wäre schön und ich wünschte, deine interessanten Fragen sowie meine - hoffentlich - aufschlussreichen Antworten tragen dazu bei!

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