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Feuertal Festival - Tag I - Waldbühne Hardt, Wuppertal - 26.08.2016

16.09.2016

Veranstaltungsort:

 

Stadt: Wuppertal, Deutschland

 

Location: Waldbühne Hardt

 

Kapazität: ca. 2.000

 

Stehplätze: Ja

 

Sitzplätze: Ja

 

Homepage: http://www.feuertal-festival.de

 

Einleitung:

 

Es ist Ende August und obwohl der Kalender den nahenden Herbstbeginn verkündet, ist davon nicht viel zu spüren. Außerdem ist es ein ganz regulärer Arbeitstag für mich und auch wenn sich die Woche dem Freitag sei Dank ihrem jähen Ende neigt, bemerke ich davon ebenso wenig. Zwar höre ich das erlösende Geräusch der Stempeluhr deutlich früher als sonst, um wirklich alle aufspielenden Bands noch in Gänze sehen zu können, doch bedeutet dieser Umstand alles andere als Rast und Ruhe für mich. Im Gegenteil, Gas geben und Tempo halten scheint viel eher das aktuelle Motto zu sein, dem es sich zu fügen gilt. Kaum daheim angekommen, werden Arbeitsunterlagen und Alltagskleidung auf schnellstem Wege beiseite geschafft und gegen Kamera und tiefschwarzen Dresscode ausgetauscht, was sich bei den vorherrschenden Temperaturen jedoch nicht unbedingt als die beste Idee herausstellen soll. Wenngleich ich es gerne deutlich verkürzen würde, so steht zu allem Überfluss noch eine umfangreiche Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zwischen den musikalischen Hochgenüssen und mir. Es nützt alles nichts und so geht es wieder direkt durch die Haustür hinaus und hinein in Bus und Bahn. Ein kleiner Zwischenstopp lässt sich am Hauptbahnhof Essen einlegen, dann sitze ich auch schon im Zug nach Wuppertal. Obgleich nun ein Großteil des eigentlichen Weges geschafft ist und kein Gedanke mehr an ein lästiges Umsteigen verschwendet werden muss, erwartet mich nun die Längste der zurückzulegenden Strecken. Etwa vierzig Minuten später erreiche ich mein Ziel und irre erstmal ein wenig umher, der Wuppertaler Hauptbahnhof gleicht seit gefühlten Jahren einer einzigen Baustelle. Nach einigen Orientierungsproblemen erreiche ich den Ausgang und steuere direkt auf eine der glücklicherweise zahlreich vertretenen Taxen zu und steige ein. Die Fahrt zur Waldbühne Hardt verläuft einmal quer durch die wunderschöne Innenstadt, am zentralen Neptunbrunnen vorbei und schließlich in eine steile Seitenstraße. Wir halten neben einer kleinen Kirche, ich bedanke mich und steige aus. Die ersten Schwarzgewandeten laufen mir direkt entgegen und ich weiß, ich bin richtig. Ich steige die wenigen Stufen auf eine nahe Anhöhe hinauf und folge den zielstrebigen Gästen unter einer steinernen Brücke hindurch...

 

Freitag, 26.08.2016 - Feuertal Festival Tag 1:

 

Dahinter ist auch schon unverkennbar ein weißes Zeltdach zu erkennen, hier muss es die Abendkasse und Pressepässe zur Abholung geben. Eine kurze Erkundigung bei einer der freundlichen Security-Damen später, lege ich meinen Ausweis vor und werde problemlos auf der Liste gefunden, sowie abgehakt. Mit den Worten „Viel Spaß!“, erhalte ich meinen Pass für den ersten Festival-Tag, hefte ihn mir an und betrete das Gelände. Hier bin ich nun also. Erstmalig in der lauschigen Waldbühne, inmitten der Hardt-Anlagen. Würde ich es nicht besser wissen, so würde ich nicht annehmen, hier ein lautes Rock- und Folk-Festival vorfinden zu können. Doch der Schein trübt. Noch ist ein bisschen Zeit und ich beginne in alter Tradition damit, das recht übersichtliche Gelände zu erkunden. Direkt am Eingang findet sich ein großer Merchandising-Stand, mit zahlreichen Fan-Artikeln der heutigen Formationen, an welchem sich schon die ersten Neugierigen drängen. Dahinter finden sich ausreichend Sanitäranlagen. Zur anderen Seite hin wird sich abwechslungsreich um das leibliche Wohl gekümmert: Neben wohltuend kühlem Eis, klassischer Rostbratwurst und Getränken, werden Feinschmecker allen voran auf dem beschaulichen, aber detailverliebten Mittelaltermarkt fündig, auf welchem es unter anderem vielseitig gefüllte Teigtaschen zu erstehen gibt. Schon jetzt zu Anfang fallen insbesondere die mehr als humanen Preise auf, die für jeden Geldbeutel etwas bieten und sich wohl im günstigsten Segment bewegen, welches ich auf derartigen Veranstaltungen bis dato erleben durfte. Vor allem im Hinblick auf die erbarmungslose Hitze und die somit notwendigen Erfrischungen, ist dies besonders lobenswert hervorzuheben. Ich erstehe ein frisch gezapftes Bier und eile zur Bühne, von der nun plötzlich eine mir bestens bekannte Stimme erklingt. Das Festival hat begonnen. Wuppertal lodert, steht ab jetzt für ganze zwei Tage in Flammen und wird somit zum einzigartigen „Feuertal“. Ich bin gespannt…

 

Mainstage, 14.00 Uhr - "Delva":

 

Es ist kein geringerer als "Subway To Sally"-Frontmann Eric Fish, welcher erneut als leidenschaftlicher Moderator fungiert und die Besucher des "Feuertal"-Festival auch in diesem Jahr wieder herzlich begrüßt. Noch sind die Plätze direkt vor der Bühne, als auch auf den Rängen jedoch überschaubar besucht. Die unerbittlichen Temperaturen verschonen an diesem Tag nämlich selbst Waldbühne nicht und zwingen die Besucher scharenweise zurück zum Getränkestand oder dem ein oder anderen schattigen Plätzchen. Schade, denn traditionell eröffnet der Charakterkopf mit der markanten Stimme das Event ganz charmant auf seine ganz eigene Weise und gibt zunächst die Festival-Hymne zum Besten, bevor er mit "Delva" den ersten Act des noch jungen Nachmittages ankündigt. Schon wenig später entern Frontfrau Johanna Krins, mit welcher Fish jüngst ein Duett für sein Solo-Album "Mahlstrom", welches am heutigen Tage erscheint, aufnahm, sowie Geigerin Judith Krins und Michael Löwe die Bretter. Der sanfte Akustik-Folk des Trios kommt bei den verbliebenen Zuschauern bestens an und erntet auch ob der frühen Spielzeit großen Zuspruch. Die romantischen Klänge zeugen schon direkt zu Anfang von der großen Virtuosität und Spielfreude der Münchner, bereichern und tragen die glasklare, zerbrechliche Stimme der begabten Sängerin durch jede einzelne Strophe. Insbesondere dunkelschöne Titel wie etwa "Im Nebel" wissen voll und ganz zu gefallen und kommen vor der idyllischen Kulisse stark zur Geltung. Viele der Anwesenden scheinen in diesen Momenten schon dem Alltag entflohen zu sein, sitzen in aufmerksamer und entspannter Manier auf den steinernen Stufen oder ruhen liegend auf den Grünflächen. Man kennt sich, grüßt sich, verweilt gemeinsam und tauscht sich aus. Schon jetzt schwebt eine familiäre Atmosphäre über dem Gelände, wie es so manche gesichtlose Massenveranstaltung nie erreichen könnte. Der Beifall nach dem Auftritt fällt mehr als solide aus und lässt die Band glücklich auf eine zufriedene Menge blicken. Ein wunderbarer Einstieg in ein stimmiges Wochenende, welches somit gerade eben seinem Anfang gefunden hat und eine Band, von der man künftig hoffentlich mehr sehen und vor allem hören wird.

 

Mainstage, 15.12 Uhr - "Spielbann":

 

Nach einer verhältnismäßig kurzen Umbaupause, schart dann auch direkt schon die nächste Band hinter der Bühne mit den Hufen, die erheblich gestiegene Besucheranzahl zu bespielen. Auch wenn die Sonne noch immer keinen Deut gemindert auf den Platz herabbrennt, verdichten sich im direkten Vergleich zur vorherigen Stunde die Reihen doch merklich. Kein Wunder, naht doch der Auftritt der Gothic-Rockband "Spielbann", die mittlerweile dem Newcomer-Status deutlich entschlüpft sind und demnach einiges an Publikum anziehen. Die Saarbrückener um die beiden Frontstimmen Seb Storm und Nic Frost machten sich zuletzt im Vorprogramm von Szene-Koryphäe "ASP" einen Namen und vermochten es, mit ihrem düsteren Sound sicher den ein oder anderen Fan dazuzugewinnen. Diesem Vorhaben schickt man sich auch jetzt wieder an und ist nach Leibeskräften bemüht, mit der Mischung aus pathetischen Lyrics, unheilvoll stampfendem Rock und einigen Mittelalter-Elementen zu überzeugen. Der Auftritt kommt als grundsolide daher und Songs wie etwa das eingängige "Feuerteufel" wissen zu gefallen und für etwas Bewegung zu sorgen, dennoch lässt sich das große Vorbild zu keiner Sekunde wirklich leugnen. Genau dort liegt auch die größte Schwäche von "Spielbann". Während die bereits eingefleischten Fans und Kenner die Zeit mit den Musikern genießen, steht ein Groß der Zuschauer dem Auftritt eher skeptisch gegenüber und verlässt den Schauplatz alsbald Richtung Mittelaltermarkt. Die teilweise dezent aufgesetzt und abgedroschen wirkenden Ansagen aus dem Standard-Repertoire, tragen zusammen mit einigen mittelmäßig interessanten Titeln und einem schlecht ausgesteuerten Ton ihren Teil dazu bei. Am Ende bleibt immerhin ein recht engagierter Auftritt, aber auch die klare Erkenntnis, dass selbst die werbewirksamsten Putsch-Versuche bei mangelnder Eigenständigkeit nichts nützen und hier noch einiges an Arbeit nötig ist, um aus dem überlagernden Schatten des großen Idols hervortreten zu können.

 

Mainstage, 16.38 Uhr - "Unzucht":

 

Deutlich mehr Erfahrung haben da die vier Hamelner von "Unzucht", die in den letzten Jahren durch zahlreiche Support- und Festivalaktivitäten, als auch die konstant hohe Qualität ihrer Veröffentlichungen aufgefallen und somit immer wieder ein gern gesehener Gast beim breiten Publikum ist. So auch in Wuppertal. Verbrachten viele Gäste ihren Aufenthalt während der vorherigen Shows noch mit anderweitigen Aktivitäten auf dem Gelände, sodass viele Plätze unbesetzt blieben, drängt man sich nun dicht an dicht vor der Bühne. Schon während das Intro erklingt, kündigt sich ein wahrer Begeisterungssturm an und wer es bis jetzt noch nicht bemerkt haben sollte, merkt es spätestens jetzt: Die Massen sind endlich aufgetaut, die Feuer sind entfacht! Somit haben die sympathischen Dark-Rocker von Anfang an leichtes Spiel und stürmen sogleich mit dem rasanten "Unendlich" voran. Songs wie das flehende "Seelenblind" oder der Über-Hit "Deine Zeit Läuft Ab" führen weiter durch das vielseitige Set, doch haben die Unzüchtigen auch Neues  im Gepäck. "Kettenhund" heißt die donnernde Metal-Walze vom neuen Album "Neuntöter" und dürfte einigen schon von der kürzlich vergangenen "Voll Kraft Voraus"-Tour der Band "Eisbrecher" bekannt sein, welche die Formation um Sänger Daniel Schulz jüngst begleitete. Deutlich aggressiver als noch bei den vorherigen Nummern geht man hier zu Werke und lässt Drum-Maschine Toby Fuhrmann sein Können ausspielen, Daniel De Clerq hingegen übt sich an verzerrten Scream- und Growl-Passagen. Etwas Ruhe bringt dann anschließend das melancholische "Nur Die Ewigkeit", bevor man die Menge vor der Bühne wieder zu Höchstleistungen motiviert und sich des Crowdsurfing bedient, was aufgrund der eigentümlichen Bauweise des kleinen Amphitheaters beinahe schiefgeht. Zwischendrin treibt Moderator Fish Schabernack und sorgt bei Fans und Band für spaßige Verwirrung, indem er sich offenbar unangekündigt direkt in einen Song einklinkt, um dann einige Zeilen zum Besten zu geben. Man kennt und neckt sich. Eine Zugabe gibt es dann noch ganz klassisch mit "Engel Der Vernichtung", dann verabschiedet man sich vom jubelnden Wuppertaler Publikum. Wie gewohnt ein professioneller Auftritt mit durchgängiger Spielfreude, der an diesem Nachmittag ganz sicher so gut wie niemanden enttäuscht zurücklässt.

 

Mainstage, 18.24 Uhr - "Faun":

 

Als nächstes stehen medievale Klänge der Extraklasse auf dem Program. Und wer wäre dazu mehr berufen, als die beliebten Pagan-Folker von "Faun"? Der Beifall fällt ebenso herzlich wie laut aus, als die Münchner die fantasievoll ausgestaltete Bühne betreten und sich sogleich an die Arbeit machen. An vorderster Front positionieren sich wie gehabt Fiona Rüggeberg, Katja Mooslehner und Oliver S. Tyr und nehmen ihre Plätze an den mit Ranken verzierten Mikrofonstativen ein. Im Hintergrund sorgen Niel Mietra am Mischpult und Percussionist Rüdiger Maul hingegen für die tanzbaren Rhythmen von "Walpurgisnacht" und weiteren bekannten Titeln. Eine kleine Kostprobe des aktuellen Albums "Midgard" hat man ebenfalls im Gepäck und verleitet mit "Alba II" zum träumen, mit dem beschwingten "Federkleid" hingegen zum tanze. Die Stimmung lässt sich während der schnelleren Songs als gelöst und befreit beschreiben, doch greifen die Mystiker neben einigen Instrumental-Versionen größtenteils auf ihre ruhigeren Stücke und Balladen, wie etwa das von Stephan Groth interpretierte "Blaue Stunde", zurück, die zwar höchstemotional dargeboten werden, die eben erwähnte Ausgelassenheit aber deutlich trüben. Besonders die Anhänger der zuvor aufgetretenen Bands, wissen offenbar mit dem Großteil der sphärisch schwingenden Nummern nur wenig anzufangen und räumen geschlossen das Feld. Ein wenig schade, da sich die fünf Musiker wirklich alle Mühe geben und sichtlich Freude bei ihrem Tun haben. So verklingt mit "Wenn Wir Uns Wiedersehen" ein hingebungsvolles Konzert vor ganz besonderer Kulisse, welche die den Texten innewohnende Naturverbundenheit bestmöglich unterstreicht und allen Anwesenden wohl noch sehr lange in guter Erinnerung bleiben wird.

 

Mainstage, 20.20 Uhr - "ASP":

 

Bevor der heutige Headliner die, im wahrsten Sinne des Wortes, feurige Atmosphäre der Waldbühne atmen darf, tritt ein letztes Mal an diesem Abend Moderator Eric Fish mit einer Gitarre im Anschlag ins Scheinwerferlicht. Begeistert lässt er den ersten Tag nochmals Revue passieren und stimmt im Anschluss die "Feuertal"-Hymne in einer stimmigen Akustik-Version an. Schon nach wenigen Sekunden erklingt der eingängige Refrain aus allen Kehlen, man liegt sich in den Armen und zeigt sich Kollektiv bereit, diesen heißen, doch nicht minder schönen Sommerabend würdig zu zelebrieren. Mit sichtlicher Vorfreude kündigt Fish den Hauptact an und verlässt seinen Platz. Die umfangreichen Umbauarbeiten sind abgeschlossen und die allgegenwärtige Spannung scheint zum greifen nah, nicht zuletzt, da für das heutige Konzert einige Besonderheiten angekündigt wurden. Genau das fällt dem geneigten Fan schon direkt zu Beginn auf, als unüblich früh die Klänge von "Krabat" durch die Reihen hallen und mächtig Applaus ernten. Dieser wird erst noch lauter, als Ally Storch mit ihrer Geige ins Zentrum aller Aufmerksamkeit tritt und ein Medley der beliebtesten Hits in die Nachtluft zaubert, während Schlagzeuger Stefan Günther-Martens, Bassist Andreas "Tossi" Gross, sowie die beiden Gitarristen Sören Jordan und Lutz Demmler im Hintergrund ihre zugewiesenen Plätze einnehmen. Seinen kunstvollen Ledermantel auf den Schultern, schreitet nun auch der Zeremonienmeister höchstselbst zum vorderen Bühnenrand und die Menge schreit laut auf, als es sodann "Werben" heißt. Unbändig wirbelt der hünenhafte Frontmann umher, fordert immer wieder die Stimme des Publikums ein.

  

Die Stimmung seitens Fans und band scheint schon jetzt ihren Siedepunkt erreicht zu haben, denn das hier wahre Freunde gemeinsam musizieren und den größten Spaß dabei haben, merkt man sofort. "Feuertal, seid ihr müde? Wollt ihr Musik?", begrüßt Alexander "Asp" Spreng die Wuppertaler Zuschauerschaft. Natürlich will jeder Einzelne Musik, niemand ist hier auch nur im Ansatz müde und wer es bis jetzt gewesen sein sollte, ist es spätestens ab dem technoiden "Kokon" nicht mehr. Die Ersten beginnen damit, euphorisch auf der Stelle zu springen, zu tanzen und mitzusingen und hören auch bei "Astoria Verfallen" nicht damit auf, das den musikalischen Einstieg in den schaurigen Zweiteiler ebenso wie "Souvenir, Souvenir" bereitet. Der Beifall mischt sich mit übermütigen "Ausziehen!"-Zurufen seitens des Innenraums, welche mehr und mehr anschwellen. "Ich glaube, das machen wir lieber, wenn Ally nochmal da ist.", scherzt der Sänger und ermutigt an dieser Stelle zu den beliebten "Eeyoh"-Chören. Nach einem kleinen Sangeswettbewerb zwischen Frontmann und Fans, geht man direkt zu "Wechselbalg" vom Album "Fremd" über, bedient aber glücklicherweise auch Liebhaber älteren Materials und ruft mit dem raren "Lykanthropie" den Wolfsmenschen auf den Plan. Bei Titeln wie diesen kommt das intensive Spiel mit Gestik und Mimik des schwarzen Schmetterlings besonders gut zur Geltung, wo auch das tragische "Und Wir Tanzten" von profitiert. "Wie ihr vielleicht merkt, haben wir heute auf sämtlichen Schnickschnack verzichtet. Dafür haben wir aber einige andere Überraschungen für euch parat!", verrät der Frankfurter geheimnisvoll und zielt damit auf die fehlende Pyrotechnik der Open-Air-Shows ab. Um das Ausbleiben der heißen Feuerstöße will an diesem Abend aber niemand so recht traurig sein, wenngleich diese die ASP'schen Festivalgigs auch immens bereichern und jedes Mal wieder ein echtes Highlight darstellen. Eine der angekündigten Besonderheiten gibt es schon jetzt und so tritt "Spielbann"-Stimme Nic Frost zur Band, um das ergreifende "Schneefall In Der Hölle" darzubieten. Wer dieses "Duett" mochte, wird den gleichnamigen Folgetitel lieben und so gesellt sich nun auch noch Seb Storm dazu, das "Minnelied der Incubi" dreistimmig zu gestalten. Die Melodie dazu liefert selbstverständlich ein weiteres Mal Ally und so entsteht ein schwarzbunter Reigen auf den Brettern, die für dieses Wochenende die Welt bedeuten. Ein gewitztes Wortspiel später gibt es mit "Das Kollektiv" und "OdeM" brandneues Material vom aktuellen Album "Verfallen Teil 2: Fassaden" auf die Ohren. Als die Rufe mit der obszönen Forderung noch immer nicht nachlassen wollen, reißt sich Spreng kurzerhand die Stulpen von den Armen und wirft sie in den Zuschauerraum. Eine schöne Geste! "Wisst ihr, als wir vor ein paar Jahren schon einmal hier gespielt haben, hat es in Strömen gegossen... Jetzt fühlt man sich hier fast wie auf einem Grill. Was ist euch eigentlich lieber? Ich finde beides gleich schön. Weil ihr da seid!", schmeichelt Asp und fordert zu wohlbekannten Trommelrhythmen die Hände der Gäste. "Macht Lärm für Eric Fish!", heißt es und diesem Wunsch kommen alle nur zu gerne nach. Gemeinsam besingen die beiden Szene-Urgesteine mit "Zaubererbruder" den Pakt unzertrennlicher Freundschaft, nur um sich anschließend ein eifriges Duell zu liefern: Was ist lauter - "Eeyoh" oder "Der Schrei", die Publikumsanimation von "Subway To Sally"? Man einigt sich brüderlich auf ein Unentschieden und verabschiedet Fish unter schallenden Begeisterungsstürmen, die Szene-Hymne "Schwarzes Blut" beschließt das reguläre Set. Doch Wuppertal hat noch lange nicht genug und lässt es die Band durch ein lautes "Wir wollen brennen!" wissen. Die gewünschte Zugabe soll es wenig später mit "Umrissmann" geben. Der letzte Song naht, doch zuvor lobt der Frontmann das Publikum noch einmal und betont, wie wichtig die Unterstützung von Veranstaltungen wie eben dem "Feuertal Festival" doch ist. Bejahende Zustimmung allerorts. Mit dem Hit "Ich Will Brennen" und zahlreichen Singalong-Passagen entlassen "ASP" die von der Hitze ausgelaugte, doch überglückliche Menge in die Nacht. "Was für ein Rausch, was für ein Wahn...".

 

Setlist:

 

01. Intro

02. Werben

03. Kokon

04. Astoria Verfallen

05. Souvenir, Souvenir

06. Wechselbalg

07. Lykanthropie

08. Und Wir Tanzten

09. Schneefall In Der Hölle feat. Nic Frost

10. Das Kollektiv

11. OdeM

12. Zaubererbruder feat. Eric Fish

13. Schwarzes Blut

14. Umrissmann

15. Ich Will Brennen

 

Auch ich mache mich nun so langsam Richtung Hauptbahnhof auf, um noch eine Bahn in die Heimat zu bekommen. Es war ein langer, anstrengender und auch schöner Tag, doch die Kräfte für die nächste Runde wollen endlich aufgetankt werden. Bevor ich dies allerdings tue, steuere ich noch den Getränkestand an und kühle mich sogleich mit zwei Bechern innerhalb kürzester Zeit ab. Nach all der unbändigen Hitze tut das natürlich besonders gut und viele der Besucher haben sichtlich den selben Einfall gehabt. Kein Wunder. „Der Mann dahinten brennt ja!“, höre ich plötzlich jemanden rufen und blicke mich irritiert um. Tatsächlich. Zum Glück handelt es sich um keinen Unfall, viel mehr versetzt die dargebotene Einlage in Staunen. Vor dem Bühne auf dem Mittelaltermarkt ist nun noch eine kleine Feuershow zu sehen, um welche sich schon bald eine Traube bildet. In deren Zentrum steht ein junger Mann mit einem lodernden Helm auf dem Kopf, immer wieder schwingt er eine lichterlohe Peitsche, dreht sich um die eigene Achse und lässt sie auf den Boden niedersausen. Beachtlich und unterhaltsam. Einen kurzen Besuch am Merchandising-Stand von „ASP“ später, verlasse ich den Park mit vielen anderen Gästen. Sowohl müde, als auch vorfreudig fällt mein Zustand auf der Rückfahrt aus und doch falle ich einige Zeit später in mein Bett. Der zweite Tag kann kommen, ich bin bereit!

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