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And One - "Best Of & Neue Songs"-Tour - Stahlwerk, Düsseldorf - 22.10.2016

06.11.2016

Veranstaltungsort:

 

Stadt: Düsseldorf, Deutschland

 

Location: Stahlwerk

 

Kapazität: ca. 1.500

 

Stehplätze: Ja

 

Sitzplätze: Nein

 

Homepage: http://www.stahlwerk.de

 

Einleitung:

 

Ich weiß nicht so recht warum, aber aus irgendwelchen, mir gänzlich unbekannten Gründen, endet es immer fast ein bisschen in einer Katastrophe, wenn ich in einen Zug Richtung Rheinland steige. Ehrlicherweise muss ich nach einigen Jahren des Pendelns zugeben, dass sich generell relativ häufig diverse Reisen, welche man sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzutreten traut, in eingangs erwähntes Chaos wandeln. Vielleicht auch, weil eine Koordination so vieler verschiedener Menschen, in so vielen verschiedenen Städten fast unmöglich, weil unberechenbar erscheint. Etwas Unvorhergesehenes kann immer mal eintreten und meistens genau dann, wenn man es überhaupt nicht gebrauchen kann. Erleichtert über den Fakt, die Linie zu der geplanten Zeit erhascht zu haben, suche ich mir einen ruhigen Fensterplatz und höre Musik. Das geht so lange gut, bis wir in Duisburg eintreffen und eine Durchsage erklingt, welche den Fahrgästen verkündet, dass sich „die Weiterfahrt um wenige Minuten verzögert“. Immer wieder werfe ich einen nervösen Blick auf Armbanduhr und Handy. Mit dem Voranschreiten des Zeigers, sinkt die Laune. Kurz vor Düsseldorf dann ein weiterer Stopp, dieses Mal wegen umfangreichen Gleisarbeiten. Mit erheblicher Verspätung treffen wir am Hauptbahnhof ein. Hier gilt es jetzt, durch die schier endlosen Reihen an Reisenden zu navigieren und irgendwie schnellstmöglich hinauszufinden. Am Hinterausgang habe ich zumindest schon mal kein Glück: Alle hier stationierten Taxen sind besetzt und die Anzahl der Wartenden spricht nicht gerade für einen schnellen Erfolg. Also zurück durch das Menschenmeer, hinein in die Eingangshalle und von dort aus mit der Straßenbahn weiter.

 

Trotz der Umstände liege ich noch gut in der Zeit und so steige ich nur unwesentlich später vor den Toren der heutigen Venue aus. Von dort aus geht es dann zum Haupteingang - Fehlanzeige! Also wieder einmal um den halben Komplex herum, am Tourbus vorbei und dem freundlichen Security-Mitarbeiter meine Berechtigung gezeigt. Dieser gibt mein Eintreffen dann via Walkie-Talkie an die entsprechende Zuständige weiter, von welcher ich im Folgenden dann auch sogleich durch den Backstage-Eingang ins Innere des Stahlwerks gebracht werde und meinen Pass erhalte. Die Jungs von „Beyond Obesession“, die einmal mehr den Support-Slot bekleiden und heute ihr kürzlich veröffentlichtes Album "Moments Of Truth" vorstellen, habe ich natürlich großteilig verpasst. Also hänge ich meinen Mantel an der Garderobe auf, treffe und begrüße einige bekannte Gesichter, werfe einen kurzen Blick auf das reichhaltige Buffet und öffne das erste Kaltgetränk des Abends. Bereits einige Gespräche später, begebe ich mich vor die Bühne und suche mir einen guten Platz auf der linken Seite aus. Ich verschaffe mir einen kurzen Überblick und muss feststellen, dass es erheblich voll in der Halle geworden ist. Definitiv schon vorab ein großer Pluspunkt und Indikator, für eine möglichst gute Stimmung. Langsam setzt Erleichterung bei mir ein. Es ist doch noch geschafft!

 

„And One“:

 

Eine seltsame Ruhe legt sich über das Innere des Stahlwerks und verweilt dort. Es ist einer dieser besonderen Momente voller Spannung, wie es ihn nur kurz vor dem Beginn eines Konzertes gibt und er nur durch die gemeinsame Erwartung und Vorfreude von Band und Publikum gleichermaßen koexistieren kann. Die Besucher, welche gerade eben noch an der frischen Luft verweilten, sich schnell ein finales Getränk an der Bar holten oder ein T-Shirt am Merchandising-Stand erwarben, sind jetzt wieder da, stehen dicht an dicht und haben den aufmerksamen Blick fest nach vorn gerichtet. Einige Crew-Mitglieder nehmen noch letzte Vorbereitungen vor, justieren hier und da etwas nach, stecken das Mikrofon in die dafür vorgesehene Halterung am Stativ und befestigen die Setlist am vorderen Rand. Man hört vereinzelte Fans tuscheln, ansonsten ist nichts zu hören. Es soll die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm, die "Stille vor dem Ton"  sein. Nur noch ein paar Minuten trennen das Düsseldorfer Publikum und das Quartett aus der Hauptstadt jetzt noch vom Auftritt. Pünktlich um 20 Uhr ist es dann soweit und die Lichtquellen in der Halle und über den Brettern erlischen mit einem Mal. Tiefe Blautöne erhellen das Dunkel und gewähren der wartenden Menge einen klaren Blick auf das imposante Geschehen: Die komplette Bühne und die sich darauf befindlichen Instrumente sind in kühlem Weiß gehalten. Zur linken und rechten Seite befindet sich jeweils eine große Säule mit verschiedenen Scheinwerfern, welche die drei Podeste mit Keyboards, Synthesizern und dem Drum-Set einrahmen. Im Hintergrund prangt wie in blanken Stein gemeißelt das bekannte Logo der Band, der Hammermann. Unter pulsierenden Klängen nehmen die drei Musiker Nico Wieditz, Rick Schah und Joke Jay ihre Plätze ein, wenig später folgt unter großen Jubelstürmen Sänger Steve Naghavi aus dem Hintergrund. Direkt zu Beginn erklingen die ersten Takte einer echten Hymne: "Für". Genüsslich wartet der quirlige Frontmann den Beifall ab, lenkt die euphorischen Reaktionen, fast einem Dirigenten gleich, bewusst und von Anfang an in die richtigen Bahnen. Langsam steigt er die Stufen der Erhöhung hinunter, befeuert mit nur wenigen Gesten umgehend zu mehr Bewegung und setzt schließlich zu einer seiner berühmten Pirouetten an. Vom ersten Moment an hat er das Publikum fest im Griff, zieht die Rheinstadt sofort in den einzigartigen, ureigenen Bann und Mix aus Partystimmung, Melancholie, Gemeinschaftsgefühl, sowie verspielten Albernheiten. Es besteht nicht der kleinste Zweifel daran, dass hier wahrlich hohe Professionalität und absolute Expertise vorherrschen. Das spüren vermutlich alle der Anwesenden am ganzen Körper.

 

Kein Wunder, können "And One" doch mittlerweile auf eine mehr als 20 Jahre andauernde Karriere zurückblicken. Der gelöste Applaus ist bahnbrechend, doch soll keine einzige Minute verschenkt werden. "Guten Abend, mein Name ist Peter Spilles!", witzelt Naghavi in Anspielung auf die langjährigen Kollegen von "Project Pitchfork" und gibt die unter Fans beliebte Cover-Version ihres Club-Dauerbrenners "Timekiller" zum Besten. Die Stimmung scheint bereits jetzt auf dem Siedepunkt, immerhin ist das Stahlwerk fast bis auf die letzten Meter gefüllt. Das hypnotische "Schwarz" bringt mit seinem düsteren Touch etwas Ruhe in die Reihen und verleitet zu ekstatischen Tänzen, mit dem EBM-Brecher "Panzermensch" und dem oldschooligen Hit "Metalhammer", bricht man jedoch nur allzu schnell wieder mit diesem Prinzip. Ungewöhnlich früh baut die Band ihre Klassiker in das Set ein. Niemand weiß, was als nächstes kommt, jedes Konzert ist völlig anders. Erlaubt ist, was gefällt und so sollen noch einige Überraschungen folgen. Es gibt keinen festen Ablauf, keine durchchoreografierten Schritte, keine immer gleiche Setlist und keine umgarnenden Heucheleien. Im Gegenteil: Erst jetzt setzt der Mastermind auf seine ganz eigene Art zur Begrüßung an und parodiert dabei mit aalglatt und mit geschwollener Stimme die typische Publikumsinteraktionen, was für einige Lacher sorgt. Gerade in Augenblicken wie diesen wird das hohe Potential und der schiere Unterhaltungsfaktor der Live-Shows ersichtlich. Naghavi ist nicht nur Musiker, er ist auch und vor allem Entertainer. Durch und durch. "Wir sind wieder zuhause!", heißt es nur noch und dann geht es auch schon weiter mit dem bluesigen "Back Home" vom 2012er-Album "S.T.O.P.", das in seiner überarbeiteten Fassung seit 2014 deutlich druckvoller daherkommt. Mit dem poppigen "Shining Star" und den beiden "Bodypop"-Singles "Military Fashion Show" und "Traumfrau" hält man das angezogene Tempo. Doch auch neuerem Material ist man verständlicherweise zugewandt und kredenzt mit "Love Me" einen Titel vom letzten Longplayer "Magnet", dem Hauptwerk der vor zwei Jahren veröffentlichten 3-CD-Box "Trilogie I". Die klanglichen Anleihen an große Vorbilder wie etwa "Depeche Mode" werden wie seit jeher gar nicht erst verheimlicht. Viel mehr ist dieser Vibe eine Hommage an die ureigenen Helden und Inspirationsquellen vergangener Tage. "And One" sind damals wie heute keine bloße Kopie, eher Kinder der 80er mit ihren dort beheimateten musikalischen Wurzeln, vor allem aber auch selbst Fans. Wahrscheinlich ist es genau das, was sie so sympathisch, einnehmend und authentisch macht. Das krachige "Seven" zieht dann wieder alle Register, bevor mit  der emotionalen Power-Ballade "Krieger" ein weiterer, ganz großer Song folgt. Wie verbunden sich die vier Berliner ihren Idolen fühlen, zeigen sie auch hier wieder ganz deutlich, geht die Nummer im Mittelteil doch in "Sweet Dreams (Are Made Of This)" von "Eurythmics über, bevor es in den finalen Refrain übergeht. Alle singen begeistert mit, doch das scheint dem Fronter noch lange nicht zu genügen: "Schalten wir noch einen Gang höher!", fordert er bei "Get You Closer" und natürlich, wie sollte es auch anders sein, geht die Menge sofort hörig mit. Danach überlässt er diese Schlagzeuger Joke Jay, der einen der im Vorfeld angekündigten, neuen Songs vorbereitet hat. Dieser trägt den klangvollen Titel "The Most Of The Tears" und wird Teil der "Joker" sein, einem der Alben der 2017 erscheinenden "Trilogie II". Jay positioniert sich mit dem Stativ und legt eine mehr als nur überzeugende Darbietung hin. Immer wieder weichen die anfangs noch sanften Töne dröhnenden Donnerschlägen, durchbrechen konventionellen Grenzen und hieven das atmosphärische Liedgut in ungeahnte Höhen. Der dramatische Refrain krönt die energiegeladene Nummer fortan zu einem der absoluten Highlights des Abends und zieht verdienten Applaus nach sich. Besonders charmant: Die gesamte Spielzeit über hält der Bandkopf sich komplett zurück und agiert erst gegen Ende dezent vom hinteren Teil der Bühne aus, um gesangliche Unterstützung zu leisten oder Düsseldorf zum mitmachen zu animieren. Das alles jedoch, ohne sich dabei selbst in den Vordergrund zu spielen. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Anhängerschaft gebührt ihm danach jedoch wieder ganz allein, als ein Horn das Quasi-Liebeslied "Unter Meiner Uniform" ankündigt. Es soll eines der wenigen Male an diesem Abend sein, bei denen Naghavi einen ganz Song über fast schon andächtig still auf einem einzigen Punkt verharrt, die gedimmten Lichtquellen tragen ihren Teil zu diesem ergreifenden Ruhepol bei. Überhaupt erweist sich die diesjährige Lightshow ein weiteres Mal als eine der absoluten Stärken im Hause "And One". Kräftige Töne und zuckende Scheinwerfer-Kegel dominieren, sind stets passend auf das Geschehen abgestimmt und harmonieren bestens mit der Farbgebung des durch und durch stimmigen Designs, welches sich klar als eines der spektakulärsten der letzten Jahre erweist. Mit schlichten, aber dafür umso intelligenter platzierten Elementen, generiert man atemberaubende Effekte. Weiterhin wird zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein sogenannter Verfolger-Spot eingesetzt, der dem Publikum zu einer klaren Sicht auf die Künstler selbst verhilft, nachdem diese insbesondere bei den Konzerten der vorherigen Tour manches Mal nahezu verwehrt blieb.

 

Stilistisch äußerst passend zum heimlichen Titeltrack der "Magnet", gibt es danach noch einmal unveröffentlichtes Material der kommenden "Trilogie II" zu hören. Ein tiefes Grollen fungiert als Einleitung, ehe dieses in eine deutlich gesetztere, dezent dunkelromantische, melancholische Atmosphäre übergeht. Immer wieder flammen kurzzeitig spitze Synths auf und verleihen dem Neuzugang, genannt "Dein Mann", eine sonderbar bedrohliche und somit völlig konträr zur Thematik gesetzte Note, die in ihren Zügen etwa an "Dein Duft" vom Meisterwerk "I.S.T." gemahnt. Inhaltlich bewegt man sich hier dicht zwischen tiefer Wehmut, Hoffnung und Sehnsucht. Eine echte Liebeserklärung! Eine solche gibt es auch im Folgenden wieder, dieses Mal aber an Fans und das eigene Projekt gleichermaßen: "Keiner Fühlt's Wie Wir", einem der Schlüsselsongs der "Magnet", der zu Krisenzeiten und der damit bevorstehenden Trennung entstand und eine Art intimes Zwiegespräch zwischen Naghavi und seinem Schaffen, seinem gesamten Lebenswerk repräsentiert. Binnen kürzester Zeit etablierte sich der Titel durch seinen hohen Authentizitätsgehalt nicht nur zu einem klaren Live-Favoriten, sondern wurde um Motto eines neu entfachten Spirits, einem gemeinsamen Credo oder kurz, der kollektiven Bewegung und Lebenseinstellung "And One". Ein unzertrennbares Band, welches die Fans weltweit für diese eine Sache brennen und leben lässt, ohne ein gesprochenes Wort verbindet und Fremde zu Freunden werden lässt. Ganz nebenbei wird auch so der Zusatz der kommenden DVD "New Live" lauten, die das Beste aus vier Berliner Konzerten der Jahre 2012-2016 beinhalten soll, inklusive der spektakulären Show im Tempodrom. Bei "Speicherbar" findet sich das Stahlwerk dann in einem wogenden Meer aus Armen wieder, dann gebührt alle Aufmerksamkeit wieder Joke Jay und dem groovigen, ebenfalls noch unveröffentlichten "Black Fashion". Der verpoppte Mid-Tempo weiß durch Eingängigkeit und so manchen Break zu überzeugen und schon bald sieht sich der sympathische Drummer vor einer tanzenden Masse wieder. Diese und auch sich selbst, bezeichnet die Band auch gern als "Black Generation", eine eingeschworene Einheit. Der Übergang hätte nicht besser gewählt sein können, es bleibt also schwarz.

 

So auch beim EBM-Überhit "Deutschmaschine", der wohl jedem der Versammelten bestens bekannt ist und mindestens derart kräftig abgefeiert wird, wie im Folgenden "Take Some More". Bei "Second Voice" wird Düsseldorf dann nochmal alles abverlangt: In klassischer Manier ermahnt Naghavi die Besucher dabei erst immer wieder zur Ruhe und hat sowohl sichtlich Mühe dabei, den tobenden Mob im Zaum, als auch selbst still zu halten. "Spart euch eure Energie!", grinst er schelmisch. Wohl wartend auf einen ganz bestimmten Zeitpunkt, an dem es alle Kräfte zu bündeln gilt. "3, 2, 1... Jetzt ist Party!", brüllt der Frontmann plötzlich in sein Mikrofon und diesen Befehl nehmen jetzt wirklich alle ernst. Der gesamte Raum vor der Bühne reißt auf Kommando die Hände in die Luft, springt im Takt, singt jede Zeile mit. Ein beeindruckender Ausnahmezustand! „So, keine Lust mehr. Ich habe jetzt gerade die ganze Zeit für euch getanzt… Singt ihr doch mal was für uns!“, tönt der typische Naghav’sche Humor anschließend von den Brettern. Nichts leichter als das und schon wenig später stimmt Jay gemeinsam mit dem Publikum den „Bläck Fööss“-Schlager „Mer losse d'r Dom en Kölle“ an, wodurch sich der quirlige Ex-Wahlkölner gleich zu einer Umfrage berufen fühlt. Nachdem ermittelt wurde, ob der Großteil der heute Anwesenden denn nun aus Düsseldorf, Köln, Bonn, dem Westen oder Osten stammt, geht es mit „Driving With My Darling“ in die nächste Runde und auch der gefeierte Publikumsliebling „Sometimes“ darf auf keinem der Konzerte fehlen. Der fulminante Abschluss des regulären Sets obliegt Tastengenie Nico Wieditz, mit dem herzergreifenden „Somebody’s Song“ von der „Achtung 80!“. Mehr und mehr baut sich dieses Meisterstück in seiner melodischen Gesamtheit auf, die Stimmung im Stahlwerk tut es der hochemotionalen Ballade gleich, in dessen dramaturgischem Endpart sich alle in den Armen liegen und Abschied nehmen. Besser hätte man die „Trilogie II Megashow“ nicht beschließen können. Doch wer „And One“ kennt, weiß, dass das noch lange nicht alles gewesen ist. Im Gegenteil: Das Quartett scheint erst jetzt so richtig warmgelaufen und setzt zum erneuten Schlag an. Ein verzerrter Widerhall leitet die Kampfansage „An Alle Krieger“ ein, zu welcher sich die einzelnen Bandmitglieder wieder auf ihren angestammten Plätzen einfinden und immer wieder die neuartige Tradition des „Scream“-Rufs gepflegt wird. Spätestens im Refrain befinden sich alle Arme in der Luft und bewegen sich rhythmisch im Takt. Ebenfalls wieder im Set befindet sich das ehemals provozierende, wie polarisierende „Steine Sind Steine“, ein Bonus-Track der „Frontfeuer“-EP, der in all den Jahren nichts von seiner Beliebtheit und Aktualität eingebüßt hat. Zum letzten Mal gehört das Publikum dann nochmals dem Percussionist und dem freudig erwarteten „High“.

 

Wie auch die vorangegangenen Titel ein echter Garant für Stimmung am Siedepunkt und ganz großes Gefühlskino. Das unverzichtbare „Techno Man“ und „Shouts Of Joy“, das bereits nach vergleichsweise wenigen Jahren einen nicht minder hohen Kult-Status genießt, sorgen sodann für einen schweißtreibenden, wie krönenden und wohl akzentuierten Schlussteil. Man soll gehen wenn es am Schönsten ist und so beweisen „And One“ auf dieser Tournee neben einem Händchen für Inszenierung und Songauswahl, ein ausgeprägtes Gespür für den goldenen Mittelweg zwischen einem „Zu Kurz“ und dem „Genug“. Das mehrmals von einigen Fans lautstark geforderte „Pimmelmann“ bleibt so sehr aus, wie das vom Frontmann vorgeschlagene „Aus Der Traum“. Als humoristisches Finale hält stattdessen „Klaus“ her. Keine schlechte Wahl, wie an der regen Sangesbeteiligung der Düsseldorfer zu hören ist. Nach weit über zwei Stunden verlassen die Vier unter begeistertem Jubel das Schlachtfeld. Absolut verdient und das Ende eines gelungenen Abends! „And One“ spalten seit jeher die Gemüter. Entweder man liebt oder hasst sie. Doch auch der größte Kritiker kann wohl kaum verleugnen, dass die Berliner vor allem live eine überzeugende Kraft entfachen, der man sich nur schwer entziehen kann. Auf den größten Szene-Festivals wird ebenso gefeiert, wie bei den eigenen Club- und Hallenshows. Egal ob Jung oder Alt, Schwarz oder Bunt. Entertainment und Lebensfreude pur, daran hat sich bei dieser Formation in all den Jahren nie etwas geändert. Das aktuelle Bühnenbild kann mit seinem Aufbau und frischen Elementen genauso überzeugen, wie die unverbesserliche und stimmungsvolle Lichttechnik. Der dringend notwendige Spot für den Hauptakteur tut sein Übriges dazu und trägt sicher ein erhebliches Stück zum Gelingen bei. Nichtsdestotrotz lässt sich auch ein Anflug von kritischen Tönen nicht verleugnen: So fällt vor allem die unzureichende Kommunikation in den Wochen vor Tour-Start auf, als das Banner der „Trilogie II Megashow“ kurzerhand und ohne Zusatzinformationen, außer den Verweis auf einen Release 2017, durch „Best Of & Neue Songs“ ersetzt wurde. So glich beispielsweise der Setlist, zu sehr der Auswahl der gespielten Songs der letzten beiden Tourneen. Besonders schade, da wohl kaum eine andere Band ein derart breites Repertoire aufzufahren vermag. Einige unbekanntere, länger oder sogar noch nie performte Nummern wären wünschenswert gewesen, auch wenn diese sich unweigerlich mit dem angekündigten Konzept gebissen hätten. Der Vorgeschmack auf die „Trilogie II“ hingegen, lässt sich wohl als voller Erfolg verbuchen. Das noch unveröffentlichte Material klingt erwachsen, anders, gereift und doch vollkommen unverkennbar nach der Berliner Kultband. Die Spannung in Fankreisen steigt, vielleicht mehr als je zuvor, ob der eingeschlagenen Wege und somit bleibt einmal mehr nur ein vorfreudiges Abwarten auf eine neue Ära. Denn… „Keiner fühlt’s wie wir“!

 

Setlist:

 

01. Für

02. Timekiller

03. Schwarz

04. Panzermensch

05. Metalhammer

06. U-Boot-Krieg in Ost-Berlin

07. Back Home 

08. Shining Star

09. Military Fashion Show

10. Traumfrau

11. Love Me

12. Seven

13. Krieger

14. Get You Closer

15. The Most Of The Tears

16. Unter Meiner Uniform

17. Dein Mann

18. Keiner Fühlt's Wie Wir

19. Speicherbar

20. Black Fashion

21. Black Generation

22. Deutschmaschine

23. Take Some More

24. Second Voice

25. Driving With My Darling

26. Sometimes

27. Somebody's Song

28. An alle Krieger

29. Steine Sind Steine

30. High

31. Techno Man

32. Shouts Of Joy

33. Klaus

 

Impressionen:

 

Torsten Kutschka, "Bong13"

 

http://www.bong13.de/www.bong13.de/Home.html

 

https://www.facebook.com/TorstenKutschka

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