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Stahlmann - Bastard (2017)

02.06.2017

Genre: Rock / Alternative

 

Release: 16.06.2017

 

Format: CD

 

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

 

Label: Afm Records (Soulfood)

 

Spielzeit: 37 Minuten

 

Pressetext:

 

Deutschland tickt wieder silber: am 24. Februar erschien mit „Bastard/Nichts Spricht Wahre Liebe Frei“ der erste Vorbote und Titeltrack zum neuen "Stahlmann"-Album „Bastard“, welcher am 19. Mai über AFM Records/Soulfood Music losgelassen wird.   

 

Die Göttinger mit der spektakulären Bühnen-Optik präsentieren sich darauf gewohnt kompromisslos und dennoch weiterentwickelt. Stoische Gitarren, kalte Elektronik und brachiale Texte machen "Stahlmann" zu einem der konsequentesten und charakterstärksten Vertreter der Neuen Deutschen Härte. Auf ihrem Album-Vorboten „Bastard/Nichts Spricht Wahre Liebe Frei“ zeigt die Band um Frontmann Mart Soer, dass sie jedoch wesentlich mehr kann als das: die Songs bewegen sich schonungslos nah am Leben und fördern eine textliche Härte zutage, die weniger über NDH-typische Sprach-Lautmalerei zustande kommt, als über die ungeschönte Sichtweise der Dinge. „Jeder steht am Ende seines Lebens  vor Gott und muss sich dafür verantworten, was er getan hat“, so Mart Soer. „Tag des jüngsten Gerichts eben, Tag der Abrechnung. Und irgendwann ist nun mal für jeden von uns Schicht.“

 

Bis das soweit ist, sind es die Emotionen, die den Menschen leiten und dafür findet der zweite Song, „Nichts Spricht Wahre Liebe Frei“, eine klare Sprache. Es ist eine dunkle, nachdenklich stimmende Ballade über die Macht und Wirkung von Beziehungen geworden, zu der auch das erste offizielle Video gedreht werden wird.

 

Seit Jahren bahnen sich "Stahlmann" Schritt für Schritt ihren Weg weiter nach oben. Bereits mit ihrem Debüt „Stahlmann“ im Jahr 2010 sorgte die Band für Aufsehen. Schon mit ihrem zweiten Album „Quecksilber“ gelang der Sprung in die Top40 der Albumcharts. Seitdem hat die Band die Industrial-Klänge, treibenden Metal-Rhythmen und die intensive Gothic-Atmosphäre mit einer überraschend ehrlichen Bodenständigkeit und textlichen Tiefe erweitert und somit die Media Control-, sowie Clubcharts 2017 praktisch schon fest gebucht.

 

Kritik:

 

"Ob du mich hasst, ob du mich liebst

 

Ob du jetzt gehst oder mir vergibst

 

Ob du mich verbrennst oder verzeihst

 

Ich werde immer mit dir sein, denn nichts spricht wahre Liebe wirklich frei"

 

Schon lange machten sich in einer der zahlreichen Szene-Abspaltungen keine so erheblichen Ermüdungserscheinungen mehr breit, wie in der sogenannten "Neuen Deutschen Härte". Ihren einst frischen Aufschwung durch die Gründungsväter wie "Die Krupps", "Oomph!" und "Rammstein" erfahren, schickten sich vor allem in den vergangenen Jahren der quälenden Durststrecke immer mehr Newcomer vergeblich an, die hinterlassene Lücke der großen Namen und Legenden zwischenzeitlich zu füllen. Das Ergebnis waren oftmals halbherzige Kopien und das Zelebrieren immer gleicher, schnell zu durchschauender Strickmuster. Aus diesem Pool wusste nur eine kleine Handvoll erlesener Künstler mit klaren Vorstellungen, durchdachten Ideen, viel Kreativität und einem Höchstmaß an Eigenständigkeit hervorzustechen und somit aus der schier erdrückenden Masse des belanglosen Einerleis beachtenswert herauszuragen. Nicht für viele sollte der schnell erreichte Erfolg von langer Dauer sein, ist doch weitaus mehr für den eigenen Klassenerhalt erforderlich, als die mittelmäßig versuchte Rekonstruktion von bereits Bestehendem. Eine dieser Bands, bei denen die nur schwer zu erreichende Differenzierung und der Absprung aus dem Klischee dennoch vorzeigbar gelang, ist das Göttinger Quartett von "Stahlmann". Angeführt von Gründer und Sänger Martin "Mart" Soer verstanden es die Mannen schnell, über den strikt vorgegeben Tellerrand hinauszublicken. Der wohlverdiente Lohn waren zahlreiche, begeisterte Zuschauer auf den größtenteils ausverkauften Konzerten der ausgedehnten "Eiszeit"-Tournee von "Eisbrecher", welche die Gruppe exklusiv mit ihrem selbstbetitelten Debüt supporten durfte. Der spektakuläre Zweitling "Quecksilber" fuhr ebenso bahnbrechende Erfolge ein, wie auch dessen nicht minder gelungene Nachfolger "Adamant" und CO2". Heute sind viele ihrer Songs wie "Tanzmaschine" oder "Schwarz" echte Club-Hits, die von den dunklen Tanzflächen dieser Nation zu Recht kaum mehr wegzudenken sind. Ganze zwei Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung, holen die silbergrauen Herrschaften zum erneuten Rundumschlag aus und lassen dafür ihren "Bastard" auf ihre Hörerschaft los. Mit welchem Ergebnis die erneute Rückkehr in finstere Maschinenwelten versehen werden darf, erfahrt ihr wie immer in der nachfolgenden Rezension.

 

Pulsierende Electro-Salven ertönen aus dem Nichts und zerreißen jäh die friedliche Stille. Überraschend temporeich, fast schon gehetzt, pochen die synthetischen Sequenzen wild aus den Boxen heraus, steigen allmählich an und werden unaufhaltsam immer schneller. Die Gangart dieser klanglichen Einleitung nimmt auch im Folgenden die straffen Zügel in ihre Hand und gibt klar die exakte Marschrichtung für das Kommende vor. Mit dem einsetzenden Gebrüll von Frontmann und Sänger Martin Soer, explodiert das Konstrukt schließlich in eine harsche Mixtur aus einem treibenden Riff und dominierendem Schlagzeug. Kompromisslos und alles andere als zurückhaltend, lassen die Göttinger ihren "Leitwolf" zur großen Eröffnung von seiner verchromten Kette und gehen direkt in attackierende Angriffsposition. Getreu seiner durchaus selbstbewussten und dabei doch in keiner Weise überzogenen Betitelung, kommt der zugrundeliegende Text sofort respekteinflößend und tough daher. Hier dauert es nicht lange, bis auch der Letzte weiß, dass für diese Herren noch lange nicht Schluss ist. Frei von Schnörkel macht man die eigene Position in der allzeit eifrig umkämpften Szene klar, spricht sich unverblümt gegen Kritiker, Neider und Vorwürfe aus. Diese Musiker wissen ganz genau, wer sie sind, wo sie herkommen und wo sie noch überall hinwollen. Die einzelnen Zeilen lassen keinen Zweifel an dieser unüberhörbaren Tatsache: "Stahlmann" sind wieder zurück auf Kurs, holen gestärkt zum mächtigen Angriff aus und dieses Mal wollen sie nichts anderes, als den höchsten Thron... Koste es, was es wolle! Ein gellender, verzerrter Schrei und brodelnde Elektronik kündigen danach "Judas" an. Ein grollendes Riff blitzt kurzzeitig auf, während stampfendes Drumming pointiert voran marschiert. Die Strophen sind hier zunächst in einem gemäßigten Tempo gehalten, bevor der Refrain dieses Schema mit einer deutlich angezogenen Geschwindigkeit durchbricht und sich mit direkten Versen und einer klaren Botschaft in einem zerstörerischen Saiten-Gewitter ergießt. Die Ansage ist so unmissverständlich wie kompromisslos. Ein Song, wie eine kühle Abrechnung mit allen Verrätern und falschen Freunden. Diese Thematik wird sodann gewissermaßen auch durch den sich anschließenden Titeltrack "Bastard" aufgegriffen, welcher einigen Fans bereits durch den vorangegangenen Release als Doppel-Single bekannt sein dürfte. Kommen die einzelnen Parts noch verdächtig ruhig daher, so soll dies doch nur die Ruhe vor dem sprichwörtlichen, bevorstehenden Sturm sein. Die untergründig kochende, zurückgehaltene Wut sickert greifbar durch jedes Wort, unterstützt durch flirrende Versatzstücke. Kurz darauf wüten knallharte Gitarren und disharmonische, schräge Keyboard-Sounds im überzeugenden Refrain. Irgendwann kommt für jeden Einzelnen von uns die endgültige Abrechnung. Vor dem Herrn selbst gibt es zu guter Letzt keinerlei Ausreden und beschönigende Worte für die eigenen Taten und Vergehen mehr. Die Zeit der Verantwortung und Sühne ist reif, der Zahltag rückt immer näher und kommt ganz sicher... Denn früher oder später bekommt jeder genau das, was er verdient. Der zweite, schon vorab bekannte Titel ist "Nichts Spricht Wahre Liebe Frei". Symphonisch und majestätisch, einer ausladenden Ouvertüre gleich, präsentiert sich die cineastisch angehauchte Einleitung. Der allgemeine Aufbau gestaltet sich zunächst behutsam arrangiert und bewusst reduziert, wodurch der Fokus klar auf dem qualvoll gehauchten Gesang liegt. Im Hintergrund perlen sanft leichte Synthies herab, in der Ferne ein gelegentlich nachhallendes Echo, welches die Stimmung der totalen Einsamkeit akustisch konstruiert und durch seine gesamte Spieldauer trägt. Erst sehr viel später kommt dann der melodiöse Einsatz von Streichern hinzu, der das gesamte Konzept in einem übergroßen, epochalen Hauptteil aufgehen lässt. Von seinem dramaturgisch inszenierten Aufbau her, ist dieses Lied im bis dato bekannten Universum der stählernen Fraktion eher untypisch und mutet fast sogar ein wenig wie ein Produkt des gefeierten Seitenprojekts "Sündenklang" an. Durch eine authentische Darbietung, unkonventionelle Instrumentierung und den treffgenauen Text, heben "Stahlmann" diesen Titel klar und erfrischend vom bekannten Klischee-Einerlei der NDH ab. Was bleibt, ist eine abwechslungsreiche, spektakuläre und anspruchsvolle Ballade, mit dem Mut zur großen Geste. Eine ergreifende Geschichte von unerschütterlichem Gefühl und unerfüllten Sehnsüchten, die nachhaltig verdeutlicht, dass die helle Flamme wahrer Emotionen niemals erlischt.

 

Der "Wächter" wandelt hingegen wieder auf gewohnteren Pfaden und prescht sogleich mit einem fordernden Rhythmus-Muster voran. Der Spannungsbogen baut sich mehr und mehr auf, wird immer wieder von einem unheilvollen Klangspiel durchbrochen. Die spätere Hinzunahme der Gitarren kreiert eine zutiefst bedrohliche Atmosphäre, die entrückt anmutenden Textzeilen lassen die Grenzen zwischen aufrichtiger Liebe, Besessenheit und purem Wahnsinn immer weiter fließend verschwimmen. Eine melodische Up-Tempo-Nummer kredenzt die Göttinger Institution ihren Hörern dann schließlich mit "Von Glut Zu Asche". Hier dominiert gleich zu Beginn ein powerndes Riff und setzt in stimmiger Fusion mit Industrial-Einschüben und erhabenen Chören alle Kräfte frei. Insbesondere der eingängige, hymnenhafte Refrain sticht mit seinem Druck und der ermutigenden Phönix-Thematik deutlich heraus. Auferstanden aus den alten Ruinen seiner selbst, wieder geboren und mit gänzlich erstarktem Mut zu neuen Ufern aufstrebend, die Verwirklichung der eigenen Träume fest im Blick. Es ist einer dieser Songs, wie er von den treuen Fans sehnlichst erwartet und herbeigewünscht wird. Volltreffer! Düster und mystisch pflanzt sich danach der "Alptraum" tief in die Gehörgänge ein. Starke, metallische Gitarren-Wände treffen hier auf donnerndes Schlagzeug-Stakkato und verhelfen dem Nachtmahr, sich fest in Herz, Hirn und Seele einzugraben. Langsam und doch beständig, füttert er den hilflosen Empfänger durch seine lüstern intonierten Strophen fortan mit maßlosem Leiden und Schmerz, nährt sich an seiner Angst. Lyrisch steigert sich dieses Manifest in immerzu aggressivere Ausmaße und quält den Betroffenen so lange, bis der rettende Tag beginnt und dieser endlich aufwacht. "Dein Gott" kommt ohne eine große Einleitung aus und geht sofort straight nach ganz vorne. Schnell ist der dunkle Reigen entfacht, dessen Text von zielgenauen Synthie-Spuren und aufflammenden Saiten-Attacken untermauert wird. Tanzbar und angenehm geradlinig, gehen "Stahlmann" im Refrain dann aufs Ganze. Soer singt süffisant aus der Ich-Perspektive und gibt den Allmächtigen anhand diverser Umschreibungen. Klar, dass deftige Kritik an Religion und Kirche nicht fehlen darf, ist diese doch nicht selten für ein Großteil der Bluttaten in Vergangenheit und auch Gegenwart verantwortlich. Fest steht, dass blinder Glaube und der daraus resultierende Fanatismus oft genug Anheizer für Diskussionen, Differenzen und grausame Kriege war, es bleibt ein Geschäft mit der Angst. Wo ist die Grenze zwischen Hingabe und Selbstaufgabe, Aberglaube und absolutem Seelenheil? Trommeln geben den maßgeblichen Takt für "Schwarz Und Weiss" vor, welches sich abermals im gediegenen Tempo bewegt. Auch hier setzen im späteren Verlauf wieder gezielte Streicher ein, entfalten sich impulsiv und gehen im erhabenen Refrain erst vollständig auf. Der weitere Aufbau bleibt mindestens ebenso beeindruckend und ausladend, bietet orchestralen Bombast und erhebt den Song zu einer meisterhaften Rock-Ballade mit emotionalem Höchstmaß. Sehr gelungen. "Supernova" markiert letztlich den pompösen Abschluss des neuen Albums. Helle Keyboard-Klänge legen zunächst den ersten Stein für die prägende Melodie, bevor dann auch die anderen Instrumente einsetzen und thematisch mit der vorangegangenen Nummer abrunden. Dieser stimmungsvolle Hybrid aus alternativem Rock und Gefühl fährt nochmal all das auf, was die bisherigen Tracks ausmachte. Hier vereinen sich einfühlsame Parts mit kernigem Metal, unterstützender Elektronik, emotionaler Attitüde und symphonischer Stärke. Ein krönendes Finale!

 

Tracklist:

 

01. Leitwolf

 

02. Judas

 

03. Bastard

 

04. Nichts Spricht Wahre Liebe Frei

 

05. Wächter

 

06. Von Glut Zu Asche

 

07. Alptraum

 

08. Dein Gott

 

09. Schwarz Und Weiss

 

10. Supernova

 

Fazit:

 

Endlich ist es wieder soweit und die nationale, schwarze Szene färbt sich ein weiteres Mal silbern. Nach weit über zwei Jahren des langen Wartens, dürfen die treuen Fans der erfolgreichen Göttinger wieder aufatmen und neue Klänge in Empfang nehmen. Einen allerersten Vorgeschmack bot bereits das ungleiche Duo aus "Bastard" und "Nichts Spricht Wahre Liebe Frei". Doch das soll erst der vielversprechende Anfang des herannahenden Aufgebots gewesen sein. Entgegen einiger eitler Unkenrufe ist für die stählerne Formation noch lange nicht Schicht und an ein bald bevorstehendes Ende des lang gehegten NDH-Traums zu denken. Ganz im Gegenteil: Im Jahr 2017 zeigt sich die Band um Frontmann und Mastermind Martin Soer deutlich hörbar gereift, an den eigenen Glanztaten der Vergangenheit gewachsen und somit abwechslungsreicher als jemals zuvor. Sichtlich gelöst von der Versteifung auf nur allzu bekömmliche Club-Hits und die ganz schnellen Erfolge, präsentiert man sich erheblich experimentierfreudiger und weniger auf die strengen Regeln des Genres beschränkt. Das Ergebnis ist ein rund zehn Titel umfassendes und dabei durchweg facettenreiches Werk, dessen pure Vielfalt und Nachhaltigkeit sich vor allem über die Zeit zeigt. Klassische Rock-Walzen mit der berühmten Brechstange sind darauf genauso sehr enthalten, wie überraschend sanfte Töne und emotional berührende Balladen, welche das ohnehin schon breite Spektrum erfrischend erweitern. Wer die umtriebigen Mannen von "Stahlmann" und insbesondere Chefdenker Soer mit seiner markanten Stimme kennt, weiß ganz genau, dass sich diese vier Musiker noch nie in eine feste Schublade oder ein beengendes Korsett haben einengen lassen. Die charmanten Tribute an die eigenen Idole waren schon immer genauso offen und unverstellt, wie auch jederzeit eigene Methodiken selbstverständlich in das druckvolle Sound-Gewand aus purer Härte und großen Melodien einzufließen vermochten. Von nichts anderem zeugt der nunmehr fünfte Release, mit welchem man die kunstvolle Balance zwischen ureigenen Wurzeln und neuen Ufern fast schon zu leicht meistert. Somit markiert "Bastard" nämlich genau das, was sich die Anhänger einer Band nur wünschen können: Die traditionelle, unverkennbare Essenz und logische Konsequenz aus dem bisherigen Schaffenszyklus, gelungen mit dem notwendigen Mut zur aktualisierenden Fortbewegung angereichert und damit gänzlich frei von lähmender Stagnation. Das Credo lautet: Zurück zu den Wurzeln und den Blick doch Richtung verheißungsvoller Zukunft!

 

Informationen:

 

http://www.stahlmann.tv

 

https://www.facebook.com/pages/Stahlmann/138756019513864

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