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Casper - "Lang Lebe Der Tod"-Tour - Westfalenhalle, Dortmund - 10.11.2017

22.11.2017

Veranstaltungsort:

 

Stadt: Dortmund, Deutschland
 

Location: Westfalenhalle 1

 

Kapazität: ca. 12.000

 

Stehplätze: Ja

 

Sitzplätze: Ja

 

Homepage: http://www.westfalenhallen.de/

 

Einleitung:

 

Das Display meines Handys zeigt mir beim Entsperren den 10.11.2017, etwa 17.40 Uhr an. Es ist ein verhältnismäßig ruhiger Samstagabend mitten im November, langsam dämmert es schon und auf den Straßen sowie in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist überraschend wenig los, was eine erfreulich stressfreie Anreise ermöglicht. Dieser Zustand währt jedoch nur für kurze Zeit, denn als ich langsam die Treppen an der U-Bahn-Station zu den Westfalenhallen emporsteige, stehe ich nur wenig später plötzlich einer unüberschaubar großen Menge an ebenfalls Wartenden gegenüber. Zahlreiche Fans stehen bereits ab dem Aufgang der U45 in Richtung des Haupteingangs, ein schnelles Durchkommen ist ab hier gar nicht mal so einfach. In einem weißen Zelt vor der Lokalität geben einige Besucher notgedrungen ihre Taschen und Rucksäcke ab, die der kommunizierten Größennorm offenbar nicht entsprechen. Ich gehe daran vorbei, da ich auf der anderen Seite bessere Chancen vermute, um einigermaßen schnell ins warme Innere zu gelangen. Fehlanzeige. Eine lange, scheinbar nicht enden-wollende Schlange zieht sich am gesamten Parkplatz vorbei und endet fast vor Halle 3A, ein beträchtliches Stück Weg. Mir bleibt ganz offensichtlich nichts anderes übrig und so reihe ich mich schließlich geduldig ein. Zum Glück nimmt das gesamte Einlass-Prozedere weit weniger Zeit in Anspruch, als zunächst angenommen und nach einer recht kurzen Kontrolle von Ticket und Tasche stehe ich auch schon im hellen Foyer einer der größten Veranstaltungshallen Deutschlands. Schön wieder hier zu sein, mein letzter Besuch ist immerhin schon einige Monate her und irgendwie mag ich die Venue doch wirklich ganz gern. Im großen Vorraum ist der einzige Merchandising-Stand aufgebaut worden, denn im weiten Rund zwischen den Aufgängen ist kein Weiterer mehr zu finden. Bei einem Aufkommen von rund 12.000 Besuchern in einer so gut wie ausverkauften Halle, sicher nicht die beste Entscheidung, was sich auch sofort in einer stetig wachsenden Menschentraube äußert, mit welcher das kleine Team regelrecht überfordert ist. Immerhin hängen im Eingangsbereich kleine Flyer mit dem sogenannten „Merch Menue“ aus, auf dem alle verfügbaren Artikel verzeichnet sind. Eine wirklich schöne Idee, die man sich bei ähnlichen Großveranstaltungen ebenfalls wünschen würde. Ich verschiebe meinen geplanten Einkauf also erstmal auf später und hole nochmals mein Hardticket hervor, um mich zu vergewissern, wo genau sich mein Platz befindet, doch irgendetwas ist seltsam. Jedem Block wurde ein Buchstabe aus dem Alphabet zugewiesen, auf meiner Karte ist aber lediglich eine Zahl dafür vorgesehen und daneben zwei weitere für Reihe und Sitz. Toll. Obwohl das hier nun wirklich nicht mein erster Besuch in der Westfalenhalle ist, irre ich etwas umher und entdecke schließlich den  rettenden Info-Point, an dem mir erzählt wird, dass genau dieser Teil des Unterrangs durchaus etwas unzureichend ausgeschildert wäre. Mit der Hilfe der freundlichen Mitarbeiter finde ich diesen dann schließlich doch und zwar genau zwischen zwei Imbiss-Countern. Die hinweisende Nummerierung ist lediglich auf der kleinen Doppeltür verzeichnet, die derzeit von einem Getränkewagen versperrt wird. Auf Nachfrage wird dieser jedoch wenig später zur Seite geschoben und ich kann passieren. Zum Glück dauert es jetzt auch überhaupt nicht mehr lange und mithilfe der im Handy integrierten Taschenlampe finde ich meinen Platz recht schnell. Schon bald schaue ich mit einigen anderen Fans gespannt zur Bühne. Es geht los!

 

„Fatoni“:

 

Die Westfalenhalle ist nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt, viele Besucher stehen noch vor den Türen und warten auf Einlass. Trotzdem hält man sich hier exakt an den Zeitplan und lässt den Support eröffnen, der infolgedessen allerdings vor einem halbleeren Haus spielt. Die Kooperation der Location hat in dieser Hinsicht leider schon immer etwas geschwächelt. Davon lässt sich Anton „Fatoni“ Schneider dennoch nicht entmutigen und gibt zusammen mit seinem musikalischen Partner DJ V.Raeter den Einstand zu „Modus“. Die Bühne gleicht mit ihren Aufbauten aus einer Cocktailbar, Stehlampe und Garderobenständer fast einem gemütlichen Wohnzimmer und versprüht, ebenso wie jeder einzelne der wortwitzigen Tracks, ihren ganz eigenen, besonderen Charme. Der Zweiunddreißigjährige präsentiert im Folgenden eine ausgesuchte Mischung aus Songs seines ersten Mixtapes und Albums „Yo, Picasso“, die aktuelle Veröffentlichung „Alles Liebe Nachträglich“ lässt man aufgrund von Fehlen der essenziellen Duett-Partnerin Jasmin „Mine“ Stocker hingegen komplett aus. Durchaus etwas schade, aber dafür funktionieren etwa „Authentizität“ oder das amüsante Tribute an „Mike Skinner“ umso besser. Um sich den Wetteinsatz von fünf Euro einzustreichen, gibt es mit „Lassen Sie Mich Künstler, Ich Bin Durch“ gar eine spaßige Kombination aus Rap und Songwriter-Attitüde, umgeschnallte Akustik-Gitarre inklusive. Das Programm ist durchaus abwechslungsreich, doch so recht will die Verbindung zwischen dem Münchner und Dortmunder Publikum nicht aufkommen, wenn auch an vereinzelten Ecken im Innenraum streckenweise etwas Stimmung aufkommt. An mangelndem Talent oder Engagement liegt das offenkundig nicht, trotzdem scheint die versteifte Fokussierung auf den Hauptact bei vielen Besuchern aber einfach zu groß zu sein. Schade. Gegen Ende holt „Fatoni“ über weite Strecken dann aber doch noch eine klare Steigerung heraus, wer will bei echten Klassikern wie „Kann Nicht Reden, Ich Esse“ oder dem beatlastigen „Gravitationswellen“ auch schon stillstehen? Nach rund vierzig Minuten und dem festen Versprechen, später noch am Merch anzutreffen zu sein, gipfelt das kurze Set im ruhigen „Schlafentzug“ und höflichem Applaus.

 

„Casper“:

 

Die Uhr zeigt jetzt genau 21.51 Uhr. Alle Lichter in der Westfalenhalle sind mittlerweile leicht abgeschwächt worden und auch wenn der nahende Beginn hier bereits für jeden einzelnen Anwesenden spürbar in der Luft liegt, scheint sich die Umbaupause vorerst noch in ihrer finalen Phase zu befinden. Aus den Boxen erklingt derweil das ikonische „Bohemian Rhapsody“ von Legende „Queen“. Ein zeitloser Klassiker der Musikgeschichte, der erfreulicherweise auch von der jüngeren Generation im Publikum erkannt und frenetisch gefeiert wird. Direkt danach gibt es mit dem bekannten Soundtrack-Theme zum Western „The Magnificent Seven“ von Elmer Bernstein ein akustisches Kontrastprogramm. Die große Bühne wird derzeit noch von einem riesigen Vorhang mit dem puristischen Artwork des aktuellen Studioalbums „Lang Lebe Der Tod“, auf welchem sich pechschwarze Stacheldraht-Ranken auf weißem Grund bedrohlich in die Höhen winden, verhüllt. Immer mehr kehrt nun allmählich erwartungsvolle Stille im Publikum ein, die gebündelte Spannung sammelt sich im gesamten Rund und ist jetzt fast zum Greifen nahe. Mit einem Mal wird es plötzlich dunkel und der schwere Stoff fällt in die Tiefe, während tosender Applaus den Saal erfüllt. Zuckendes Stroboskoplicht flackert nervös auf und zerreißt die Finsternis. Erst nur zögerlich, dann immer stärker. Energetisch treibende Rhythmen pulsieren und verleiten die Menge sofort dazu, im Takt zu mitzuklatschen, während die einzelnen Bandmitglieder die Bretter betreten. Nacheinander nehmen Schlagzeuger Timur Salincakli, Bassist Daniel Schröder, Keyboarder Konrad Betcher, sowie die beiden Gitarristen Jan Korbach und Michael Zolkiewicz ihre zugewiesenen Positionen ein und begeben sich an ihre Instrumente. Ein markantes Riff markiert den Startschuss, der Nebel und die Dunkelheit schwinden beständig und geben den Blick auf die gesamte Szenerie frei: Zu den Seiten hängen je zwei Reihen aus langen Balken mit zusätzlichen Scheinwerfern, das übrige Bühnenbild wird von einer imposanten Rampe aus stählernen Gittern bestimmt. Im Hintergrund prangt eine breite LED-Wand, vor welcher sich sukzessive eine unverkennbare Silhouette abzeichnet. Es ist Benjamin „Casper“ Griffey, der nun mit dem Opener „Alles Ist Erleuchtet“ die spektakuläre Show eröffnet. Mit langsamen Schritten steigt er die wuchtige Erhöhung hinunter und nähert sich dem vorderen Bühnenrand, nur um wenig später von der einen zur anderen Seite zu sprinten und die ohnehin schon ausgelassene Stimmung weiter anzuheizen. „Guten Abend, Dortmund!“, ruft Griffey freudig strahlend in die Weiten der riesigen Veranstaltungshalle und sieht sich starken Jubelstürmen entgegen. Spätestens jetzt gibt es kein Halten mehr. So auch beim straighten „Im Ascheregen“, das mit seiner powernden Melodie sofort mitzureißen weiß und sehnsüchtiges Fernweh erweckt. Der Funke benötigt keine einzige Sekunde, um sofort auf die Fans überzuspringen und in ihnen, ebenso wie das besungene Streichholz, dieses einzigartige Feuer zu entfachen.

 

Die Flucht aus dem grauen Alltag hat gerade eben begonnen und ist auch Thema des folgenden „Auf Und Davon“, einem der zahlreichen, mittlerweile nicht mehr wegzudenkenden Hits aus dem erfolgreichen Durchbruchwerk „XOXO“. Für den folgenden Track hat der Bielefelder gar prominente Unterstützung eingeladen: Gemeinsam im Duett mit dem Hamburger Rapper Alan Julian „Ahzumjot“ Asare-Tawiah, präsentiert Cas die aktuelle Single „Lass Sie Gehen“, die eine gekonnte Abrechnung mit allen Zweiflern Hatern und Konkurrenten darstellt. Die positive, freundschaftliche Energie zwischen den beiden Sprachkünstlern stimmt vom ersten Augenblick an und dürfte selbst bis in die hintersten Reihen des Oberrangs zu fühlen sein. Der anschließende Beifall fällt ob des überraschenden Gastauftritts natürlich angemessen hoch aus. Die Zeilen des Refrains, „Ich lieb‘ die Stimmung kurz bevor hier alles hochgeht!“, sind offenbar wortwörtlich zu nehmen. So darf es gerne weitergehen! Pumpende Beats dröhnen durch die fast ausverkaufte Westfalenhalle, dichter Nebel zieht aus den Ecken auf und die Bühne wird bedrohlich in blutrotes Licht eingetaucht. Die unheilvolle Atmosphäre wird von einer jungen Frauenstimme komplettiert, deren dystopische Worte sich jetzt in jedes Hirn einzubrennen scheinen. Ein übergroßer Block mit weiteren, darin verbauten Scheinwerfern wird langsam in die Höhe gezogen. Auf diesem steht Griffey, der mit dem brachialen „Sirenen“ ein wahres Live-Monster entfesselt, während auf der Leinwand lodernde Flammen nach ihm greifen. Kurz vor dem Refrain folgen die Fans der Anweisung und gehen allesamt in die Hocke, um im brutalen Chorus dann im donnernden Takt zu springen. Das satirische „Morgellon“ stimmt anschließend in den düsteren Reigen ein und behandelt augenzwinkernd weltweit kursierende Verschwörungstheorien. „Wer ist denn eigentlich alles hier aus Dortmund?“, erkundigt sich der Fünfunddreißigjährige danach interessiert bei seinem Publikum. Dem lautstarken Feedback nach zu urteilen, sind es offensichtlich so einige Besucher, die heute Abend ein Heimspiel erleben.

 

„Und wer kommt aus Gelsenkirchen?“, scherzt der sympathische Bielefelder. Tatsächlich meldet sich auch hier eine beträchtliche Anzahl zu Wort, was seitens der anwesenden Lokalpatrioten, ob der bestehenden Rivalität zwischen den jeweiligen Fußballvereinen, mit einigen Zurufen moniert wird. „Okay und wer ist alles aus Essen, Bochum oder Duisburg? Haben wir auch Düsseldorfer oder Kölner hier?“. Ja, haben wir. „Das ist ja der Wahnsinn! Kommt auch jemand aus Lemgo?“, witzelt Cas. Möchte man dem tosenden Jubel nun wirklich Glauben schenken, würde wahrscheinlich der halbe Innenraum aus jener Kleinstadt in Ostwestfalen-Lippe angereist sein. „Das dachte ich mir fast! Aber ganz egal, woher ihr kommt, heute Abend sind wir alle zusammen die letzte Gang dieser Stadt!“. Mit dem gleichnamigen Track geht es weiter im Programm, die Mischung aus Indie, Rock und Rap funktioniert damals wie heute insbesondere live auf der Bühne noch immer am besten, das leichtfüßige „Ganz Schön Okay“ schließt sich dem nahtlos an. Der Titelsong des letzten Releases „Hinterland“ birgt entspannte Stimmung und animiert sowohl zu Beginn als auch im Schlussteil zu gemeinsamen Singalongs, bevor das unverzichtbare „So Perfekt“ auch auf den Rängen endgültig von den Sitzen hochreißt. Der ermutigende Song mit authentischer Durchhalte-Attitüde spricht hier wohl jeden an und ist zurecht für den endgültigen Durchbruch des Musikers maßgebend. „Das Grizzly Lied“ ist im Anschluss damit nur eines der vielen weiteren Highlights an diesem Abend, was vor allem der dramaturgisch pointiert eingesetzten Beleuchtung zu verdanken ist. Vor den flirrenden Flutlichtern des heruntergelassenen Lichtquaders performt Griffey ohne sichtbare Unterstützung der restlichen Band das Mantra seines Vaters, steht nur zusammen mit dem anrührenden Text im alleinigen Fokus und ist dabei doch nur als schemenhafter Schatten wahrzunehmen. Ein ebenso ergreifender Moment, wie auch das tragische „Michael X“, welches den Suizid eines guten Freundes verarbeitet und wohl die emotionalsten Minuten einer jeden „Casper“-Show bietet. Selten waren hochgehaltene Feuerzeuge und andächtiges Schweigen auf einem Konzert authentischer. 

 

Leise Synthie-Sequenzen perlen durch die Dunkelheit und verhallen nur wenige Sekunden später wieder in einem schallenden Echo. Die meisten Fans erahnen anhand der mystischen Klänge schon jetzt, welcher Song in Kürze folgen wird und sollen Recht behalten. Die Spannung ist allgegenwärtig und als endlich die Gitarrenfront wie eine gewaltige Lawine losbricht, wird hier allen klar: „Der Druck Steigt (Die Vergessenen Pt. 1)“! Passend dazu wirft der riesige Lichtwürfel weit gestreckte Strahlen zu den Seiten aus, die fortan einem wild blitzenden Kreuz im undurchdringlichen Nebelsturm gleichen. Während die Musiker den Track instrumental erweitern, sucht sich der Sänger mithilfe einiger Sicherheitskräfte seinen Weg durch die wogende Menge, um am Ende seiner Reise auf der kleinen B-Stage vor dem Mischpult anzugelangen. Im zuckenden Flackerlicht fordert Griffey das Publikum zu „Blut Sehen (Die Vergessenen Pt. 2)“ weiterhin und bietet in echter Hip-Hop-Manier eine reduzierte Oldschool-Performance. Dazu gehören ebenso sehr das schweißtreibende Kendrick Lamar Cover „Backseat Freestyle“, wie auch der unverzichtbare Klassiker „Mittelfinger Hoch“, dessen zweite Hälfte er, zurück von seinem Bad in der Menge, wieder auf der Hauptbühne zum Besten gibt und Dortmund zu einem klaren Zeichen gegen Rassismus auffordert. So erheben sich nun tausende Fäuste gegen Nazis und die AfD, alle machen ausnahmslos mit. Eine wichtige Message, die in diesen Zeiten nicht oft genug weitergetragen werden kann. Das punkige „Wo Die Wilden Maden Graben“ greift den musikalischen Faden auf und heizt immer weiter an, bevor das energiegeladene Set mit „Meine Kündigung“ seinen wohlverdienten Ruhepol findet. Hunderte Fans strecken ihre Handys und Feuerzeuge in die Luft, um die gesamte Halle zu dieser emotionalen Akustik-Ballade zu illuminieren. Ein atemberaubender Augenblick. „Lang Lebe Der Tod“ ist nicht allein nur der Titel des aktuellen Albums, sondern auch Namensgeber dieser Tournee. Wenig verwunderlich also, dass die kräftigen Beat-Salven des düsteren Epos gleich zu Anfang frenetisch gefeiert werden. Spotlights kreisen durch den Innenraum, gebündelte Lichtkegel stechen meterweit in die Höhe und suchen die Ränge ab. Eine derart gelungen abgestimmte Installation sieht man nicht alle Tag, ganz große Kunst! Unter den eindringlichen, von Christian „Blixa“ Bargeld gesprochenen Zeilen aus dem Off, steigt der Bielefelder langsam wieder die breite Rampe hinauf und hält kurz vor der Videoleinwand inne, bis die darauf visualisierte Kerze schließlich erlischt und sich fortan ein Schleier aus Dunkelheit und schallendem Applaus über die gesamte Halle legt.

 

Natürlich fordern die Fans schon wenig später eine Zugabe und sollen bald erhört werden, denn für das powernde „Keine Angst“ kehren Cas und seine Band auf die Bretter zurück. Auch hier hat man sich eine ganz besondere Überraschung für das zahlreich erschienene Publikum einfallen lassen, denn im mitreißenden Refrain schreitet plötzlich Max „Drangsal“ Gruber die Gitter hinab, um dem Song seine spezielle Note zu verleihen. Doch da geht noch mehr: Das exotische „Jambalaya“ sprengt mit seiner druckvollen Mixtur aus Beats, Bläsern und Chören die restlichen Ketten der Hemmung endgültig auf und verwandelt die gesamte Westfalenhalle in ein einziges Meer aus bombastischer Stimmung. Im Innenraum und auf den Rängen wird noch einmal richtig gefeiert und spätestens jetzt kein Zweifel mehr daran gelassen, dass es immer einen Weg aus dem viel zitierten Hundeleben gibt. „Flackern, Flimmern“ bildet abschließend das hochemotionale Finale, nach welchem sich die gesamte Band am vorderen Bühnenrand zum Abschied versammelt. „Vielen, vielen lieben Dank! Oh, da ist ein sehr altes „Hin Zur Sonne“-Shirt, das habe ich ja schon Jahre nicht mehr gesehen. Hallo, schön, dass du da bist!“, bedankt sich Benjamin Griffey sichtlich erschöpft, doch freudestrahlend beim Dortmunder Publikum und deutet anschließend mit seinem Finger in die Menge, als er einen seiner langjährigen Fans inmitten dieser entdeckt. „Das ist heute Abend wirklich ein Traum, der wahr geworden ist. Ich habe mit ganz, ganz kleinen Jams angefangen und heute Abend stehen wir hier zusammen mit guten Freunden auf der Bühne, mit guten Freunden hinter der Bühne... Da oben irgendwo steht meine Mutter, die sieht sich das Ganze an. Es bedeutet mir wirklich wahnsinnig viel, dass wir hier ein Konzert machen und hier so viele Leute herkommen, die die Texte kennen und uns so eine Euphorie entgegenbringen. Ich weiß, das ist nicht selbstverständlich. Das bedeutet mir sehr viel, vielen lieben Dank! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder und dass ihr genauso viel Spaß hattet, wie wir. Für uns war es ein inneres Blumenpflücken, bis zum nächsten Mal. Ihr und wir waren zusammen Dortmund, Westfalenhalle, „Lang Lebe Der Tod“-Tour 2017! Vielen lieben Dank, auf Wiedersehen, Dankeschön!“. Somit bleibt im Kontext der aktuellen Schaffensphase eigentlich nur noch zu sagen: Lang lebe Dortmund - Lang lebe "Casper"!

 

Setlist:

 

01. Intro

02. Alles Ist Erleuchtet

03. Im Ascheregen

04. Auf Und Davon

05. Lass Sie Gehen feat. „Ahzumjot“

06. Sirenen

07. Morgellon

08. Die Letzte Gang Der Stadt

09. Ganz Schön Okay

10. Hinterland

11. So Perfekt

12. Das Grizzly Lied

13. Michael X

14. Der Druck Steigt (Die Vergessenen Pt. 1)

15. Blut Sehen (Die Vergessenen Pt. 2)

16. Backseat Freestyle (Kendrick Lamar Cover)

17. Mittelfinger Hoch

18. Wo Die Wilden Maden Graben

19. Meine Kündigung

20. Lang Lebe Der Tod

21. Keine Angst feat. „Drangsal“

22. Jambalaya

23. Flackern, Flimmern

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