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Front Line Assembly - Ritual Aesthetic - Any Second (2018)

04.08.2018

 

Front Line Assembly - Warmech (2018)

 

Genre: Electro / Alternative

 

Release: 22.06.2018

 

Format: CD

 

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

 

Label: Artoffact Records

 

Spielzeit: 73 Minuten

 

Fazit:

 

„We rule with technology!“, hieß es einst schlachtrufartig im Song „Colombian Necktie“ und sollte sich fortan tatsächlich zu einem Quasi-Motto für die Folgezeit dieser Band entwickeln. Um wen geht es hier eigentlich genau? „Front Line Assembly“ ist ein 1986 in Vancouver bei Kanada gestartetes Projekt, welches sich fest dem EBM und Post-Industrial verschrieben hat und sich in den nunmehr über dreißig Jahren zu einer Ikone des Genres aufgeschwungen hat. Gegründet durch Michael Balch und Bill Leeb, der ehemals unter dem Pseudonym „Wilhelm Schroeder“ bei „Skinny Puppy“ Synthesizer und Bass spielte, dienten schon früh Bands wie „DAF“ oder „Portion Control“ als einflussreiche Inspirationsquelle. In 1986 erschien das Debüt „The Initial Command“, zeitgleich wurde das Nebenprojekt „Delerium“ ins Leben gerufen. Es folgten „State Of Mind“, das als absoluter Meilenstein gilt, die Mini-Alben „Corrosion“ und „Disorder“ unter Third Mind Records, „Gashed Senses & Crossfire“, nach dessen Release Balch ausstieg, sowie „Caustic Grip“ und „Tactical Neural Implant“. Ab dem 1994 erschienenen „Millennium“ ergänzte die Band ihr markantes Klangspektrum erstmals zusätzlich um harte E-Gitarren, was den bis heute bekannten Cross-Over-Sound maßgeblich revolutionierte. Kein Wunder, dass die Kollaboration mit „Die Krupps“ für „Remix Wars“ da klanglich wie die eiserne Faust aufs Auge passte. Ab 1998 folgten weiterhin zahlreiche, personelle Neubesetzungen, welche sich sodann auf „FLAvour Of The Weak“ mit einem verstärkten Fokus auf Electronica bemerkbar machten. Die zu jener Zeit ebenfalls bereits ausgestiegenen Rhys Fulber und Chris Peterson kehrten daraufhin zurück: Wieder vereint und kreativ stark aufgeladen, veröffentlichte man somit 2006 „Artifical Soldier“ und „Fallout“, gefolgt von einer groß angelegten Welttournee durch verschiedene Länder. Die letzten Lebenszeichen erfolgten dann zuletzt 2013 mit „Echogenetic“ und dem zugehörigen Pendant „Echoes“, doch nun lassen „FLA“, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden, endlich wieder von sich hören! Zusammen mit Jared Slingerland und Jason Bazinet entstand „Warmech“, welches am 22.06.2018 erscheint, unter erschwerten Bedingungen und tragischen Zwischenfällen...

 

Nein, das aktuelle Studioalbum stand fürwahr unter keinem allzu guten Stern: Jeremy Inkel, seines Zeichens eines der wohl wichtigsten Mitglieder in der gesamten Bandgeschichte, das die musikalische Entwicklung immer wieder maßgeblich prägte, hatte seinen Weg zu „Front Line Assembly“ erst jüngst wiedergefunden, verstarb jedoch überraschend im Januar diesen Jahres. Dennoch wohnt seine stilistische Mitarbeit dem aktuellen Material merklich inne, was einerseits als vollwertiges Studioalbum zu sehen ist, andererseits aber auch, wie das nicht ganz zufällig titelverwandte „Airmech“ aus 2012, gleichzeitig als Soundtrack für das gleichnamige Strategiespiel von Carbon Games fungiert. Nun gibt es also neue Kost aus dem Hause der Kanadier, dieses Mal allerdings wieder rein instrumental. Schon das eröffnende „Mechvirus“ weist dabei harsche Dubstep-Elemente auf und schlägt mit seinen dezent future-poppig verspielten, melodiösen Reminiszenzen sicher nicht unbewusst eine geistige Brücke zu „Delerium“ und vereint sich über die rund sechs Minuten Spielzeit hinweg mit einer brachialen Schlagseite und düsteren Rythmen im steten Wechsel, was wenig überraschend schlüssig aufgeht. Hier einen speziellen Titel aus dem logisch zusammenhängenden, großen Ganzen herauszugreifen, wäre ob einer möglichst umfassenden Beschreibung vermutlich nur wenig effektiv oder gar sinnvoll. Dafür ist das gebotene Stück Musik schlicht zu umfang- und vor allem facettenreich, auch wenn jedes Stück einzeln überzeugend für sich allein stehen kann und bestens funktioniert. Von mal finsterem, dann wieder melancholisch angehauchtem oder einfach epischem Ambient bei „Anthropod“, „The Imminent“, „The Eminent“ und „Rip Sensor“, über aggressiven Industrial und kantigen EBM mit „Meteorfall“, „Mechanism“ oder „Heatmap“, bis hin zu wütend scheppernden Aggrotech-Rhythmen bei „Earthriser“ und retro-futuristischem Trance in „Force Carrier“ und dem bedrohlich anmutigen „Molotov“, ist ohne jeden Zweifel so gut wie alles vertreten. Als sich zum Ende dann noch der „Creator“ majestätisch aus dem Nichts erhebt und so das Schicksal der Menschheit hörbar mächtig im Sound-Gewitter besiegelt, dürfte jedem Hörer klar sein, dass das ganz großes Kino für die Ohren ist. Auf diese Art und Weise kommen gefühlt im Sekundentakt zutiefst atmosphärische Klangcollagen und intensiv nachwirkende Soundlandschaften zustande, die teilweise zwar sehr experimentell ausfallen, doch die Balance zwischen charmant-oldschool geübten Handgriffen und der Moderne auf angemessener Höhe der Zeit mit scheinbarer Leichtigkeit halten können. Das alles vor dem thematisch auferlegten Hintergrund auf Endzeit getrimmter Zukunftsvisionen, welche nicht selten den Geist von „Mad Max“ atmen und auf ähnlich apokalyptisch beladenen Science-Fiktion-Pfaden fußen, die sich nur zu gerne im bildlichen Verfall der Zivilisation suhlen und klanglich doch sehr gefallen. Willkommen in einer völlig neuen Welt, die mit jedem Hören aus konzeptioneller Motivation und szenetypischen Fragmenten entsteht... Lasst die Maschinen sprechen!

 

Informationen:

 

https://myspace.com/thefrontlineassembly

 

https://www.facebook.com/frontlineassembly/

 

Ritual Aesthetic - Wound Garden (2018)

 

Genre: Metal / Alternative

 

Release: 27.07.2018

 

Format: CD

 

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

 

Label: Cleopatra Records

 

Spielzeit: 37 Minuten

 

Fazit:

 

Öfter mal etwas Neues? Kein Problem: „Ritual Aesthetic“ ist die in Denver gegründete Band des bekannten „Dawn Of Ashes“-Musikers Sean „von Helvete“ Ragan. Einst als reines Solo-Projekt gestartet, schloss er sich dazu schnell mit Daniel Combs, Grant „Ghul“ Nachbur und Jeremy Portz zusammen. Entgegen erwähnter Hauptformation aus Los Angeles, ist der Sound des zweiten Tätigkeitsfeldes eher als ambitionierte Mischung aus harschen Metal-Gitarren, scharfkantigem Industrial, tanzbaren Rhythmen, strengem EBM und düster experimenteller Noise-Note zu bezeichnen, die über weite Strecken klare Anleihen zu „Skinny Puppy“ offenbart. Anfang des Jahres 2013 begann man dann damit, vorerst einzelne Songs über die Social Media-Kanäle, wie etwa „SoundCloud“ zu veröffentlichen, die allesamt überwiegend positives Feedback der Hörer zum Ergebnis hatten. Davon ermutigt unterschrieb Ragan schließlich einen Vertrag bei Juggernaut Services, woraufhin im April 2014 das Debütalbum „Decollect“ veröffentlicht und zu einem wahren Überraschungserfolg wurde, welcher auf sämtlichen Bestenlisten stets weit oben angesiedelt war. Durch zahlreiche Konzerte, unter anderem mit „Front Line Assembly“, „Revolting Cocks“, „My Life With The Thrill“ oder „Kill Kult“, spielte man sich schnell aus dem schwarzen Szene-Underground zu einer vielschichtige Live-Institution, welcher es jüngst sogar gelang, die auf den Bühnen zelebrierte, intensive Macht im Studio einzufangen und somit für die Ewigkeit festzuhalten. Die Band selbst äußert sich im offiziellen Pressetext zu Prozess und thematischem Inhalt, indem sie diesen als eine „Referenz an die Gegensätzlichkeit zwischen dem Tod und der regenerativen Kraft des menschlichen Lebens“ beschreibt, welche Freud und Leid gleichermaßen vereinen soll. „Wound Garden“ nennt sich das zweite Album und erscheint am 27.07.2018 über Cleopatra Records.

 

Ein abgründig tief gestimmtes Horn markiert den Start mit „Stasis“, das hier als rein instrumentales Intro von knapp anderthalb Minuten fungiert. Bald schon mischen sich grob knarzende Elektronik und metallische Schläge unter, welche sodann konterkarierend von hell schimmernden Sounds und druckvollen Beats durchbrochen werden, die sich immer weiter steigern, bis schließlich alles mit einem letzten Trommelschlag verstummt. Verzerrt rauschende Synthies und unheimliche Chöre öffnen danach mit bedrohlicher Atmosphäre die schweren Tore für „Life Amnesia“, das schon bald darauf durch grelle Industrial-Spitzen und brettharte Gitarrenarbeit zerrissen wird. Die Lyrics werden, passend zum hier zelebrierten Style, in aggressiv fauchender Shout-Manier vorgetragen und erinnern zeitweise beispielsweise an „Agonoize“. Das stete Wechselspiel zwischen donnernden Metal-Allüren und peitschender Aggrotech-Note gelingt vortrefflich und setzt sich selbstverständlich auch beim nachfolgenden „The Analog Flesh“ fort, das mit dunkel-verqueren Elementen, untergemischten Samples und mächtig drückenden Bässen punktet. Stechend flirrende Fragmente und treibendes Drumming bilden das Fundament für „Divided“, welches vorerst wieder verstärkt auf rohe Metal-Einschübe setzt, sich in ungestümer, fast tollwütiger Raserei verliert und dann mit friedlicher Harmonie eine friedliche Ruhepause  einlegt, nur um den Hörer gleich wieder in seinen zornigen Strudel hinabzureißen. Schräge Einschübe reißen die Mauern bei „Dread“ ein, ehe ein pochender Takt und unterschwellig agierende Gitarren den marschierenden Takt vorgeben. Das Schlagzeug liefert hier klar die Basis im walzenden Mid-Tempo, während sägende Saiten und gespenstisch-sphärische Synths die mal geflüsterten und dann wieder gesprochenen Zeilen bestimmt unterstreichen, bis mit fetzenden Screams das Tempo wieder beängstigend schnell ansteigt. Zügig perlende Elektronik fließt durch die Anfänge des finalen „Malefaktor“, dessen stark gefilterter Gesang stetig durch maschinell anmutende Klänge unterbrochen wird und sich schon bald in einen bestialischen Orkan verwandelt, der einen echten Industrial-Nackenbrecher offenbart. Mit den drei gelungenen Remixen zu „Mechanism Of Desire“, „Chemical Weapons“ und „Amnesiac“ schließt sich der Kreis. Spätestens nach dem ersten Hören ist es kein Geheimnis mehr, dass sowohl Produzent Alex Crescioni (Stygian Sound) als auch „Ritual Aesthetic“ selbst hier mit „Wound Garden“ ein meisterhaft apokalyptisches Soundgeflecht aus deftigen Metal-Wurzeln, wilden Synthies und atmosphärischen Details abgeliefert haben, das trotz all seiner durchschlagenden Härte nie seine melodiöse Kernstruktur verliert. Zwar gibt es hier höchste Qualität, nur leider fällt das Gesamtwerk mit seiner Spielzeit von ... etwas zu kurz aus, was eher einer EP, denn einem vollwertigen Studioalbum gleichkommt. Aber alles Schöne geht doch meistens viel zu schnell vorbei, oder? Für alle Freunde oben erwähnter Klänge und Bands, gibt es jedenfalls ein infernalisches Schlachtfest der musikalischen Kreuzungen auf die Ohren, das sich hören lassen kann und seinesgleichen suchen wird. Zudem geht es bald auf Tournee mit „Psyclon Nine“ und „Hocico“. Keine schlechten Voraussetzungen für Ragan und seine Mannen also, das neue Material gleich auch live zu präsentieren. Was soll da noch schiefgehen?

 

Informationen:

 

https://ritualaesthetic.bandcamp.com

 

https://www.facebook.com/RITUALAESTHETIC/

 

Any Second - Sünde: Mensch (2018)

 

Genre: Electro / Alternative

 

Release: 27.07.2018

 

Format: Doppel-CD

 

Anzahl Ton- / Bildträger: 2

 

Label: Out Of Line (rough trade)

 

Spielzeit: 98 Minuten

 

Fazit:

 

Dass manch ein bekannter Künstler in der schwarzen Szene auch mal gerne mehr als nur ein einziges Projekt hat, um seinen kreativen Flüssen mehr oder weniger regelmäßig freien Lauf zu lassen, ist den gut informierten Fans jener mit Sicherheit hinlänglich bekannt. Warum auch nicht? Immerhin erfreuen sich diese Unterfangen zumeist großer Beliebtheit. So verdingt sich beispielsweise etwa Vasi Vallis neben „Frozen Plasma“ noch bei „Reaper“ und „NamNamBulu“, während „Blutengel“-Mastermind Chris Pohl wiederum mit „Waldgeist“, „Pain In Progress“, „Miss Construction“, „Tumor“, „Seelenkrank“ und „Terminal Choice“ vermutlich unbestritten die bisherige Spitzenposition der zahlreich vorhandenen Tätigkeitsfelder anführt. Worauf möchte ich aber hinaus? Um vorsorglich schon mal etwas mehr in die beabsichtigte Richtung einzulenken: Auch Chris L. ist fraglos schwer beschäftigt. Außerhalb seines hauptsächlichen Engagements bei den blutigen Aggrotech-Stars von „Agonoize“, wandelt der Berliner mit „The Sexorcist“ regelmäßig auf Solo-Pfaden, nahm vor zwei Jahren den Platz hinter dem Mikrofon bei Szene-Schwergewicht „Funker Vogt“ ein oder veröffentlichte gemeinsam mit Falgalas Duus und Gary Wagner erst jüngst das Comeback-Werk von „Darkness On Demand“. Ganz schön viel Stoff auf einmal, oder? Aber auch sein langjähriger Kollege und „partner in crime“, Oliver Senger, war fernab des berüchtigten Hauptprojekts alles andere als untätig und stellt jetzt über Out Of Line die junge Formation „Any Second“ vor. So wahnsinnig frisch auf dem Markt ist diese Band jedoch gar nicht mehr unbedingt, nur ist bisher nicht allzu viel darüber bekannt. Im Jahr 2009 gegründet, hat sich das Trio aus Thomas „DosUnit“ Beschoner, Oliver Senger und Jan Kluge, wie könnte es auch anders sein, dem EBM und Industrial verschrieben und zählt laut eigener Aussage in den Sozialen Medien Acts, wie beispielsweise „Nitzer Ebb“, „Front 242“, „Hocico“ oder „Suicide Commando“ zu seinen Einflüssen. Vereinzelt regionale Auftritte in der Hauptstadt oder auch auf dem WGT bescherten erste Aufmerksamkeit, bis 2011 dann schließlich das in Eigenregie veröffentlichte Fulltime-Debüt „Dein Schicksal“ erschien. Nach einigen internen Umsturktirierkngen im Line-Up folgt darauf mit „Sünde: Mensch“ nun am 27.07.2018 der nächste Streich.

 

Tief dröhnende Klänge und verquere Sample-Fetzen erschaffen eine raue, kühle Kulisse, die fast schon dystopische Züge von Ambient in sich trägt, bevor dann erste Beats pochen und sich mit dem stark verzerrten, fauchenden Gesang zum maschinellen Einzug vereinen. Dezent angereichert durch orchestralen Bombast, bleibt diese Eröffnung mit ihrem gemäßigtem Rhythmus doch im gedrosselten Tempo und ist ohne richtigen Refrain eher als Prolog anzusehen. Doch das ist nur die Ruhe vor dem titelgebenden „Sturm“... Jene wird danach von fein perlenden Sequenzen in Verbindung mit schräg leiernden Sounds abgelöst, die nach dem ausgedehnten Intro das folgende Motiv aufgreifen und sich zum längsten Track des gesamten Albums in harscher Dominanz ergeben, bis mit dem bereits bekannten „Zorn“ die erste Single ihren düsteren Auftritt feiert. Die aggressiv intonierten Lyrics werden von einschneidenden Effekten und markerschütternden Shouts verziert, welche im marschierenden Takt haargenau auf den prägnanten Titel passen. Hier werden keine Gefangenen gemacht! Auf dem bizarren „Seelenhügel“ angekommen, speit Kluge deutlich hörbar Gift und Galle. Die minimalistische, aber gerade deswegen auch unglaublich einprägsame und markante Melodieführung glänzt mit so einigen Tempowechseln, in denen poppige Elemente ihre kurzzeitige Zuflucht finden: Äußerst clubtauglich. Wer hier nicht tanzt, ist schon lange tot! Der „Niedergang“ rollt dann umso druckvoller aus den Boxen, kommt zudem sehr percussionlastig und mit scharfen Industrial-Spitzen daher. Die Stimme steht dieses Mal klar im Vordergrund und schlägt mit brutal-sozialkritischen Breitseiten. Klare Worte rütteln den Hörer aus dem Koma wach und werfen ihn unsanft in die nicht selten unbequeme Realität. Das kuriose Kabinett der alltäglichen Absurditäten setzt sich im darauffolgenden Track fort, der zunächst vergleichsweise entschleunigt anmutet, um sich schon bald einem stampfenden Bass hinzugeben. Hier bleibt man in Sachen bitterböse Wahrheit nicht hinter seinem Vorgänger zurück und wirft den missgünstigen Blick auf eine egoistische Ellenbogengesellschaft, in der es nur noch um die strikte Verfolgung der eigenen Ziele geht. Jeder sucht krankhaft nach Anerkennung, Bestätigung und Ruhm. Alles was jetzt noch zählt, ist Geld und Macht. Ideale sind verfallen und Empathie scheint fehl am Platz. Es gilt das Recht des Stärkeren. Willkommen in meiner „Freakshow“! „Kontrollverlust“ gibt sich mit seinen synthetischen Streichern dann merklich experimenteller, jedoch nicht weniger packend und sorgt somit für eine wahrlich angenehme Abwechslung, bis treibende Beats und der laszive Text alle möglichen Register ziehen, um die Hüllen schnell fallenzulassen. Wer möchte da bitte nicht die Kontrolle verlieren? Das finstere „Schizophren“ bietet flirrende Sounds und atmosphärisch drückende Beats im besten Genre-Style, „Ashes“ erinnert etwas an den Club-Hit „Gott Maschine Vaterland“ von „Cephalgy“ aus dem vergangenen Jahr, ist aber dennoch nicht weniger elektrisierend. Anschließend werden sämtliche negative Energien durch das brachiale „F**k You“ kanalisiert, das nochmal alle Wut im schwer pumpenden Beat-Gewitter rauslässt. Das temporeich peitschende „Schrei Mich Nicht An“ markiert den letzten Song des regulären Albums und entfaltet sich als durchweg gelungene Kreuzung aus hartem EBM und energetischem Aggrotech. Wer sich beim Kauf für die Deluxe Edition entscheidet, erhält darüber hinaus noch stimmige Remixe von artverwandten Kollegen, wie beispielsweise „Synthattack“, „Centhron“ und „[:SITD:]“ auf einem zweiten Silberling. Wem das immer noch nicht reicht, hat bereits am 18.08.2018 die Gelegenheit, auch livehaftig zu sündigen, wenn „Any Second“ gemeinsam mit „Futured Lied To Us“ und „Solitary Experiments“ im Freibad Kirchheilingen aufspielen oder am 15.12.2018 den Nuke Club zu Berlin beehren.

 

Informationen:

 

https://www.anysecond.eu

 

https://www.facebook.com/anysecond.berlin/

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