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Mono Inc. - "Welcome To Hell"-Tour - Turbinenhalle 2, Oberhausen - 26.10.2018

09.11.2018

Veranstaltungsort:

 

Stadt: Oberhausen, Deutschland

 

Location: Turbinenhalle 2

 

Kapazität: ca. 1.800

 

Stehplätze: Ja

 

Sitzplätze: Nein

 

Homepage: http://www.turbinenhalle.de

 

Einleitung:

 

Wir schreiben Freitag, den 26.10.2018 und heute gibt es vorab eigentlich gar nicht so viel zu erzählen, was ja immerhin auch sein Gutes hat, ist dieser Umstand doch meistens ein klares Indiz dafür, dass alles glatt geht. Die Bahn in Richtung Oberhausen Hauptbahnhof hat gerade mal eine Verspätung von etwa fünf Minuten und fährt ganz plötzlich auf einem anderen Gleis ein, wie kurz vorher glücklicherweise wenigstens noch unauffällig über die kleine Anzeigetafel angekündigt wird, damit man nicht völlig umsonst gewartet hat... Wenn man denn hinschaut. Aus jahrelanger Pendler-Erfahrung kann ich sagen, dass es weitaus schlimmer hätte kommen können. So schlimm, dass auch gerne mal gar kein Zug kommt beispielsweise. Heute klappt aber alles nach Plan und so steigen meine Begleitung und ich bereits gute zwanzig Minuten später an unserem Zielort aus und in den Linienbus zum Lipperfeld ein. Zu meiner großen Überraschung findet das anstehende Konzert offensichtlich in der zweiten und somit etwas kleineren Turbinenhalle statt, wie der halb verwaiste Parkplatz uns verrät. Ganz knapp entkommen wir dem einsetzenden Regenschauer und melden uns am separierten Schalter für die Gästeliste. Erfreulicherweise war NoCut Entertainment so nett, meine Begleitung ebenfalls zu akkreditieren - Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle! - und so stehen wir nach einer kurzen Taschenkontrolle auch schon im Inneren. Da es zum Glück noch relativ leer ist, haben wir praktisch die freie Auswahl und suchen uns direkt neben dem Merchandising-Stand einen Platz mit guter Sicht. Es kann losgehen!

 

„Hell Boulevard“:

 

Gegen 20.00 Uhr ist es dann in traditioneller Manier an der Zeit für den Support-Act des heutigen Abends. Diese Aufgabe wird von den 2014 in der Schweiz gegründeten „Hell Boulevard“ übernommen, die mit „Inferno“ ein vielversprechendes Debüt vorlegten und nunmehr beim monomanischen Haus- und Hof-Label NoCut unter Vertrag stehen. Damit setzt die bekannte Plattenfirma nach „Stoneman“, „Palast“ und „MajorVoice“ ihre praktische Strategie fort, die eigenen Acts einem breiteren Publikum live präsentieren zu können. Das Set-Up auf der Bühne ist karg, ein Backdrop gibt es nicht. Dafür thront eine kleine Krähe auf einer der vorderen Monitorboxen, am Mikrofonstativ ist eine metallene Replikation des Logos angebracht worden. Unter den wirren Fetzen verzerrter Funksprüche entern die vier Musiker, die ihren Stil selbst als Goth‘n‘Roll bezeichnen, pünktlich die Bretter: Drummer A.Ve, Bassist Dee Dammers, Gitarrist von Marengo und Sänger vDiva starten sogleich mit „Love Is Dead“ von ihrem jüngst erschienenen Zweitling „In Black We Trust“ durch, der danach äußerst verhalten beklatscht wird. „Vielen Dank!“, begrüßt der Fronter die Menge knapp. Und verkündet anschließend: „Der nächste Song ist unsere aktuelle Single!“. Und so geht es mit ebenjener, unter dem ominösen Namen „Satan In Wonderland“, rasch weiter. „A Lesson In Pain“ und der Titeltrack des aktuellen Werks schließen sich ohne Pause an. Man gönnt sich hier wahrlich keine langen Ruhepausen, trotzdem kommt nur stark vereinzelt Bewegung unter die Gäste. „Oberhausen, können wir eure Hände sehen?“, versucht sich vDiva an einer ersten Interaktion und schafft es tatsächlich kurzzeitig, einige Arme nach oben schnellen zu lassen. Mit der Ballade „All I‘ve Lost“ scheint das Quartett hingegen erstmals einen Nerv zu treffen und bekommt deutlich kräftigeren Beifall zu hören, was sich beim klischeebeladenen „Bad Boys Like Me“ jedoch wieder sofort einstellt. Das aggressive „Zero Fucks Given“ macht mit seiner erhobenen Mittelfinger-Attitüde, samt passender LED-Brille seitens des Gitarristen, wieder etwas an Boden gut und so folgt Oberhausen der „Mitmachen!“-Aufforderung zu „My Dead Valentine“ sichtlich gerne. „Danke an „Mono Inc.“ dafür, dass sie uns auf ihrer Tour mitnehmen!“, merkt der Fronter an und stellt seine Mitmusiker kurz vor. „Vielleicht sieht man sich ja später noch am Merch?“, lädt er anschließend alle potentiellen Neuhörer auf einen kleinen Plausch nach dem Set ein und leitet danach zum Closer „Hangover From Hell“ über, der dann zum Schluss doch nochmal etwas höflichen Applaus hervorrufen kann. Auch wenn der Bandname zunächst natürlich äußerst passend zur aktuellen „Welcome To Hell“-Tournee erschien und sich auch vorherige Supports stilistisch bereits deutlich von „Mono Inc.“ unterschieden, so scheint der versuchte Spagat hier einfach zu groß: Die vier Schweizer, die rein optisch allesamt irgendwo zwischen bemühtem Glam und trashigem 80er-Style einzuordnen waren, konnten mit ihrer Kreuzung aus Dark Rock, Alternative und Gothic leider nur die wenigsten Gäste von sich überzeugen...

 

Setlist:

 

01. Love Is Dead

02. Satan In Wonderland

03. A Lesson In Pain

04. In Black We Trust

05. All I‘ve Lost / Ballade

06. Bad Boys Like Me

07. Zero Fucks Given

08. My Dead Valentine

09. Hangover From Hell

 

„Mono Inc.“:

 

Ein sanftes Glockenspiel perlt leise aus den Boxen und verklingt anschließend wieder verloren in der scheinbar endlosen Finsternis. Nun bohren sich sakral anmutende Choräle zurückhaltend durch die unheimliche Stille und vermischen sich dabei mit der zerbrechlichen Weise einer dramatisch isolierten Violine, welche die unheimlich verfremdete Melodie von „The Heart Of The Raven“ bruchstückhaft anstimmt. Die fahlen Lichtkegel einiger Scheinwerfer ziehen ihre langen Bahnen, während dichter Nebel die gesamte Szenerie jetzt zunehmend vereinnahmt. Vereinzelte Blitze schießen umher und erhellen das überdimensionale, aber schlichte Backdrop, auf dem der weiße Rabe, das Logo der Band, zu sehen ist, für wenige Sekunden. Ein drückender Bass pocht unnachgiebig, steigt weiter zu einem dröhnenden Hämmern an und mündet schließlich in orchestral arrangiertem Bombast, bevor dann Schlagzeugerin Katha Mia im aggressiv beißenden Stroboskop-Gewitter hinter ihrem Drum Kit sichtbar wird, den titelgebenden Opener „Welcome To Hell“ anzustimmen. Mit einem ohrenbetäubenden Donnerschlag fällt der große Startschuss, zu den vorderen Seiten erscheinen zeitgleich Bassist Manuel Antoni im langen Kapuzenmantel und Gitarrist Carl Fornia mit lederner Kutte und Hut. Sie beide tragen die vom Artwork des aktuellen Studioalbums bekannten Pestdoktormasken auf ihren Gesichtern und muten wie unwirkliche, fast schon horroreske Silhouetten im Halbdunkel an. Zu guter Letzt entert auch Frontmann und Sänger Martin Engler im edlen Gewand die Bretter unter tosendem Applaus, in seiner Hand ein langer Gehstock, den er wie ein Dirigent im Takt schwingt. Zum nachfolgenden „Funeral Song“ erstrahlt die Bühne dann in blutrotem Licht, hunderte Hände schnellen in die Höhe und klatschen eifrig mit. „Guten Abend, Oberhausen!“, begrüßt Engler die rund eintausend Fans in der Turbinenhalle freudig, die prompt jubelnd antworten. Nicht laut genug, wie er offensichtlich findet. „Ich sagte, guten Abend, Oberhausen!“, fordert er das Publikum nochmals lächelnd heraus und kann sich spätestens beim exotisch rockenden, unverzichtbaren Klassiker „Arabia“ sicher sein, wirklich alle Gäste komplett auf seiner Seite zu haben. Da darf es bei den Textzeilen „Brother can't you talk to me and brother won't you learn to see?“ auch ruhig mal eine spontane Umarmung für seine musizierenden Kollegen geben. Dass die vier sympathischen Hamburger mittlerweile ein langjährig eingespieltes Team sind, dürfte hier jedenfalls längst niemanden mehr wirklich überraschen. Ein Titel, der von vielen Anwesenden heute ganz besonders herbeigesehnt wurde, ist mit großer Bestimmtheit die zweite Single-Auskopplung aus dem neuen Longplayer, die dramatische Power-Ballade „A Vagabond‘s Life“. Da „Subway To Sally“-Mastetmind Eric Fish selbstredend nicht anwesend sein kann, singt Engler beide Strophen allein. Im epochalen Chorus, zu dem das Publikum nun wellenartig die Arme schwenkt, wird er darüber hinaus stimmlich von Katha Mia unterstützt, bis Antoni für sein finales Solo allein im Rampenlicht steht. Ein energetisch treibender Electro-Beat vergönnt dem Geschehen danach eine kurze Pause und schafft gleichzeitig den fließenden Übergang zum nächsten Song, der berüchtigten „Symphony Of Pain“, zu welcher sich die Saiten-Fraktion in den Outfits der vergangenen „Together Till The End“-Tournee zeigt und Engler seine Uniform der „Viva Hades“-Ära anlegt. Im eingängigen Refrain, den natürlich jeder aus voller Kehle mitsingen kann, schießen immer wieder lodernd heiße Flammen rhythmisch aus dem Boden, die Stimmung beginnt langsam zu köcheln. So auch beim unverzichtbaren „Gothic Queen“, zu dem Engler nun erstmalig auch den langen Laufsteg betritt und sich inmitten der Menge feiern lässt, bis helle Glockenschläge dann das deutschsprachige „Heile, Heile Segen“ von „Nimmermehr“ ankündigen. „Ich höre euch fast gar nicht, ist das euer Ernst? Lauter!“, animiert der Sänger die Fans gestikulierend zu weiteren Höchstleistungen und soll nicht enttäuscht werden. 

 

„Oberhausen, das ist unglaublich schön, hier bei euch zu sein! Wir haben irgendwie eine ganz besondere Beziehung zu dieser Halle und natürlich auch zu euch, das ist immer ein bisschen wie Nachhausekommen für uns. Aber es ist nicht nur Freitag, sondern auch ein Trauertag, denn genau heute ist der Todestag von unserem Gründungsmitglied Miky Mono... Rest in peace, Buddy!“, verschlägt es dem Frontmann unter Tränen für einen Moment sichtlich die Sprache. Das Publikum nimmt Anteil und applaudiert respektvoll. Ein emotionaler Moment, welchem mit dem anschließenden „When The Raven Dies Tonight“ passend Tribut gezollt wird, nach dessen letztem Refrain ein überraschender Knall gehörig aufschreckt und Engler mit der obligatorischen Flagge in beiden Händen ein weiteres Mal den Steg entert, jene zu schwenken. Der schallende Beifall, der sich jetzt unweigerlich anschließt, wird sodann von gleichmäßigem Meeresrauschen und krächzendem Möwengekreisch abgelöst, die den straighten Up-Tempo „The Banks Of Eden“ einleiten und Oberhausen sogleich in die Welt der rauen Seefahrt katapultiert, bis es mit „Revenge“ an der Zeit für Rache ist. Im dunkelgrünen Flackerlicht schreitet der Sänger in seiner Priesterkutte über die große Bühne und predigt mit gefalteten Händen die einzelnen Zeilen. „Meine Damen und Herren, sind Sie für eine neue Folge „Mono Inc. TV“ bereit? Bitte ein bisschen Ekstase, hier kommt die Kamera... Das reicht noch lange nicht!“, ruft er und der Ruhrpott gibt alles. Dann wendet er sich für eine längere Ansprache an die Fans: „Im Leben muss man manchmal alles riskieren... Vor rund fünfzehn Jahren haben wir in einem Hamburger Kellerstudio unsere ersten Demos aufgenommen, darunter „In My Heart“, „Temple Of The Torn“ oder auch „This Is The Day“. Wir waren voller Enthusiasmus, Hoffnung und Euphorie und haben die gelben Seiten nach allen möglichen Plattenfirmen durchgeblättert. Die Antworten kamen und alle zeigten mit dem Daumen nach unten. Eine davon kam von einem Sony-Mitarbeiter und ist uns ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Er schrieb, unsere Songs seien schlecht und nicht mehr zeitgemäß, die Band zu alt. Das hat ordentlich gesessen, aber wir haben dann alles Geld genommen, das wir zur Verfügung hatten und die Platte selber produziert!“. Die Besucher zeigen sich begeistert und applaudieren, ob des hohen Engagements des Quartetts. Engler fährt weiter fort: „Danach haben Manuels Eltern sogar seinen Bausparvertrag aufgelöst, wir sind durchs ganze Land gefahren und haben in jeder Telefonzelle gespielt, wo Strom war. Und dann kommt dieser Tag im Juli 2018, an dem „Welcome To Hell“ von Null auf die Zwei geht... Fuck you, Sony! Wir wissen, wem wir das zu verdanken haben... Euch. Wir und ihr, das passt. Das werden wir euch niemals vergessen. Danke, Oberhausen! Das lustige an der Geschichte ist, dass dieser Mitarbeiter später noch Präsident von Sony geworden ist, heute ist er Rentner und wohnt gleich vier Häuser weiter. In der Woche, in der unser Album in die Charts eingestiegen ist, habe ich einen Brief von ihm bekommen... Darin stand: „Ich gönne es euch von Herzen und freue mich diebisch für euch. Hätten wir es doch nur riskiert! Euer Heinz“. Passend zur gerade eben erzählten Anekdote, gibt es jetzt „Risk It All“ zu hören. Im Gegensatz zur regulären Album-Version erstrahlt die gefühlvolle Ballade hier im rein akustischen Gewand, Antoni wechselt von seinem Bass ans Piano. Auf einmal tritt Katha Mia an den vorderen Bühnenrand heran und singt den Titel gemeinsam mit Martin im intim arrangierten Duett. Für viele Gäste sicher der absolute Gänsehautmoment des Abends! Einen Weiteren soll es direkt im Anschluss geben, denn auch das legendäre Drum-Solo darf heute natürlich keinesfalls fehlen. Jenes durfte einmal mehr einige kleine Änderungen erfahren und so verdingt man sich dieses Mal an einer eigenen Version von Klaus Doldingers Soundtrack-Perle zum Film „Das Boot“. Zudem erstrahlt das gesamte Schlagzeug nun im stimmungsvoll leuchtenden LED-Look, im zweiten Part positionieren sich noch, wie bereits gewohnt, Antoni und Fornia an jeweils einer Trommel zu den Seiten des hohen Podests, um das instrumentale Stück bildgewaltig zu unterstützen. Eine schöne Idee, die sich mittlerweile zurecht in jedem Live-Set von „Mono Inc.“ etabliert hat, wenngleich der einstige Überraschungseffekt nunmehr ausbleibt. 

 

Das kurze Intermezzo mündet im temporeichen Everblack „Get Some Sleep“, der dann innerhalb weniger Sekunden wieder ausnahmslos alle Arme hochschnellen lässt. „Seid ihr noch da? Ich kann euch nicht hören!“, fragt Engler wenig später und das nicht gerade zu Unrecht. Schon seit dem Beginn zeichnen sich zwischenzeitlich ungewohnt lange andauernde Ermüdungserscheinungen im Publikum ab, das eine gewisse Teilnahmslosigkeit während der Songs nicht verleugnen kann und immer wieder erneut animiert werden muss. Echte Begeisterung kommt gefühlt nur phasenweise auf, das ging alles definitiv schon mal besser und irgendwie bleibt das seltsame Gefühl, dass sich heute beide Seiten gegenseitig irgendwie nicht richtig abholen können. Das von Gary Moore inspirierte Cover zu „After The War“ setzt, abermals atmosphärisch von weiteren Flammenstößen untermalt, nochmals ein klares Anti-Kriegsstatement zum Abschluss, wenn die Band dazu auffordert, gemeinsam „No more war!“ zu skandieren. Mit einem feierlichen Tusch seitens Engler und letzten Knall auf der Bühne endet das reguläre Set dann schließlich nach rund achtzig Minuten. Viel zu früh, wenn man die „Zugabe!“-Rufe kurz darauf bemerkt und so ist es nicht verwunderlich, dass jene auch schon sehr bald folgen soll. Wieder füllt sich der Saal mit dichtem Nebel und erstrahlt in violettem Licht. Doch zunächst betritt Martin Engler den Steg ganz allein, um die erste Strophe von „Kein Weg Zu Weit“ anzustimmen, welche das Publikum daraufhin selbstständig bis zum Ende singt. Im Hintergrund begeben sich jetzt auch die übrigen Musiker auf ihre angestammten Positionen und steigen sodann zur gewohnten Version mit ein. Das unschlagbare „Voices Of Doom“ beendet den ersten Teil der Zugaben dann nochmals mit mächtigen Feuersalven und lässt die Turbinenhalle 2 in Applaus baden. „Ich möchte euch einmal auf das Plakat dort hinten hinweisen... Der eine oder andere hat’s vielleicht schon gesehen? Das wird eine ergreifende Tour mit einem schwarzen Orchester, da spielen wir dann unser neues Album komplett, einige Nummern, die wir vorher noch nie performt haben und natürlich auch alle Hits. Heute wurde schon ein Video zu einem Song veröffentlicht, da könnt ihr dann schon hören, wie das so klingt. Das findet in der Christuskirche statt, da sind nicht einmal halb so viele Plätze, wie hier. Also schnell teilen und vorbeikommen!“, schürt der Sänger die Neugierde lächelnd und verabschiedet sich mit seinen Kollegen ein weiteres Mal, um bald darauf zum melancholischen „In My Heart“ und einer Fahne mit dem aufgedruckten Wappen von Nordrhein-Westfalen wieder zurückzukehren. Das charmante Szene-Bekenntnis „Children Of The Dark“ lenkt dann endgültig auf die Zielgerade ein, nach welchem sich die Band gegenseitig umarmt und zur Verbeugung am vorderen Bühnenrand aufstellt. Während die jubelnden Fans den Refrain noch im kollektiven Chor grölen, stellt Engler die Mitglieder einzeln vor und lässt es sich nicht nehmen, nochmals auf die anstehenden Shows in 2019 aufmerksam zu machen. „Ich hab’s vorhin schon mal gesagt, das nächsten Frühjahr in Bochum wird ein ergreifender Abend werden. Die Location ist nur halb so groß, ich würde mich also freuen, wenn ihr die Ersten seid und möchte euch da alle wiedersehen, denn es bedeutet mir und der Band sehr viel. Vielen Dank, Oberhausen. Wir haben heute viel erlebt... Es gab einen Antrag, der natürlich angenommen wurde und wir haben viele alte Freunde wiedergetroffen. Wir bleiben wie wir sind, bleibt ihr so wie ihr seid, okay? Danke, das war für euch „Mono Inc.“!“. Und so verabschieden sich die vier Hamburger nach rund zwei Stunden schließlich unter herzlichem Beifall und mit einer letzten Verbeugung vor dem Oberhausener Publikum. Es war wie immer ein schöner Abend, auch wenn hier definitiv angemerkt werden muss, dass der Funke heute oftmals nicht so recht überspringen wollte, was bereits mit dem wenig honorierten Support anfing und sich fortan nahezu durch das komplette, nachfolgende Programm zog. Die Band gab sich redlich Mühe, ihren Fans wie üblich eine grundsolide Show zu bieten, wirkte allerdings über die ganze Spielzeit hinweg zu routiniert und bot, bis auf eine kleine Auswahl neuerer Songs, jedoch in jeglicher Hinsicht ausschließlich bereits Bekanntes. Auch das arg minimalistische Bühnenbild, welches nur aus Logo-Backdrop und einigen Scheinwerfern für die recht aufwändige Lightshow bestand, präsentierte sich im Vergleich zur vorherigen Tournee als klarer Rückschritt. So verpasste man es leider gänzlich, die dichte Atmosphäre und Thematik des zu promotenden Konzeptalbums auch optisch einzufangen. Zudem wurden neben den zu erwartenden Klassikern vergleichsweise wenige Songs von „Welcome To Hell“ zum Besten gegeben, was auf den kräftig beworbenen „Symphonic“-Konzerten nachgeholt werden soll und somit einen etwas bitteren Beigeschmack hinterlässt. Aber eventuell erwartet uns ja nächsten Frühjahr vielleicht wirklich etwas ganz Besonderes, das sich dann wieder etwas mehr vom Standard abhebt? Wir werden sehen!

 

Setlist:

 

01. Intro

02. Welcome To Hell

03. Funeral Song

04. Arabia 

05. A Vagabond‘s Life

06. Symphony Of Pain

07. Gothic Queen

08. Heile, Heile Segen

09. When The Raven Dies Tonight

10. The Banks Of Eden

11. Revenge

12. Risk It All

13. Drum Battle

14. Get Some Sleep

15. After The War (Gary Moore Cover)

16. Kein Weg Zu Weit

17. Voices Of Doom

18. In My Heart

19. Children Of The Dark

 

Impressionen:

 

Holger Bär, "AllDark-Foto"

 

www.AllDark-Foto.com

 

www.facebook.com/alldarkfoto

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