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VNV Nation - Interview (2019)

26.02.2019

Es ist Mittwoch, der 20.02.2019, später Nachmittag. Meine Uhr zeigt etwa 16.15 Uhr, als ich die kleine, fast schon unauffällige Einfahrt an der Prinz-Regent-Straße in Richtung der dort beheimateten Zeche hinunterlaufe. In einer guten Viertelstunde ist mein heutiger Interviewtermin angesetzt, trotzdem sollte ich nach Möglichkeit etwas eher da sein, falls es zu ungeplanten Verzögerungen kommt. Da ich nicht genau weiß, wo ich überhaupt hin muss, schaue ich sofort am Haupteingang vorbei, vor dem schon ein einziger, treuer Fan campiert und über sein Handy lautstark „Tomorrow Never Comes“ hört. Er lacht und ist sichtlich froh, hier doch nicht der einzige Verrückte zu sein. Wir unterhalten uns kurz, dann krame ich mein Handy aus der Tasche hervor und wähle die Nummer von Peddy, dem Tourmanager. Es dauert nur wenige Sekunden, da nimmt er auch schon ab. Ich stelle mich vorsichtshalber nochmal schnell bei ihm vor und erinnere an das Interview. „Ach, du bist‘s! Wo stehst du denn?“, fragt er mich. Er verspricht, mich direkt an der Hauptstraße abzuholen und so mache ich mich direkt wieder auf den Weg zurück. Noch bevor ich oben ankomme, läuft er mir schon entgegen und winkt mir freundlich zu. „Hi Christoph!“, begrüßt er mich mit einem Lächeln und schüttelt mir die Hand. „Toll, dass du schon hier bist, hat ja alles super geklappt! Dann komm mal mit.“, sagt er und hält mir die unscheinbare Seitentür zum Backstage auf. Er wirft einen schnellen Blick in einen kleinen Raum zu unserer Linken und bittet mich dann herein. „Das hier ist die Garderobe, Ronan kommt bestimmt auch gleich. Magst du vielleicht etwas trinken?“, fragt er und ich entscheide mich dankend für ein stilles Wasser, das ich auch prompt in die Hand gedrückt bekomme. Ich nehme auf dem bequemen Ledersofa Platz und bereite alles vor. „Sag mal, möchtest du dir das Konzert heute Abend eigentlich auch noch anschauen? Dann schreibe ich dich eben dazu!“, bietet mir Peddy an und ich stimme freudig zu. „Alles klar, jetzt muss ich auch wieder los!“, sagt er und wir verabschieden uns. Was für ein schöner Empfang! Während ich hier so auf der Couch sitze und mich darüber freue, dass alles so gut geklappt hat, bemerke ich, dass ich jetzt doch ein wenig nervös werde. Mein letztes Gespräch mit Ronan liegt etwa zwei Jahre zurück und ist sowohl einigen Lesern als auch mir selbst in allerbester Erinnerung geblieben, zählt es doch zweifelsohne zu den emotionalsten Interviews bisher und das mit einem der größten Künstler dieser Szene, der sich ganz nebenbei auch noch als ungemein offener, gastfreundlicher und sehr herzlicher Mensch entpuppte. Als ich nochmal meine Fragen durchgehe, höre ich aus dem Nebenraum eine Stimme. Nur wenig später öffnet sich plötzlich die Tür und ein mir sehr bekanntes Gesicht schaut durch den kleinen Spalt in die Garderobe herein. „Es tut mir wirklich wahnsinnig leid. Ich bin in zwei Minuten da, okay?“. „Klar doch, kein Problem!“, sage ich. Dann herrscht etwa für eine Sekunde lang Stille. Der Mann mustert mich und guckt mich verwundert an. Ich gucke ihn verwundert an. „Ach, du bist‘s!? Das ist doch schön, wir haben uns ja schon echt lange nicht mehr gesehen!“, strahlt Ronan Harris freudig und kommt herein. Wir begrüßen uns und ich schaue ihn in dem Moment vermutlich noch verwunderter als vorher an, weil er sich tatsächlich noch an mich erinnern kann. „Du, sei mir bitte nicht böse. Ich bin wirklich in zwei Minuten bei dir, ja?“, entschuldigt er sich und verschwindet nochmal für einen kurzen Augenblick. Es dauert nicht mehr lange und schon ist er wieder da und rückt sich einen Stuhl zu mir heran. „Na, wie geht’s dir?“, fragt er mich strahlend. „Mir geht’s super!“, sage ich und erwähne, dass ich nun doch ein wenig aufgeregt bin, weil mein letztes persönliches Interview schon länger zurückliegt. „Warum das denn? Alles gut!“, lächelt er zuversichtlich. Wir unterhalten uns etwas über Musik, unser letztes Gespräch, meine Website und die schwarze Szene im Allgemeinen. „Damals ging’s in der Szene noch nicht so sehr um diesen Wettbewerb, wie es heute oft der Fall ist, weißt du? Es gab viel mehr Zusammenhalt und ein gemeinsames Lebensgefühl. Zu dieser Zeit sind auch die besten Sachen entstanden, eben weil sie noch mit Herzblut gemacht waren. Dass du das mit deiner Seite auch so machst, finde ich echt toll von dir und die Leute werden das bemerken. Das ist der einzig richtige und ehrliche Weg für Kreativität!“, erzählt er und ich fühle mich sofort aufrichtig geehrt. „Sag mal, rauchst du eigentlich noch?“, fragt er und ich stimme zu. „Okay, dann hole ich mal schnell einen Aschenbecher.“, sagt er und verlässt den Raum für kurze Zeit, bevor er bald mit einem kleinen Pappbecher wiederkommt und diesen mit ein wenig Wasser auffüllt. „Wir improvisieren jetzt einfach!“, lacht er und öffnet das Fenster. „Oh, sind das etwa Menthol-Zigaretten? Dürfte ich vielleicht eine davon haben? Meine hier habe ich aus Italien mitgebracht, aber die schmecken mir ehrlich gesagt nicht so besonders.“, deutet er auf ein blaues Päckchen vor ihm. Wir tauschen unsere Zigaretten aus und geben uns gegenseitig Feuer, nur wenig später klickt auch schon der kleine Knopf meines Diktiergerätes...

 

Roggenfaenger: Das neue Album von „VNV Nation“ trägt den ebenso klangvollen, wie in kultureller Hinsicht gleichzeitig auch doppeldeutigen Titel „Noire“. Ein Wort, das einerseits aus dem französischen Sprachgebrauch übersetzt so viel wie „Schwarz“ oder „Dunkel“ bedeutet, andererseits aber auch die Definition eines klassischen Film-Genres darstellt. Unter dem sogenannten „Film Noire“ versteht man US-amerikanische Kriminalfilme aus den 40er und 50er Jahren, denen eine zynische Weltanschauung als Basis für ihre jeweilige Handlung zugrunde liegt. Das erscheint vor allem deshalb auch so passend, weil du dich beim Artwork der einzelnen Alben seit jeher auch einer gewissen Ästhetik bedienst, die nicht selten genau davon inspiriert erscheint, oder? Ich denke da gerade zum Beispiel an die architektonische Gestaltung der „Art déco“ oder auch an den revolutionären Klassiker „Metropolis“ von Fritz Lang. Erzähle doch zunächst bitte etwas zur optischen Gestaltung von „Noire“ und dessen Aussage...

 

Ronan Harris: Es hängt ganz davon ab, wie sehr man mit dieser kulturellen Ästhetik vertraut ist und wie viel Verständnis du allgemein von Design hast. Aber ich habe immerzu gedacht, dass mich die Leute vielleicht einmal spezifisch danach fragen würden und ich ihnen dann erzählen kann, worum es dabei genau geht. Das damalige Cover-Artwork zu „Futureperfect“ basierte auf den Postern zur 1933er „Chicago’s World Fair“ und der zeitgleich stattfindenden Ausstellung. Ein Wettbewerb zur bildlichen Darstellung der Vision einer nahenden Zukunft. Zu dieser Zeit habe ich ihre Ideen und die jeweiligen Stilistiken, die sie damals für die visuelle Präsentation genutzt haben, aufgegriffen und sie in einen grauen, klinischen und monotonen Kontext gesetzt dargestellt, weil dem eine ganz besondere Ironie innewohnte. Einerseits haben wir diese wundervolle, positive Vorstellung von einer besseren Zukunft gehabt und dann gab es andererseits noch die reale Zukunft, in der wir letzten Endes zu Beginn der 2000er tatsächlich gelandet sind… Es war der Beginn eines neuen Jahrhunderts nach dem gerade eben angesprochenen Futurismus und dennoch hatten wir eine Welt mit mehr Problemen, als jemals zuvor. Ja, es gab sicher auch einige gute Dinge, aber eben auch eine ganze Menge an aufkeimenden Problemen, die wir nicht gelöst haben oder lösen konnten. Hinter jedem Artwork zu den einzelnen Alben steckt eine eigene Intention, ich könnte wahrscheinlich jahrelang darüber reden (lächelt). Das Cover zu „Noire“ wurde praktisch als Neonschriftzug ausgestaltet, welches versucht, eine gegensätzliche Szenerie möglichst attraktiv, erfüllend und ansprechend aussehen zu lassen. Und das alles, vor einer bröckelnden, zerstörten Fassade. So wie in einem Keller einer alten, stillgelegten Fabrik. Das ist das Gefühl, welches ich dabei hatte. Es sollte den Anschein haben, etwas Dunkles, Unbewohntes und Unbehagliches möglichst dekorativ erscheinen lassen zu wollen. Es gibt hier tatsächlich eine gewisse Affinität zur Cineastik, aber nicht als klassische Referenz. Eher wie ein Reklameschild für einen Nachtclub irgendwo im tiefsten Untergrund eines verlassenen Gebäudes, dem eine dunkle, unheilvolle Zukunft innewohnt. Ja, das wär’s soweit zum Cover!

 

Roggenfaenger: Ich habe gerade eben bereits zwei mögliche, sehr weit gefasste Interpretationen zum mystischen Titel der aktuellen Veröffentlichung in den Raum geworfen, aber ich vermute, dass tatsächlich noch weitaus mehr dahinter steckt. Warum hast du dich ausgerechnet für „Noire“ als übergreifende Zusammenfassung der insgesamt dreizehn Songs entschieden und welche spezifische Stimmung wolltest du damit explizit zum Hörer transportieren? Oder ganz anders gefragt: Was betrachtest du praktisch als die innewohnende Kernaussage des Albums?

 

Ronan Harris: In der männlichen Form, ja. Die weibliche Inkarnation ist hingegen etwas, über das Schriftsteller, Maler und Komponisten ab der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts erstmals zu sprechen begannen, als das Schaffen dahingehend seinen kreativen Höhepunkt erreichte. Dieses spezielle Gefühl der Nacht, diese innigliche Tiefe in dir selbst, in die du dann zum Erschaffen einer gänzlich anderen Ästhetik und Inspiration vordringst. Es ist eine Reise durch das eigene Ich. Eine ganze Menge an Schöpfern und visuellen Künstlern würden dir wahrscheinlich sagen, dass das, was du des Nachts tust, sich komplett von dem unterscheidet, was tagsüber um dich herum geschieht. Es ist, wie eine andere Welt. Im Speziellen ganz spät nachts, wenn die gesamte Welt schläft. Alles ist leer und verlassen. Es hat diese gewisse Abstraktion, weil alles Leben plötzlich  verschwunden ist. Es gibt keinerlei Ablenkung, keine Geräusche durch äußere Einflüsse. Einzig die Lichter um dich herum, du bist allein gelassen. Es kann zwar wirklich sehr verführerisch sein, aber auch sehr einsam oder traurig. Dieser Prozess intensiviert eine ganze Menge an Emotionalen und Ideen in dir. Ich habe nachts damit begonnen, das Album zu schreiben. Ich saß an meinem Computer und habe tausende E-Mails beantwortet, bis ich auf einmal diese Idee für eine Melodie hatte. Zufälligerweise stand ein Keyboard vor mir und ich dachte mir, „Okay. Ich glaube, ich spiele jetzt für eine kleine Weile etwas Synthesizer.“. Der erste Ton, den ich damit traf, war der konträre Break, den es dann in „A Million“ geben sollte. Und genau das war der Auslöser! Innerhalb einer einzigen Minute hatte ich das ganze Konzept, das Gefühl für das Album. Und das ist das Allerwichtigste, weil es jeden Song irgendwie miteinander verbindet. Egal, ob dieser dann positiv, sentimental oder dunkler ausfällt,  alles wird sich dem fügen. Für mich war es meine persönliche Nocturne (Anm. d. Red.: Eine in der Zeit des Barock entstandene Musikform), meine eigene Symphonie für die Nacht. Manche Leute würden die Dunkelheit vielleicht anders sehen, aber die ursprüngliche Idee dahinter war die Findung zu sich selbst. Eine Konfrontation mit dir, eine lockende Dunkelheit, die dich immer mehr in sich hineinzieht. Sie bietet dir etwas Sinnliches, etwas Verheißungsvolles… Aber es ist gleichzeitig auch eine gefährliche Reise. Eine intensive Erfahrung, die dich in eine tiefe, verborgene und dunkle Seite deiner Selbst führt. Du musst dich mit einer Menge auseinandersetzen, von Angesicht zu Angesicht. Dieses Album war auf eine gewisse Weise mein Trip in die eigene Unterwelt. Das mag manchen Leuten eventuell ziemlich seltsam erscheinen, weil ich es ihnen erst erklären muss, worauf das alles fußt, aber genau das ist auch der Grund, weswegen ich sagte, dass das Album von Anfang bis Ende durchgehört werden sollte. Weil jeder Song gewissermaßen den Effekt auf dich hat, dass dein Gefühl beim Hören vom vorherigen Titel inspiriert ist. Es ist nicht einfach bloß so eine „Wegwerf“-Musik für den schnellen Konsum oder ein Haufen von netten Melodien… Ich habe einige Kommentare von absoluten Idioten gelesen, die diese Intention dahinter nicht verstanden haben. Diese Leute verstehen rein gar nichts. Sie mögen es immer möglichst simpel, sie mögen es stumpf und fühlen sich dann davon gelangweilt. Ich mache keine solche Musik, es steckt so viel mehr intellektuell Bedeutsames darin. Aber ich werde das, was ich da tue, nicht extra verwässern oder vereinfachen, nur damit manche von ihnen das auch verstehen können. Eine Nocturne mit auf dem Album zu haben, war mir wirklich wichtig und zudem auch etwas, das sehr logisch für mich war. Ich saß allein im Studio und begann damit, einfach so etwas Piano zu spielen und komponierte das ganze Stück in diesem Moment somit spontan. Es ist einer dieser inspirativen Momente, die du nur sehr selten hast, aber wenn du sie hast, verliere und verschiebe sie nicht und sage, „Ach, ich werde mich schon daran erinnern!“, denn dieses eine Gefühl, das du währenddessen hast, wird vergehen. Also musst du diesen Moment festhalten. Ich habe es wirklich genossen und geliebt, so etwas zu machen, weil es für mich wie eine Reise zu so vielen Emotionen und Stationen meines Lebens war und es in meinem Inneren so viele Dinge über mich gab, denen ich dazu erst begegnen musste. Zudem geschah das alles in einem recht merkwürdigen Abschnitt meines Lebens, da ich die Umgebung um mich herum für die letzten zweieinhalb Jahre als sehr toxisch und negativ empfunden habe. Es ist unter anderem ein Teil der Musikindustrie, dass es immer gewisse Personen geben wird, die eigentlich nur kleine Jungen sind, aber so tun, als seien sie echte Männer. Und sie lieben das Drama, das ganze Theater und all den Tratsch und ich wollte eine Menge dieser Menschen von mir fernhalten und das, was ich tue, davon so weit wie möglich isolieren. In meinem Privatleben habe ich ebenfalls so unglaublich viele Dinge geändert, auch an mir selbst. Ich habe realisiert, dass ich erst Dieses verändern muss, bevor ich auch Jenes verändern kann. Es war wie eine komplette Neugestaltung, fast wie ein Aufräumen. Ich denke, dass viele Leute gar nicht bemerken, wie dermaßen viele giftige Personen sie umgeben, bis sie innehalten und einmal darüber nachdenken. Ich muss nicht ständig alles hinnehmen, ich muss überhaupt nichts. Es ist mein eigenes Leben und ich kann damit tun und lassen, was immer ich will. Also anstatt alles stumm zu ertragen, habe ich in einem etwa zweijährigen Prozess vor der Produktion damit begonnen, eine Menge an negativen Einflüssen zu beseitigen und stattdessen an denjenigen festzuhalten, die positive Energien zutage fördern. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen hippiemäßig, aber es ist gut für dich und dein Leben. Es ist wenig, wie in den Garten zu gehen und dort etwas aufzuräumen, weißt du? (lächelt). Es erscheint da wahrscheinlich nur schlüssig, dass „Noire“ am Ende dieses Prozesses herauskam. Ich habe also viele Dinge an meiner Herangehensweise geändert, wie ich arbeite, wie mein Leben aussieht und mit wem ich darin zutun habe. Ich war sehr glücklich darüber, befreit und erleichtert. Aber es hat gleichzeitig auch eine Menge an Kraft gekostet und Unterstützung dazu gebraucht, diese Veränderungen vorzunehmen. Ich war auch sehr glücklich darüber, dadurch herauszufinden, wer meine wahren Freunde sind und wer so zu mir steht, wie ich zu ihnen. Wenn dir die Leute sagen, „Ich stimme dir da jetzt zwar nicht zu, aber stehe trotzdem zu 100% hinter dir!“, ist es richtig.

 

Roggenfaenger: Seit der einstigen Ankündigung des neuen Albums sind schon einige Jahre vergangen, was mich darauf schließen lässt, dass das gesamte Unterfangen dazu auch dieses Mal wieder äußerst umfangreich war. Wie gestalten sich denn der ursprüngliche Kreativprozess und die sich anschließenden Studioarbeiten? Wie du just schon einmal selbst berichtet hast, wurde für die Aufnahmen nicht ausschließlich nur modernes Equipment verwendet, sondern auch Analoges aus den Fünfzigern und Siebzigerjahren? Gab es darüber hinaus vielleicht noch einige weitere, einschneidende Veränderungen oder andere Besonderheiten, die du hier nochmals hervorheben möchtest?

 

Ronan Harris: Ich habe endlich ein neues Studio, wozu ich damals, als ich noch an „Resonance“ gearbeitet habe, gar keine Zeit hatte. Es war alles so, wie ich es mir gewünscht habe… Wie auch das Arbeiten in einem dunklen Zimmer, nur mit zwei kleinen Lampen um mich herum. Und während der Arbeiten sind einige wirklich lustige Dinge passiert: Dieses Album hat Lampen und ihr Licht quasi verabscheut! Wir haben eins, zwei… Wir haben während der Produktion fünf Lampen zerstört… Und einen Lichtschalter, also wirklich eine ganze Menge! Und es ist verrückt: Andre, der als mein assistierender Produzent fungiert und Keyboard spielt, ist ein sehr erfolgreicher Underground-Electro-Künstler. Er macht keine kommerzielle Musik, aber er ist sehr bekannt und spielt überall auf der Welt große Shows innerhalb seiner eigenen Karriere. Jedenfalls war er in einem anderen Studio, während ich alle Songs vollendet und ihm anschließend geschickt habe, da wir parallel daran gearbeitet haben. Also habe ich ihm das Material an die Hand gegeben und gesagt, „Hier, das ist etwas für dich!“. Er fügte dann eine Basedrums ein, änderte den Pegel und spielte mit den verschiedenen Sounds und plötzlich zerstört „A Million“ dabei eine seiner Lampen! Als die Bassdrum nämlich einsetzte, flog das ganze Teil raus. Also setzte er sie wieder ein und es erwischte die Lampe gleich nochmal! (lacht). Er konnte das alles danach auch nicht mehr zum Laufen bringen, die Lampe war vollkommen zerstört. Das Gleiche passierte in meinem Studio mit einer starken Röhre, die auf einmal aufgehört hat, zu funktionieren und ich konnte bisher einfach nicht herausfinden, warum. Ich weiß, wie Elektronik funktioniert, aber da ist nichts mehr zu machen. Und dann, gegen Ende der Albumproduktion, ist Folgendes passiert: Direkt neben der Tür zum Studio befindet sich eine Hängelampe, denn es ist in so einer Art Fabrikgelände untergebracht und die entsprechende Halterung ist mit so einem Kabel an einigen Ankerpunkten an der Fassade festgemacht. Und als ich das Studio dann für die Vorbereitungen zur anstehenden Tournee wieder verlassen wollte, habe ich mir selbst gesagt, „Okay, das Album ist jetzt fertig. Ich habe die Promotion dafür schon in die Wege geleitet, das Mastering ist beendet, die Produktion ist beendet, alles ist endlich fertig - Gute Nacht, ich gehe jetzt!“. Und als ich das Gebäude gerade verlassen und die Lichter im Studio löschen will, springt mir gleich der komplette Schalter aus der Wand entgegen und ich denke mir nur so, „Was zur Hölle geht hier vor sich!?“ (lacht). Ich meine, klar, jedes Album hat so seine eigene Geschichte, aber das war wirklich unheimlich. Ich habe mich so gefühlt, als hätte ich irgendetwas damit ausgelöst, dieses Album zu schaffen. Eine Energie, die ich so bisher noch nicht kennengelernt habe und ich denke, dass eine ganze Menge damit zutun hatte, wie ich mich zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben gefühlt habe. Dass ich wieder klar denken und die beste Version meiner selbst sein konnte. Aber ich habe das trotzdem nur als ersten Schritt angesehen, weil es sich so anfühlte, als würdest du eine Tür öffnen. Das alles ist so facettenreich… Du kannst den Leuten nicht einfach drei Songs vorspielen und ihnen sagen, „Das ist ein und dieselbe Band!“, die würden dir das nicht glauben. Es ist aber auch nicht für diesen Umfang von drei Stücken gedacht, sondern als eine vollständige Sammlung, als ein einheitliches Album, welches du dir von seinem Anfang bis zum Ende anhörst. Es ist eine Reise und viele Leute verstehen das auch. Als das Album dann erschienen ist, war ich über all die positive Resonanz, die ich von diesen unglaublichen Menschen erhielt, echt erstaunt. Ich denke dabei aber auch an die lustigen, negativen Kommentare, die ich bekommen habe. Einer davon ging so: „Da gibt’s keinen einzigen Song mit 140 bpm, ich kann das in meiner Playlist ja gar nicht neben „Agonoize“ laufen lassen!“ und ich dachte mir dann nur so, „Ähm, ich glaube nicht, dass auch nur irgendetwas, das ich jemals gemacht habe, dafür gemacht gewesen wäre. Ich habe keine Ahnung, was genau du dir jetzt erwartet hast, aber vielleicht solltest du dir die vorherigen Alben noch einmal genau anhören, denn der entsprechende Clou war gegeben!“. Es gibt eine ganze Menge an Personen, denen es gefallen hat, aber wenn die Leute dann negative Kommentare hinterlassen haben, waren sie dabei über etwas sauer, das absolut keinen Sinn ergeben hat! Ich meine, wisst ihr überhaupt, über welche Band ihr hier eigentlich gerade redet!? Ich bin sehr glücklich darüber, dass der jeweilige Personenkreis, von dem ich wollte, dass er es versteht und hört, das Album liebt. Mit jedem Album, das du schreibst, hoffst du natürlich, dass die Menschen es mögen werden. Du hoffst, dass sie für sich etwas daraus mitnehmen werden. Manchmal funktioniert’s, manchmal nicht. Es ist Kommunikation. So, als würde man sich mit den Leuten unterhalten und manchmal werden sie verstehen, was du ihnen sagen möchtest oder nicht. Es ist wirklich lustig, denn jedes Album hat seine Liebhaber und Hasser, wie auch immer… Manchmal, wenn nicht sogar sehr oft, ändert sich der Blickwinkel der Hasser über die Zeit aber auch und dafür sagen sie dann beim nächsten Album wieder, „Oh nein, ich mochte das Vorherige aber lieber!“ und ich finde das jedes Mal wirklich lustig. Manche von ihnen sind für neues Material vielleicht noch nicht bereit und müssen sich erst die Zeit dazu nehmen, um zu realisieren, was ich damit ausdrücken wollte. Und dann sagen sie, „Ah, okay. Jetzt ergibt das Sinn. Gut!“. Ich denke, dass beispielsweise die „Transnational“ bei einigen Leuten erst etwas Zeit gebraucht hat, aber das ist auch nicht mein Problem. Das Witzige daran war, die Menge an Teenagern, die mir daraufhin geschrieben haben, um mir zu sagen, was sie damit verbinden. Junge Erwachsene aus Amerika und von überall her, haben mir geschrieben, dass dieses Album quasi zu ihnen spricht und auf einem schier unglaublichen Level ausdrückt, wie sie sich fühlen, wie sie die Welt sehen und es ihre Sicht der Dinge reflektiert… Und das hat mir buchstäblich den Verstand geraubt. Also, ich mache keine Musik für eine spezielle Szene, obwohl ich denke, dass es ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass sie mit ebendieser kompatibel ist, aber die Fanbase setzt sich aus Menschen zusammen, die im Kern Alternative hören. Rock, zum Beispiel oder Techno und Underground, Experimentelles und Sonderbares. Einfach alles. Und alle diese Leute kommen zusammen. Ich sehe sie auf all den Konzerten oder höre auf irgendeine andere Art und Weise von ihnen, zum Beispiel durch persönliche Nachrichten… Ja, ich glaube, ich beantworte hier gerade zwanzig Fragen auf einmal! (lacht).

 

Roggenfaenger: Du selbst hast „Noire“ schon einmal sehr schön als einen geschlossenen Soundtrack zu deinem eigenen Leben beschrieben, mit welchem du eine emotional nachvollziehbare Geschichte erzählen möchtest. Innerhalb der verschiedenen Songs reflektierst du sowohl dich als auch die Menschen und die Welt um dich herum einmal mehr ganz genau. Du stellst dabei viele verschiedene und nicht weniger bedeutsame Fragen, befindest dich permanent im fließenden Wechsel zwischen tiefer Verzweiflung und unerschütterlicher Hoffnung. Könntest du das übergeordnete Konzept des Albums und das spezielle Gefühl, welches sich zweifelsohne aus prägenden Erlebnissen deiner Vergangenheit ergibt, für die Leser einmal genauer erläutern? Was wolltest du damit für dich speziell, aber auch alle deine Hörer aussagen und mitteilen?

 

Ronan Harris: „The night, presaged by a dying sun…“, heißt es in „A Million“. Das bedeutet, dass die Nacht quasi vorausgesagt wird. Die Nacht wird durch das Sterben der Sonne angekündigt, es ist ein sich selbst wiederholender Prozess. Auf diesem Album geht es mehr oder weniger um verschiedene Zyklen. Wir alle haben manchmal dunkle Nächte, in denen wir von bestimmten Gedanken heimgesucht werden, die uns wachhalten. Und es ist ein schreckliches Gefühl, davon nachts wachgehalten zu werden. Am Tag ist das anders. Sie sind zwar nach wie vor in deinem Kopf, aber du gehst deinen alltäglichen Tätigkeiten nach und hast so eine Ablenkung. Aber wenn du diese Gedanken des nachts bekommst, fühlst du, dass nichts und niemand da ist, um dir damit zu helfen. Du bist völlig allein mit deinen Gedanken. Du musst da hindurch und irgendwie zu einem Ende kommen, ob du willst oder nicht. Und früher oder später wirst du einen Sinn darin erkennen, eine Befreiung. Es mag dich manchmal vielleicht Tage kosten, aber es ist exakt das, worum es bei diesem speziellen „Noire“-Gefühl geht. Es handelt davon, durch ebendiese Dunkelheit zu gehen, um eine Antwort, ein Licht zu finden. Wenn du zu den dunkelsten Orten deiner selbst vordringst, wirst du die besten Antworten finden und dich mit dir anfreunden, heilen, stärker werden, inneren Frieden finden. Aber dazu musst du gewillt und aufgeschlossen sein, das ist sehr wichtig. Da sind ein paar Lieder auf dem Album, über die ich zunächst dachte, sie nicht machen zu wollen. Sie sind sehr schwierig, so wie manche Dinge, über die man persönlich nicht gerne spricht. Ich fand’s sehr sonderbar, dass es durch die Musik funktioniert hat! Ich kann beispielsweise meiner Partnerin oder meinen Freunden manchmal nur versuchen, ein Gefühl näher zu erklären, aber wenn sie den jeweiligen Song hören, ist ihnen direkt total klar, was psychisch und spirituell in mir vorgeht. Aber mit Worten allein könnte ich es ihnen niemals erklären… Aber mit einem Song in fünf Minuten? Kein Problem! (lacht). 

 

Roggenfaenger: Wenngleich jedes der Lieder, aus dem gesamten Kontext erst einmal losgelöst, auch sehr gut für sich alleinstehen kann, so erschließt sich die gesamte Wirkung von „Noire“ erst bei einem vollständigen Durchlauf in chronologisch korrekter Reihenfolge, wenn jeder Song auf den Nächsten aufbaut. Man kann hier also durchaus von einem sehr organisch angelegten, schlüssigen Konzeptalbum sprechen, das sich zugleich dennoch zu keiner Zeit selbst limitiert und stattdessen ungemein facettenreich ist. Welche musikalischen Ideen und Einflüsse wolltest du dieses Mal unbedingt darauf verwirklicht wissen, um die doch sehr unterschiedlichen Facetten der Dunkelheit bestmöglich wiedergeben zu können?

 

Ronan Harris: Mit „Noire“ wollte ich kein Album schreiben, das wie zehn Variationen von ein und derselben Idee klingt. Ich kann so etwas nicht. Im Hinblick auf das Konzept verhält es sich so, dass es keinen Moment gab, in dem du sagst, dass das jetzt alles so oder so klingen wird. Aber ich weiß, welche Elemente und Emotionen es beinhalten sollte. Ich habe dazu alle meine Demos, anhand derer ich dann entscheide, was davon unbedingt auf das Album kommen soll. Ich sage dann immer zu meinen Freunden, dass der große Hit ganz am Ende kommt und sie fragen mich dann, was genau ich damit meine. Du erreichst während der Produktion einen speziellen Punkt, an dem du zum Beispiel gerade Keyboard spielst und plötzlich schreibst du den coolsten Song des ganzen Albums. Einfach so, wie aus dem Nichts. Das geschieht jedes Mal gegen Ende der Produktion und hier war’s „When Is The Future?“, das gerade mal an einem Tag geschrieben wurde. Es hat sich einfach wie von selbst geschrieben, das ist die beste Erfahrung! Du bist bereits in der passenden Stimmung, du bist sehr fokussiert und merkst dann, dass dieser eine Song perfekt zum restlichen Album passt. Es war nicht eines dieser Stücke, bei denen du dir sagst, dass sie zwar gut sind, aber eben nicht passend genug. Ich hatte solche Erlebnisse zuvor schon. Ich hatte so ein Gefühl, ein Gespür dafür. Eine abstrakte Ahnung davon, was dieses Album aussagen sollte. Deshalb erzählte ich auch gerade, dass ich denke, etwas damit ausgelöst zu haben. So, als würde jemand durch mich sprechen. Es ist einfach ein seltsames Gefühl, dass ich nicht wirklich gut erklären kann. Es ist so, als würdest du spüren, dass der Song existiert und irgendwo jemand Anderes hinter einer Art Glasscheibe steht und versucht, dir zu beschreiben, wie er klingt. Er versucht, dadurch mit dir zu kommunizieren. Wie gesagt, sehr merkwürdig, aber ich habe das schon von einigen Künstlern gehört, wenn sie über ihre Inspiration sprechen. Der Song ist quasi schon da und du hast eine Vorahnung davon, aber ihn eben noch nicht geschrieben. Und du arbeitest daran und hoffst immerzu, dass du das Ziel erreichst. Nehmen wir mal an, dass es beispielsweise ein Bild gibt, das du gerne malen möchtest und auch schon fest vor Augen hast, wie es einmal aussehen soll… Aber du hast es eben noch nicht physisch zu Papier gebracht. Das ist jedes Mal wieder ein sehr harter Prozess, es ist irgendwie wie rückwärts arbeiten. Manche Leute starten aber auch einfach direkt durch und kreieren dann spontan etwas, wie auch immer sie das machen, und sagen sich, „Oh, wow. Das ist großartig!“. Bei mir ist das anders. Ich wollte viele Einflüsse auf diesem Album, ein bisschen 70’s Symphonic Rock, was ich mit dem Track „Collide“ auch geschafft habe. Und zum Ende hin dreht sich das alles ein bisschen in Richtung Trap. Mit „Armour“ wollte ich dann wiederum in eine ganz andere Richtung. Ich finde das übrigens ganz lustig: Ich meine, du machst ja auch eine Website und ich habe einige Reviews zu „Noire“ gelesen, anhand derer du sofort erkennen kannst, ob der jeweilige Kritiker einen eher breitgefächerten oder sehr kleinen Erfahrungsschatz hinsichtlich Musik im Allgemeinen hat und nicht gerade viel Verschiedenes hört. Das war es, worauf ich mit diesem Album hinaus wollte, aber manche Leute haben die entsprechende Richtung nicht erkannt, worauf ich ihnen dann sagen würde, dass dieser oder jener Song beispielsweise Einflüsse von „New Order“ oder auch „My Bloody Valentine“ hat. Das sind alles Bands, welche entsprechende Personen vielleicht nicht privat hören, aber ich tue das und sie sind Teil eines bestimmten Abschnittes in meinem Leben. Als kleines Beispiel möchte ich hier nochmals „Armour“ heranziehen, dass sich jedes Mal wieder so anfühlt, als würde es mich zu sehr wichtigen Momenten in einer bestimmten Periode meines Lebens zurückführen. Das ist quasi der Song, den ich hören wollte, als ich achtzehn Jahre alt war. Und wäre ich damals in einen Club gegangen, wäre dies meine Hymne gewesen. Es ist das, was ich damals hätte hören wollen, aber ich habe mir anfangs nicht zum Ziel gesetzt, diesen Song genauso zu schreiben. Es ist einfach passiert! Ich wollte viel eher, dass dieses Album klar in drei Etappen unterteilt ist. Das funktioniert bei allem, was ich tue. Ich bin nicht misstrauisch oder abergläubisch, aber ich mag es, wenn es ein Muster gibt und sich das auch im Endergebnis widerspiegelt. Also, es gibt einige versteckte Elemente auf diesem Album. Dinge, die manche Leute nicht heraushören, aber diejenigen mit etwas mehr Expertise auf diesem Gebiet schon. Auf „Noire“ gibt es diese seltsamen Schemata, da ist immer dieser Kampf zwischen dem Viervierteltakt, dem Dreivierteltakt und den Triolen. Da ist etwas, das eigentlich nicht zusammen funktioniert, aber über den Rhythmus zusammengeführt wird. Du hast verschiedene Styles und verschiedene Gefühle, die du ausdrücken möchtest. Ein Beat ist langsamer, ein Beat ist schneller… Das hat sich im gesamten Prozess immer wieder geäußert. Da sind quasi Loops, die sich wiederholen und innerhalb des gesamten Albums immerzu zurückkommen. Es ist die Idee von wiederkehrenden Mustern. Das würde mich enorm viel Zeit kosten, mich mit jemandem hinzusetzen, das Album abzuspielen und genau zu erklären, was ich damit eigentlich meine. Ich wollte den ersten und letzten Song miteinander verknüpfen. Ich wollte, dass sie sich gefühlsmäßig in sich selbst spiegeln. „A Million“ und „All Our Sins“ gehören also gewissermaßen zusammen. Wie bereits angesprochen, ist das Album in drei unterschiedliche Akte unterteilt, wenn du so möchtest. Du hast also den ersten Akt und dann leitet dich die Nocturne zum nächsten Kapitel oder besser gesagt zu einem neuen Teil der Geschichte über und so geht’s dann weiter. Auch erzählt jeder Song im Einzelnen seine ganz eigene Geschichte und wenn du das alles zusammenführst, kommt etwas wirklich Großes dabei heraus. Als das Album fertig war, konnte ich es zunächst nicht glauben. Da gibt’s so einige Alben, bei denen ich mich zum Schluss nochmal hingesetzt und gesagt habe, dass sie eigentlich noch nicht fertig sind oder ich gern mehr daraus gemacht hätte, auch wenn die Leute sagen, dass sie gut sind, wie sie sind. Aber da juckt mich dann einfach etwas und sagt mir, dass ich es eigentlich anders, besser oder größer hätte machen können. „Noire“ ist das Album, an dessen Ende ich nur dasaß und zu mir sagte: „Ich bin wirklich fertig!“. Das letzte Mal hatte ich dieses Gefühl bei „Automatic“, wo ich genau wusste, dass das alles ist, was ich damit sagen wollte. Trotzdem sagte etwas in mir, dass da auch ein wenig mehr gegangen wäre, aber bei „Noire“? Nein. Hier habe ich versucht, alles auf ein neues Level zu heben. Beispielsweise mit einem Song wie „Collide“, von dem ich denke, dass es wirklich ein Stück epische Musik ist. Ich höre privat viele Künstler, die ausschließlich Musik dieser Art machen und das alles kommt hier zusammen. Und ich liebe das! Für mich ist das so, als würde ich mir meine eigene Plattensammlung anhören. Wenn du mich ganz genau kennenlernen möchtest, bitte sehr, das ist es! Es ist eine Reflexion von allem, was ich höre und facettenreich ich mein Leben mag. Ich möchte nicht, dass es nur einen Geschmack oder eine Richtung hat. Da gibt’s einfach so viele Einflüsse, die mich geprägt haben. Das übergreifende Konzept ist also eine Art Entfesselung. So, als würdest du ein Schloss aufsperren, nachdem du mit allem aufgeräumt hast, was dich zurückhält oder dir Energie raubt. Das kannst du in Kreativität umwandeln! Ich hatte plötzlich das Gefühl, frei zu sein… Zum ersten Mal nach sehr langer Zeit. Ich konnte tun was ich wollte, wie ich es wollte, wo ich es wollte. Es gab Momente, in denen ich nicht glauben konnte, wirklich diesen Song zu schreiben. Ich war, wie man so schön sagt, „auf Wolke sieben“ und konnte nicht glauben, dass das wirklich wahr ist. Wir haben zum Beispiel „God Of All“ oder „All Our Sins“ live gespielt und es ist einfach großartig, ein ganz anderes Level! Manche Leute haben mich danach gefragt, ob die Arbeit an „Resonance“ mich hier maßgeblich beeinflusst hat und ich habe ihnen gesagt, „Nein. Ich hatte schon immer orchestrale Einflüsse auf jedem Album. Von Beginn an waren sie immer da!“. Ich denke, manche Menschen nehmen oft nur das Offensichtliche wahr. Nach dem Motto: „Okay, das Album davor war orchestral arrangiert und dieses hier hat ebenfalls orchestrale Elemente… Das muss doch zweifellos miteinander zusammenhängen!“. Im Ernst, hört euch die verdammten Alben um Himmels Willen doch mal ganz genau an! Wenn es etwas gibt, dass du in der Musik von „VNV Nation“ heraushören kannst, ist es, dass ich schon immer bestrebt war, Elektronik und Orchester zu kombinieren. 

 

Roggenfaenger: Hast du zum jetzigen Zeitpunkt schon darüber nachgedacht, dieses Prinzip aufzugreifen und im Rahmen anstehender Veröffentlichungen weiter auszubauen oder gibt es vielleicht sogar ganz andere Pläne?

 

Ronan Harris: Das wäre wirklich die nächste Stufe für mich, etwas wirklich Großes und Episches zu erschaffen, wie eine Oper. Das ist mein erklärtes Ziel und es gibt sogar eine Möglichkeit, dass ich das tun werde! Also, ich werde dazu jetzt nicht viel mehr sagen, aber es gibt diese Chance. Du kannst all Ideen dieser Welt haben, aber wenn du nicht die Zeit dazu oder die entsprechenden Menschen um dich herum hast, die dich dabei unterstützen, wirst du’s nicht schaffen. Es ist oft nur eine Frage der Zeit. Gib sie dir und es wird werden. Ich hatte eine solche  Möglichkeit etwa mit „Resonance“. So etwas wollte ich eigentlich schon damals anno 1999 machen, aber es gab die entsprechenden Möglichkeiten nicht. Ich wusste nicht, wie. Und dann kam jemand zu mir und sagte, „Hey, möchtest du nicht vielleicht bei „Gothic meets Klassik“ mitmachen?“. Ich sagte, „Ja, klar!“ und plötzlich traf ich alle Menschen, die dazu nötig waren. Wir haben uns alle perfekt miteinander verstanden und ergänzt, jeder hat auf die wundervollste Weise miteinander gearbeitet, die man sich nur vorstellen kann. Große Dinge passieren, wenn es an der richtigen Zeit dazu ist… So auch bei „Noire“. Ich sollte dir vielleicht noch erzählen, dass es da ganze siebzehn Songs im Demo-Status gibt, die ich für das Album bisher nicht genutzt habe. Ich habe höchstens kleine Fragmente davon einfließen lassen, das war’s dann aber auch… Übrigens, ich mag die echt gerne! (nimmt eine weitere Zigarette aus der Packung und lächelt). Also, es waren jedenfalls nur kleine Elemente, die ich aber über die Jahre hinweg kreiert habe. Kleine Sequenzen und Melodien, die mir eine Menge bedeuten. Ich dachte mir, dass diese oder jene Melodie ja wunderschön ist und ich einen Song drumherum basteln könnte, damit alles seinen Platz hat. Also bin ich Stück für Stück alle alten Ideen durchgegangen, um sie zu etwas Größerem und Besserem zu machen. Aber ich habe ganze siebzehn Songs, die ich jetzt noch nicht vollendet habe. Ich habe nicht einmal damit angefangen, aber sie fühlen sich wirklich wie ein weiteres, anderes Album an. Manche von ihnen sind sehr melodisch und Song orientiert. Ich bin wirklich schon ganz aufgeregt, wenn ich nur daran denke, an diesen Songs zu arbeiten. Ich möchte aber auch ein paar Remixes zu „Noire“ machen, worüber ich auch schon mit Andre gesprochen habe. Ich habe gesagt, „Lass uns mal zusammensetzen, wenn wir von dieser Tour zurückkommen und etwas sehr minimalistisches, dunkles und Industrial-lastiges machen, das auf diesem Album basiert!“. So eine Art „Noire Redux“, die das Album auf seinen eigentlichen, ursprünglichen Kern reduziert. Darüber habe ich auch schon mit Scott von „iVardensphere“ (Anm. d. Red.: Aktueller Support auf der „Noire“-Tournee) gesprochen, weil er in diesem Bereich tätig ist. Ich möchte etwas, das du mit keinem normalen Album machen kannst. Du kannst mit einem bestimmten Stil nicht zu weit gehen, wenn du alles miteinander verbunden wissen willst. Also wir möchten etwas machen, das die Stücke zu ihren Wurzeln zurückbringt und sie innerhalb diesen Rahmens so weit pusht, wie nur irgendwie möglich. Vielleicht irgendwas in die Richtung des Dark-Electro oder Dark-Techno, also Industrial in seiner guten Form (lächelt). Ich liebe diese Stimmung, aber habe sie auf dem Album nicht weit genug erkundet. Ich glaube, dass zum Beispiel „A Million“ und „All Our Sins“ so noch eine ganz andere Ebene erreichen könnten… Oder auch „Immersed“ könnte somit noch auf ein gänzlich höheres Level gehoben werden. Ja, es gibt also eine ganze Menge zutun! Außerdem sind da auch noch ein paar andere Dinge, die ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe. Ich werde mit dem Studio ein weiteres Mal umziehen, weil das Gebäude, in dem es derzeit untergebracht ist, aufgekauft wurde und sie den Vertrag nicht verlängern. Aber das ist schon okay, ich habe eine neue Lokalität dafür gefunden. Ich kann also über das Jahr verteilt planen und arbeite an zwei neuen Projekten!

 

Roggenfaenger: Eine sehr gewichtige Frage stellst du dir mit der aktuellen Single „When Is The Future?“ ja quasi bereits selbst. In der Tat haben sich „VNV Nation“ schon immer auf eine gewisse Art und Weise mit visionärem Denken und Futurismus auseinandergesetzt, sich oftmals damit beschäftigt, ob und wie es wohl mit uns Menschen weitergehen wird. Im Einzelnen, aber auch im großen Ganzen. Also, was glaubst du: Wann können wir von uns behaupten, die oftmals so glorifizierte Zukunft endlich erreicht zu haben und wie sollte diese dann bestenfalls aussehen? Gibt es vor diesem Hintergrund eventuell auch mögliche künftige Entwicklungen, die dir eher Sorgen bereiten und zu unserem Nachteil sind?

 

Ronan Harris: Ich nutze das Internet seit 1991, da war es noch weitestgehend textbasiert. Ich war damals ein Computer-Programmierer in den Achtzigern, habe Systeme für Firmen entworfen und war verliebt in die Idee, dass Technologie eines Tages unsere Probleme lösen könnte. Aber die Technologie ist eben nur ein Hilfsmittel, sie hat keine Substanz, keinen Geist oder eine Seele, die uns anleitet. Wir sind bloß Menschen, die diese Dinge dazu benutzen, unser Leben einfach und besser zu machen. Aber wir nutzen diese Konsumgegenstände dazu, um uns glücklich zu machen und zeitgleich gibt es doch nichts, was uns unglücklicher machen könnte. Wir werden Roboter erschaffen, die uns all unsere Jobs nehmen, weil es das ist, was der kommerzielle Handel will. Wir glauben, dass die Technologie ausschließlich auf unserer Seite steht, aber so ist es nicht. Technologie ist für große Unternehmen gemacht, um eine Welt zu schaffen, in der sie überleben können. Wir sind bloß ein Werkzeug in diesem Prozess, aber wir sind noch zu jung dafür, um richtig damit umgehen zu können. Allein der Fakt, dass wir alle Telefone in unseren Taschen haben, die tolle Sachen vollbringen können, ist gerade einmal zehn Jahre her. Die meisten Menschen haben sich ihr erstes Smartphone dieser Art nicht geholt, als das iPhone oder etwas Ähnliches rauskam. Das fing alles erst in den späten 2000ern an. Die meisten von uns nutzen das Internet erst seit zehn Jahren verstärkt oder Facebook seit nicht einmal zehn Jahren. Wir sind Babies im Umgang damit und wissen nicht, das alles für uns zu nutzen. Wir wachsen noch und werden es schon herausfinden, aber ich glaube auch, dass wir uns in diesem Prozess erst noch stark verletzen werden…

 

Roggenfaenger: In einem bestimmten Song findest du einen sehr passenden, bildhaften Vergleich für unser gesellschaftliches Fehlverhalten. Dabei geht es um das lyrische Ich, das in einem brennenden Gebäude gefangen ist und doch tanzen und lachen alle anderen Personen um sie herum nur. Zu sehr mit sich selbst beschäftigt und blind, sie wirklich beachten zu können und ihr zur dringend notwendigen Hilfe zu eilen. Auch das abschließende „All Your Sins“ nimmt sich einer ganz ähnlichen Thematik an: Wir reden nicht mehr miteinander und wenn, hören wir uns nicht richtig zu. Ein jeder scheint nur noch stoisch seine eigenen Ziele im Blick zu haben, der Egoismus greift immer weiter um sich. Die Meinungsfreiheit wird zunehmend zur Randerscheinung degradiert, Toleranz scheint mittlerweile für viele ein Fremdwort geworden zu sein, während sich gewisse Gruppierungen und die Medien immer mehr anschicken, uns zu beeinflussen. Wir sehen viel eher weg, als wirklich noch hin und befinden uns mit diesem Tanz auf Messers Schneide auf dem besten Weg zum Abgrund. Was sollte sich deiner Meinung nach ändern, damit es nicht schon sehr bald plötzlich heißt: „Lights Go Out“?

 

Ronan Harris: Wir haben uns vorhin schon über „When Is The Future?“ unterhalten. Wir reden zwar immer von dieser vielversprechenden Zukunft, aber machen die Welt zeitgleich eigentlich nur schlechter und schlechter. Es gibt Leute auf diesem Planeten, die quasi geradezu inspiriert davon scheinen, wie schlecht wird sind und nach Lösungen für dieses Problem suchen. Es ist eine Art der Ungeduld: Wann ist es soweit? Wann werden wir realisieren, dass wir so nicht mehr weitermachen können? Wir fressen uns selbst, alleine schon im Internet. Es gibt so viele Leute, die einen erheblichen Mangel darin aufweisen, die Dinge verstehen zu können. Du kannst dich nicht mit elaborierten Wissenschaftlern über gewisse Sachverhalte streiten, von denen du eigentlich mehr fundierte Fachkenntnis benötigst, um sie auch vollständig nachvollziehen zu können, aber du kannst darüber nachdenken und so immer ein bisschen mehr darüber lernen. Wir vernichten all unsere Ressourcen und Mittel, es läuft am Ende immer darauf hinaus, uns gegenseitig zu bekriegen und wir steuern derzeit wirklich schnell darauf zu. Jeder will unbedingt Recht behalten, niemand möchte mehr diskutieren, Erfahrungswerte austauschen oder seine Meinung ändern. Wir reden einfach nicht mehr miteinander und das ist eine gefährliche Entwicklung. Es sind die Zeiten der Intoleranz und das macht mir wirklich Angst. Es herrscht eine Art der Zensur und wenn du nicht dafür bist, bist du dagegen. Es hat etwas davon, den Feind ausfindig machen zu wollen, dieses abstrakte, verborgene Feindbild erfüllt zu wissen. Frei nach dem Motto: „Wir müssen ihn loswerden! Wir müssen ihn töten! Er ist gegen uns!“. Ich meine, das ist doch verrückt! Ich habe einige Orte gesehen, in denen dieses Denken gerade in vollem Gange ist, wie beispielsweise in Amerika. Es kommen plötzlich Leute mit den extremsten Ansichten hervor und hören sich selbst offenbar gar nicht mehr zu. Was diese Typen zum Teil sagen, klingt noch schlimmer, als die jeweilige Gegenseite. Ganz im Ernst, ihr erschreckt doch jeden! Ihr werdet dadurch noch verrückter und extremer, als diejenigen, gegen die ihr eigentlich seid, aber das realisiert ihr gar nicht mehr, weil ihr nur auf eine bestimmte Situation reagiert. Aber die Personen, die das hören, werden dadurch automatisch beeinflusst. Sie beeinflussen damit etwa die Meinung von Jüngeren. Und das lässt dich wirklich nur noch über die Welt wundern, es ist wie eine Hexenjagd. Es hat so etwas schon einmal gegeben und es wurden eine Menge Menschen getötet. Jeder, der wie der erklärte Feind aussah und sie zwingen den Leuten ihren Grundsatz auf. Niemand ist davor sicher. Der einzige Weg ist, das alles rational zu sehen. Wir können eigentlich alle miteinander reden, uns gegenseitig verstehen und Freunde sein. Dabei interessiert es gar nicht, was dein jeweiliger Hintergrund ist oder an was du glaubst, wen du liebst oder was du hasst. Das, was zählt, ist, dass wir uns eigentlich alle untereinander verstehen könnten, aber das tun wir im Moment nicht. Es ist, als würden wir unsere eigene Vergangenheit auslöschen. So, als sei alles aus der Vergangenheit zwingend schlecht und böse. Diese eine Sichtweise ist sehr engstirnig. Ich ziehe es lieber vor, die richtigen Lehren daraus zu ziehen. Die Vergangenheit ist eine Bibliothek, aus der du schöpfen kannst. Alles, was du wissen musst, ist schon dort vorhanden! Wir haben sie für hunderte, wenn nicht sogar für tausende von Jahren angefüllt. Wir alle waren dabei längst nicht immer perfekt, aber wir wissen, wie wir die Dinge angehen müssen. Es ist ein bisschen wie das Menschsein an sich. Du möchtest etwas lernen? Dann sagst du dir, „Oh, ich habe so etwas Ähnliches doch schon einmal zuvor gemacht!“ und dann ziehst du dir die entsprechenden Ansätze daraus und so geht’s dann weiter. So einfach geht das! Du gehst in deiner eigenen Vergangenheit zurück, suchst dir die besten Erkenntnisse daraus aus und löst das Problem damit. Das ist unsere Antwort. Wir sind eigentlich so kurz davor, die Dinge großartig werden lassen zu können, aber alles was wir tun, ist es, sie schlechter und schlechter zu machen. Niemand interessiert sich dafür. Stattdessen halten wir nach Leuten Ausschau, die wir für unsere Probleme verantwortlich machen können und auch die Politiker scheinen sich weniger und weniger darum zu scheren… Ich frage mich manchmal wirklich, wo das noch enden soll, weil wir uns unaufhaltsam auf einen kritischen Punkt zubewegen. Aber wir werden wahrscheinlich erst dann erkennen, was wir angerichtet haben, wenn es irgendwann den großen Eklat gibt und dann wird es hoffentlich einige schlaue Leute geben, die uns sagen, dass wir damit endlich aufhören und umkehren müssen. Wir müssen wieder nach vorne schauen, langsam und vorsichtig. Ansonsten wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir uns mit einem riesigen Desaster konfrontiert sehen und jeder schreien wird: „Bitte helft uns!“. Das ist das Problem mit den Menschen. Wir ändern unser Leben solange nicht, bis wir unumgänglich den schlimmsten Konsequenzen ins Augen blicken müssen. Wenn du beispielsweise rauchst (blickt kurz auf unsere Zigarettenpackungen) und dir jemand sagt, „Du musst unbedingt damit aufhören, sonst bekommst du noch Krebs!“, ist deine Reaktion darauf bloß, „Jaja, wie auch immer!“, aber wenn du dann gesundheitliche Probleme bekommst und wirklich schwer krank bist, veränderst du erst etwas. Nur dann, wenn du mit dem Problem direkt konfrontiert bist, denkst du nach und dein Gehirn legt den Schalter um. Ich glaube, wir sind noch wie heranwachsende Kinder oder Babies, die in ihrer Entwicklung durch eine harte Schule gehen müssen. Wir sind knapp zweitausend Jahre von den Römern entfernt, fünftausend Jahre von den Ägyptern, siebentausend Jahre von den Sumerern… Das ist nichts! Wohin wird die Reise gehen? Wir haben doch all die Antworten und wissen, was wir tun und wie wir unsere Probleme lösen können, aber wenn niemand miteinander spricht, kann es für all die Kriege und das Chaos keine Lösung geben. Vielleicht werden sich daraus eines Tages Gemeinschaften bilden und ihr eigenes, kleines Leben schaffen, wie es ihrer Meinung nach sein sollte und somit die Blaupause für alle anderen hinterlassen. Das ist eine schöne Vorstellung und ich denke, das wäre eine der Möglichkeiten, aber lass uns nicht weiter über Weltpolitik reden (lächelt).

 

Roggenfaenger: Vielen lieben Dank dafür, dass du dir heute die Zeit für dieses Gespräch genommen hast! Hast du abschließend vielleicht noch ein paar Worte, die du direkt an die Leser richten möchtest?

 

Ronan Harris: Ich finde es so schön, dass deine Leser das letzte Interview als so interessant und berührend empfunden haben. Ich wünschte, dass wir uns noch länger unterhalten könnten, das wünschte ich wirklich. Ich wünschte, dass ich Gespräche dieser Art öfter führen könnte und dass es da draußen mehr Leute gibt, die solche Gespräche miteinander haben. Das ist etwas, wofür du dich entscheiden musst, es tun zu wollen… Es wird sich nicht von Natur aus einfach so ergeben, aber wir alle tragen es in uns, eine kleine Ecke auf dieser langen Straße etwas besser machen zu können. Wenn wir nur genug Punkte setzen, werden sie sich irgendwann miteinander verbinden. So sehe ich das. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es da draußen Leute, wie die Leser deiner Seite gibt, die solche Dinge hören wollen. Das bedeutet Hoffnung! Es gibt so viele freidenkende, normale Menschen dort draußen… Es gibt nicht nur diese kleine Minderheit von wütenden Personen, die etwas Schlechtes in allem sehen und die ganze Welt nach ihrem Bild verändern wollen. Die meisten von uns sind noch immer rational denkende, offene Menschen, die einfach nur ein schönes Leben haben wollen. Die sich gern unterhalten und ihre Freunde in einem Club, in einer Bar, auf der Straße oder in einem Café treffen möchten, um einfach zusammen zu lachen, herumzublödeln und Spaß zu haben. Es gibt keinen anderen Grund zu leben, als glücklich zu sein und das Beste dafür zutun, was du kannst! Und ich fühle mich wirklich sehr geehrt, dass du mir all diese wundervollen Fragen gestellt hast und es die Leute lesen, darüber nachdenken und für sich diskutieren werden. Es bedeutet mir wahnsinnig viel, dass es Menschen gibt, die so etwas gerne mögen und ich denke, dass du einen wundervollen Job damit machst, indem du dich und sie auf diese Weise miteinander verknüpfst! Hass ist einfach… Hass ist so dermaßen einfach. Die Intelligenz und den Mut zu haben, um aus seiner Komfortzone herauszukommen und zu sagen, „Ich mag das, das ist wirklich interessant. Lass uns doch darüber sprechen!“, erfordert vielleicht ein bisschen mehr Courage und Tapferkeit. Es ist aber eigentlich so einfach und wenn du es dann machst, ist es eine wunderschöne Erfahrung. Es hilft dir und gibt dir das Gefühl, ein besserer Mensch zu sein… Das ist das Ziel. Wenn ich also neben all den anderen Kreativen etwas dazu beitragen kann, den Menschen dort draußen damit zu helfen, gibt es keine bessere Belohnung. Also: Dankeschön dafür!

 

Impressionen:

 

http://franzschepers.com

 

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