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Amphi Festival - Tag I - Tanzbrunnen, Köln - 20.07.2019


Veranstaltungsort:

Stadt: Köln, Deutschland

Location: Tanzbrunnen

Kapazität: ca. 12.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Nein

Homepage: http://www.amphi-festival.de

Samstag, 20.07.2019 - Amphi Festival Tag 1:

Wir schreiben Samstag, den 20.07.2019 und eigentlich gibt es dieses eine Mal vorab gar nichts Besonderes, Ungewöhnliches oder Kurioses zu berichten, was ja auch durchaus seine guten Seiten hat. Gegen 09.00 Uhr morgens steige ich am Hauptbahnhof Bochum in den ICE in Richtung Köln, der tatsächlich pünktlich und ohne jegliche Verspätung am Gleis einfährt. Da ich in diesem Jahr nicht am exklusiven Zusatz-Event „Call The Ship To Port“ am Vortag teilgenommen habe, reise ich also erst zu Beginn des regulären Programms an. Das ist im Kern zwar ein wenig stressiger, spart aber auch unnötige Zusatzkosten ein. Bereits eine gute Stunde später steige ich mit meinem Koffer am Zielort aus und navigiere mit dem Handy in der anderen Hand zum Hotel, das glücklicherweise nicht allzu weit entfernt liegt. Da ich für den Check-In viel zu früh dran bin, unterschreibe ich schnell alle notwendigen Unterlagen und lasse mein Gepäck von einem der Mitarbeiter bis zum Abend einlagern, bevor es dann mit dem Taxi endlich zum Tanzbrunnen geht. Das Wetter ist, wie hier im Sommer üblich, ausgezeichnet und dabei trotzdem nicht so drückend heiß, wie in den Vorjahren. Schon auf dem Weg durch den Stadtteil Deutz sind zahlreiche Besucher zu sehen, die zweifellos dasselbe Ziel ansteuern. Die Domstadt trägt an diesem Wochenende wieder Schwarz! Mein Fahrer ist wirklich nett und stellt praktisch ohne Unterlass interessierte Fragen zum Festival, der Musik und dem Publikum, da er erst seit kurzem in Köln arbeitet. Am Gelände angekommen, begebe ich mich direkt zur Tageskasse, an der auch die Gästeliste ausliegt und nenne meinen Namen. Auch hier klappt alles ohne Probleme. Nachdem ich mein gelbes Presse-Bändchen ums Handgelenk gelegt bekommen habe und die Tasche vorschriftsgemäß kontrolliert worden ist, passiere ich die Tore. Endlich wieder zurück, ein bisschen wie nach Hause kommen... Hallo Amphi Festival 2019!

Mainstage, 11.00 Uhr - "Seelennacht":

Guten Morgen, Amphi Festival 2019! Wie doch die Zeit vergeht... Kaum hat man den ehrwürdigen Toren des Tanzbrunnens im vergangenen Sommer den Rücken zugedreht, ist es auch schon wieder soweit und man steht erneut vor der Hauptbühne auf dem sonnigen Gelände mitten in Köln-Deutz. Obwohl die hohen Temperaturen bereits jetzt leicht an der 30er-Marke kratzen, ist das Wetter doch gefühlt um einiges erträglicher, als noch in den vergangenen Jahren. Es ist angenehm warm, aber eben nicht unerträglich heiß. Eine gute Grundlage, um den Einstieg ins diesjährige Programm zu begehen. Noch weit bevor das Theater oder die Orbit Stage, welche dieses Mal einem gediegenen Wasserspiegel sei Dank nahe des Hauptgeländes vor Anker liegt, ihre Tore öffnen, gebührt „Seelennacht“ die große Ehre, das Festival-Wochenende nach einer ausführlichen Anmoderation zu eröffnen. Das 2008 in Baden-Württemberg gegründete Duo aus Keyboarder René Wedekind und Sänger Marc Ziegler beschreibt seinen Stil als „Dark Romantic Electro-Pop“ und soll damit Recht behalten. Die stark eingängigen Songs, wie etwa der powernde Opener „Vorwärts“, „New Visions“, „Fährmann“ oder „Neuzeit“, besitzen nicht allein nur einen dunkel-poppigen Touch, sondern sind zudem lyrisch allesamt von berühmten Literaturvorlagen eines Jules Vernes oder H.G. Wells inspiriert und behandeln vornehmlich zwischenmenschliche Sehnsüchte, Träume und auch Ängste mit einem gewissen Hauch stilistischer Steampunk-Romantik. Das alles führte in den nunmehr elf Jahren des erfolgreichen Bestehens zu insgesamt fünf Singles, eine EP und fünf Longplayern bei stetig steigender Beliebtheit, was gerade Tracks wie „Aftermath“ oder „Die Zeit Zurückdrehen“ beweisen, die allesamt echtes Hit-Potential in sich bergen. „Keeping Hope“ setzt an diesem frühen Morgen nach etwa vierzig Minuten den perfekten Schlussakzent und lässt für die beiden einnehmenden Musiker hoffen, dass sich folglich noch einige Hörer mehr der abenteuerlichen Reise ins schwarze Seelenleben anschließen werden.

Setlist:

01. Vorwärts

02. New Visions

03. Schall und Rauch

04. Fährmann

05. Pathfinder

06. Neuzeit

07. Aftermath

08. Die Zeit Zurückdrehen

09. Keeping Hope

Mainstage, 12.10 Uhr - "Erdling":

Um 12.10 Uhr ist es auch schon an der Zeit für die zweite Band auf der Mainstage und wie das rege Besucheraufkommen zu dieser frühen Stunde vermuten lässt, haben sich tatsächlich so einige Gäste auf diesen Act gefreut. Kein Wunder, immerhin haben die vier sympathischen Musiker von „Erdling“ seit ihrer Gründung im Jahr 2015 mit insgesamt drei Studioalben gehörig vorgelegt und konnten sich unter anderem als Support von echten Szene-Urgesteinen wie etwa „Megaherz“ vor einem größeren Publikum unter Beweis stellen. So ist es nur allzu verständlich, dass die vorfreudige Menge die Bayern zum energiegeladenen Opener „Mein Element“ mit reichlich Applaus und Bewegung in den vorderen Reihen herzlich Willkommen heißt. Dass das für einen gebührenden Festival-Auftakt aber noch lange nicht ausreicht, stellt Sänger Nils „Neill“ Freiwald gleich zum folgenden „Du Bist Soldat“ herausfordernd fest. „Einen wunderschönen guten Morgen, Amphi! Das hätte jetzt doppelt so laut sein können, da geht doch noch mehr, oder?“, lacht er und erkundigt sich danach weiter. „Wer war schon mal bei uns auf dem Méra Luna dabei? Und wer hat uns vorher noch nie gesehen? Na, dann schauen wir mal, dass die Familie heute noch größer wird, oder? Schön, dass ihr alle da seid. Wir machen jetzt noch so eine halbe Stunde und gehen dann mit euch zusammen einen trinken, aber vorher müsst ihr noch ein bisschen mitmachen und singen, okay? Dann probieren wir das gleich mal aus!“. Gesagt, getan. Zur selbstbetitelten Hymne „Erdling“ darf jener Bandname nach dem Anzählen gleich mehrmals lauthals skandiert werden und auch das romantisch rockende „Supernova“ vom zweiten Ableger kommt gut an, was auch das Quartett freudig bemerkt. „Dankeschön, wir haben echt lange nicht mehr so viel Spaß gehabt!“, grinst Freiwald zu seinen Kollegen und lädt danach mit dem „Tieftaucher“ zu einer kleinen Abkühlung ein, ehe sich Köln stimmlich wie der berühmte „Phönix“ aus der Asche erhebt. Man solle sich schon mal für die befreunden Kollegen von „Lord Of The Lost“ warm machen, so heißt es. „Lasst uns heute alle eine Sprache sprechen!, lautet dann die klare Ansage zu den aktuellen Singles „Wir Sind Midgard“ und „Im Namen Der Krähe“ vom kommenden Album „Yggdrasil“. Sichtlich erschöpft gesteht Freiwald, dass letzterer Titel auf dem vollendeten Release eigentlich ein Duett ist: „Man muss dazu sagen, dass normalerweise noch ein Gastsänger dabei ist, der mich gesanglich etwas entlastet, nämlich Robse von „Equilibrium“...“, erzählt er und knüpft an. „Lasst uns mal etwas versuchen. Wir gehen mal alle kurz in die Hocke. Ah, einige verdrehen jetzt schon ihre Augen. Ihr wisst gar nicht, wie scheiße das eigentlich aussieht, wenn man als Einziger steht!“, motiviert er auch die letzten Zögernden, zum finalen Hit „Blitz Und Donner“ im Takt zu springen, während er eine große Fahne mit dem Band-Logo darauf schwingt. „Dankeschön, Amphi und viel Spaß noch heute!“, verabschieden sich „Erdling“ gutgelaunt nach dem obligatorischen Foto vor der jubelnden Menge und lassen ein rundum glückliches Publikum zurück.

Setlist:

01. Mein Element

02. Du Bist Soldat

03. Erdling

04. Supernova

05. Tieftaucher

06. Wir Sind Midgard

07. Phönix

08. Im Namen Der Krähe

09. Blitz Und Donner

Mainstage, 13.25 Uhr - "Chrom":

Jetzt geht es erst richtig los: Pünktlich zur Mittagsstunde füllt sich das weitläufige Gelände des sonnendurchfluteten Tanzbrunnens nun immer mehr. Viele Besucher steuern hierbei sofort die Mainstage an, denn auch der nächste Act trifft seit Jahren definitiv einen Nerv der schwarzen Szene bei steigender Beliebtheit. Obwohl sich Köln zum jetzigen Zeitpunkt noch besten Wetters erfreut, wurde das Moderatoren-Team dazu angehalten, das Publikum über eine mögliche Unwetterwarnung zu informieren. Zwar gäbe es noch längst keinen triftigen Anlass zur Sorge, wie einst 2015, als der gesamte Außenbereich der Lanxess Arena aufgrund eines aufziehenden Sturms großflächig abgesperrt und das Geschehen ins Innere verlegt werden musste, dennoch lässt man lieber Vorsicht statt Nachsicht walten. Der kleine Dämpfer ist jedoch schon sehr bald Geschichte, da Jens Domgörgen es sich nicht nehmen lässt, die folgende Band stilecht auf Kölsch anzusagen: „Chrom“. Unter frenetischem Applaus tritt kurz danach Thomas Winters hinter das Keyboard, um mit „Regret & Testify“ zu eröffnen, worauf wenig später auch schon Sänger Christian Marquis hinter dem schwarzen Vorhang erscheint. Die Stimmung auf dem großen Platz vor der Bühne nähert sich dem Siedepunkt an, sodass auch ein erster, kleiner Regenschauer diese kaum mehr trüben kann. Im absoluten Gegenteil: Viele Gäste scheinen die lauwarme Erfrischung aus den Wolken regelrecht zu genießen und tanzen zu den poppig-melodischen Club-Krachern wie „Walked The Line“, „In My World“ oder „Memories“ so dermaßen ausgelassen unter dem dunklen Himmel, als gäbe es keinen Morgen mehr. „Hallo Amphi Festival! Sagt mal, habt ihr Bock?“, fragt Marquis augenzwinkernd und bekommt direktes Feedback in Form von noch mehr freudiger Bewegung in den dichten Reihen. Keine Frage, die gute Laune des sympathischen Duos aus Düren steckt schnell an und seine Musik verströmt praktisch ohnehin positive Vibes am laufenden Band. Da fällt es fast nicht auf, dass es mittlerweile wieder trocken geworden ist. Ganz egal, ob knallhart wummernde Beats des aggressiven „Murder Fantasies“, emotionale Höhepunkte in „Losing Myself“, tranceartige Tanzbefehle bei „Loneliness“ oder schwelgerische Momente zu „Staring At The Sun“: Nahezu jeder einzelne Track ist hier ein wundervoller Ohrwurm mit ganz viel Melodie und Herz. Das entgeht hier sicher keinem Besucher, ganz gleich ob eingefleischter Fan oder Neuling. Der berühmte Funke springt in der durchweg unterhaltsamen Dreiviertelstunde schnell über, sodass alle Anwesenden und nicht zuletzt auch die sichtlich erfreute Band selbst eine tolle Zeit miteinander haben. Ein mehr als gelungener Festival-Start, wie er sein sollte, oder?

Setlist:

01. Regret & Testify

02. Walked The Line

03. In My World

04. Memories

05. Murder Fantasies

06. Losing Myself

07. Loneliness

08. Staring At The Sun

09. Start Of Something New

Theater, 14.05 Uhr - "Massive Ego":

Als Nächstes steht für mich ein Besuch des Theaters auf dem Programm, welches in diesem Jahr erstmalig unter dem plakativen Sponsoring der bekannten Szene-Bekleidungsmarke „Original Boots and Braces England“ seine Pforten für die Besucher öffnet. Dass jenes Branding, bis auf den doch etwas ungewöhnlichen Namenszusatz, praktisch keinerlei offensichtliche Auswirkungen auf das Geschehen hat und somit alles beim Alten bleibt, bemerke ich schon auf dem kleinen Vorplatz. Neben einem Getränkeausschank, von dem sich im Inneren wie üblich noch zwei Weitere befinden, gibt es hier auch noch einen Asia-Wok, viele Sitzgelegenheiten, saubere Sanitäranlagen und ziemlich praktische Schließfächer, in denen die Gäste ihr Hab und Gut gegen eine kleine Gebühr einlagern können. Ein wirklich schönes Angebot mit einem kleinen, ärgerlichen Haken: Möchte man noch einmal an sein Handgepäck, lässt sich das Fach plötzlich nicht mehr abschließen und verlangt nach einer weiteren Zahlung. So ist der hiesige Münzeinwurf also kein einmaliger Pfand, sondern eine Zahlung, die fortan abermals getätigt werden muss. Blöd gelöst, wie auch einige andere Besucher kundtun. Doch davon lasse ich mich gar nicht weiter beirren und betrete mit einem Getränk den gut gefüllten Saal. Die kühle Luft der Klimaanlage ist eine wohltuende Erfrischung für die erhitzten Gemüter, von der im weiteren Verlauf des Tages bei steigendem Besucherzuwachs allerdings nicht mehr allzu viel zu merken sein wird... Obwohl „Massive Ego“ im weitesten Sinne bereits seit 1996 aktiv sind, sollte es bis auf die Veröffentlichung einiger Singles, Features und einer EP noch rund zwanzig Jahre andauern, bis mit „Beautiful Suicide“ das Debüt in Form eines vollständigen Fulltime-Albums über Label Out Of Line Music auf den Markt kam. Das fertige Endprodukt wusste dann ebenso viele Interessierte zu überzeugen, wie auch der Support-Slot bei „Blutengel“ und bestätigte die bekannte Lebensweisheit, dass gut Ding manchmal tatsächlich Weile haben will. Zum Glück mussten die Fans des exzentrischen Electro-Trios nicht wieder so lange auf musikalischen Nachschub warten und so steht mit „Church For The The Malfunctioned“ seit Frühjahr diesen Jahres der Nachfolger bereit. Der poppige Sound des Erstlings ist durchaus an sich selbst gewachsen, etwas rauer und vor allem düsterer geworden, wie unter anderem die aktuelle Single-Auskopplung „Digital Heroin“ zeigt, mit der nun eröffnet wird. Das Publikum findet schnell Gefallen daran und bereitet Drummer Oliver Frost, Keyboarder Scot Collins und Sänger Marc Massive einen herzlichen Empfang. „Dankeschön. Macht mal etwas Krach, Amphi!“, begrüßt der gewohnt exotisch gekleidete Mastermind die rund eintausend Besucher. „Der Himmel öffnet sich, dunkle Wolken ziehen auf und es regnet. Ich mag das!“, kommentiert er den derzeitigen Wetterzustand lächelnd und gibt einen kleinen Ausblick auf den weiteren Verlauf. „For The Blood In Your Veins“ und „Kill The Conspiracy“ drücken das Tempo jetzt wieder mehr nach vorne und animieren die Menge zum Tanzen, bevor es mit dem melancholischen „Low Life“ wieder etwas ruhiger zugeht. Während Massive am Bühnenrand seinen lilafarbenen Glitzer-Blazer gegen einen schwarzen Anzug auswechselt, hält Collins die Fans mit seinen passablen Kenntnissen der deutschen Sprache bei Laune, die zur hellen Freude der Anwesenden mit Sprüchen wie „Ich fahre auf dem Schlitten zum Schloss der Titten!“ vor allem auf anrüchigen Reimen beruhen. „Hört auf zu lachen!“, grinst er und übergibt anschließend wieder an den Sänger, der jetzt erst das finstere Szene-Bekenntnis „My Religion Is Dark“ und mit „I Idolize You“ dann die erste Single anstimmt, die von einem wogenden Händemeer begleitet wird. „Vielen Dank! Oh, das ist ganz schön schwitzig hier...“, bemerkt Massive lachend und lädt mit „Malfunctioning Me“ sodann alle Besucher in seine ganz eigene Kirche ein. Für „Point Of No Return“ hat man mit Kyle J. Wilson der Industrial-Metaller „Auger“ sogar noch einen namhaften Special Guest in der Hinterhand, bevor das gelungene „And One“-Cover zu „Military Fashion Show“ das leider viel zu kurze, dafür aber umso intensivere Set unter lautem Applaus beschließt. Wer möchte da bitte nicht zu seiner Andersartigkeit stehen?

Setlist:

01. Digital Heroin

02. For The Blood In Your Veins

03. Kill The Conspiracy

04. Low Life

05. My Religion Is Dark

06. I Idolize You

07. Malfunctioning Me

08. Point Of No Return (feat. Kyle J. Wilson)

09. Military Fashion Show ("And One" Cover)

Mainstage, 14.50 Uhr - "Samsas Traum":

Vor der Mainstage ist es mittlerweile richtig voll geworden und das selbstverständlich nicht ohne Grund, denn mit „Samsas Traum“ steht jetzt nicht nur ein musikalischer Hochkaräter auf dem Programm, sondern zudem eine echte Ikone der schwarzen Szene und weit darüber hinaus. Nach dem letzten Gastspiel im Jahr 2015 auf den regnerischen Wiesen vor der gigantischen Lanxess Arena, wurden immer wieder vermehrt Wünsche der Besucher laut, das Projekt um Frontmann und Mastermind Alexander Kaschte endlich wiedersehen zu wollen. Dazu gibt es neben oben genannten Aspekten auch allen Grund, denn vor gar nicht allzu langer Zeit ist mit „Scheiden Tut Weh“ ein neues Album aus den Archiven erschienen, welches durch engagiertes Crowdfunding der treuen Fanbase endlich in formvollendeter Studio-Qualität realisiert werden konnte und demnach heute Nachmittag live aufgeführt werden soll. Für den Beginn werden mit „Ich Sehe Die Sterne Bei Tag“ und „Für Immer“ jedoch zuerst zwei bekannte Klassiker reaktiviert. Im Rahmen eines vergleichsweise doch recht knapp bemessenen Festival-Sets eine sehr gute Entscheidung, die schnell dazu führt, auch jene Besucher zu erreichen, die mit dem aktuellsten Material noch nicht vertraut sind. „Dein Bleicher Wolf“ ist so ein Stück und wird ebenso wohlwollend angenommen, wie danach das gnadenlos walzende „Schlaf In Den Flammen“. Kein Zweifel: Es ist die perfekte Mischung aus Alt und Neu, die ganz nebenbei noch verdeutlicht, dass die Band mit frischen Songs ihren hohen Standard hält, die sich nicht vor den Großtaten vergangener Tage zu verstecken brauchen. „Vielen herzlichen Dank! Wie ich vorhin bei der Autogrammstunde schon mitbekommen habe, haben auch einige Leute aus dem slawischen Kulturkreis den weiten Weg nach Köln auf sich genommen, um uns hier zu sehen. Dankeschön dafür!“, richtet Kaschte zur kurzen Begrüßung einige Worte an das begeisterte Publikum und gönnt sich keine Pause, denn schon mit „Igel In Nebel“ und den kultigen „Stromausfall Im Herzspital“ geht es direkt weiter. „Woher kommt ihr eigentlich?“, erkundigt er sich danach bei den Fans und lädt anschließend alle gemeinsam zu einer rasanten Fahrt zur „Endstation.Eden“ ein. Mit Schlagzeuger Michael „Cain“ Beck, Bassist Matthias Fischer, sowie den beiden Gitarristen Evgeniy Bordo und Andrew Ongley hat der Traum eine ungemein starke Besetzung im Rücken, welche die ab