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ASP - Interview Teil II (2019)

14.12.2019

Roggenfaenger: Der „Eishimmel“ ist eine emotionale und zugleich dramatische Power-Ballade, welche in instrumentaler Hinsicht ebenso stark und widerstandsfähig nachwirkt, wie die frostige Ausweglosigkeit über dem Protagonisten selbst. Beschäftigt dich jene beklemmende Vorstellung, im übertragenen Sinn unter dem Eis gefangen zu sein, schon seit längerer Zeit?

 

Asp: Das ist keine meiner Urängste. Die schlimmere Angst wäre es, ein Dilemma zu erleben. Sprich, eine Sache, die man nicht lösen kann. Es gibt den Erzähler unter dem Eis und seine Bezugsperson über dem Eis. Wollen sie zueinander kommen, müssen sie diese Grenze durchbrechen. Doch diese Welten sind nicht miteinander vereinbar, denn einer der beiden würde dabei sterben und diese Ausweglosigkeit wird in dem Stück beschrieben. 

 

Roggenfaenger: Die direkte Fortsetzung zum ersten Teil des "Falsche Leuchtfeuer"-Triptychons, "Die Untiefen", hört auf den trügerisch harmonischen Titel „Liebes Licht“. Ein zunächst deutlich ruhiger konzipiertes Stück, das im ersten Moment eher warm und fast schon nach romantisch reduzierter, balladesk konzipierter Kammermusik klingt. Wie schreibt sich ein solches Arrangement und vor allem der dazugehörige Text? Immerhin ist hier eine komplett eigenständig funktionierende Geschichte entstanden, die dennoch den Anspruch hegt, an den vorherigen Part anknüpfen zu wollen.

 

Asp: Ich muss tatsächlich sagen, dass „Liebes Licht“ eines der einfacheren Stücke war. Eine relativ klare Erzählung und ich glaube, dass ich mich noch relativ gut an den Moment erinnern kann, als ich den Text geschrieben habe. Dieser entstand an einem einzigen Nachmittag und danach musste ich schlafen, denn das war "zutiefst" erschöpfend. Ich gönne mir ein solches Stück sehr gerne, das komplett mein Metier ist. Im Grunde ist es eine klassische Ballade, die ich auf jedem Album in gewisser Weise habe. Solche Texte zu schreiben und die passenden Reime zu finden, fällt mir leicht. Da ergibt ein Wort das Nächste, darin fühle ich mich total wohl. Vor allem weil es den großen Vorteil hat, dass ich mich nicht kurzfassen muss. Inhaltlich hat es etwas Romantisches und ist dennoch eine klassische Geistergeschichte, die ich versucht habe mit einer anderen Perspektive auszustatten. Die zentrale Frage dabei ist: Warum kann die Seele nicht aus der Welt? Das ist das Hauptthema, das ich aufgegriffen habe. Warum ist das Licht an der Küste, das den Seemann nach Hause leiten sollte, aus? Die andere Ebene ist die, dass wir alle schon Menschen begegnet sind, die für uns ein solches Licht waren und dann plötzlich nicht mehr sind. Macht ein solch nahestehender Mensch ein solches Licht aus, so wird man orientierungslos und irrt ebenfalls geister-gleich durch die Welt. 

 

Roggenfaenger: War dir bei dieser Komposition sofort klar, dass es dieser gefühlvollen Geschichte zusätzlicher Streicher-Elemente aus Violine und Cello bedarf? Hattest du Nikos Mavridis und Tim Strahle durch die vorherigen Zusammenarbeiten dabei direkt im Hinterkopf?

 

Asp: Das hat relativ lange gedauert. Ich wusste, dass ich einen Song mit diesen Instrumenten haben möchte und ich wusste ebenso, dass es ein Stück gibt, dass die eben beschriebene Thematik wieder aufgreift. „Liebes Licht“ ist ein Teil jenes Triptychons, das auf „zutiefst“ mit den „Untiefen“ begonnen hat. Diese beiden Stücke sind miteinander verknüpft und fließen ineinander. Das Geigen- und Cello-Thema war tatsächlich auch das Erste, das ich für dieses Stück komponiert habe. Ja, denn das sind beide Musiker, mit denen ich in der Vergangenheit bereits zusammengearbeitet habe. Nikos war auf der „Zaubererbruder Live & Extended“-Tournee mit dabei und wenn ich ihn bekommen kann, dann muss er spielen. Dieser Mann hat einen Ton, der mir einen Schauder nach dem anderen über den Rücken jagt. Tim hat schon für meine andere Band, "Herumor", Cello gespielt. 

 

Roggenfaenger: An achter Stelle folgt „Tintakel“, die erste Single-Auskopplung des neuen Albums und somit auch der allererste Eindruck, den du deinen Hörern gewährt hast. Ergab sich diese Wahl für dich eigentlich ganz von selbst und wenn ja, warum?

 

Asp: Aus mehrere Gründen, ja. Tatsächlich finde ich, dass ein Song, den ich selbst gerne sowohl im Club als auch im Radio hören würde, sich sehr gut als erste Single eignet. „Tintakel“ ist kurz, knackig und griffig. Außerdem kann diese Nummer sehr gut vom Rest des Albums losgelöst gehört werden. Die Geschichte ist sehr eigenständig und grade wenn es um Vorab-Singles geht, bin ich immer sehr froh und dankbar, wenn ich ein solches Stück zur Verfügung habe, das noch keine Schlüssel-Elemente aus dem Album verrät, denn da kenne ich meine Fans dann auch so gut, dass ich weiß, dass sie gar nicht zu viel im Vorfeld erfahren möchten und dann eine Single eher noch ablehnen und sagen: „Nein, ich möchte das Album am Stück hören und genießen.“ Wenn ich aber im Vorfeld kommunizieren kann, dass das Lied losgelöst gehört werden kann, wird das viel besser akzeptiert. Das heißt, ich muss im Grunde zwei verschiedene Wünsche erfüllen: Für die bestehenden Fans darf es noch nichts verraten und gleichzeitig soll eine solche Nummer möglichst viele neue Fans generieren. Beim letzten Album hatten wir ein Fan-Voting gemacht, da sollten die Fans über die dritte Single entscheiden. Diese fiel auf den Titelsong „zutiefst …“, eine komplexe Achteinhalb-Minuten-Nummer, die man als Vorab-Single niemals veröffentlichen könnte. Damit würdest du keine neuen Fans zu dir locken, denn man möchte ja zu Beginn eine Art Einstiegsdroge zur Verfügung stellen. Dazu eignet sich ein kurzer, knackiger Song dann doch sehr viel besser. Wie das immer so ist, der Text erzählt eine "ASP"-typische Gothic-Novel-Geschichte und daran habe ich wirklich am längsten geschrieben. Es existierten drei verschiedene Versionen, und während des Komponierens habe ich die Lyrics dann noch ein weiteres Mal umgeschrieben: Nochmals kürzer und prägnanter, um dieses Destillat auf den Punkt zu bringen. Die Leute fragen mich immer: „Bitte erkläre doch einmal, was ist "ASP"?“ Denen kann ich nun sagen: „Ich habe euch ein Stück mitgebracht, das erklärt euch das viel besser.“ Da bin ich wirklich sehr stolz drauf, aber ob es am Ende dann auch so funktioniert wie angedacht, da steckt man nicht drin. Ich habe aber zumindest mein Möglichstes getan, dass es funktionieren kann. 

 

Roggenfaenger: Möchtest du den Lesern etwas mehr von dem Tattoo-Wesen aus dem Song erzählen und hast du vielleicht sogar selbst eine Tätowierung, die dir besonders wichtig ist?

 

Asp: Das ist ebenfalls etwas, das dieser Tiefsee-Thematik entspringt, denn da gibt es noch so viel Faszinierendes zu entdecken. Tinte ist für mich zum Beispiel etwas Besonderes, so eine Art von "Schreiberblut". Verbindet man dieses mit Tintenfischen und Sepia, so empfindet man Tinte als etwas sehr Machtvolles. Schreiben bedeutet Leben für mich. Das heißt im Umkehrschluss: Tinte hat Macht. Von diesem Thema ausgehend war es nur noch ein kleiner Schritt, mir selbst vorzustellen, welches Wesen so etwas wohl verkörpern könnte. Tinte, die eine Art Eigenleben entwickelt und selbst zu einem Wesen wird. Man weiß nicht, was es genau sein könnte. Ich habe überhaupt keine Tätowierung, und das liegt vor allem daran, dass ich nicht das entsprechende Motiv finden kann. Andere Menschen nehmen das vermutlich sehr viel leichter, aber ich bin tatsächlich immer an meinen Zweifeln gescheitert. Ich kreise schon so lange um dieses Thema und möglicherweise finde ich jetzt das richtige Motiv, wo es doch genau in diesem Song „Tintakel“ um ein Tattoo beziehungsweise ein Tattoo-Wesen geht. Es wäre schön, wenn sich daraus wirklich etwas für die Ewigkeit entwickeln würde. 

 

Roggenfaenger: „Schatten Eilen Uns Voraus“ ist musikalisch einer der wohl komplexesten Titel auf dem neuen Werk und darüber hinaus mit seiner gesellschaftskritischen Lyrik nahtlos in unsere Welt übertragbar. Brauchst du solche Songs, um diesen Facettenreichtum beizubehalten und auch andere Seiten von dir präsentieren zu können?

 

Asp: Ich gebe durchaus zu, dass es schon seit langer Zeit ein Wunsch von mir ist, einen 5/4-Song zu schreiben. Ich finde gar nicht, dass er so komplex ist, gerade im Vergleich zu „Abyssus 3-5“, aber es ist für unsere Hörgewohnheiten sicherlich ungewöhnlich. Trotz der außergewöhnlichen Taktart habe ich versucht, den Song so eingängig wie möglich zu gestalten. Jeder Jazz-Freund würde vermutlich leise drüber lachen, aber ich mag es, dass sich das Stück mit einer progressiven Note nach oben schaukelt. Das hat mitunter mit der lyrischen Thematik zu tun, denn hier geht es um das Vorhaben, zu den Sternen zu reisen. Zu fremden Planeten und Sphären. Nach dem Chorus, der den Höhepunkt darstellt, fällt das wieder zurück, genauso wie es denen geschieht, die versuchen, diese Reise anzutreten. Interessanterweise bleibt jeder, dem ich das Album vorspiele, an genau dieser Nummer hängen und sagt mir, dass sie eine Single sein sollte. 

 

Roggenfaenger: Kommen wir zu den drei aufeinanderfolgenden Teilen von "Abyssus", worin einmal mehr deine progressiven Metal-Wurzeln zum Vorschein kommen, speziell im vierten Part. Bildet diese Trilogie für dich gewissermaßen das Herzstück?

 

Asp: Aus der Erzählperspektive betrachtet ist es eher das Rückgrat, als das Herzstück. Weil es im Vergleich zu den anderen Stücken den Zyklus sehr stark nach vorne bringt und hier Themen aufgegriffen werden, die sich schon durch die letzten Alben gezogen haben. Man weiß aber zum Beispiel nicht, ob der Protagonist eben in seiner eigenen Realität ist oder ob er von dem Fremden geträumt wird. Ist er wirklich er selbst oder nur ein Abbild, das ein anderer träumt oder schreibt? Wie genau sich das verhält, wird irgendwann vielleicht gelöst... Oder auch nicht. Wenn man genau hinhört, bekommt man einige Fragen beantwortet, allerdings werden auch wieder Neue aufgeworfen. Das ist sehr kryptisch formuliert und zugegebenermaßen sehr experimentelle Lyrik, die da stattfindet. Der "Traum im Traum" oder der "Spiegel im Spiegel", das sind so typische Poe-Themen, die hier immer wieder auftauchen. Es entspricht meiner Idealvorstellung, dass der Hörer Lust bekommt, sich auf diese unterschiedlichen Ebenen einzulassen, aber wenn man will, kann man natürlich auch nur den Rock-Song hören und daran Spaß haben. Man muss nicht immer alles verstehen, worüber ich sinniere und kann das trotzdem gut finden und genießen. Es ist ein Spielplatz für den Hörer, der selbst entscheiden kann, wie viele Zwiebelschichten er da abschält und wie tief er einsteigen möchte.

 

Roggenfaenger: Der aktuelle Titeltrack, „Kosmonautilus“, wurde von den Fans erst kürzlich zur dritten Single auserkoren und ist zugleich auch der schnellste Song, ein echter Up-Tempo. Wie schon bei "Phragmokontrolle" möchte ich dich nun gerne darum bitten, deine Gedanken zu dieser abenteuerlichen Wortneuschöpfung und die Wahl zum plakativen Aufhänger für das neue Werk einmal etwas näher zu erläutern. Welche Absicht steckt überdies dahinter, jenen so weit ans Ende der Tracklist zu stellen, sieht man von der thematischen Bedeutung für die Geschichte ab?

 

Asp: Hier geht es ganz stark um das eigene Ich, das Sich-Finden und um eigene Muster. Ich will das nicht zu spirituell besetzen, aber mir ist die Aussage sehr wichtig, dass wir unser inneres Empfinden mitwachsen und bei all den schnellen Entwicklungen nicht auf der Strecke lassen. Sich damit auseinanderzusetzen und diese Reisen zu verkraften, die man in seinem Leben macht, ist eine wichtige Kernaussage darin. Man muss auf sich selbst achten und für sich Sorge tragen, dass neue Entwicklungen in einer angemessenen Zeit stattfinden. Kurzum, man darf sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen. Wenn es ein Stück gibt, das sehr autobiographisch ist, dann ist es „Kosmonautilus“, denn das ist meine eigene Auseinandersetzung damit, alte Muster zu durchbrechen. Ich lasse mich ja selbst viel zu oft mit meiner Kunst in ein Hamsterrad stecken und ich glaube, dieser Blick nach innen täte uns allen viel öfter gut. Wir sind in einer Welt, die voller Entertainment und Ablenkungsmöglichkeiten steckt, sodass diese Muße-Zeiten, auf sich selbst und seinen Körper zu hören, viel zu sehr vernachlässigt werden. Zeilen wie „verfluchter Leidensweg und manchmal Hochgenuss“ sind Aussagen, die mein bisheriges Schaffen reflektieren und flossen sicherlich beeinflusst von unserer 

Jubiläumstournee mit in das Album ein. Wir haben diese Nummer bereits live gespielt, und es ist wirklich toll, den Song zu performen. Das tut gut 

und ich spürte sofort eine Verbindung zu den Leuten. Er wurde sehr gut angenommen. Das war lange Zeit so nicht klar und hat sich dadurch ergeben, dass ich nach all der Schwermut am Ende noch eine positive, klare und euphorisierende Botschaft einbringen möchte. Ich versuche, ein Album immer so zu komponieren, dass es als Gesamtwerk eine möglichst schöne Wirkung bekommt. Das ist heutzutage in Zeiten von Streaming und Einzelsong-Hörgewohnheiten sehr problematisch und wird möglicherweise gar nicht mehr so deutlich wahrgenommen, aber mir ist es trotzdem sehr wichtig, dass ein Album mit all seinen Höhen, Tiefen und Kontrapunkten ein stimmiges Gesamtkonzept ergibt und ich brauchte am Ende so einen kraftvollen, schnellen Song, der nochmals Vollgas gibt. Wenn sich der Hörer das gesamte „Kosmonautilus“-Album aufmerksam durchhört, so hat er nach knapp achtzig Minuten emotional wirklich sehr viel erlebt, denn es ist kein leicht konsumierbares Werk. Deshalb möchte ich zum Schluss nochmals sagen: Jetzt habt ihr bitte nochmals alle Spaß!  

 

Roggenfaenger: Damit aber nicht genug, denn darauf folgt noch das englischsprachige Stück „Bones“ und beendet die Reise vorerst. Wie passt jener Song auf das Album und welche Aufgabe besitzt er innerhalb des Konzepts?

 

Asp: „Bones“ ist deswegen in englischer Sprache verfasst, weil ich wollte, dass am Ende das „Fremde“ durch das Fremdsprachige betont wird. In der Erzählung wird unsere Hauptfigur aus den Tiefen des Meeres an den Strand geschleudert. Dort befindet er sich in einer für ihn völlig fremden Welt. Normalerweise sind die englischen Titel nicht am Ende platziert, aber dieses Mal wollte ich das unbedingt so, um diesen starken Bruch der Elemente zu verdeutlichen. In dem Song geht es sehr viel um Hoffnung und Glaube, deswegen auch der leichte Gospel-Anklang, den man bei uns bisher so noch nicht gehört hat. Mir hat das unglaublich gut gefallen, hier auch musikalisch einige neue Strömungen zuzulassen. Es ist ein ganz wichtiger Abschluss dieses Albums, den man nicht hätte weglassen können. Dabei haben wir auf viele Stärken und Eigenartigkeiten unserer Bandmitglieder zurückgegriffen, wie zum Beispiel eine tolle, fast schon bluesige Melodie von unserem Gitarristen Sören, die einen als Hörer so richtig schön dahingleiten lässt. 

 

Roggenfaenger: Unter den zahlreichen Bonus-Tracks auf der zweiten CD verbirgt sich ein weiteres Highlight: „Nessaja“ von Peter Maffay. Welche Kindheitserinnerungen verbindest du mit diesem rührenden, wunderschönen Lied? 

 

Asp: Ehrlich gesagt habe ich gar keine Kindheitserinnerungen an den Song, denn ich war schon groß, als ich das Stück über andere Leute bekommen habe. Als der Titel damals erschien, hatte ich gerade mein erstes "Mercyful Fate"-Album bekommen, aber ich hatte natürlich Leute in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, die das hörten. Später habe ich das sehr intensiv gehört, da ich ja dieses innere Kind auch heute noch mit mir herumtrage. Aus diesem Grund konnte ich so eine Nummer damals wie heute schon immer auch genießen. Das war etwas Besonderes zu jener Zeit, dass es so noch nicht gegeben hatte: Rockmusik für Kinder. Ich selbst war da, wie erwähnt, eher auf dem Metal-Trip, aber ich habe noch nie in Schubladen gedacht. Hier wird eine wundervolle Geschichte erzählt. „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ als Album ist toll, aber „Nessaja“ ist überragend! Da kommt der Rest emotional nicht ran, das ist der große Moment. Zwar wurde das Stück schon von den verschiedensten Künstlern gecovert und die eine oder andere Version davon habe ich auch gehört, aber ich hoffe, dass es uns mit Respekt gelungen ist. Man soll ja 

niemals nie sagen, denn vor drei Jahren hätte ich auch noch nicht gedacht, dass „I Am A Rock“ einmal in unser Live-Programm kommt. Dieses Mal sieht es jedoch anders aus, weil unsere Setlist so picke-packe voller neuer Stücke ist. Wir können nicht auf eine „Kosmonautilus“-Tour gehen und nur zwei Songs daraus spielen, das käme für mich nicht in Frage. Es werden einige sein und dennoch können wir keine drei Stunden spielen. Das heißt, es fliegen wiederum andere Stücke raus und da dann noch eine Cover-Version einzubauen, das würde selbst mir wehtun. Aber wir werden sehen, denn danach kommen eine neue Tour und eine neue Setlist. Es würde auf jeden Fall Spaß machen, „Nessaja“ eines Tages live zu spielen. Die kommende Tournee wird auch einige Überraschungen in sich bergen. Songs, die sich die Fans wünschen, aber auch solche, die sie sich nicht wünschen, aber ich mir wünsche. Es ist nicht einfach, ein solches Set zu erstellen, denn selbst auf dem „zutiefst“-Album waren so viele tolle Stücke, die wir nur ungern aus dem Programm werfen, da sie neue Live-Hits für uns geworden sind. Dennoch versuchen wir bei circa zwei Stunden zu bleiben, denn sowohl die Fans als auch die alten Herren auf der Bühne sind nach einer zweistündigen, emotionalen Achterbahnfahrt natürlich platt. Das ist schön, aber auch anstrengend.  

 

Roggenfaenger: Wie gehst du eigentlich bei der Wahl des jeweiligen Support-Acts vor, hast du dich für den zu vergebenden Platz auf der kommenden Tournee schon entschieden?

 

Asp: Wir haben eine junge Dark-Rock-Band aus Saarbrücken mit im Gepäck, die sich "Two Minds Collide" nennt. Das kam dadurch zustande, dass wir uns kennen, da ihr Sänger und Haupt-Songwriter Lias Schwarz zuvor bei der Band "Spielbann" mitgewirkt hatte, an der ich selbst nicht ganz unbeteiligt war. Wir haben uns nicht aus den Augen verloren, denn Lias ergänzte uns auf der Jubiläumstour, als wir uns den Spaß gegönnt haben, unsere eigene Support-Band zu sein. Dafür holten wir uns Lias noch zusätzlich ins Boot und so kam es, dass seine neue Band die erste Wahl für die kommende Tournee war, denn was gibt es Schöneres, als mit Freunden gemeinsam unterwegs zu sein? Das wird eine interessante Kombination, denn die Band macht ordentlich Alarm und spielt ein amtliches Rock-Brett. Sie haben ein tolles Album gemacht und ich freue mich wirklich sehr darüber, dass sie uns begleiten.    

 

Roggenfaenger: Das neue Studioalbum besticht auch dieses Mal wieder mit einem extravaganten und äußerst aussagekräftigen Cover-Artwork, geschaffen von Thomas Klieber und im abermals ungemein umfangreichen Booklet mit weiteren, beeindruckenden Bildwelten atmosphärisch passend von "Heilemania" illustriert. So gelingt dir abermals ein durchweg stimmungsvolles Gesamtkunstwerk, worauf du seit jeher sehr viel Wert legst...

 

Asp: Dieses Artwork hätte ich so nicht für möglich gehalten. Ich war sehr happy mit dem, was Timo Wuerz in den vergangenen Jahren für uns getan hatte und dem Meisterwerk, welches er mit „zutiefst“ abgelegt hat. Aber ich wollte für „Kosmonautilus“ eine andere Bildsprache benutzen und bin von dem Ergebnis unglaublich begeistert. Die Bilder, die wir nun haben, machen das Ganze unheimlich wertig und die einzelnen Formate, wie beispielsweise das Earbook so viel kostbarer. Wir hatten eine Planungsphase von rund zwei Jahren mit Thomas angesetzt und ich musste mich früh entscheiden, was ich da sehen möchte, noch bevor ich überhaupt eine Note geschrieben hatte. Das wir dazu dann auch noch tolle, passende Fotos bekommen haben, war ein unfassbares Glück. Welche Bilder "Heilemania" in seinem Kopf entstehen lassen kann, macht mich sprachlos. Das war ein unfassbar konstruktives, zielgerichtetes Arbeiten, das mich unheimlich beeindruckt und mir sehr viel Spaß gemacht hat. Beide wussten genau, wie sie am Ziel ankommen. Dabei hatten wir viele verrückte Sachen gemacht, die wir alle noch ins Layout einbinden wollten und am Ende vieles anders gemacht, als ursprünglich geplant war.     

 

Roggenfaenger: Die letzte Seite verspricht ganz am Ende: "Fortsetzung folgt...". Du hast also noch nicht genug, was den „Fremder“-Zyklus betrifft? 

 

Asp: Das ist richtig, aber dennoch wird das kommende Album den Abschluss des „Fremder“-Zyklus bilden. Das habe ich auch bereits in den Bonus-Logbüchern verraten und nun muss ich mich daran auch halten. Notfalls wird es dann eben ein Doppel-Album, sollte ich mich nicht kurzfassen können. Ich weiß auch schon, was danach kommen wird. Es wird eine spannende Aufgabe, diesen Zyklus zu einem Ende zu bringen. Ich weiß, was passieren soll, doch das ganze Drumherum steht noch in den Sternen...

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