• Facebook - White Circle
  • Instagram - White Circle
  • YouTube - White Circle

NEUESTE
BEITRÄGE:

  • Roggenfaenger

Amphi Festival - Tag I - Lanxess Arena, Köln - 25.07.2015


Veranstaltungsort:

Stadt: Köln, Deutschland

Location: Lanxess Arena

Kapazität: ca. 20.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Ja

Homepage: http://www.amphi-festival.de

Samstag, 25.07.2015 - Amphi Festival Tag 1:

Aller Anfang ist schwer. Diese, doch recht abgedroschene, Lebensweisheit soll speziell an diesem Wochenende noch Erfüllung finden und aufzeigen, wie viel Wahrheit doch so manches Mal in einem einfachen Spruch stecken kann. Doch nicht nur eben erwähnter Anfang, sondern auch das Aufstehen aus dem warmen Hotelbett, gestaltet sich am heutigen Morgen alles andere als leicht. Spät ist es geworden, als ich letzte Nacht die Tür zu meinem Zimmer aufschloss, sehr spät. Immerhin dauerte die Eröffnungsveranstaltung auf der MS RheinEnergie, als auch der Rückweg zum Hotel, bis in die frühen Morgenstunden an. Und desto weniger Schlaf der geneigte Festivalgänger bekanntlich hat, umso schwerer gestaltet sich der nächste Morgen. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich leicht verschlafen und somit das Frühstück verpasst habe. Ich nutze die Zeit um langsam aber sicher wach zu werden und mich dann für die anstehenden Stunden fertig zu machen. Bevor ich mich anziehe, werfe ich in alter Tradition noch einen Blick auf mein Handy, um genauer zu sein, auf die offizielle Facebook-Seite des Amphi Festival. Wie auch ich in den vergangenen Tagen gehört hatte, wurde für den Samstag eine Unwetterwarnung über Nordrhein-Westfalen ausgerufen. Das diese jedoch einen besonders starken Einfluss auf die beiden Tage am Wochenende haben könnte, befürchtete ich, wie wohl auch die meisten anderen, bis dato keineswegs. Wie ernst Meldungen und Berichte dieser Art zu nehmen sind, varriert ja zumeist unterschiedlich stark und so ließ ich keinen Zweifel daran, dass der Wettergott gnädig sein und Köln bei seinem stürmischen Vorhaben festivalfreundlich übergehen würde. Dem Amphi und all seinen Besuchern zuliebe. Dieses Denken sollte sich jedoch, im späteren Verlauf des Tages, noch das ein ums andere Mal als äußerst falsch herausstellen.

Die Facebook-Seite vermeldet lediglich eine kleine Änderung des Programms, nichts weiter. Die beiden Industrial-Bands "Centhron" und "[x]-Rx" werden aufgrund der Wetterlage von ihren ursprünglichen Positionen auf der "Green Stage" abgezogen und in die Lanxess Arena, auf die Mainstage verlegt. Erstere sollen schon am frühen Morgen, noch vor der Band "Schöngeist", eröffnen. Zweitere hingegen, bekommen einen Slot, welcher nach "The Crüxshadows" angesetzt ist. Keine schlechte organisatorische Entscheidung, kann das Open Air-Programm so immerhin vor einem Ausfall bewahrt und alles weitere für diese Bühne beobachtet, abgewartet und gegebenenfalls auch umgeplant werden. Wie dann in einem wettertechnischen Ernstfall mit den, im Zeitplan nachfolgenden Bands, oder gar den Künstlern der zweiten Bühne unter freiem Himmel, genannt "Orbit Stage" verfahren und sich arrangiert wird, frage ich mich zu dieser Zeit nur geringfügig. Weniger schön ist dann die Erkenntnis, dass das interaktive Songwriting mit "Welle:Erdball"-Fronter Honey auf der Hauptbühne, aus Zeitgründen leider entfallen muss. Dafür das ein Unwetter ansteht, ziemlich moderate Abänderungen im Programm, wie ich finde. Zumal das verantowrtliche Team offenkundig sogar versucht einige Bands, zur Zufriedenheit der Fans, umzudesponieren und sich die Möglichkeit des abwartens für das weitere Programm offen hält. Diese Art der Organisation ist schon eine kleine Kunst, wenn man sie beherrscht. Und so begebe ich mich positiv gestimmt aus dem Hotel und steige in ein Taxi, direkt Richtung Bahnhof Köln-Deutz. Mittlerweile hat es zu regnen begonnen, zuerst nur ganz leicht, dann immer stärker. Auch der Himmel ist trostlos und grau, von einem wirklichen Regenschauer oder gar Unwetter sind wir aber noch meilenweit entfernt, wie ich finde. Kein wirkliches Festival-Wetter, wie einige andere und auch ich, nach einer kleinen Stärkung am Bahnhof auf dem Weg zur Arena befinden. Doch bleibt im weiteren Verlauf des Tages ja noch genug Zeit zur Besserung, einige Bands auf meiner Agenda, bespielen sowieso die Hauptbühne im Inneren und zwischendrin könne man ja in bester Open Air-Manier zwischen den Verkaufsständen, sowie den beiden Bühnen flanieren. Weder ein grauer Himmel, noch ein wenig Regen haben meiner Erfahrung nach bisher ein Festival-Erlebnis zu sehr beeinträchtigt oder gar vorzeitig beendet. Kein Grund zur Sorge also. Die Bändchen-Ausgabe findet auf dem Weg zu Arena, seitlich des Parkhauses und auf einer kleinen Erhöhung am Rande statt. Dort befindet sich auf die Tageskasse, an welcher noch ein kleines Kontingent zur Verfügung zum Kauf steht. Da ich meinen Zutritt schon einen Tag zuvor, auf dem Eröffnungsevent, bezogen habe, kann ich mir diesen leicht zeitaufwendigen Umstand ersparen.

Ich gehe den Weg zur Lanxess Arena weiter hinauf und befinde mich, nach einer kurzen Bändchen- und Taschenkontrolle, auch schon auf dem weitläufig abgesperrten Gelände um die Arena. Einige Wagen, welche wohl bald eröffnen und diverse kulinarische Köstlichkeiten anbieten werden, stehen auf dem ganzen Vorplatz. Zahlreiche Zelte, welche ebenfalls verschlossen sind, sind auch zu sehen. Ein Blick zu meiner Linken verrät mir, dass dort wohl eine der beiden Open Air-Bühnen zu finden sein wird. Der Weg dorthin ist durch einige Bauzäune abgesperrt und der Bereich somit nicht zugänglich. Weiter zur rechten Seite werden die Gäste von weiteren Bauzäunen eingegrenzt. Bevor ich mich fragen kann, ob der angekündigte Amphi-Eventpark hier schon endet, blicke ich etwas weiter, durch die Zäune hindurch. Weitere Zelte, darunter eines von "Out Of Line", mehrere Wagen und ein offizieller Festival-Merch sind zu sehen. Auch diese sind geschlossen und verlassen. Mehr ist nicht zu sehen und ich beginne langsam darüber nachzudenken, wann sie wohl eröffnen werden. Da allen Besuchern und auch mir derzeit keine anderen Optionen zur Erkundung offen stehen, begebe ich mich in den imposanten Bau direkt vor mir. Unzählige Glaswände und Türen zieren die Fassade, einige davon geöffnet. Ich trete durch eine der geöffneten Türen und fühle mich direkt ein wenig verloren. Ein wummernder Bass donnert durch die überfüllten Gänge, die erste Band scheint bereits zu spielen. Vorbei an einigen wenigen Ständen innerhalb der Arena, suche ich mir meinen Weg zu einer der großen Türen, über welchen immer die Aufschrift des jeweiligen Blocks geschrieben steht. Da ich keinen Plan der Örtlichkeiten zur Hand habe und daher nicht weiß, zu welchem der Ränge diese Tür führen wird, ziehe ich probeweise einfach daran. Alles weitere werde ich ja dann im Inneren sehen. Verschlossen. Ich bahne mir meinen Weg gegen den aufkommenden Besucher-Strom zurück und gehe einfach zum nebenliegenden Block. Ebenfalls verschlossen. In der Befürchtung noch zu müde zu sein oder das die Türen klemmen, ziehe ich etwas energischer an ihr. Wieder nichts. Auch zwei weitere Versuche bringen keinen Erfolg mit sich, kurz darauf nähert sich mir ein anderer Gast mit einem Bier in der Hand. "Is' die zu?", fragt er mich freundlich lächelnd. "Ja, anscheinend schon.", antworte ich leicht irritiert von der gesamten Situation. Was ich noch nicht weiß: Die Aufgänge zum Unterrang und den nebenliegenden Eingängen Richtung Innenraum, bleiben während der laufenden Show eines Acts verschlossen. Einen erneuten Eintritt während eines Konzerts gibt es nicht, lediglich der Oberrang schafft da Abhilfe. In den erwähnten Innenraum vor die Bühne, werden die Gäste lediglich gelassen, wenn wiederum andere diesen verlassen. Ein teilweise verständliches, wenn auch leicht frustrierendes, fragwürdiges und vor allem verbesserungswürdiges Einlass-Konzept. Da ich es als sinnlos erachte, mein Glück an weiteren Türen zu probieren, beschließe ich mich in der Halle umzusehen. Neben eben angesprochenen Ein- und Ausgängen der Blocks, sowie den Aufgängen zum Oberrang, bietet die Multifunktionsarena noch ausreichend sanitäre Anlagen, als auch Speisen und Getränke, eine Art Stellvertretung für die geschlossenen Stände im Außenbereich. Softgetränke und Bier sind dort dezent günstiger als am Tanzbrunnen zu haben, Brat- und Currywurst, Krakauer, Pommes und Pizza der Firma "Wagner" sind ebenfalls erhältlich und füllen das Fast Food-Angebot aus. Ein leuchtendes Schild weist auf einen Stand mit offiziellem Band- und Festival-Merch hin, einige andere Stände mit Accessoires, Bekleidung und einem leicht durchwachsenen Tonträger-Angebot schließen sich im Rund der Arena an. Nach einer kleinen Runde an der frischen Luft und einigen Gesprächen, mache ich mich erneut ins Getümmel auf und habe dieses Mal Glück, als ich eintrete: Die Türen zu den Unterrängen stehen offen. Ich werfe einen Blick hindurch und habe offenbar eine gute Wahl getroffen. Ich scheine einen Block nicht weit der Hauptbühne, mit gutem Blick auf diese und ohne

Einschränkung auf das Geschehen, erwischt zu haben. Obwohl die Umbaupause noch in vollem Gange ist und einige Roadies auf der Bühne alles vorbereiten, bleiben die Lichter in der Halle ausgeschaltet und so wird es durchgängig bleiben, bis der Headliner des Tages sein Set beendet. Durch den Umstand bei hellichtem Tage direkt ins Dunkle abzutauchen, benötigen die Augen einen Moment um sich zurechtzufinden. Vielen anderen Besuchern scheint es genauso zu gehen und so tastet man sich vorsichtig, im schalen Licht der Handy-Taschenlampe, vorwärts, die Treppen hinab. Ohne weitere Zwischenfälle finde ich einen Sitzplatz und breite mich bequem aus. Die nächste Band steht auf dem Programm und nach einem kurzen Rundum-Blick, erlischt endlich das Licht auf der Bühne. Es geht los!

Arena-Stage, 11.30 Uhr - "Schöngeist":

Nachdem "Centhron" bereits den Festival-Tag eröffnet hatten, waren nun die Münchener Gothic Rocker "Schöngeist", um Frontmann Timur Karakus an der Reihe. Die Musiker betreten zusammen die Bühne. Schlagzeuger Manuel Di Camillo, Bassist Andreas Socher, als auch die beiden Gitarristen Daniel Beutner und Michael Hirschberger, sowie Violinistin Henriette Becker nehmen ihre Positionen ein und eröffnen mit dem treibenden "Sonne Der Nacht". Recht elektronisch wird es dann mit "Tief" und dem hart rockenden "Wieder", beide vom aktuellen Album "Wehe!". Musikalisch als auch textlich, wissen die Künstler schon nach kurzer Spielzeit, so einige der Interessierten von sich zu überzeugen und setzen ihr Set gelungen mit weiteren Ohrwürmern wie "Traumtanz" und "Kenne Mich" fort. Der Sound in der Arena entpuppt sich zumeist als recht klar und sauber, die Stimmung und Fülle der Halle sind trotz der frühen Stunde beachtlich. Das zerbliche und traurig-schöne "Zusammen Allein" bildet dann mit dem Titelsong der neuesten Veröffentlichung den Abschluss eines kurzen, dafür umso erinnerungswürdigeren Auftritts. Eine Band, von welcher man in Zukunft noch öfter hören wird.

Arena-Stage, 12.30 Uhr - "Chrom":

Danach wurde es Zeit, für die ersten Elektronik-Sounds des Tages. Diese Aufgabe übernimmt Synth Pop-Duo "Chrom" aus Düren. Während der große Bandschriftzug im Hintergrund prangt, betreten die beiden Protagonisten das Feld. Christian Marquis und Thomas Winters begeistern vom ersten Song an, mit ihrer ganz besonderen Symbiose aus klassischen EBM-Elementen, Pop und Electro-Sounds. Nahezu jedes ihrer Lieder entpuppt sich nach und nach als sehr eingängig und hochgradig melodiös. Trotz früher Stunde ist gerade der Innenraum bestens mit Interessierten und Fans gefüllt, auch die Ränge weisen dichte Reihen auf. Die gebündelte Aufmerksamkeit und Begeisterung der Anwesenden ist zum greifen nah, was dann auch lautstark nach jeder der gespielten Nummern zu hören ist. "Chrom" präsentieren in relativ kurzer Spielzeit, eine beachtliche und beeindruckende Auswahl, ihrer beiden Alben "Electroscope" und dem 2012er Werk "Synthetic Movement". Die beiden Musiker wirken auf der riesigen Bühne der Lanxess Arena zuweilen etwas zurückhaltend und verloren, doch auch diesen Umstand meistern sie grandios mit fortschreitender Spielzeit. Ältere Songs mischen sich perfekt mit neuerem Material, wie dem sanften "Loneliness" oder dem poppigen "Memories". Nach einigem Applaus und einem gelungenen Gig, verlassen die beiden Musiker die Bühne. Den herzlichen Beifall haben sie sich erneut mehr als verdient!

Arena-Stage, 13.45 Uhr - "Rabia Sorda":

Der Innenraum und auch die Ränge füllen sich mittlerweile immer mehr, denn auch den nächsten Act, wollen sich nur die wenigsten entgehen lassen. Das Nebenprojekt "Rabia Sorda", von "Hocico"-Mastermind Erk Aicrag hat sich auf der großen Bühne angekündigt. Zum dramatisch-spannenden Intro erscheinen die Bandmitglieder, Marcus Engel an der Gitarre und Erks Bruder Fabian am Keyboard. Festivaltypisch sitzt die Zeit im Nacken und so legen die Electro-Punker mit dem straighten "I'm Tragedy" und "Die In Berlin" krachig los, schon kurz danach folgt das bekannte "Out Of Control" zur Freude aller Anwesenden. Das fehlende Backdrop im Hintergrund wird durch passende Video-Installationen und stimmige Beleuchtung kompensiert. Top Aktuelles Material präsentiert man mit "Deaf" vom letzten Studioalbum und "Obey Me! (Promises Of Monsters)" aus der EP "Animales Salvajes". Begeistert geklatscht und gesprungen wird dann zu einer weiteren bekannten Nummer der Bandgeschichte, dem donnernden "Eye M The Black Sheep". Die Band zeigt sich den Auftritt über als äußerst aktiv und spielfreudig, mit einer erheblichen Dosis mexikanischem Temperament gesegnet, weiß Aicrag die Reihen anzuheizen und die jeweiligen Songs stimmlich überzeugend zu performen. Ab der Hälfte des Sets, erschweren einige technische Pannen den Musikern den Auftritt. Fällt anfangs lediglich der Sound des Saiteninstruments über kurze Strecken aus, so ist es danach ein Zusammensturz des gesamten Keyboard-Stativs, welches inmitten eines laufenden Songs versagt. So schnell die Roadies auch versuchen die Probleme zu lösen, fällt es den Künstlern in den ersten Momenten nicht ganz leicht, die Ruhe zu bewahren. Während Erk unbeeindruckt der Probleme sicher weiter performt, arbeitet man im Hintergrund zeitgleich an der schnellen Behebung ebendieser. Und so bietet die Band dem Publikum, mehr und mehr ungeachtet der Widrigkeiten, Songs wie "Abuse Me", "Radio Paranoia" und "Indestructible" mit einer Drum-Einlage seitens Engel. Mit dem Titelsong des letzten Albums, dem elegischen "Hotel Suicide", schließen "Rabia Sorda" ihr Set ab, zu dessen Ende Fabian sein Instrument aus Unmut in Kleinteile zerschlägt. Zum Abschluss der Show, zelebrierte Köln dann noch den Geburtstag von Gitarrist Marcus, zu welchem die Fans "Happy Birthday" sangen und Amarantha LaBlanche mit einem Kuchen die Bühne betrat. Alles in allem sicher kein perfekter, dafür aber umso sympathischerer und professioneller Auftritt, einer authentischen Band.

Nach diesen Gigs verlasse ich meinen Sitzplatz und gehe die Stufen des Blocks hinauf. Ich öffne die Tür, trete hinaus und beschließe, mich erneut etwas umzusehen und mich über das Open Air-Gelände zu erkundigen. In der Halle ist es mittlerweile noch voller als zuvor geworden, unzählige Besucher strömen aus dem Innenraum und benachbarten Blocks heraus, einige stehen draußen vor der Tür, andere wiederum suchen sich ihre Wege im großen Rund der Arena. Es dauert ein wenig, bis auch ich mich an der frischen Luft wiederfinde. Bis jetzt, bin ich dennoch recht zufrieden und positiv überrascht, über die neuen Gegebenheiten des Amphi Festivals. Klar, die Location ist etwas völlig anderes, als es der Tanzbrunnen war. Besonders ein hohes Maß an Atmosphäre büßt das Festival durch das fehlen der schönen Außenbereiche hier ein. Weder ein Park, noch eine Strand-Lounge mit Blick auf den Rhein zum entspannen finden sich hier. Für einen kleinen Ausgleich und das Bewahren des Festival-Gefühls, wird dann sicher in wenigen Stunden der Event-Park mit seinen beiden Bühnen sorgen, wie ich hoffe. Positiv anzumerken sind derzeit die zahlreichen sanitären Anlagen auf mehreren Etagen, sowie die Freiheit die Konzerte im stehen, als auch im sitzen genießen zu können. Das kulinarische Angebot soll ebenfalls erweitert worden sein, was sich ebenfalls mit der Eröffnung des Außengeländes zeigen wird. Auch die ausgeweitete Kapazität, welche durch den Umzug erfolgt ist, ist ein absolutes Positiv-Merkmal. Zu oft wurde es, in den letzten Jahren am Tanzbrunnen, drückend voll. Der Abriss des Staatenhauses hätte diesen Umstand dann alles andere als positiv beeinflusst. Dennoch kann ich mich nicht gegen das seltsame Gefühl wehren, eher mehrere Hallen-Konzerte zu besuchen, anstatt auf einem echten Festival zu sein. Als ich mich umsehe, schießen mir wieder einige Gedanken durch den Kopf, welche ich anfangs erfolgreich verdrängt hatte. Bis jetzt lief das Programm im Inneren der Halle wie geplant ab, alle Bands konnten spielen und auch die beiden ersten Acts der "Green Stage", wurden erfolgreich untergebracht. Doch die Zeit vergeht langsam immer mehr und noch ist unklar, was mit den übrigen Künstlern passieren wird, welche für das Außengelände geplant waren. Was wird aus den Lesungen von Christian von Aster oder den Auftritten von "The Devil And The Universe", "Aeon Sable", "Inkubus Sukkubus" oder auch "The Creepshow", auf der verlassenen "Orbit Stage"? Werden die Auftritte in eine der umliegenden Locations, wie etwa dem "Henkelmännchen" verlegt? Werden die Spielzeiten mancher Bands auf der "Arena Stage" gekürzt, sodass die Künstler beider Außenbühnen, doch noch auftreten können? Was passiert aber dann mit den Shows der Headliner? Werden dann auch diese beschnitten? Und wo erfährt man überhaupt von den Änderungen und Ausweichterminen, falls es sie überhaupt gibt? Und mit einem Mal fühle ich mich wieder so allein gelassen und verloren, wie vor einigen Stunden. Weder ist es mein erster Festival-Besuch, noch mein erstes Konzert in der Lanxess Arena, doch wächst die Angst davor, einige der Auftritte zu verpassen. Ebenso steigt meine Unsicherheit, aufgrund totaler Orientierungslosigkeit. Ich checke die Facebook-Seite und die offizielle Webseite, doch außer einigen Kommentaren, in welchen der Unmut mancher Besucher kundgetan wird, entdecke ich nichts. Ich beginne einigen Gesprächen zu lauschen. Nicht wenige der Besucher haben eine weite Anreise hinter sich. Eine junge Frau beispielsweise wollte gern die Show von "Lebanon Hannover" sehen, doch die Bühnen bleiben weiterhin gesperrt. Aufgeregt fragt sie einige der Besucher, wo und wann denn der Auftritt stattfinden würde. Ich weiß nicht, ob es mich beruhigen soll, dass anscheinend niemand so recht weiß, wo hier was zu finden ist oder passieren wird. Auf Facebook lese ich von einem Info-Stand, welchen ich in diesem großen Gewirr jedoch nicht auffinden kann. Einige Gäste haben Flyer dabei, in diesen steht jedoch nur der reguläre Programmablauf geschrieben, sowie ein Plan des Geländes ist abgebildet. Langsam beginne ich mich zu fragen, ob es überhaupt einen Plan B gibt oder die Auftritte der Bands, welche die beiden Bühnen des Außengeländes bespielen soll(t)en, komplett gestrichen werden. Meine Gedankengänge werden immer wieder von einer lauten, automatisierte Durchsage durchbrochen, welche die Besucher darum bittet, aufgrund der Unwetterwarnung die Arena zu betreten. Da es immer windiger und kühler wird, beuge ich mich der Forderung und stehe wieder in einem der Gänge. Ein wenig beruhigt werde ich durch die Tatsache, das andere Events dieser Art bereits abgessgt worden sind und auch am Tanzbrunnen wäre das Amphi wohl ins Wasser gefallen. Das schützende Dach der Arena, bietet immerhin einen sicheren Unterschlupf, dennoch bleiben meine Fragen zuerst offen. Ein Blick auf die zahlreichen Bildschirme in der Arena, zeigt ebenfalls nur die alten Running Order an, weitere Durchsagen gibt es nicht. Jedoch lenkt mich die Erinnerung positiv ab, das in wenigen Minuten "Eisbrecher"-Frontmann Alexx Wesselsky den Auftritt mit seinem Solo-Programm beginnen wird. Darauf habe ich mich schon den ganzen Morgen gefreut und so gehe ich in den Innenraum und suche mir einen Platz vor der Bühne. Vielleicht bringt mich die Show ja auf andere Gedanken...

Arena-Stage, 14.45 Uhr - "The Other":

Schon einen Blick auf die Bühne später, erkenne ich, dass mich der Auftritt von "Wesselsky" nicht au