• Facebook - White Circle
  • Instagram - White Circle
  • YouTube - White Circle

NEUESTE
BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Hämatom - Bestie Der Freiheit (2018)


Genre: Metal / Alternative

Release: 26.01.2018

Format: CD

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

Label: Columbia (Sony Music)

Spielzeit: 52 Minuten

Pressetext:

2017 - Die Welt befindet sich im Umbruch. Alles, was uns verbindet und zu Menschen macht, steht auf dem Spiel. Was wir schufen, beherrscht uns. Und die, die wir riefen, spielen mit uns. Es werden Stimmen laut, die nach Mauern und Zäunen rufen. Stimmen, die gegen alle Werte der Menschlichkeit hetzen. Doch genau diese Stimmen lassen uns aufstehen und kämpfen, denn sie erwecken in uns eine Bestie zum Leben: Die Bestie der Freiheit. Die genau das verteidigt, was es um jeden Preis zu verteidigen gilt: Unsere Freiheit, die Freiheit der Gedanken, des Wortes, der Kunst und der Liebe.

Dieser Freiheit haben sich Hämatom angenommen. Haben sie mit ihrem Herzblut genährt und gemeinsam mit Vincent Sorg (Die Toten Hosen, Broilers, In Extremo, uvm.) produziert und lassen sie auf uns los: Die Bestie der Freiheit hungrig, wild und wütend. Im Gepäck hat die Bestie 13 Songs, die mit unerbittlicher Klarheit und Härte mit dem Irrsinn unserer Zeit abrechnen. Hämatom liefern uns den Soundtrack für den Kampf um das Wertvollste, was uns im Leben bleibt: Die Freiheit.

Kritik:

"Wir waren Helden unserer Zeit, ein Teil der Ewigkeit

Lichterloh, Wir brannten lichterloh

Ich trage das alles noch in mir und geb' es niemals wieder her

Wir brannten lichterloh, halt' noch die Asche in der Hand"

Nur wenige Monate nach ihrer Gründung im Jahr 2004, interpretierten diese Franken bekannte Märchen gänzlich neu und schrieen mit ihrem knüppelharten Debüt protestantisch „Nein“ in die weite Welt hinaus. Sie machten es sich zur Aufgabe, ihre ganze „Wut“ herauszulassen und „Stay Kränk“ zu ihrem ganz eigenen, signifikanten Motto. Der Vierer warnte davor, was alles passieren kann, „Wenn Man Vom Teufel Spricht“, kämpfte unermüdlich mit bissiger Sozialkritik gegen die beängstigend zunehmende Negativentwicklung der gegenwärtigen Generation „Keinzeitmensch“ an und skandierte zuletzt prophetisch „Wir Sind Gott“. Zwischen den einzelnen Stationen lagen zahlreiche Tourneen quer durch Deutschland, mit gut besuchten bis hin zu ausverkauften Konzerten, Shows auf immer größer werdenden Festivals, wie etwa dem Méra Luna oder Wacken Open Air und nicht zuletzt auch eine stetig wachsende Aufmerksamkeit und durchweg verdiente Erfolge. Ihr letzter Silberling erreichte gar Platz 5 in den offiziellen Media Control Charts. Seit nunmehr genau vierzehn Jahren des zelebrierten Thrash Metals, waren, sind und bleiben Schlagzeuger "Süd", Bassist "West", Gitarrist "Ost" und Sänger "Nord" der stechende Dorn im Auge aller Zweifler, der unerklärliche Fehler im System der Kritiker und der schmerzende Bluterguss auf der Haut ihrer Neider: „Hämatom“. Nach dem selbstbewussten Sturm auf die vielbeachteten Top 5 der Musiklandschaft, dem Support für die Mittelalter-Rocker von „In Extremo“, ausgiebigen Live-Aktivitäten in diversen Städten und einer neuen DVD-Aufzeichnung, ist es nun endlich wieder soweit und in der Zwischenzeit hat sich wirklich so einiges getan. In gemeinsamer Arbeit mit Produzent Vincent Sorg sollte ein Nachfolger entstehen, der es in sich hat. Das vorliegende Ergebnis hört auf den Namen „Bestie Der Freiheit“ und erscheint dieser Tage am 26.01.2018. Ein detaillierter und intensiver Blick hinter die stählernen Gitterstäbe ihres Käfigs...

Ein metallisches Riff wird angeschlagen und sägt sich fortan beständig aus der bloßen Stille heraus an die Ohren des Hörers, die Drums ziehen langsam immer weiter an. Es brodelt verdächtig... Und explodiert dann anschließend in einer powernden Melodie aus clubtauglichen Beats, die keinen Zweifel mehr daran lässt, wofür genau die Stunde nun eigentlich geschlagen hat: Es ist „Zeit Für Neue Hymnen“! Die vier Himmelsrichtungen haben ihre gesamt Vergangenheit nun weit hinter sich gelassen, blicken zurück und gleichzeitig doch genauso sehr nach vorn. Ein kraftvolles Loblied auf sich selbst und die eigenen Fans, mit dem endgültig klar gestellt wird, dass man weiß, woher man kommt, für was man steht und vor allem auch was noch alles darauf folgen wird. Der Neuanfang startet exakt jetzt mit diesem Song, der in seinem Aufbau charmant an den eröffnenden Titeltrack des Vorgängers gemahnt und auch in musikalischer Hinsicht werden hier die besungenen Mauern endgültig eingerissen. Ein zurecht selbstbewusster Auftakt. Das anschließende „Mein Leben - Meine Regeln“ präsentiert sich in seinem Tempo zunächst leicht gezügelt, der Härtegrad nimmt jedoch schnell weiter zu. Die schwer schleppenden Riffs gehen straight nach vorne, textlich orientiert man sich weiterhin stark am Titel des aktuellen Albums und verdeutlicht, was wirklich von Bedeutung ist und zählt. Es ist der Musik gewordene Kampf für die eigenen Überzeugungen und essentielle Selbstbestimmung. Der Refrain entfesselt die Bestie dann erst so richtig und lässt ein druckvoll grollendes Gewitter auf den Hörer niederdonnern, die unmissverständliche Botschaft lautet: „Das ist mein Leben, hier gelten meine Regeln!“. „Warum Kann Ich Nicht Glücklich Sein?“... Wahrscheinlich stellen sich diese bedeutungsvolle Frage im Hier und Jetzt weitaus mehr Menschen, als man zunächst annehmen mag. Das eigene Ich versinkt mehr und mehr in zerrüttender Nachdenklichkeit, stellt sich vor schier unlösbare und doch überlebensnotwendige Rätsel. Man wälzt sich des Nachts in den Laken umher, das Lachen ist wie verschwunden. Der Job, die Wohnung, ein voller Kühlschrank, soziale Kontakte und Gesundheit... Scheinbar hat man doch alles Notwendige, was man zum Leben braucht. Oder nicht? Und doch herrscht da diese sonderbare, innere Leere und erzeugt ein tiefes Loch, welches offensichtlich nicht mehr zu stopfen ist. Ein endloser Schlund, der einen immer mehr in sich hinabzieht, beharrlich am sonst so starken Nervenkostüm zerrt und einen langsam aber sicher verzerrt. Der zerbrechliche Auftakt besteht aus sanften Streichern und zurückhaltender Akustikgitarre. Sänger Nord wagt sich hier erstmalig an ausschließlich klaren Gesang heran, in dem deutlich hörbar Melancholie, Nachdenklichkeit und Schmerz mitschwingt. Erst danach setzen erneut harte Saiten und rhythmisches Drumming ein. Die Stimme passt sich an, wird wieder rauer und entlädt sich schlussendlich im Refrain mit der quälenden Frage nach dem „Warum?“. Die Zeiten haben sich geändert, längst ist das Feindbild ein Anderes. Der Schein trügt wie so oft: Die „Mörder“ von heute wohnen in prächtigen Häusern und Palästen. Sie bekleiden wichtige Ämter, fahren teure Autos, zählen nimmersatt ihre Geldscheine und baden im endlosen Luxus. Die wahren Verbrecher tragen Masken. Knallhart und brachial peitscht die wütende Melodie dazu passend voran. Der voran marschierende Takt des Schlagzeugs bestimmt die einzelnen Strophen, immer wieder durchbrochen von aggressiven Zwischenrufen und schließlich vom gebrüllten Chorus mit metallischer Schlagseite abgelöst. Ein wahrhaft klassischer „Hämatom“-Track!

Herzerwärmende Chöre eröffnen danach das folgende „Lichterloh“. Cleaner Gesang trifft auf ein reduzierteres Arrangement aus vorsichtiger Gitarre und dezenten Synthies. Die Drums setzen erst in der zweiten Strophe ein und geben einen rhythmischen Takt vor, bis die komplette Instrumentierung dem folgenden Refrain dann endgültig seine gesamte Kraft verleiht. Es ist eine aufregende Reise zurück in die Vergangenheit, zurück in die eigene Kindheit und Jugend. In eine Zeit, in der man noch unbekümmert, sorglos, wild und frei war. Auf ewig unvergessliche Momente erzählen von langen Nächten, gebrochenen Regeln, dem ersten Kuss und gesammelten Erfahrungen... Und plötzlich ist man erwachsen, die Zeit ist nicht stehengeblieben und weitergelaufen, ohne das man es je bemerkt hätte. Doch sind es gerade all diese Augenblicke, die für immer bleiben. Die Nichts ersetzen und Niemand uns mehr nehmen kann. Eine authentische, gefühlvolle Power-Ballade mit wohligem Nostalgie-Faktor. „Ich Hasse Dich Zu Lieben“ beschreitet fortan wieder gänzlich andere Pfade und geht direkt nach vorne. Entfesseltes Power-Metal-Riffing und merklich erhöhtes Tempo, treffen auf zeitweise mehrstimmigen Gesang und einen packenden Text. Erst kurz vor dem Chorus wird geschickt ein kurzer Ruhepol zum durchatmen gesetzt, bevor das Konstrukt schließlich in einem ungemein starken Hauptteil mündet, der sofort mitzureißen weiß. Wer kennt es nicht? Man hält an etwas oder jemandem fest, obwohl es einem nicht gut tut und doch zieht einen die kleinste Entfernung schon zurück. Man ist emotional abhängig, auf seltsame Art und Weise unendlich weit von einander getrennt und doch verbunden. Die perfekte Definition von Hassliebe und man muss sich zuletzt die Frage stellen: Hasst man es zu lieben oder liebt man es zu hassen? „Lange Nicht Perfekt“ greift dann das Konzept mit der Freiheit nochmal anders auf und wurde zuletzt als dritte Vorab-Single ausgekoppelt. Ein energiegeladener Up-Tempo