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  • Christoph Lorenz

In Extremo - „Endlich Live"-Tour - SparkassenPark, Mönchengladbach - 06.08.2021


Veranstaltungsort:

Stadt: Mönchengladbach, Deutschland


Location: SparkassenPark


Kapazität: ca. 900


Stehplätze: Nein


Sitzplätze: Ja


Homepage: https://sparkassenpark.de


Einleitung:


Achtung: Alle, die die beiden Berichte aus 2020 zu „Mono Inc.“ und „Schandmaul“ in Mönchengladbach schon gelesen haben, dürfen die Einleitung jetzt gerne überspringen, da diese zwecks der umfassenden Erklärung des neuen Strandkorb-Open-Air-Konzepts und all seiner zugehörigen Hintergründe hier fast ausschließlich übernommen wird. Alle anderen können selbstverständlich bedenkenlos weiterlesen: Es ist kaum zu glauben, aber nach einer sehr langen, ja, gefühlt ewig währenden Durststrecke gibt es sie jetzt endlich doch wieder: Konzerte! Wenn auch deutlich unregelmäßiger, weniger und vor allem anders, als zuvor. Wobei dieses „zuvor“ in Wirklichkeit aber eigentlich noch gar nicht so lange her ist, wie es vielleicht zunächst den Anschein hat, denn noch im Februar letzten Jahres war Live-Musik vor Publikum in großen Arenen oder kleinen Clubs definitiv nichts Außergewöhnliches oder gar Unvorstellbares. Nahezu an jedem einzelnen Tag gab es in so ziemlich jeder größeren und kleineren Stadt irgendein Kulturangebot oder gleich mehrere davon, sodass die Auswahl ob der etwaigen Überschneidungen manches Mal durchaus schwer fiel. Hätte mir zu diesem Zeitpunkt jemand erzählt, dass es schon bald eine weltweite Pandemie geben würde, man zukünftig Sicherheitsabstand voneinander halten und Schutzmasken tragen müssen, so hätte ich diesen jemand sehr wahrscheinlich für völlig verrückt erklärt und für seine apokalyptische Science-Fiction-Vision ausgelacht... Dass aber letzten Endes doch alles ganz anders kam und die eben erwähnte Pandemie leider doch keine versponnene Fiktion ist, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt und wurde im letzten Jahr schon zu Genüge diskutiert, weswegen ich hier jetzt kurz einhake. Nein, um weitere Negativmeldungen und das omnipräsente Corona-Virus soll es in diesem Beitrag und auch allen in Zukunft Folgenden nun wirklich nicht gehen, sondern dafür viel mehr um das, was uns so viel bedeutet und wofür ihr ja eigentlich hier seid: Musik... Und ja, auch wieder um Konzerte! Bereit? Na, dann mal los!


„Deine Kulturoffensive in Mönchengladbach: „Corinna“! Ein Bekenntnis. Eine Kampfansage. Ein Zusammenschluss, der seinesgleichen sucht. Ein Halt im Ungewissen. Ein Hoffnungsschimmer. Eine Zusammenarbeit, die Mut macht. In Mönchengladbach. Für Mönchengladbach. Streaming, Event und mehr - Wir sind „Corinna“!“, steht in den Informationen auf der Homepage des überregional bekannten Hockeyparks. Die Vorstandsvorsitzenden setzen sich unter anderem aus Miriam Colonna vom Kulturlöwe Niederrhein e.V., Michael Hilgers vom SparkassenPark-Team und weiteren Trägern der Kunst- und Kulturbranche zusammen, wie beispielsweise Mitarbeitenden der Kaiser-Friedrich-Halle, dem Kulturbüro Mönchengladbach oder BIS Zentrum und auch in der Politik fand man schließlich manchen Unterstützer zur endgültigen Realisierung des Projekts. Der neugegründete Verein sei die „Antwort auf die Herausforderungen, vor welche die Corona-Pandemie die Mönchengladbacher Kulturszene stellt“, so heißt es weiter. „Mit einer überwältigenden Solidargemeinschaft aus KünstlerInnen, Kulturaktiven, Locations und Konzertagenturen setzen wir ein klares Bekenntnis, dass es auch in schlechten Zeiten weitergehen wird - mit gemeinsamer Performance und einem großen WIR. Das Ziel unseres Vereins ist die - auch finanzielle - Unterstützung der angeschlagenen Akteure, um zumindest die größte Not in der Kultur- und Eventszene in Mönchengladbach ein wenig auffangen zu können und diese auch bis „nach Corona“ am Leben zu halten. Wenn man sich ansieht, wer alles dabei ist, wird allen klar, dass es diese Art der solidarischen Zusammenarbeit in unserer Stadt so noch nie gegeben hat...“, untermauert man den gemeinschaftlichen Aspekt dieser extrem lobenswerten, beeindruckenden Initiative nochmals vehement und regt an, dass die Türen auch weiterhin all jenen offen stünden, die dieses Engagement gerne unterstützen möchten. Eine wirklich beachtliche Bereitschaft und ein nicht minder löblicher Teil-Lösungsansatz in Bezug auf die aktuelle, regionale Problemstellung für Kunst und Kultur - Sehr schön! Exakt solche mutigen Menschen braucht es zum weiteren Erhalt der erschreckend bedrohten Veranstaltungsbranche nämlich auch, zumindest zu einem gewissen Anteil. Das andere und dabei ebenso wichtige Gegenstück sind die Gäste selbst, denn genau für diese hat sich der Zusammenschluss so einige attraktive Konzepte in und um die Stadt ausgedacht, die im Rahmen des Möglichen und somit der aktuell angeordneten Hygienemaßnahmen liegen.


Eines davon ist die Open-Air-Veranstaltungsreihe im großen SparkassenPark Mönchengladbach, die 2020 so dermaßen erfolgreich verlief, dass sich die Veranstalter dazu entschieden haben, das beliebte Konzept in diesem Jahr mit sage und schreibe fünfzehn weiteren Standorten auf große Deutschland-Tournee zu schicken, um möglichst vielen Musik-Fans die Möglichkeit auf sichere Konzerte zu geben. Demnach gibt sich 2021 auch in Aach im Hegau, Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bochum, Cham, Hamburg. Hartenholm, Nürnberg, Regensburg, Rheinland-Pfalz, Rosenheim, St. Wendel / Bostalsee, Wetzlar und Wiesbaden eine ausgewogene und prominente Riege aus den Bereichen Entertainment, Comedy, Schlager, Pop, Rock und Metal beinahe täglich die Klinke in die Hand. Egal, ob Johann König und Ben Becker oder Wincent Weiss, Joris, Pietro Lombardi, „Culcha Candela“, „Kasalla“, „Gentleman“, „Schiller“, „Brings“ und „Die Höhner“: Viele der Shows sind bereits ausverkauft und wurden schon mit Zusatzterminen versehen. Mit der „Rammstein“-Tribute-Band „Völkerball“, den Irish-Folkern „Fiddler‘s Green“, der Mittelalter-Rock-Fraktion aus „Versengold“ und „Schandmaul“, den Hamburger Gothic-Rockern „Mono Inc.“ oder auch der Future-Pop-Koryphäe „VNV Nation“ sind sogar einige namhafte Bands aus der alternativen Szene mit an Bord. Es ist also für jeden (musikalischen) Geschmack etwas im Programm! Das innovative Konzept des Strandkorb Open-Air gestaltet sich wie folgt: Die Besucher werden durch insgesamt neun verschiedene und farblich gekennzeichnete Eingänge zu ihrer jeweiligen Insel (Rügen, Sylt, Helgoland, Mallorca, Föhr, Juist, Norderney, Fehmarn oder Amrum), also einem speziell abgetrennten Bereich mit je fünfzig Strandkörben darin, geleitet. Auf diese Weise wird die Gesamtanzahl der Besucher, die sich gesammelt an einem Ort befinden, nach den aktuellen Standards reguliert und auf ein konformes Mindestmaß begrenzt. Durch diese Regelung kann garantiert werden, dass die Zuschauer den vorgeschriebenen Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern sicher einhalten können. Für Gäste mit Handicap ist hingegen ein separater Zugang zu einer der Tribünen vorgesehen. Die einzelnen Wege sind durch Barrieren voneinander abgetrennt, sodass die Zuschauer einer Insel nicht in näheren Kontakt mit denen der anderen Inseln kommen können. Zudem hat jeder Bereich seine eigenen Sanitäranlagen. Diese werden, wie auch die Strandkörbe selbst, regelmäßig desinfiziert. Außerdem ist an jedem Strandkorb ausreichend Desinfektionsmittel in Form eines kleinen Spenders angebracht, um die gesetzten Standards erfüllen zu können. Auf dem gesamten Gelände gilt unterdessen die Maskenpflicht, die jedoch aufgehoben ist, sofern man sich auf seinem Platz befindet. Da aufgrund der Abstandsregelung kein klassischer Gastrobetrieb angeboten werden kann, ist es sowohl vorab am Computer als auch vor Ort via App möglich, unter Angabe der Strandkorb-Nummer kleine Snacks (Riegel, Brezel, Salat oder Wraps und vieles mehr) und Getränke (alkoholfrei und alkoholisch) aller Art zu bestellen, die dann in einer eigenen, kleinen Kühlbox direkt neben dem Korb eingelagert werden. So sehr ich die normalen Club-Shows auch vermisse, aber das ist gerade für den passionierten Konzertbesucher schon wirklich ein riesiger Luxus und kein Vergleich zu den doch recht trostlosen Autokino-Konzerten mit blinkender Lichthupe anstelle von echtem Applaus! Das gesamte Konzept kann also vollkommen zurecht als eine Art wunderbar entspannter, enorm bereichernder und perfekt organisierter Kultur-Kurzurlaub in angesehen werden... Ein kleines Stück von Freiheit und Normalität in diesen schwierigen Zeiten, herzlichen Dank dafür an alle Beteiligten!


Zugunsten der örtlichen Veranstalter, Crews und Bands haben wir unsere Tickets, wie bereits im vergangenen Jahr, für alle (stattfindenden) Konzerte in 2021 selbstverständlich ganz normal gekauft und demnach schon auf die bloße Anfrage einer Akkreditierung verzichtet. Das ist vermutlich auch so ziemlich das Mindeste, was man als Musikliebhaber derzeit tun kann, wenn man sich in Zukunft nicht plötzlich vor den zahlreichen Trümmern jener Branche stehen sehen will. Wer momentan nicht die Möglichkeit dazu hat oder aus Vorsicht präventiv keine größeren Veranstaltungen besuchen möchte, kann dennoch helfen, denn die Fans mancher Künstler haben auf eigene Faust engagierte Spenden-Aktionen ins Leben gerufen und die Acts selber haben in ihren Online-Shops nun oft spezielle Angebote mit besonderen, exklusiven Artikeln. Kauft mehr CDs, anstatt Musik nur im Abonnement zu streamen oder Merchandise, um den Musikern zu helfen und das weitere Fortbestehen der Kulturlandschaft zu sichern - Danke! Nach einem echten Sommertag sieht es an diesem Freitag, dem 06.08.2021, jedenfalls so überhaupt nicht aus, aber das tut es ja schon die ganzen letzten Monate über nicht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bereits für den Nachmittag wieder starker Regen angesagt ist, der sich zu meiner großen Beunruhigung in der Wetter-App immer weiter nach hinten und damit gen Abend verschiebt... Es ist besonders deswegen so unglaublich schade, da das heutige Konzert die lang erwartete Einlösung eines Weihnachtsgeschenks aus dem vergangenen Jahr für jemanden ist, der „In Extremo“ gesundheitsbedingt schon viele Jahre nicht mehr live erleben konnte und dem ich zuletzt noch so viel vom „Konzert-Urlaub bei sommerlichen Temperaturen“ vorgeschwärmt habe. Nun ja, wir bleiben vorsichtig optimistisch und lassen uns nicht entmutigen. Um auf den großen Parkplatz zu gelangen, durchfahren wir erst ein großes Tor und orientieren uns danach an der Beschilderung durch kleine, farbige Banner an der Einfahrt zum jeweiligen Bereich. War das Parken im letzten Jahr noch im Ticketpreis inklusive, werden dieses Mal satte fünf Euro Gebühr fällig und frei auswählen darf man seinen Platz nun auch nicht mehr, sondern ist auf die Einweiser angewiesen, die ob der reichlich vorhandenen Möglichkeiten auf dem Gelände irgendwie fehl am Platze sind. Wir haben die Farbe Rot für die Insel Rügen zugeteilt bekommen und dürfen uns jetzt einen der massig freien Plätze aussuchen. Noch sind nicht allzu viele andere Gäste hier, die übrigen Fans stehen hingegen noch vor ihren Autos und unterhalten sich angeregt oder warten schon vor den Toren. Der Einlass ist für 19.00 Uhr angesetzt, der Beginn eine gute Stunde später.


Als es schließlich soweit ist, reihen wir uns in die praktisch nicht wirklich existente Schlange für unsere Insel ein, weisen eines der 3-Gs nach, die ab diesem Jahr erforderlich sind, halten unsere Tickets unter einen Scanner und passieren bei grünem Licht das Drehkreuz, welches uns sodann auf einen mit Gittern abgetrennten, eigenen Weg zu unserem zugeteilten Bereich entlässt. So umrunden wir die hohen Tribünen rechter Hand und gelangen dann über die obere Hälfte der seitlichen Ränge schließlich in den Innenraum, wo ein kleines Schild bereits verrät: Rügen. Mit unseren Eintrittskarten in der Hand, folgen wir den kleinen Pfeil-Markierungen auf dem Boden zum Strandkorb mit unserer Nummer darauf - Endlich angekommen und ein sehr cooles, stressfreies und sicheres Konzept oben drauf! Ebenfalls super: Unsere am Vortag via Homepage aufgegebene Getränke-Bestellung lagert schon in der Kühlbox neben unserem Strandkorb und im Gegensatz zur Show von „VNV Nation“ vergangenes Jahr, ist dieses Mal sogar ein kleiner Flaschenöffner an ihr befestigt - Toll! Mit reichlich Eistee, Cola und natürlich Bier bewaffnet setzen wir uns also und beobachten gemütlich das rege Treiben ringsum. Die gegenüberliegenden Aufgänge gleich neben der riesigen Bühne, die übrigens extrem hoch ist, damit auch jeder Gast von überall aus gut sehen kann, wurden mit breiten Planen überdeckt, auf denen weiße Dünen und wogende Wellen zu sehen sind. Na, so kommt doch direkt das gewünschte Urlaubsgefühl auf, oder? Nachdem in der folgenden Stunde dann noch eine überdurchschnittlich motivierte Moderatorin das Hygienekonzept ausführlich erklärt hat, drei Runden Kiss-Cam gespielt und ein sehr langer, extrem heftiger Schauer mit Hagel-Charakter überstanden worden sind, ziehen die dunklen Wolken knapp zehn Minuten vor Beginn endlich vorbei und die strahlende Sonne zeigt sich. Das nenne ich doch mal perfektes Timing, es kann also losgehen!

In Extremo:


Exakt um 20.00 Uhr ertönt schlagartig der vertraute, unheimlich knarzende Klang eines altehrwürdigen Trumscheits und hallt fortan mit einem großflächigen Echo durch die weitläufigen Reihen des großen und zudem restlos ausverkauften SparkassenParks zu Mönchengladbach. Mit einem Mal verstummen die Gespräche der geselligen Runden zwischen den zahlreichen Strandkörben und alle Blicke richten sich ausnahmslos mit voller Aufmerksamkeit in Richtung der mehrere meterhohen Bühne. Das wilde Rasseln hell klirrender Schellen und der hypnotisch niederdonnernde Rhythmus voluminöser Trommeln geben nun den treibenden Takt vor, ehe die geballte Kraft der Dudelsäcke die bekannte Melodie von „Pikse Palve“ aus dem Off der vielen Lautsprecherboxen dringen lässt und schließlich die Ankunft der sechs Spielmänner von „In Extremo“ verheißt. Die ohnehin schon spürbar hohe Spannung ist spätestens jetzt allgegenwärtig und kann beinahe mit den Händen gefasst werden, als sich im Hintergrund allmählich etwas zu regen beginnt und sich das gigantische Backdrop plötzlich wie von selbst in die Lüfte erhebt. Langsam wird die schwere Plane, die mit dem darauf zu sehenden dunklen Himmel, funkelndem Sternenstaub und einem gar riesigen, goldenen Kompass ganz im Stil des aktuellen Studioalbums „Kompass Zur Sonne“ gehalten ist, immer höher gezogen und verharrt am höchsten Punkt schließlich fest in der Verankerung, bis die malerische Szenerie über dem gesamten Bühnenbild prangt, welches ansonsten noch weitestgehend der „Quid Pro Quo“-Ära entspricht. Im Zentrum ragt das wuchtige Drumset in die Höhe, hinter dem auf einmal Schlagzeuger Florian „Specki T.D.“ Speckardt steht und Arme kurz zum Gruß in die Höhe reckt. Die Fans rufen, klatschen und jubeln voller Begeisterung. Zu den Seiten daneben befindet sich je ein weiteres Podeste in rustikaler Backstein-Optik, der Platz dahinter wird von langen, strählenden Straßenlaternen ausgefüllt. Nur wenige Sekunden später zeigen sich auch Bassist Kay „Die Lutter“ Lutter und Gitarrist Sebastian „Van Lange“ Lange und nehmen ihre traditionell zugewiesenen Positionen am vorderen Rand ein. Als vorerst letztes Mitglied betritt Frontmann und Sänger Michael Robert „Das letzte Einhorn“ Rhein unter schallendem Applaus mit zügigen Schritten die Bretter. Lächelnd hebt er knapp die Hand und dreht sich dann mit dem Rücken zum gebannten Publikum um. Das instrumentale Intro verstummt endgültig und mit ihm für wenige Augenblicke auch der bis dato ziemlich ausgelassene Jubel. Mönchengladbach scheint kurz den Atem anzuhalten. Die Welt steht scheinbar still. Jetzt wird die Bühne in blutrotes Licht getaucht, ein vertrautes Riff erklingt und dann schießen unvermittelt heiße Feuerbälle hoch hinaus: Wir ziehen in den „Sängerkrieg“! Im hellen Schein der Flammen fühlen sich Fans und Band seit jeher zuhause und so ist es auch absolut kein Wunder, dass gleich wieder alles beim Alten scheint und es sich ganz so anfühlt, als hätte es die erzwungene Live-Pause oder gar eine Pandemie in den vergangenen anderthalb Jahren nicht gegeben. Trotz der geltenden, notwendigen Auflagen wirkt das alles hier sonderbar unbeschwert und frei. Zumindest in diesem einen Moment. Ein lange vermisstes, wirklich schönes Gefühl. „Hallo Mönchengladbach!“, ruft Rhein herzlich in die Weiten des SparkassenParks hinein und erhält hundertfach prompte Antwort. Mit dem Einsetzen des hymnenhaften Refrains sprinten auch die beiden letzten Mitglieder, Marco „Flex der Biegsame“ Zorzytzky und André „Dr. Pymonte“ Strugala, mit den Dudelsäcken im Anschlag hinzu und das Publikum jubelt. Einzig Boris „Yellow Pfeiffer“ Pfeiffer fehlt, gab die Band doch bereits im Frühjahr überraschend seinen Ausstieg bekannt. Irgendwie merkwürdig und sehr befremdlich, die einstigen „glorreichen Sieben“ in Zukunft nur noch als Sextett zu sehen. Daran werden sich auf dieser Tournee vermutlich so einige treue Anhänger erst gewöhnen müssen...

Zum traurig sein und Trübsal blasen soll heute Abend aber keine Zeit bleiben, denn mit dem schwungvollen „Küss Mich“ folgt direkt im Anschluss ein echter Klassiker, der die Stimmung weiter nach oben zu treiben weiß. „Einen wunderschönen guten Abend euch allen! Euch geht’s gut, oder?“, begrüßt der Sänger das Publikum sichtlich erfreut und gelöst. „Das freut uns, das