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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Schandmaul - „Artus"-Tour - SparkassenPark, Mönchengladbach - 29.08.2020


Veranstaltungsort:

Stadt: Mönchengladbach, Deutschland


Location: SparkassenPark


Kapazität: ca. 900


Stehplätze: Nein


Sitzplätze: Ja


Homepage: https://sparkassenpark.de


Einleitung:


Achtung: Alle, die den jüngsten Konzertbericht zu „Mono Inc.“ in Mönchengladbach schon gelesen haben, dürfen die Einleitung jetzt gerne überspringen, da diese zwecks der umfassenden Erklärung des neuen Strandkorb-Open-Air-Konzepts und all seiner zugehörigen Hintergründe hier fast ausschließlich übernommen wird. Alle anderen können nun selbstverständlich bedenkenlos weiterlesen: Es ist kaum zu glauben, aber nach einer sehr langen, ja, gefühlt ewig währenden Durststrecke gibt es sie jetzt endlich doch wieder: Konzerte! Wenn auch deutlich unregelmäßiger, weniger und vor allem anders, als zuvor. Wobei dieses „zuvor“ in Wirklichkeit aber eigentlich noch gar nicht so lange her ist, wie es vielleicht zunächst den Anschein hat, denn noch im Februar diesen Jahres war Live-Musik vor Publikum in großen Arenen oder kleinen Clubs definitiv nichts Außergewöhnliches oder gar Unvorstellbares. Nahezu an jedem einzelnen Tag gab es in so ziemlich jeder größeren und kleineren Stadt irgendein Kulturangebot oder gleich mehrere davon, sodass die Auswahl ob der etwaigen Überschneidungen manches Mal durchaus schwer fiel. Hätte mir zu diesem Zeitpunkt jemand erzählt, dass es schon bald eine weltweite Pandemie geben würde, man zukünftig Sicherheitsabstand voneinander halten und Schutzmasken tragen müssen, so hätte ich diesen jemand sehr wahrscheinlich für völlig verrückt erklärt und für seine apokalyptische Science-Fiction-Vision ausgelacht... Dass aber letzten Endes doch alles ganz anders kam und die eben erwähnte Pandemie leider doch keine versponnene Fiktion ist, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt und wurde in diesem merkwürdigen Jahr schon zu Genüge diskutiert, weswegen ich hier jetzt kurz einhake. Nein, um weitere Negativmeldungen und das omnipräsente Corona-Virus soll es in diesem Beitrag und auch allen in Zukunft Folgenden nun wirklich nicht gehen, sondern dafür viel mehr um das, was uns so viel bedeutet und wofür ihr ja eigentlich hier seid: Musik... Und ja, auch wieder um Konzerte! Bereit? Na, dann mal los!


„Deine Kulturoffensive in Mönchengladbach: „Corinna“! Ein Bekenntnis. Eine Kampfansage. Ein Zusammenschluss, der seinesgleichen sucht. Ein Halt im Ungewissen. Ein Hoffnungsschimmer. Eine Zusammenarbeit, die Mut macht. In Mönchengladbach. Für Mönchengladbach. Streaming, Event und mehr - Wir sind „Corinna“!“, steht in den Informationen auf der Homepage des überregional bekannten Hockeyparks. Die Vorstandsvorsitzenden setzen sich unter anderem aus Miriam Colonna vom Kulturlöwe Niederrhein e.V., Michael Hilgers vom SparkassenPark-Team und weiteren Trägern der Kunst- und Kulturbranche zusammen, wie beispielsweise Mitarbeitenden der Kaiser-Friedrich-Halle, dem Kulturbüro Mönchengladbach oder BIS Zentrum und auch in der Politik fand man schließlich manchen Unterstützer zur endgültigen Realisierung des Projekts. Der neugegründete Verein sei die „Antwort auf die Herausforderungen, vor welche die Corona-Pandemie die Mönchengladbacher Kulturszene stellt“, so heißt es weiter. „Mit einer überwältigenden Solidargemeinschaft aus KünstlerInnen, Kulturaktiven, Locations und Konzertagenturen setzen wir ein klares Bekenntnis, dass es auch in schlechten Zeiten weitergehen wird - mit gemeinsamer Performance und einem großen WIR. Das Ziel unseres Vereins ist die - auch finanzielle - Unterstützung der angeschlagenen Akteure, um zumindest die größte Not in der Kultur- und Eventszene in Mönchengladbach ein wenig auffangen zu können und diese auch bis „nach Corona“ am Leben zu halten. Wenn man sich ansieht, wer alles dabei ist, wird allen klar, dass es diese Art der solidarischen Zusammenarbeit in unserer Stadt so noch nie gegeben hat...“, untermauert man den gemeinschaftlichen Aspekt dieser extrem lobenswerten, beeindruckenden Initiative nochmals vehement und regt an, dass die Türen auch weiterhin all jenen offen stünden, die dieses Engagement gerne unterstützen möchten. Eine wirklich beachtliche Bereitschaft und ein nicht minder löblicher Teil-Lösungsansatz in Bezug auf die aktuelle, regionale Problemstellung für Kunst und Kultur - Sehr schön! Exakt solche mutigen Menschen braucht es zum weiteren Erhalt der erschreckend bedrohten Veranstaltungsbranche nämlich auch, zumindest zu einem gewissen Anteil. Das andere und dabei ebenso wichtige Gegenstück sind die Gäste selbst, denn genau für diese hat sich der Zusammenschluss so einige attraktive Konzepte in und um die Stadt ausgedacht, die im Rahmen des Möglichen und somit der aktuell angeordneten Hygienemaßnahmen liegen.


Eines davon ist die Open-Air-Veranstaltungsreihe im großen SparkassenPark Mönchengladbach: Ab dem 30.07.2020 bis einschließlich 04.10.2020 gibt sich hier eine ausgewogene und prominente Riege aus den Bereichen Entertainment, Comedy, Schlager, Pop, Rock und Metal beinahe täglich die Klinke in die Hand. Egal, ob Markus Krebs, Johann König und Ben Becker oder Mike Singer, Joris, Pietro Lombardi, Philipp Poisel, „Culcha Candela“, „Kasalla“, „Gentleman“, „Brings“ und „Die Höhner“: Viele der Shows sind bereits ausverkauft und wurden schon mit Zusatzterminen versehen. Mit der „Rammstein“-Tribute-Band „Völkerball“, den Gothic-Rockern von „She Past Away“, dem Punk-Flaggschiff „Dritte Wahl“, der Mittelalter-Rock-Fraktion „Feuerschwanz“ und „Schandmaul“ oder auch der Future-Pop-Koryphäe „VNV Nation“ sind sogar einige namhafte Bands aus der alternativen Szene mit an Bord. Es ist also für jeden (musikalischen) Geschmack etwas im Programm! Das innovative Konzept des neuen Strandkorb Open-Air gestaltet sich wie folgt: Die Besucher werden durch insgesamt neun verschiedene und farblich gekennzeichnete Eingänge zu ihrer jeweiligen Insel (Rügen, Sylt, Helgoland, Mallorca, Föhr, Juist, Norderney, Fehmarn oder Amrum), also einem speziell abgetrennten Bereich mit je fünfzig Strandkörben darin, geleitet. Auf diese Weise wird die Gesamtanzahl der Besucher, die sich gesammelt an einem Ort befinden, nach den aktuellen Standards reguliert und auf ein konformes Mindestmaß begrenzt. Durch diese Regelung kann garantiert werden, dass die Zuschauer den vorgeschriebenen Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern sicher einhalten können. Für Gäste mit Handicap ist hingegen ein separater Zugang zu einer der Tribünen vorgesehen. Die einzelnen Wege sind durch Barrieren voneinander abgetrennt, sodass die Zuschauer einer Insel nicht in näheren Kontakt mit denen der anderen Inseln kommen können. Zudem hat jeder Bereich seine eigenen Sanitäranlagen. Diese werden, wie auch die Strandkörbe selbst, regelmäßig desinfiziert. Außerdem ist an jedem Strandkorb ausreichend Desinfektionsmittel in Form eines kleinen Spenders angebracht, um die gesetzten Standards erfüllen zu können. Auf dem gesamten Gelände gilt unterdessen die Maskenpflicht, die jedoch aufgehoben ist, sofern man sich auf seinem Platz befindet. Da aufgrund der Abstandsregelung kein klassischer Gastrobetrieb angeboten werden kann, ist es sowohl vorab am Computer als auch vor Ort via App möglich, unter Angabe der Strandkorb-Nummer kleine Snacks (Riegel, Brezel, Salat oder Wraps und vieles mehr) und Getränke (alkoholfrei und alkoholisch) aller Art zu bestellen, die dann in einer eigenen, kleinen Kühlbox direkt neben dem Korb eingelagert werden. So sehr ich die normalen Club-Shows auch vermisse, aber das ist gerade für den passionierten Konzertbesucher schon wirklich ein riesiger Luxus und kein Vergleich zu den doch recht trostlosen Autokino-Konzerten mit blinkender Lichthupe anstelle von echtem Applaus! Das gesamte Konzept kann also vollkommen zurecht als eine Art wunderbar entspannter, enorm bereichernder und perfekt organisierter Kultur-Kurzurlaub angesehen werden... Ein kleines Stück von Freiheit und Normalität in diesen schwierigen Zeiten, herzlichen Dank dafür an alle Beteiligten!


Zugunsten der örtlichen Veranstalter, Crews und Bands haben wir unsere Tickets für alle (stattfindenden) Konzerte in 2020 selbstverständlich ganz normal gekauft und demnach schon auf die bloße Anfrage einer Akkreditierung verzichtet. Das ist vermutlich auch so ziemlich das Mindeste, was man als Musikliebhaber derzeit tun kann, wenn man sich in Zukunft nicht plötzlich vor den zahlreichen Trümmern jener Branche stehen sehen will. Wer momentan nicht die Möglichkeit dazu hat oder aus Vorsicht präventiv keine größeren Veranstaltungen besuchen möchte, kann dennoch helfen, denn die Fans mancher Künstler haben auf eigene Faust engagierte Spenden-Aktionen ins Leben gerufen und die Acts selber haben in ihren Online-Shops nun oft spezielle Angebote mit besonderen, exklusiven Artikeln. Kauft mehr CDs, anstatt Musik nur im Abonnement zu streamen oder Merchandise, um den Musikern zu helfen und das weitere Fortbestehen der Kulturlandschaft zu sichern - Danke! Am 29.08.2020 ist es dann schließlich soweit und mein persönlich letztes Konzert beim diesjährigen Strandkorb-Open-Air steht bevor. Nachdem ich erst kürzlich schon die beliebte Future-Pop-Legende „VNV Nation“ und die erfolgreiche Hamburger Dark-Rock-Formation „Mono Inc.“ im SparkassenPark live erleben durfte, stehen heute hingegen fantastische Märchen, mystische Sagen und vor allem jede Menge Folk-Rock mit den sympathischen Münchnern von „Schandmaul“ auf dem Programm. Nicht nur für die zahlreich angereisten Fans soll dieser Abend etwas ganz Besonderes sein. Nein, auch für die sechsköpfige Band selbst, denn die Narrenkönige geben an diesem Tag doch tatsächlich ihr allererstes Live-Konzert in 2020! Klar, dass sich da vor Freude niemand mehr halten kann. So auch meine Begleitung, welche die neue Event-Reihe zum ersten Mal besucht und demnach natürlich schon sehr gespannt auf das innovative Konzept ist, und ich, die wir jetzt an diesem Samstag Nachmittag bei bestem Wetter nach Mönchengladbach fahren. Komplikationen oder sonstige Zwischenfälle gibt es während der Anfahrt glücklicherweise keine und so kommen wir schließlich planmäßig und ohne viel Zeitdruck an unserem Zielort an. Um auf den großen Parkplatz zu gelangen, durchfahren wir erst ein großes Tor und orientieren uns danach an der Beschilderung durch kleine, farbige Banner an der Einfahrt zum jeweiligen Bereich. Wir haben die Farbe Weiß für die Insel Helgoland zugeteilt bekommen und dürfen uns jetzt einen der massig freien Plätze aussuchen. Noch sind nicht allzu viele andere Gäste hier, die übrigen Fans stehen hingegen noch vor ihren Autos und unterhalten sich angeregt oder warten schon am Einlass, der heute pünktlich um 19.00 Uhr beginnt. Einen Support gibt es heute Abend nicht. Als es schließlich soweit ist, reihen wir uns in die praktisch nicht wirklich existente Schlange für unsere Insel ein, halten unsere Tickets unter einen Scanner und passieren bei grünem Licht das Drehkreuz, welches uns sodann auf einen mit Gittern abgetrennten, eigenen Weg zu unserem zugeteilten Bereich entlässt. So umrunden wir die hohen Tribünen rechter Hand und gelangen dann über die obere Hälfte der seitlichen Ränge schließlich in den Innenraum, welchen es jetzt vollständig zu durchqueren gilt, bis ein kleines Schild verrät: Helgoland. Mit unseren Eintrittskarten in der Hand, folgen wir den kleinen Pfeil-Markierungen auf dem Boden zum Strandkorb mit unserer Nummer darauf - Endlich angekommen und ein sehr cooles, stressfreies und sicheres Konzept oben drauf! Ebenfalls super: Unsere am Vortag via Homepage aufgegebene Getränke-Bestellung lagert schon in der Kühlbox neben unserem Strandkorb und im Gegensatz zur Show von „VNV Nation“ ist dieses Mal sogar ein kleiner Flaschenöffner an ihr befestigt - Toll! Mit reichlich Eistee, Cola und Bier bewaffnet setzen wir uns also und beobachten gemütlich das rege Treiben ringsum. Die gegenüberliegenden Aufgänge gleich neben der riesigen Bühne, die übrigens extrem hoch ist, damit auch jeder Gast von überall aus gut sehen kann, wurden mit breiten Planen überdeckt, auf denen weiße Dünen und wogende Wellen zu sehen sind. Na, so kommt doch direkt das gewünschte Urlaubsgefühl auf, oder?


Plötzlich betritt ein junger Mann die Bühne: „Ein wunderschöner Tag geht zu Ende!“, begrüßt er das etwas überraschte Publikum und stellt sich anschließend namentlich als Dennis, Radiomoderator von 90.1, vor, der die Gäste als Animateur durch den heutigen Abend führen wird und diese als „Retter der Kulturbranche“ bezeichnet. „Einen Glückwunsch an alle Gäste, die schon vorbestellt haben. Mit den ganzen Getränken in der Kühlbox kann ja jetzt nichts mehr schiefgehen! Wenn ihr nochmal nachladen möchtet, könnt ihr übrigens gerne ins Internet schauen. Wir haben genug für euch alle kaltgestellt, versprochen!“, lacht er vergnügt und spricht dann die wichtigen Hygienemaßnahmen für einen reibungslosen Ablauf an. „Wenn ihr auf eurem Platz seid, dürft ihr die Masken natürlich auch gerne ausziehen. Ich muss die Vorschriften gleich ansprechen, aber da der oder die Eine jetzt vielleicht noch etwas am Strand unterwegs ist, komme ich dafür später einfach nochmal wieder. Gleich wird’s voll, denn wir sind restlos ausverkauft!“, freut er sich und kann sich eines begeisterten Beifalls aus dem Innenraum des großen Stadions sicher sein. Etwa eine Viertelstunde vor Konzertbeginn kehrt der Moderator dann wie angekündigt zurück. „Schön, dass ihr da seid! Dieses Konzept hier ist einzigartig auf der ganzen Welt und deshalb schaut die ganze Welt jetzt auch zur Wiederbelebung der regionalen Kultur- und Veranstaltungsbranche rüber. Ihr seid die Lebensretter, also Dankeschön, dass ihr hierher gekommen seid...“, erzählt er weiter und wird dann von weiteren Jubelstürmen unterbrochen. „Ja, ihr dürft euch gerne selbst applaudieren! Heute steht so einiges auf dem Plan inklusive der schönsten Inseln überhaupt. Habt ihr eure Lieblingsinsel denn schon erreicht? Geht’s allen Inseln gut?“, fragt er und bekommt direkt ein lautstarkes Echo aus dem SparkassenPark. „Ich muss jetzt aber auch nochmal die Vorschriften und Regeln für euren heutigen Aufenthalt hier ansprechen... Das ist ganz gut und ganz wichtig, dass, wenn ihr hier auf dem Gelände unterwegs seid, auf die Masken-Pflicht achtet. Das ist so vorgeschrieben. In und vor eurem Strandkorb dürft ihr aber tun und lassen, was immer ihr wollt und auch „oben ohne“... Also ohne Maske natürlich!“, lacht der Moderator. „Ja, ihr dürft und ihr sollt feiern! Wenn ihr aber beispielsweise zur Toilette oder so geht, dann zieht die Maske bitte wieder an und achtet auf den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 m. Das ist ja alles kein Problem! An euren Strandkörben sind zudem Desinfektionsmittel angebracht, das ist nicht zum Trinken gedacht und das schmeckt auch gar nicht! Jede Insel hat ihre eigene Toilettenanlage, damit auch jeder schnell drankommt und ihr nicht erst aneinander vorbei müsst. Dann ist es noch ganz wichtig, dass ihr die Körbe bitte so stehen lasst! Nehmt sie nicht mit nachhause und verschiebt sie nicht, okay? Die sind extra alle so ausgerichtet worden, damit hier jeder Einzelne einen perfekten Blick auf die Bühne hat. Nach der Veranstaltung werden wir dann noch „Goodbye Bingo“ zusammen spielen. Das heißt, ihr bleibt alle bitte erst noch in eurem Strandkorb sitzen und wenn eure Nummer auf der Leinwand angezeigt wird, dürft ihr aufstehen und gehen. Das geht immer Rucki-Zucki. Das dient nur dazu, die ganze Sache zum Ende hin etwas zu entzerren, damit es keinen Stau am Ausgang oder auf den Parkplätzen gibt. Das hat bisher bei allen Veranstaltungen super funktioniert und das ist immer eine richtig tolle Atmosphäre hier!“, lächelt er zuversichtlich, ehe er abermals auf die App-Bestellung der Getränke verweist und es schließlich zur Kiss-Cam übergeht. Dieses Spiel, bei welchem die Kamera durch das Publikum fährt und zufällig zwei nebeneinander sitzende Personen auswählt, die sich dann küssen sollen, ist vornehmlich von Sportveranstaltungen aus dem US-amerikanischen Raum bekannt und fördert so manches Mal ziemlich lustige Situationen zutage. Der Kuss soll dann mit einem Applaus in drei verschieden lauten Stufen von den übrigen Gästen bewertet werden, die Gewinner erhalten dafür einen Picknick-Rucksack des SparkassenParks.

Schandmaul:


Kurz gegen 20.00 Uhr ist es dann endlich soweit und das erste Live-Konzert für die Münchener im Jahr 2020 steht wenige Sekunden vor dem Beginn. Obwohl es an diesem lauen Sommerabend durch die noch immer hoch am Himmel stehende Sonne natürlich noch relativ hell ist, wird das große Backdrop mit dem klassischen Narrenkönig-Logo samt kunstvoll geschwungenen Ornamenten darauf jetzt allmählich in tiefen Blautönen angeleuchtet, dazu wabern dichte Nebelwolken mystisch aus den Ecken der enorm hohen Bühne. Was allerdings gar nicht so recht zu der geheimnisvollen Szenerie passen will, sind die charmant verspielten Klänge, die nun parallel dazu aus den zahlreichen Boxen schallen: „Jetzt tanzen alle Puppen, macht auf der Bühne Licht! Macht Musik bis der Schuppen wackelt und zusammenbricht!“, heißt es da im bekannten Titelstück der „Muppet Show“, welches für das Konzert am heutigen Abend als kurzes Intro gewählt wurde und so für viele amüsierte und überraschte Gesichter sorgt. Unterdessen betreten Schlagzeuger Stefan Brunner, Bassist Matthias "Hiasl" Richter, Gitarrist Martin Christoph "Ducky" Duckstein, sowie die beiden Multiinstrumentalistinnen Saskia Forkert und Birgit Muggenthaler-Schmack unter herzlichem Applaus die Bretter im SparkassenPark. Nur wenig später folgt ihnen Frontmann und Sänger Thomas Lindner mit einem sichtlich freudigen, strahlenden Lächeln in seinem Gesicht. Endlich wieder vor einem echten Publikum aufspielen. Kein Streaming-Konzert, kein Video-on-Demand. Endlich wieder live. Endlich wieder laut. Endlich wieder die wechselseitige Stimmung hautnah miterleben können... Ja, endlich wieder ein richtiges Konzert! Das scheinen in diesem ganz besonderen Moment wohl so ziemlich alle Anwesenden hier in Mönchengladbach zu denken, kurz bevor Drehleier und Dudelsack zu einer wohlbekannten Melodie angestimmt werden und die feierliche Eröffnung direkt mit einem wahren Hit beginnt: Die „Herren Der Winde“ sind wieder zurück! Die Fans scheinen die augenzwinkernden Zeilen des gewitzten Kinderliedes jedenfalls sehr ernst genommen zu haben, recken ihre Arme zum rhythmischen Klatschen sofort in die Luft, tanzen im kleinen Bereich vor ihren Strandkörben oder singen so textsicher wie eh und je mit. Mit dem vorgegebenen Mindestabstand und dennoch zusammen vereint. So muss das sein, denn solcherlei Momente gab es in diesem Jahr definitiv viel zu selten! Mit dem selten gespielten „Das Tuch“, welches seine Rückkehr in die Setlist während des diesjährigen „Corona-Tanz“-Stream von Burg Abenberg feierte, vom 2005 erschienenen Album „Wie Pech Und Schwefel“ geht es im lückenlosen Anschluss auch schon weiter, bis der Sänger zur warmen Begrüßung des Publikums ansetzt. „Einen schönen guten