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  • Christoph Lorenz

Schandmaul - „Artus"-Tour - Turbinenhalle, Oberhausen - 16.11.2019


Veranstaltungsort:

Stadt: Oberhausen, Deutschland

Location: Turbinenhalle 1

Kapazität: ca. 3.500

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Nein

Homepage: http://www.turbinenhalle.de

Einleitung:

Es ist Samstag, der 16.11.2019, früher Abend. Meine Begleitung und ich haben uns für etwa 18.00 Uhr am örtlichen Hauptbahnhof verabredet, wohlwissend, dass die Fahrt nach Oberhausen eigentlich nie sonderlich lange dauert. Eigentlich. Achtung: Das schöne und fast schon unauffällige Wörtchen „eigentlich“ ist in Bezug auf die DB nämlich universal und praktisch beliebig oft anwendbar, wenn einmal wieder Verschiebungen oder Ausfälle aller möglichen und unmöglichen Art die Strecken heimsuchen. In 99,9% der Fälle und mit Vorliebe nämlich genau jene, die man selbst gerade nehmen muss und meistens auch exakt dann, wenn man es gerade ganz besonders eilig oder erst gar keine andere Ausweichmöglichkeit hat... So wie jetzt gerade: Als wir am Gleis eintreffen, ahnen wir noch nicht, dass nur wenige Minuten vor der ersehnten Einfahrt unseres Zuges eine unscheinbare Meldung auf der Anzeigetafel aufploppen soll, die ganz nebensächlich darauf hinweist, dass der Halt in Oberhausen einfach so übersprungen wird. Na gut, „einfach so“ nun auch wieder nicht, denn die Homepage gibt Aufklärung über den Sachverhalt und verrät, dass derzeit ein Arzt im Einsatz auf den Schienen ist. Selbstverständlich eine vollkommen berechtigte Begründung, doch wenn man in solcherlei Situationen so nahe am gefühlten Herzinfarkt wie ich gebaut ist, eine durchaus heikle Angelegenheit. Während ich am Handy hektisch nach einer alternativen Route suche und mir mittlerweile immer sicherer werde, entweder gar nicht mehr oder zumindest nich rechtzeitig ans Ziel zu kommen, ist meine Begleitung hingegen die Ruhe selbst und telefoniert zwei Mal rum, bevor sie mir die Lösung unseres Problems präsentiert: Ihr Bruder hat sich doch tatsächlich bereiterklärt, uns spontan zu fahren. Nicht zum nächstgelegenen Bahnhof, sondern gleich zur Turbinenhalle selbst und das, obwohl er extra für uns sein Abendessen hat kalt werden lassen. Wow, das nenne ich mal Rettung in letzter Stunde! Das Ende vom Lied: Schon wenige Minuten später werden wir am Haupteingang abgeholt, ich erleide glücklicherweise doch keinen Herzinfarkt und dann geht es auch schon los, bis wir schließlich keine halbe Stunde später in der Einfahrt am Lipperfeld wieder aussteigen. Vielen, vielen lieben Dank nochmal an dieser Stelle, ohne deine Hilfe hätten wir das Konzert vielleicht erst gar nicht gesehen oder zumindest eine ganze Menge davon verpasst! Nach einem kleinen Snack geht’s dann zum Eingang. Die Schlange vor den Türen ist wirklich sehr lang, löst sich mit dem pünktlichen Einlass aber auch relativ schnell wieder auf. Der Schalter für die Gästeliste ist dafür sofort frei und nachdem ich meinen Namen genannt habe, dürfen wir passieren, denn wie bereits beim letztjährigen Jubiläum hat mir die Band großzügigerweise sogar ein +1 oben drauf gewährt - Ein herzliches Dankeschön dafür! Was wir aber schon nach den ersten Schritten im Foyer bemerken: Es ist heute Abend richtig voll! Nicht nur gut besucht, sondern so dermaßen voll, dass gar nicht erst alle Besucher in den Saal hineinkommen und stattdessen durch die geöffneten Türen in diesen hineinblicken müssen. Auch im Inneren sieht’s nicht viel besser aus, selbst im hinteren Drittel drängen sich die Gäste dicht an den Wänden, es gibt kein Vor und Zurück mehr. So habe ich die erste Turbinenhalle schon ewig lange nicht mehr gesehen. Obwohl es zudem noch wenige Restkarten an der Abendkasse gibt, fühlt es sich definitiv wie ausverkauft an und irgendwie bin ich schleichend der vollen Überzeugung, dass eine größere Location, wie etwa vor einigen Jahren der geräumige RuhrCongress Bochum, hier die deutlich bessere Wahl gewesen wäre. Nicht auszudenken, immerhin wurde das Konzert noch am selben Tag spontan aus der zweiten und viel kleineren Halle hierher verlegt. Egal, wir sind erstmal drin! Nachdem wir unsere Wertmarken gegen ein erstes Bier eingetauscht haben, rücken wir so weit in die Halle vor, wie nur irgendwie möglich. Es geht los!

dArtagnan:

Deutlich früher als gedacht, steht mit den erfolgreichen Senkrechtstartern von „dArtagnan“ auch schon der Support mitten in den Startlöchern. Die im Jahre 2015 bei Nürnberg gegründete Band, die sich nach dem Hauptcharakter des berühmten Roman „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas benannt hat, vermischt diverse Elemente aus Rock, Folk und Pop zu einem äußerst eingängigen Sound miteinander. Seit dem umjubelten Debüt „Seit An Seit“ steht das Trio, welches bei seinen Konzerten stets zusätzlich um drei Live-Musiker ergänzt wird, bei Major-Label Sony Music unter Vertrag. Mit dem nicht weniger gelungenen Zweitling „Verehrt & Verdammt“ ging es dann erstmals auf eigene Tournee, bis Anfang 2019 durch „In Jener Nacht“ dann abermals musikalisch nachgelegt wurde. Durch das parallel laufende Engagement zweier Gründungsmitglieder bei dem in der Szene sehr beliebten Kollektiv „Feuerschwanz“, konnte sich das frische Projekt überdies von Anfang an einem treuen Fan-Kern sicher sein. So verwundert es also auch heute Abend nicht, dass Schlagzeuger Matthias Böhm, Bassist Sebastian Baumann, Violinist Gustavo Strauss, die beiden Gitarristen Haiko Heinz und Tim Bernard, sowie Sänger Ben Metzner vor einem übervollen Saal auf den mit hohen Fackelhalterungen stimmungsvoll dekorierten Brettern stehen, der dem sympathischen Sechser bereits zum eröffnenden „Sprengt Die Ketten“ reichlich Applaus spendet. Da hilft nur die energiegeladene „Flucht Nach Vorn“, oder? Auch das folgende „Chanson De Roland“ nimmt sich kompromisslos dem aktuellen Album der fränkischen Degenkämpfer an, ehe es durch „Was Wollen Wir Trinken“ vorerst einen kleinen Abstecher in die Vergangenheit gibt. Der Titel scheint wohl ganz das Motto einiger Gäste zu sein, die sich, beseelt von den heiteren Klängen, jetzt scharenweise in Richtung der Theken begeben, um eifrig Getränkenachschub zu ordern. Von Desinteresse kann jedenfalls nicht die Rede sein, denn „dArtagnan“ werden hier fast ausnahmslos für jeden einzelnen Song begeistert abgefeiert und mit reichlich Jubel belohnt. Das sieht bei „Endlich Frei“, „Strafe Muss Sein“ und dem Titeltrack des aktuellen Releases nicht anders aus. Im Gegenteil, die neuen Stücke kommen live wirklich hervorragend an! Mindestens ebenso sehr, wie auch das obligatorische „Heldenlied“, das sich mittlerweile zu einem echten Klassiker gemausert hat und nun zu den Wurzeln zurückführt... Sehr zur Freude all jener, die schon seit den Anfängen dabei sind. Das epische „Wallenstein“ nimmt das Publikum hingegen nochmals auf eine Reise in jüngste Gefilde mit, das große Finale markiert dann die emotionale Power-Ballade „Meine Liebste, Jolie“, an deren toll inszenierem Abschluss sich „dArtagnan“ schließlich mit gekreuzten Klingen von Oberhausen verabschieden. Am Ende bleibt also ein ungewöhnlich ausgiebiges Set von immerhin rund zehn Liedern, welches natürlich eher stark auf das neueste Material ausgerichtet war, andererseits aber durchweg zu unterhalten und den zahlreichen Gästen in der Turbinenhalle einzuheizen wusste. Gut so! Nach dem Support leert sich der Innenraum zumindest ansatzweise, was uns glücklicherweise ermöglicht, überhaupt erstmal in den Saal zu gelangen. Von dort aus schlängeln wir uns so durch die Menge und bekommen dank eines freundlichen Security-Mitarbeiters, der uns etwas Platz einräumt, noch einen tollen Platz im vorderen Drittel. Also: Alles nochmal gut gegangen!

Schandmaul: