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Amphi Festival - Tag II - Tanzbrunnen, Köln - 29.07.2018


Veranstaltungsort:

Stadt: Köln, Deutschland

Location: Tanzbrunnen

Kapazität: ca. 12.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Nein

Homepage: http://www.amphi-festival.de

Samstag, 29.07.2018 - Amphi Festival Tag 2:

Bedingt durch den kleinen Umstand, bereits heute Abend wieder abreisen zu müssen, habe ich schon an der Rezeption ausgecheckt und mein Gepäck ordnungsgemäß eingelagert, was zeitgleich allerdings auch den positiven Nebeneffekt hat, nicht der verlockenden Versuchung des Tiefschlafs erlegen zu sein. Demnach bin ich jetzt mehr oder weniger wider Willen nicht nur früh auf den Beinen, sondern auch auf dem Gelände des Tanzbrunnens. Wie schon am Vortag, geht es hier noch eher entspannt zu. Wer nicht vor einer der beiden Bühnen wartet, entspannt am Rheinufer und Beach-Club oder geht an den zahlreichen Ständen, die mir dennoch weitaus weniger als in den Vorjahren erscheinen, shoppen. Um wenigstens einmal da gewesen zu sein, besuche ich die abgetrennte VIP-Area am Strand auf ein kühles Getränk, hier erfreulicherweise ganz ohne die chaotische Pfandrückgabe des öffentlichen Ausschanks. Hätte ich das mal eher gewusst... Noch etwas müde, schlürfe ich an meinem gut gekühlten Mineralwasser bei bestem Blick auf den Kölner Dom und drehe noch eine kleine Runde, bevor ich schließlich wieder an der Mainstage ankomme.

Mainstage, 11.00 Uhr - „ES23“:

Wie auch schon am gestrigen Morgen, startet man hier mit ordentlichem Dark Electro in den Tag. „ES23“ ist das 2004 in Bochum gegründete Projekt von Daniel Pad, das derzeit bei Infacted Recordings unter Vertrag steht. Neben zwei frühen Demo-Alben und etlichen Remixen für namhafte Kollegen, wie etwa „[:SITD:]“, „Solitary Experiments“ oder sogar „Suicide Commando“, gehen mittlerweile ganze drei Studioalben auf das Konto der jungen Kombo: Das Debüt „Heaven Or Hell“, der Zweitling „Mutatio Ex Machina“ und das aktuelle „Erase My Heart“. Nachdem Tym N. und Pat Rinzler die Band just verließen, ist Pad seit 2017 wieder solo unterwegs, wird bei den Live-Shows aber zusätzlich von Micha Meyer an den E-Drums und Heiko Lachmann tatkräftig am Keyboard unterstützt. Mit offensichtlicher Spielfreude und geballter Energie werden nun etablierte Songs, wie „Wake Up“ oder „Lost In Time“ zelebriert, während „Shouting Out Of Me“, „Get Out Of My Head“ und „Destiny“ einen Blick auf die neueren Taten werfen. Was neben dem spürbaren Enthusiasmus des jungen Acts vor allem gefällt, ist der vielschichtige Facettenreichtum mancher Tracks, die mit ihren teils überraschenden Tempowechseln und genreuntypischen Grenzüberschreitungen eine ganz eigene Note offenbaren, noch lange danach im Kopf bleiben und einfach Spaß machen. So muss das! Wer sich einmal selbst von den Qualitäten überzeugen möchte, hat etwa schon beim nächsten e-Tropolis die Gelegenheit dazu.

Setlist:

01. Destiny

02. Wake Up

03. Lost In Time

04. Taking Me Down

05. Erase My Heart

06. Shouting Out Of Me

07. Get Out Of My Head

08. Guiles Theme

09. Once And For All

Mainstage, 12.10 Uhr - „Heldmaschine“:

Nach so viel geballter Elektronik ist es jetzt wieder mal an der Zeit, die metallischen Gitarren regieren zu lassen und was wäre für diesen Anlass wohl besser geeignet, als eine ordentliche Ladung NDH? Und in der Tat gibt es mittlerweile wahrlich so einige vielversprechende Vertreter dieses Genres, insbesondere unter den stetig nachrückenden Newcomern. Ein solcher waren die umtriebigen Mannen von „Heldmaschine“ vor nicht allzu vielen Jahren auch einmal: Zunächst noch als parallel laufendes Zweitprojekt zur „Rammstein“-Tribute-Band „Völkerball“ ins Leben gerufen, entwickelte man sich rasend schnell zu einem ernstzunehmenden Mitspieler, wozu nicht zuletzt auch die spürbar konstante Weiterentwicklung und gleichzeitig damit verbundene Entfernung vom großen Vorbild beigetragen haben dürfte. Demnach ist es wenig überraschend, dass an diesem Morgen so einige Besucher ihren Weg aus den Betten und vor die Mainstage gefunden haben, um die sympathischen Koblenzer angemessen zu empfangen, die von Moderator Mark Benecke überraschend zehn Minuten eher als geplant angekündigt werden. Zu den mystischen Klängen eines elektronischen Windspiels laufen nun Schlagzeuger Dirk Oechsle, Bassist Marco Schulte, sowie die Saitenfraktion aus Dejan Dean Stankovic und Tobias Kaiser in blau leuchtenden LED-Westen auf, um den „Himmelskörper“ auf Kölner Grund und Boden zu entsenden, bis zum Schluss auch Sänger René Anlauff dazustößt: „Hallo Amphi, wir sind die „Heldmaschine“! Seid ihr da?“. Dass dem so ist, beweisen nun allesamt bei „Kein Zurück“, in dessen Refrain alle Hände gleichmäßig im Takt wogen. „Vielen Dank! Sagt mal, gibt es hier zufällig einige von euch, die das „R“ rollen? Es gab ja immer wieder mal Vergleiche mit einem gewissen Herrn Lindemann und da habe ich mich gefragt, „Darf ich das jetzt eigentlich oder darf ich das nicht?“. Hier kommt die Antwort auf diese Frage!“, schmunzelt er und findet die perfekte Überleitung zum selbstironischen „R“, das jetzt nur so durch die Menge rollt und alles mitreißt. „Wisst ihr Bescheid!“, grinst Anlauff und gönnt sich zusammen mit den übrigen Mitgliedern erstmal einen kräftigen Schluck aus einem länglichen Kanister, um das Getriebe zu ölen. Das ist auch notwendig, denn im Folgenden wird unmissverständlich klargemacht: „Die Maschine Spricht“. Passend zum Text wird das Publikum jetzt kurzerhand dazu aufgefordert, gemeinsam im 4/4-Takt zu stampfen. „Ist das geil!“, ruft der Frontmann begeistert und behält absolut Recht. So viel geballte Energie und das zu dieser frühen Stunde... Ganz bestimmt alles andere, als selbstverständlich. Mit auf dem Gesicht festgeschnallten VR-Brillen, setzt sich der Fünfer sodann den errektiven „Sexschuss“ und lässt sich ordentlich feiern. Es sind charmante Kleinigkeiten wie diese, die selbst ein kurzes Festival-Set äußerst unterhaltsam gestalten und immer wieder auch etwas fürs Auge bieten. Danach wird die Bühne abermals von dichten Nebelwolken eingehüllt, während die aufgestellten Lichtsäulen wild aufblinken und Anlauff zu „Radioaktiv“ mit einer stählernen Apparatur auf dem Rücken zurückkehrt, aus der nun giftgrüne Laserstrahlen schießen. Immerzu steigen hohe CO2-Fontänen unterstützend aus dem Boden empor, doch das grelle Sonnenlicht lässt dem sonst so stimmungsvollen Effekt leider kaum eine richtige Chance. „Auch wir sind Mario-aktiv... Bitte einmal einen großen Applaus für unsere Crew, die dafür sorgt, dass im richtigen Moment die richtigen Sachen auf der Bühne sind!“, stellt der Sänger einen der Techniker spaßend vor, der ihn seiner schweren Rüstung wieder entledigt. „So, wir müssen leider langsam aufhören, denn es gibt hier einen strammen Zeitplan.“, werden darauf kurzzeitig ernstere Töne angeschlagen. Etwas Ernüchterung macht sich unter den Fans breit, aber mit „Das Maß Ist Voll“ haben die Maschinisten noch einen weiteren Song vom aktuellen Studioalbum in petto. „Dankeschön, liebes Amphi! Es ist unglaublich heiß, oder? Aber ich glaube, hier oben ist’s gerade sogar noch ein bisschen wärmer. Danke für die Annahme, wir dürfen noch einen spielen!“, verkündet das Sprachrohr der Maschine zum abschließenden Nackenbrecher „Auf Allen Vieren“, dessen finaler Refrain als Publikumschor noch lange nachhallen soll. „Der Kölner Karneval lebt! Wir haben noch Zeit für genau eine Nummer, wenn ihr Bock habt?“. Natürlich haben die Gäste noch Lust auf eine weitere Zugabe und so geht es schließlich hitlastig „Weiter!“, bei dem es sich Anlauff nicht nehmen lässt, kurzerhand in die jubelnde Menge zu springen und sich auf Händen tragen zu lassen. „Zur Bühne geht es aber da entlang!“, lacht er, als die Reihen ihn stattdessen immer mehr nach hinten durchreichen. Letzten Endes schafft er es aber doch noch rechtzeitig zurück auf die Bretter und verabschiedet sich mit der „Heldmaschine“ nach rund fünfzig Minuten vom Tanzbrunnen.

Setlist:

01. Intro

02. Himmelskörper

03. Kein Zurück

04. R

05. Die Maschine Spricht

06. Sexschuss

07. Radioaktiv

08. Das Maß Ist Voll

09. Auf Allen Vieren

10. Weiter!

Theaterstage, 12.55 Uhr - „Synthattack“:

Pünktlich zur Mittagszeit verschlägt es mich dann heute zum ersten Mal wieder ins Theater, in welchem die Luft nun erfreulicherweise bedeutend kühler und angenehmer ist, als gestern noch. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen, vor dem nächsten Act noch einmal schnell ein kleines Getränk an der örtlichen Bar zu ordern, bevor ich mir einen Platz mit guter Sicht in der Menge suche. Jetzt soll es wiederum verstärkt elektronisch zugehen und das mit einer noch recht jungen Formation, von der ich bisher zwar schon eine Menge gehört, aber nichts gesehen habe. Umso besser, jede Premiere ist für mich immer wieder ziemlich spannend. Hierbei geht es um die in 2015 gegründeten „Synthattack“, welche just immer wieder bei Facebook und Co. plötzlich in den Vorschlägen auftauchten. Das Duo aus Sänger Martin Schindler und Keyboarderin Nicole Linde hat sich einer äußerst eiexplosiven Mischung aus tanzbarem Industrial, fetten Beats, bissigen Lyrics und hartem Aggrotech verschrieben, die, wie bereits das Debüt titulierend verhieß, klar und deutlich auf nicht weniger, als die gesamten Tanzflächen der schwarzen Clubs abzielt. Das gelingt beispielsweise mit den jeweiligen Titeltracks der beiden bisherigen Alben „Club Takeover“ und „Harsh Is Back“ oder knackigen Gassenhauern, wie etwa „Insomnia“, „Blood Dance“ und „Life Is A Bitch“, die allesamt von den stark verzerrten Vocals des dämonisch geschminkten Sängers und eingängigen Melodien profitieren, die trotz der durchschlagenden Progressivität immer klar strukturiert vorhanden sind. All das zusammen wird, wie nun mal im Genre so üblich, optisch von zwei leicht bekleideten Tänzerinnen an den Seiten der Bühne und einer mittelgroßen Videoleinwand untermalt, auf der mal mehr und mal weniger treffende Visuals oder einzelne Textzeilen zu sehen sind. Mit dem elegischen „Final Salvation“ von der aktuellen EP, gibt es dann zum Schluss sogar noch eine lupenreine Ballade zu hören, die eine emotionale Note in dem markanten Sound vereint, was zwar recht gut funktioniert, zuerst aber auch arg gewöhnungsbedürftig wirkt. Überhaupt erscheint die energetisch powernde Performance gegen Ende gefühlt etwas abzubauen und statisch zu werden, was die echten Fans im Raum aber keineswegs stört, die jetzt mit der laut gebrüllten Parole „Work, Sleep, Repeat!“ zu „One Love, One Pain“ nochmal so richtig feiern, bevor dann das traditionelle Abschlussfoto gemacht wird.

Setlist:

01. Harsh Is Back

02. My Hell

03. Insomnia

04. Blood Dance

05. Into The Night

06. Straight To Hell

07. Life Is A Bitch

08. Addicted To The Thrill

09. Final Salvation

10. One Love, One Pain

Theaterstage, 14.05 Uhr - „Priest“:

Wer kennt sie bitte nicht, die ominöse wie auch äußerst beliebte Metal-Band „Ghost“, welche mit ihren erstklassigen Songs schon seit einigen Jahren die Szene gehörig aufmischt und seitdem vollkommen gerechtfertigt auf einer schier gigantischen Welle des Erfolgs schwimmt? Die Formation um Mastermind Tobias „Papa Emeritus“ Forge ist nicht mehr aufzuhalten und wird vielerorts als der neue Messias ihres Genres gelobt, doch zuletzt verdichteten sich temporär zunehmend dunkle Wolken über dem aufstrebenden Kollektiv, als einige der sogenannten „Nameless Ghouls“ neben ihrem Ausstieg just einige Informationen über die aktuelle Besetzung bekannt gaben. Jene Ex-Mitglieder wandten der Musik folglich jedoch nicht den Rücken. Im Gegenteil, sie wagten einen bravourösen Neuanfang und das in einer gänzlich anderen Sparte. So entstand mit dem im vergangenen Herbst veröffentlichten „New Flesh“ und einem hochkarätigen Produzententeam aus Alpha und Air im Hintergrund, erst kürzlich ein fürwahr vielversprechendes Debüt der Extraklasse. Einige nur allzu markante Parallelen zum vorherigen Betätigungsfeld können und sollen dabei aber nicht verleugnet werden, welche sich nicht allein nur in den unglaublich eingängigen Songs, sondern insbesondere auch in der gesamten Präsentation mit all ihren visuellen Aspekten zeigen, die sich hier dramaturgisch inszeniert der Verwendung von Anonymität und okkulten Symboliken zuwenden. Ansonsten ist nicht allzu viel über das mysteriöse Trio aus Schweden bekannt, das heute auf dem Amphi Festival seine furiose Deutschland-Premiere feiern wird: „Priest“. Während die spärlich ausstaffierte Bühne im gut gefüllten Theater nun behutsam in dunkelblaues Licht und dichten Nebel eingetaucht wird, ertönen tiefe Glockenschläge und lassen in regelmäßigen Abständen den gesamten Boden erzittern. Unter noch recht verhaltenem Applaus seitens des gespannten Publikums, betreten die beiden Keyboarder Sulphur und Salt die Bretter und begeben sich versiert an ihre Instrumente. In schwere Lederjacken gehüllt und mit einschüchternden Pestdoktor-Masken auf den Häuptern, beginnen die beiden Musiker zur rein instrumentalen Session namens „Tria Prima“ damit, fokussiert an den Knöpfen und Reglern der Synthesizer zu drehen, bis zuletzt auch Sänger Mercury in schwarzer Priesterrobe und Killernieten-Sturmhaube zum stampfenden Opener „The Pit“ auf der Bühne erscheint. Das EBM-lastige „Populist“ schließt sich inklusive forderndem Drum-Solo nahtlos an und mündet sodann im völlig konträren, weil gefällig-poppigen „History In Black“. Wussten die zahlreichen Zuschauer ob der geringen Vorabinformationen zuerst nicht recht, was hier eigentlich zu erwarten war, so schlägt die anfängliche Reserviertheit verdient in pure Begeisterung um. Der lang anhaltende Applaus ist gerade für einen eher unbekannten Underground-Newcomer bahnbrechend, was auch den Frontmann sichtlich freut: „Danke! Es ist wirklich schön, hier zu sein.“, begrüßt er Köln mit ruhiger Stimme und kündigt mit „Private Eye“ die aktuelle Single an, welche ebensolchen Anklang findet, wie auch das schwelgerische „Call My Name“ oder „The Cross“. Die perfekt abgestimmte Mischung aus retrolastigen Achtziger-Vibes und experimenteller Moderne schindet offenkundig bei so ziemlich allen Anwesenden ordentlich Eindruck und wird in regelmäßigen Abständen lautstark beklatscht. Das derzeit noch unveröffentlichte „Neuromancer“ besticht dann mit einem unberechenbaren Wechselspiel aus temporeichen Beats und ruhigen Passagen, ein kleiner Ausblick in die musikalische Zukunft der drei Maskenmänner, der zu gefallen weiß. Auf eine deutschsprachige Ansage folgt das drückende „Vaudeville“, bei dem es abermals die etwas eigenen Tanzschritte von Mercury zu bestaunen gibt. Nach rund vierzig Minuten verlässt die Band unter tosendem Jubel die Bühne und tatsächlich verlangt die Menge einheitlich nach einer Zugabe. Sehr unüblich für einen Festival-Act, kommen „Priest“ nochmal zurück, um mit dem balladesken „Radiohead“-Cover von „Street Spirit“ einen würdigen Abschluss zu finden. Ein voller Erfolg! Anders als erwartet, verzichtete man auf allzu ablenkende und spektakuläre Show-Elemente oder Provokation und beruft sich stattdessen angenehm auf eine ausgeklügelte Lichtinstallation, geheimnisvolle Selbstinszenierung, fast durchweg großartige Kompositionen und nicht zuletzt das eigene Können. Nicht nur für mich persönlich wahrscheinlich die Neuentdeckung auf dem diesjährigen Amphi Festival schlechthin. Besser kann man falsche Vorstellungen kaum enttäuschen...

Setlist:

01. Tria Prima (Intro)

02. The Pit

03. Populist

04. History In Black

05. Private Eye

06. Call My Name

07. The Cross

08. Neuromancer

09. Vaudeville

10. Street Spirit ("Radiohead" Cover)

Mainstage, 14.50 Uhr - „Qntal“:

Leider läuft im Leben manches Mal nicht immer alles so reibungslos, wie zunächst geplant, doch kann sich auch aus jeder noch so dunklen Vergangenheit dafür eine umso hellere Zukunft hervortun. So geschehen bei den 1991 zwischen München und Berlin gegründeten „Qntal“: Die Band, deren Namensfindung sich auf ein Fantasiewort aus einem Traum der Sängerin beruft, wurde von „Deine Lakaien“-Kopf Ernst Horn und deren einstigem Live-Musiker Michael Popp mit dem ambitionierten Ziel erdacht, avantgardistischen Electro und folkloristisches Instrumentarium zu verbinden. Ein Jahr später erschien über Chrom Records das erste Album und fuhr weitestgehend positive Resonanzen ein, ehe es 1999 dann zum großen Streit zwischen beiden Gründern kam, in welchem es um die Definition von Popps Zugehörigkeit zu den Lakaien ging. Man trennte sich schließlich und ein jeder ging wieder seine eigenen Wege. Horn rief gemeinsam mit Susanne Lutzenberger die artverwandten „Helium Vola“ ins Leben, doch „Qntal“ bestanden weiterhin und ließen sich nicht unterkriegen. Die bis dato nie gehörte Mischung aus mittelalterlicher Lyrik in provenzalischer, lateinischer, altfranzösischer, englischer und mittelhochdeutscher Sprache in Kombination mit Samples und Aufnahmen historischer Klänge, sollte seine treuen Fans finden und so gehen mittlerweile insgesamt fünf Singles, eine EP, eine DVD, eine Best-Of-Compilation und acht Studioalben auf das Konto der außergewöhnlichen Formation. Heute gehört das kreative Kollektiv, neben den eigenen Nebenprojekten „VocaMe“ und „Estampie“, unst