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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Deichkind - „Niveau Weshalb Warum"-Tour - Grugahalle, Essen - 28.01.2016

Veranstaltungsort:

Stadt: Essen, Deutschland

Location: Grugahalle

Kapazität: ca. 8.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Ja

Homepage: www.grugahalle.de

Einleitung:

Wir schreiben das Jahr 2015, den 11. April um konkreter zu werden. An diesem warmen Samstag-Abend im Frühling, haben sich die Electro-Punker von „Deichkind“ für ein Konzert ihrer neuen „Niveau Weshalb Warum“-Tour in der Dortmunder Westfalenhalle angekündigt. Im Wissen, dass diese Station der Tour wohl viele Fans aus der Region anziehen und alsbald ausverkauft sein würde, erstand ich vorsorglich mein Ticket und machte mich also an besagtem Abend vorfreudig auf den Weg. Offenbar schien gerade irgendein Fußballspiel zu Ende gegangen zu sein, jedenfalls ist die gesamte nunmehr mit grölenden und feiernden Anhängern eine Mannschaft gefüllt, welche sich angeregt über das gerade Erlebte unterhalten. Ohne weitere Komplikationen gelange ich zum Hauptbahnhof Dortmund und steige in die U-Bahn zu den berühmten Westfalenhalle. Statt Trikot, Schal und Fußball, dominieren hier bunte Farben, Alu-Folie, Müllsäcke und Bier das Bild und ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg. An der Lokalität angekommen, hat der Einlass schon begonnen und so reihe ich mich in die langen Schlangen davor ein und betrete schließlich das Innere. Ein kurzer Blick auf den recht spärlich gefüllten Merchandising-Stand und dann steige ich, die Karte mit Sitz-Nummerierung im Anschlag, die langen Treppenstufen zu den Unterrängen hinauf. Kein großes Problem, im übersichtlichen Rund des Veranstaltungsortes, den zugewiesenen Block zu finden. Die wirkliche Herausforderung sollte sich erst einige Minuten danach offenbaren, die Suche nach dem festgelegten Platz. Während der Support-Act „DJ Vasted“ sein Set am Mischpult in der Mitt der abgedunkelten Halle verrichtet, irre ich durch die Reihen. Nach einiger Zeit offenbart sich mir und auch einem anderen Gast, was der Grund dafür ist: Wir beide haben exakt das gleiche Ticket, mit dem selben Platz. Getreu der Textzeile „Sitzplatz-Reservierungsfehler, vier Stunden stehen“, aus dem aktuellen Track „Hauptsache Nichts Mit Menschen“, versucht man die Situation untereinander aufzuklären. Der knappe Raum zwischen den Plätzen lässt eine weitere Person nicht zu, die Aufgänge müssen aus Sicherheitsgründen wie immer freigehalten werden, in den Innenraum wird man nicht zugelassen und auch sonst fühlt sich das Personal nicht im Ansatz zuständig. Ganz nebenbei bemerke ich bei meinem unfreiwilligen Rundgang durch die Halle, dass das Konzert bereits in vollem Gange ist. Nach einer gewissen Zeit gebe ich schließlich auf und verlasse die Westfalenhalle. Der Abend ist gelaufen. Die Monate ziehen ins Land, weitere Konzerte kommen und gehen, doch schließlich kündigen die Kinder vom Deich mit „NWW II“, einen zweiten Teil ihrer Tour im folgenden Jahr an. Ganz in der Nähe, ein Termin in der Grugahalle Essen und so nutze ich die zweite Chance und sichere mir frühzeitig eine Karte. Besonders schön: Freie Platzwahl! Ein Detail, welches jeder Besucher zu seinem Vorteil nutzen sollte. Am 28. Januar des noch jungen Jahres soll es dann schließlich auch endlich soweit sein und voller Tatendrang, trete ich den Weg nach Essen an. Zu meiner Überraschung klappt alles reibungslos und auch die U-Bahn-Fahrt vom Bahnhof zum Veranstaltungsort, gestaltet sich als entspannt und problemlos. Als ich die Treppen zur Erdoberfläche empor steige, weht mir neben einem obligatorischem Bier-Geruch, auch klirrende Kälte entgegen, typisch für diese Jahreszeit. Der Einlass ist mit 18.30 Uhr, für ein Konzert unter der Woche, ungewöhnlich, doch erfreulich früh angesetzt und als ich letztlich vor dem eindrucksvollen Bau stehe, fallen mir die ersten Menschenmassen direkt ins Auge. Eine beeindruckende Reihe, aus aufgeregt durcheinander redenden, positiv Verrückten aller Altersklassen, hat sich bereits gebildet und so begebe ich mich mitten ins geordnete Gedränge. Dann die Überraschung: Die Tore öffnen sich, dank der niedrigen Temperaturen bereits um 18 Uhr und lassen die erwartungsfrohen Besucher in einen geheizten Vorraum. Während das örtliche Personal noch den letzten Vorbereitungen nachgeht, positionieren sich die Fans vor den großen Glastüren und warten auf den Einlass. Gute 20 Minuten später, soll es dann auch soweit sein und nach einer kurzen Taschen- und Ticketkontrolle, wird der Zugang gewährt. Neben einer langen Garderobentheke zur rechten Seite, findet sich auch eine runde Bar in der Mitte und der obligatorische Merchandise-Stand zur linken Hand. Im direkten Vergleich zum Angebot des ersten Tour-Teils, wurde dieses deutlich erweitert. Neben einem schicken T-Shirt mit den aktuellen Daten auf dem Rücken, einem auffälligen Allover-Motiv oder thematisierten Designs, wie etwa „Denken Sie Groß“, finden sich auch exklusive Girlie-Shirts, Kapuzenjacken, Poster oder Accessoires. Während andere bereits Richtung Konzerthalle pilgern, ihre Jacken abgeben oder erste Getränke genießen, scheine ich einer der ersten Interessenten zu sein und tätige auch sogleich meinen kleinen Einkauf. Der Ansturm sollte sich nach offiziellem Konzertende noch drastisch erhöhen. Ohne jegliche Orientierung, laufe ich auch direkt einer freundlichen Sicherheitsbediensteten in die Arme, welche einige der Besucher und auch mich anschließend in die richtige Richtung verweist. Euphorisch und spontan entscheide ich mich für den mittleren Aufgang und zweige dann zu meiner Linken ab. Völlig perplex und ohne Vorwarnung, finde ich mich plötzlich direkt im Innenraum wieder. Gesonderte Aufgänge, wie heute oftmals üblich, scheinen nicht zu existieren, was dem ganzen die Krone der absoluten Entspannung aufsetzt. Interessiert schlendere ich über das Parkett, am Mischpult vorbei, bis zum ersten Wellenbrecher, wovon am heutigen Abend zwei präsent sind. Einer unmittelbar vor der Bühne, einer in der Hallenmitte. Sicherheit geht eben vor und so finden sich auch vor jedem Block, vereinzelte Ansprechpartner in Form von weiterer Security. Noch ist es hier überall wie ausgestorben, lediglich die ersten Reihen werden schon von hartgesottenen Anhängern besetzt, kein großes Problem also, noch möglichst weit vorne zu stehen. Im direkten Anschluss, widme ich mich zuerst der rechten Tribüne, teste unterschiedliche Plätze und Reihen aus. Danach verschlägt es mich auf die gegenüberliegende Seite, auch hier wieder das gleiche Prinzip und dank der stressfreien Atmosphäre auch kein Problem. Sorgsam wähle ich einen leicht erhöhten Sitzplatz, etwa auf Bühnenhöhe, im mittleren, linken Block. Perfekte Sicht!

VJ Wasted:

Wie auf nahezu jedem Konzert, der Crew vom Deich, gibt es keinen wirklichen Support-Act in Form einer herkömmlichen Band. Was sofort beim betreten der Halle ins Auge fällt, ist die groß angelegte Video-Installation, welche via Beamer vom Mischpult aus, auf den großen Vorhang der Bühne geworfen wird. An diesem steht „VJ Wasted“ und gibt an den Plattentellern sein Bestes, um die Stimmung vor Ort, mit einem individuellen Set für jede Stadt, weiter anzuheizen. Eine willkommene Abwechslung, welche das immer größer werdende Publikum mit reichlich Bewegung honoriert. Auch die gekonnte Mischung der ausgewählten Tracks, weiß sofort zu überzeugen, hier ist definitiv für jeden etwas dabei. Von echten Oldschool-Nummern wie „Work It“ von „Missy Elliot“ und „California Love“ von Legende „2Pac“, über Beat-Monster à la „So Wacha Want“ von den „Beastie Boys“ und echten Skurrilitäten wie „Metalkutte“ von Newcomer „Romano“ oder „Level“ von „Zombie Nation“, ist nahezu alles dabei. Die gezeigten Visuals, entfachen dabei nicht selten ihren ganz eigenen, morbiden Charme in voller Pracht und auch der Sound kann sich, druckvoll wie er ist, definitiv hören lassen. Als herzerwärmender Blickfang der Ränge, kristallisiert sich währenddessen eine kleine Gruppe Drillinge im Kindesalter heraus, welche stilecht in „Deichkind“-Shirts ihre ganz eigene Choreografie darbieten. Ein besonders schönes Statement, umjubeltes Highlight und respektvolle Verbeugung zugleich, sind „I Only Want You“ von den „Eagles Of Death Metal“, in Gedenken an die Terror-Anschläge in Paris, sowie „Ace Of Spates“ von „Motörhead“ und das dramatische „Life On Mars“ von „David Bowie“, in Gedenken an zwei stilprägende Künstler. So wird das Set letztlich unter lauten Jubelstürmen beschlossen und zum Hauptteil des Abends überleitet. Ein mehr als gelungenes, teils verrücktes, teils emotionales Warm-Up. Immer gerne!


Deichkind:

Um etwa 20 Uhr ist es dann auch endlich soweit, das spärliche Hallenlicht erlischt in Gänze und überbordender Applaus bricht los. Der gesamte Gruga-Komplex erzittert schon jetzt, unter der geballten Energie, der mittlerweile prall gefüllten Halle. Während der Beamer erneut auf Hochtouren läuft, werden zu ruhigen Klängen beeindruckend detaillierte, imposante Naturaufnahmen von Wäldern, Seen und Bergen auf die verhüllte Bühne projiziert, welche zum bewusst unpassend gewählt und somit völlig konträr zum folgenden Geschehen sind. Lediglich der übergroße „Deichkind“-Schr