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NEUESTE
BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Lord Of The Lost - Empyrean (2016)


Genre: Metal / Alternative

Release: 29.07.2016

Format: Doppel-CD

Anzahl Ton- / Bildträger: 2

Label: Out Of Line (rough trade)

Spielzeit: 54 Minuten

Pressetext:

Mit Empyrean haben Lord Of The Lost ein dystopisches Future-Metal-Epos geschaffen. Das Konzeptalbum entführt den Hörer mit einem furiosen Mix aus Gothic Metal, Glam, Electro, Prog und Industrial auf eine fesselnde Science-Fiction-Odyssee.

Nach Jahrhunderten der fortschreitenden Selbstvernichtung begibt sich die Menschheit auf die Suche nach Empyrean , einer vermeintlich perfekten Welt, welche die Hoffnung auf Erlösung verspricht. Mit ihrem neuen Space-Trip haben Lord Of The Lost ihr bisher vielschichtigstes und ambitioniertestes Album erschaffen. Die für die Band typischen, harten Metal-Attacken, die sich im stetigen Clinch mit dunkel-melodischen Passagen und einem Faible für griffige Ohrwurm-Melodien befinden, werden diesmal von einem dominanten, elektronischen Fundament gestützt, für das sich Lord Of The Lost die Berliner Electro-Band Formalin als Co-Produzenten ins Boot geholt haben. Hinzu kommen epische Choral-Refrains im Stile der goldenen Ära des Glam-Rock, ein mitreißendes Duett mit der Newcomerin Scarlet Dorn im monolithischen Rocker Black Oxide , harte Industrial-Metal-Attacken, filmisch wirkende Düster-Passagen und Prog-Anleihen und verbinden sich zu einem Gesamtwerk, das einen förmlich in die Geschichte hineinzieht. Die filmreife Dark-Metal-Space-Opera wurde in den Hamburger Chameleon Studios mit einem satten Breitwand-Sound produziert. Das neue Album von Lord Of The Lost erscheint als Album-CD, Deluxe Doppel-CD mit Bonus-Mini-Album The Final Chapter Of Mankind , auf welchem die Geschichte von Empyrean als durchgehende, musikalische Story erzählt wird und als limitierte Fan Box mit exklusiver Bonus-CD, die Empyrean als Kopfhörer-3D-Mix enthält, einer exklusiven DVD mit den Videoclips der Band, sowie einem Gym-Bag im Lord-Of-The-Lost-Design. Das letzte Kapitel der Menschheit hat gerade erst begonnen...

Kritik:

„Now welcome dear apocalypse

We dance in raining stars

We turn this nightmare into bliss

Snowing fire and raining stars“

„Lord Of The Lost“ waren, sind und bleiben einfach ein Phänomen für sich. Bespielten die Hamburger vor gut fünf Jahren noch kleinste Clubs und verdingten sich als Support-Act für den ein oder anderen Top-Act, so dürfen sich die Mannen um Mastermind Chris Harms seit geraumer Zeit mit erfolgreichen Veröffentlichungen, ausverkauften Tourneen und Spitzenpositionen in den Running Ordern der bekanntesten Szene-Festivals rühmen und sich anno 2016 dabei zweifelsohne selbst als feste Größe ihres Genres betrachten. Noch nicht allzu lange ist es her, als das dreckig-rockende „Die Tomorrow“ über den Floor so mancher Düster-Disco wummerte und auch der nicht unwesentlichen Hürde eines ebenbürtigen Nachfolgers, stellte sich die Formation mit dem Release von „From The Flame Into The Fire“ mit Bravour und distanzierte sich auf diesem Wege von der Deklarierung eines bloßen One-Hit-Wonders. Erbarmungslose Gitarrenwände, große Melodien, erhabene Hymnen, einfühlsame Balladen, viel Emotion, ein eindringlicher Gesang, sowie niemals sinkendes Ohrwurmpotential stehen für den nicht abreißenden Siegeszug der Band und kein Ende ist in Sicht. Doch der Lord und seine Mitstreiter können auch ganz anders: Im Rahmen des „Swan Songs“-Konzepts scharrte man ein eigenes Ensemble um sich und kredenzte seinen Fans neben einem orchestral angehauchten Album, spezielle Konzertabende in ausgewählten Locations, ein Hoch an Gefühlen und Gänsehaut pur. „Lord Of The Lost“ goes Klassik. Nur ein Beleg von vielen dafür, wie wandelbar diese Ausnahmekünstler eigentlich sind. Nach der Veröffentlichung der EP „Full Metal Whore“, die dann wieder in deutlich metallischere Gefilde verschlug und einer kaum spürbaren Pause, gab man mit der ersten Single-Auskopplung „The Love Of God“ erst kürzlich den Startschuss für die anstehende Space-Odyssee in fremde Welten. Die Meinung der Community dazu fiel geteilt aus. Schien sich der erste Appetizer ob des unverwechselbaren, da bekannten Sounds noch nicht völlig vom letztmaligen Konzept abgenabelt zu haben, so konnten die Hanseaten mit dem restlichen Material in Sachen Konzept und Klang jedoch noch einige Überraschungen in der Hinterhand halten. Warum alles gänzlich anders als zuvor und dabei doch irgendwie vertraut und gleich geblieben ist, erfahrt ihr jetzt in der großen Review zum neuen Epos „Empyrean“.

Ein martialischer Paukenschlag schreckt bereits in der ersten Sekunde nach Betätigung der Play-Taste auf. Ein lautes, unnachgiebiges Dröhnen schließt sich dem direkt an und schallt wie aus den dunkelsten Tiefen eines Maschinenraums hinein in das Nichts. Gerade bevor sich der geneigte Hörer von diesem kleinen Schockmoment erholen und in Sicherheit wähnen könnte, setzt ebenjenes Geräusch ein weiteres Mal ein und unterbindet das mögliche Aufkommen jeglicher Beruhigung mit einem Mal. Während sich diese akustische Kulisse repetitiv wiederholt und so das grundlegende Fundament für den Opener „Miss Machine“ bildet, steigt auch die allgemeine Lautstärke mehr und mehr rapide an. Diese vermischt sich dann alsbald mit synthetischen Sound-Skizzen und verzerrten Wortfetzen, bevor ein straightes Riff losbricht und sich, von anheizender Elektronik unterfüttert, seinen groovenden Weg durch diesen cineastischen Auftakt und direkt hin zu den Ohren sucht. Als Frontmann und Sänger Chris Harms dann schließlich das gesungene Wort ergreift, legt sich das brodelnde Gewitter überraschend und wagt es nur hin und wieder, in unterstützenden Salven durchzusickern. Ansonsten dominieren überwiegend Drumming und symphonisch angelegte Elemente die Strophen, bevor sich das gesamte Instrumentarium kurz vor dem Refrain wieder zu vermischen und in ein grelles Blitzgewitter echter Heavyness verwandeln zu scheint. Dieser kommt der grundlegenden Note des eben beschriebenen Einstiegs nach und präsentiert sich dann auch als umso kräftiger. Weniger schleppend und epochal inszeniert dann im folgenden „Drag Me To Hell“, das mit treibenden Rhythmen und knackig catchy daherkommt. Während Harms im dunklen Sprechgesang agiert, immer wieder von einem growlenden Echo begleitet, steigern sich Schlagzeug und Saiteninstrumente unterschwellig, so als wollten sie sich auf einen nahenden, gipfelnden Ausbruch vorbereiten. Diesen soll es dann auch in bester „LOTL“-Manier geben, aggressive Shouting-Parts eingeschlossen. Ein starker Titel, der ebenso wie das folgende „The Love Of God“, mit seinen schiefen, verzerrten Elektro-Sequenzen, wohl besser zur Eröffnung des neuen Werks geeignet gewesen wäre. Was diese Titel beide gemeinsam haben, ist wohl vor allem der bekannte Konsens der Hamburger, welcher sich mit seinen harten Passagen schon fast zum Metal hin bewegt, dann aber immer wieder den schmalen Grad auszubalancieren und zum hohen Grad an Eingängigkeit zurückzukehren weiß. Wie auch schon auf dem Vorgängerwerk sicher ein Gang über dünnes Eis und ein heftiges Kratzen an den Genre-Grenzen, doch ebenso spannend, frisch und unterhaltsam. Ein Groß dieser Magie verliert der neue Output dann auf der anderen Seite der Waage auch wieder aus exakt den gleichen Gründen, denn es ist nicht darüber hinwegzutäuschen, dass das gerade Gehörte doch mindestens genauso gut von den Tracklisten der vorangegangenen Werke stammen könnte.

Bevor man sich allerdings zu sehr mit der Frage nach dem Verbleib nicht unwesentlicher Innovationen beschäftigen könnte, verlassen Harms und Co. bereits betretene Pfade und lösen sich von der Sicherheit des Altbewährten: „Raining Stars“ heißt da die Lösung und schon allein der Titel selbst, vermag es dabei so gut wie kein anderer, das futuristische Konzept aufzugreifen und den vorhandenen, roten Faden weiterzuspinnen. Denn auch wenn es auf den ersten Blick etwas ungewohnt erscheinen mag, so zieht sich doch eine unterschwellige Story mit Botschaft durch die neue Veröffentlichung, welche sich, passend auf aktuelle Weltgeschehnisse und Problematiken übertragbar, mit der Suche einer neuen Heimat namens „Empyrean“ beschäftigt, nachdem die Menschheit ihren Planeten nahezu ausgebeutet und sich selbst fast ausgerottet hat. Nun scheint die zuvor angewendete Aufwärmphase vorüber, mit welcher „Lord Of The Lost“ den Übergang von alten Tugenden hin zu gänzlich neuen Stilistiken schaffen wollten. So offenbart der Quasi-Titeltrack, unter dessen Namen auch die kommende Tour stehen wird, gänzlich neue Elemente und nicht wenige dürften zu Beginn einen Hauch von perplexer Befremdlichkeit verspüren. Das, was man da hört, ist definitiv und unverkennbar die Musik von Harms und Co., anlässlich des gegebenen Rahmens jedoch klanglich futuristisch versetzt. Stark wie noch nie, herrscht hier zu Beginn fast ausnahmslos Electro pur, organische Instrumente sucht man vergebens. Einzig und allein der Gesang erinnert noch an die Ursprünge und erschafft so völlig Neues, die Lyr