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  • Christoph Lorenz

A Life Divided - Subway To Sally - You´ll Be Mine (2020)


A Life Divided - Echoes (2020)

Genre: Rock / Alternative

Release: 31.01.2020

Format: CD

Anzahl Ton- / Bildträger: 2

Label: AFM Records (Soulfood Music)

Spielzeit: 56 Minuten

Fazit:

Wie klingt deine aktuelle Lieblingsplatte, wenn du sie auf Zeitreise in die Vergangenheit schickst? Das haben sich „A Life Divided“ gefragt. Ihr neues Album „Echoes“ ist die Antwort. „Wir sind alle in den Achtzigerjahren zum ersten Mal mit Musik in Berührung gekommen. Ich habe mir damals meine ersten Adidas Allround gekauft, die Haare wachsen lassen und die Songs meiner Metal-Heroen auf der Gitarre nachgespielt.“, erinnert sich Sänger Jürgen Plangger. Songwriter und Produzent Erik Damköhler war damals Synth-Wave-Fan. „So entstand die Idee, auf „Echoes“ unseren „A Life Divided“-Stil mit den typischen Synth-Sounds der 80er zu mixen. Das Ergebnis war etwas völlig Neues: Dreizehn Songs, die unseren Dark-Alternative-Rock mit dem Zeitgeist der 80er kombinieren!“. Nach bayerischen Radio-Hits wie „Feel“, „Space“ oder „Heart On Fire“, einer Auszeichnung zum besten Newcomer des Senders Rock Antenne, Tourneen mit „Apocalyptica“, „Eisbrecher“, „Unheilig“ und „Oomph!“ sowie ausverkauften Headliner-Clubtouren ist der Electro-Rock der Münchner von „A Life Divided“ szeneübergreifend bekannt. Die Band - das sind Sänger und Songwriter Jürgen Plangger (auch Gitarrist bei „Eisbrecher“), Gitarrist Tony Berger (Ex-„Lacrimas Profundere“) und Bassist Tobias Egger sowie Songwriter Erik Damköhler. Die Songs auf dem neuen Album „Echoes“ drehen sich um die Endlichkeit und das Echo, das von uns bleibt. Frontmann Plangger: „Endlichkeit ist bedrohlich, wenn wir lieben und leben, aber sie kann auch tröstlich sein, wenn wir trauern, verletzt oder enttäuscht werden. Aber es bleibt immer ein Echo, eine leise Erinnerung, an das, was war.“. Das nunmehr sechste Studioalbum des süddeutschen Quintetts trägt den mystischen Titel „Echoes“ und erscheint am 31.01.2020 unter AFM Records auf dem Musikmarkt.

Wo war sie plötzlich hin, diese eine Band, die sich vor gar nicht allzu langer Zeit unter anderem noch als vielerorts begeistert gefeierter Support von Szene-Größen wie „Mono Inc.“, „Eisbrecher“, „Oomph!“ oder sogar „Apocalyptica“ einen immer bekannter werdenden Namen zu machen wusste? Wenngleich sich die junge Formation um Mastermind Jürgen Plangger insbesondere auf den schwarzen Festivals auch recht aktiv zeigte, so mussten unterdessen doch erst ganze fünf Jahre ins Land ziehen, bis es neues Futter für die Fans geben sollte. Jetzt ist es aber endlich wieder soweit und ein neuer Release steht bevor... Und dafür haben sich „A Life Divided“ auch ordentlich etwas einfallen lassen, wenn der bewährt stimmige, stets hervorragend funktionierende Mix aus Alternative Rock und radiotauglichem Pop im Rahmen des neuerlichen Konzepts die verstärkt elektronisch ausgerichtete Bewegung der Achtzigerjahre streift. Viel interessanter Stoff für ein interessantes, musikalisches Comeback der etwas anderen Art also. Das belegt schon allein das eröffnende „Hello Emptiness“, dessen in den introvertierten Strophen gehauchte Textzeilen zuerst im mystisch-dunklen Gewand daherkommen, die anfangs fast schon dunkle Ambient-Züge versprühen, bis dann die signifikanten Synthies in der pulsierenden Bridge einsetzen, um schlussendlich in einem sich entladenden Feuerwerk bester Dark-Rock-Manier aufzugehen. „Dry Your Eyes“ präsentiert sich danach als äußerst lässig groovende Mid-Tempo-Nummer welche die beabsichtige Achtziger-Note zwischen leichter Dance-Attitüde und rau zerrendem Riffing formschön herausarbeitet, die sodann nur vom grandiosen, hymnenhaften Refrain voller Passion übertroffen wird. Das sind zu 100% „A Life Divided“, wie man sie kennt! „Addicted“ zielt danach in eine ganz ähnliche Richtung, wirkt aber sogar noch mal eine ganze Spur poppiger und anschmiegsamer auf den Hörer ein. Das gesamte Arrangement ist enorm süßlich, schmachtend und eingängig, aber bei weitem nicht zu verkitscht. Stattdessen transportiert man hier durchweg leidenschaftliche, positive Vibes mit fast schon jugendlich-naivem, unbekümmertem Charme. Das ist luftig-leicht und macht einfach nur Spaß! „Confronted“ geht danach wieder etwas mehr in die Offensive, wenn sich etwa eine dramatische orgelnde Synthie-Wand ihren Weg aus dem Hintergrund bricht und den körnigen Gesang von Plangger bis zum kräftigen Chorus in stetig neue Höhen pusht. Weiter geht’s mit „Enemy“ und „Rock ’N’ Roll Star“, zwei prädestinierten Dancefloor-Fillern, bei denen sich gut tanzbare und rasend schnelle Passagen aus fließendem Electro und Rock stetig die Klinke in die Hand geben, Letzterer ob seiner musikalischen Klischee-Ausschlachtung aber doch eher hinten abfällt. Die soeben in Teilen angedeutete Härte bleibt im Folgenden weiter bestehen und spielt sich zu „Far“, „Anybody Out There“ und „Push“ jetzt sogar noch mehr in den Vordergrund, wenn die charmante Retro-Note kurzzeitig zugunsten eines wahren Gewitters aus donnernden Drums und kantig röhrenden Saiten-Eskapaden weicht. Eine echte Power-Ballade wie „Servant“ fügt sich danach jedoch wieder ganz in deutlich gediegenere Fahrwasser und lässt Synthies und Stimme fortan wieder etwas mehr Raum zur sehnsuchtsvollen Träumerei, während „The Ordinary“ im Vergleich dazu klassisch rockig verbleibt. „Circles“ glänzt dann mit facettenreicher Elektronik, die hier immerzu mit tonalen Höhen und Tiefen spielt, was ungemein zur Abwechslung beiträgt, wogegen der rund sechs Minuten lange Closer „Forevermore“ nochmal gehörig in die 80er-Kiste greift, mit all seinen verschiedenen Sounds aber leider eher etwas überladen wirkt. „A Life Divided“ machen auf „Echoes“ keinen Hehl daraus, dass sie auch anno 2020 auf zurecht bewährte Mechaniken und die in ihrer Musik lange schon etablierten Standards setzen. Hier bekommt der Fan, was er erwartet und sich wünscht - Gut so! Ausnahmslos alle, der insgesamt dreizehn Songs, punkten mit einem Höchstmaß an vereinnahmender Melodiösität, die den übergeordneten Sound in seiner Gesamtheit niemals zu zahnlos verpoppt oder fordernd hart wirken lassen. Es ist bewusst leicht bekömmliche, oft angenehm treibende, ohrwurmige Rock-Musik mit dezenten Avancen zum Mainstream und verblüffend zielsicheren Airtime-Qualitäten, die einfach gefällt. Alles ganz beim Alten? Nicht ganz, denn im Rahmen der hier eingeführten 80er-Reminiszenz wird das bewährte Grundgerüst hier dieses Mal zusätzlich noch um stimmungsvolle Synthie-Linien und leichte Beat-Fragmente im zumeist authentisch tönenden Retro-Style angereichert. Das ist mittlerweile zwar nicht mehr besonders innovativ oder gar überraschend, sorgt zusammen mit der ausgereiften Instrumentierung zuweilen aber doch für einen gut kickenden Unterdruck und atmosphärisch passgenauen Grundierung des Gesangs. Und exakt diesen letzten Schliff hat „Echoes“ all seinen Vorgängern nämlich definitiv voraus: Das Material ist lyrisch und allen voran musikalisch zu jeder Zeit durchdacht, wohlstrukturiert und rund. Die allgemeine Qualität konnte sowohl in produktionstechnischer Hinsicht als auch der musikalischen Professionalität in Songwriting und Co. erheblich gesteigert werden und erreicht somit fraglos aktuelle Standards im gehobenen Segment, was gerade im direkten Vergleich mit „Human“ aus dem Jahr 2015 umso mehr auffällt. Die nach wie vor großartig harmonierende Symbiose aus elektronischen und organischen Kernelementen ist perfekt aufeinander abgestimmt und erschafft eine grundsolide Basis für die transportierten Emotionen, die einzelnen Instrumente und natürlich nicht zuletzt auch die markante Stimme von Plangger, welche derlei viel technische, verfremdende Effekthascherei überhaupt nicht nötig gehabt hätte. Wer Lust auf modernen Rock mit catchy Pop-Note und einer kleinen, verspielten Nostalgie-Dosis aus der stilprägenden Vergangenheit hat, kann hier bedenkenlos zugreifen!

Informationen:

https://www.a-life-divided.de

https://www.facebook.com/alifedivided/