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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Covenant - „The Blinding Dark"-Tour - Kulturfabrik, Krefeld - 26.11.2016


Veranstaltungsort:

Stadt: Krefeld, Deutschland

Location: Kulturfabrik

Kapazität: ca. 1.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Nein

Homepage: https://www.kulturfabrik-krefeld.de/

Einleitung:

Unglückliche Zufälle gibt es immer wieder. Im schlimmsten Falle solche, bei denen sich, einer unaufhaltsamen Kettenreaktion gleich, diverse missliche Umstände nahtlos aneinanderzureihen scheinen. Zudem ereignen sich unvorteilhafte Umstände dieser Art meist genau dann, wenn es von besonderer Bedeutung ist. So auch in der vergangenen Woche, als plötzlich nahezu alle Tickethändler ein großes "Ausverkauft" für die einzige NRW-Show von "Covenant" vermeldeten. Zwar wurde mir erst jüngst die glückliche Ehre zuteil, die Schweden auf dem Amphi Festival in Köln erleben zu können und auch standen die Termine für die eigene Headliner-Tour bereits seit längerer Zeit fest, nur konnte ich zu diesem Zeitpunkt aus terminlichen Gründen noch keine klare Zusage machen. Als meine Teilnahme dann sicher schien, war es auch schon zu spät: Das kreative Kollektiv hatte es tatsächlich geschafft, so ziemlich alle der relativ rar gesäten Konzerte Deutschland auszuverkaufen. Was also tun? Eine Möglichkeit musste es doch geben! Eine direkte Nachfrage bei "Protain" und der Kulturfabrik selbst führte leider ins Leere, alle Plätze auf der Gästeliste für Presse und Fotografen waren bereits belegt. Kein Wunder, nur wenige Tage vor der Veranstaltung selbst. Im Optimalfall gibt es aber nicht nur unglückliche Zufälle, sondern auch kleine Wunder immer wieder und in ebenjenem Fall heißt es Tina und wohnt in Oberhausen. Tina hat tatsächlich noch eine Karte für das morgige Konzert übrig und setzt sich umgehend mit mir in Verbindung. Wir verabreden uns kurzerhand für den Folgetag am Hauptbahnhof in ihrer Heimat, wo sie mir am Nachmittag kurzerhand das Ticket überreicht. Ich kann also aufatmen. Nach einem äußerst sympathischen Plausch in der geräumigen Eingangshalle verabschieden wir uns auch schon und ich verbringe die Wartezeit auf den nächsten Zug Richtung Bochum, mit einem kleinen Snack ganz in der Nähe. Gut gesättigt geht es danach schleunigst zum Gleis, von dort aus nach Wanne-Eickel und mit dem nächstbesten öffentlichen Verkehrsmittel wieder nach Hause... Entspannt geht tatsächlich anders, aber es gilt einmal mehr sich gehörig zu beeilen und keinerlei wichtige Zeit zu vergeuden. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass während meiner kurzen Exkursion der gesamte Akku der Kamera endlich aufgeladen ist und ich somit gleich eine Sorge weniger habe. Ich ziehe mich dem Anlass entsprechend um und schon geht es wieder weiter. Mein Weg führt mich via Bus zum Bochumer Hauptbahnhof, von wo aus eine Regionalbahn direkt nach Krefeld fahren soll. Es geht alles glatt und so steige ich mit einer durchaus akzeptablen Verspätung von nur wenigen Minuten ein. Da wir auf unserer Strecke die meisten Großstädte im Ruhrgebiet anfahren, sind die einzelnen Abteile gut gefüllt und doch bekomme ich einen Sitzplatz direkt am Fenster. Mir gegenüber sitzt eine Frau mittleren Alters, welche ihr Gepäck auf so ziemlich jedem freien Quadratmeter des Viersitzers verteilt hat. An einem ihrer zahlreichen Koffer ist ein "Star Wars"-Ballon befestigt, der in unregelmäßigen Abständen den gefährlichen Kontakt mit mir sucht. Ansonsten verläuft die Fahrt angenehm unproblematisch und ohne Verzögerungen. In Krefeld angekommen, gleiche ich die dortigen Fahrpläne mit den meinen auf dem Handy ab und plane die Rückfahrt. Vorbereitung ist hier alles, immerhin ist die letzte Option zurück in den Pott zu kommen für 01.00 Uhr angesetzt, will man nicht mit U-Bahn und Konsorten einen umständlichen Umweg über Düsseldorf nehmen. Ich trete in die eisige Kälte und halte nach einem Taxi-Stand Ausschau, der sich in unmittelbarer Nähe befindet und steige ein. Der Fahrer wirkt müde und nicht gerade bester Laune, was meine Zielangabe keineswegs zu bessern scheint. Er stünde schon seit drei Stunden auf seiner Position und warte den ganzen Abend verzweifelt auf einen Fahrgast. Als die Fahrt nach weniger als fünf Minuten endet, beginne ich zu verstehen und versuche mit ein wenig Trinkgeld aufzuheitern, was auch gelingt. Dankbar wünscht er mir einen schönen Abend und fährt doch noch mit einem Lächeln zurück ins Stadtzentrum.

Da stehe ich also und sehe meinem ersten Besuch in dieser Lokalität entgegen. Die, zumindest auf dem Papier, recht weite Anfahrt hat mich in der Vergangenheit immer wieder von der Reise in diese Stadt abgehalten, doch ging das alles weitaus einfacher von statten, als ich zuerst angenommen hatte. Bevor man die Halle betreten darf, muss zuerst eine kleine Schleuse passiert werden, in welcher gleich drei Sicherheitsbeauftragte stehen, um sowohl die Ticket-, als auch eine nicht minder notwendige Taschenkontrolle durchzuführen und dem Gast einen Stempel auf den Handrücken aufzudrücken. Danach geht es auf einen recht großen Vorplatz, auf welchem sich einige Fans aufhalten und unter anderem angeregte Konversationen über das neue Album führen. Besonders für die wärmeren Tage lobenswert zu erwähnen, sind die zahlreich aufgestellten Bänke und Tische. Auch das gepflegte Äußere der Fabrik kann sich mit seinen Lichterketten durchaus sehen lassen und vermittelt schon bei der Ankunft eine helle, einladende Atmosphäre - sehr schön! Im Inneren angekommen, verschaffe ich mir einen weiteren Überblick. Zur rechten Seite befindet sich ein großer Raum mit einer Theke und weiteren Sitzgelegenheiten, geht man weiter geradeaus, läuft man auf den großen Merchandising-Stand zu, vor welchem auch ich direkt Halt mache. Das Angebot ist wahrhaft beeindruckend: Gibt es auf den Festivals nur eine rare Auswahl an den begehrten Fanartikeln, so fährt die Band hier richtig auf. Neben vielen CDs, gibt es hier auch das neue Werk in allen drei Varianten zu erstehen. Zahlreiche T-Shirts mit Logo-Druck und verschiedenen Schriftzügen, reihen sich an Kapuzensweater, Hemden und Krawatten. Selbst einige schöne Kleinigkeiten wie Tassen und sogar Schmuck werden angeboten. Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei, wenngleich sich die Preise für einige Artikel durchaus im gehobenen Segment bewegen. Ich entscheide mich für eine Stoffjacke mit hochwertigem Pixelmann-Stick, "The Blinding Dark" im Buchformat und einen edlen Pin. Das wäre schon mal erledigt! Zufrieden bezahle ich und habe doch erhebliche Mühe damit, alles in meiner Umhängetasche unterzubringen. Nachdem alles fachgerecht verstaut ist, geht es in den überraschend geräumigen Konzertsaal. Zu meiner Linken ist noch eine Bar errichtet, in der Mitte thront das Mischpult. Der Platz vor der Bühne ist zum Bersten voll und auch weiter hinten wird es langsam eng, ausverkauft eben. Da ich mich zum fotografieren und genießen der Lichtshow sowieso im Hintergrund halten wollte, passt das bestens und so suche ich mir ein freies Fleckchen genau gegenüber des Geschehens.

Iszoloscope:

Um etwa 19.30 Uhr wird es zum ersten Mal dunkel in der Kulturfabrik und es ist Zeit für den ersten Act des noch jungen Abends. Der Support-Slot wird von Kanadier Yann Faussurier ausgefüllt, der unter seinem kryptischen Pseudonym "Iszoloscope" auch sogleich die schweren Bretter betritt und sich mit zügigen Schritten einem schmucklosen Pult nähert. Möchte man den zuvor gelauschten Gesprächen Glauben schenken, haben sich nur wenige Besucher im Vorfeld über ebenjenen Künstler informiert, welcher just in diesem Moment mit seinem experimentellen Set in die etwa halbstündige Reise startet. Es ist ihnen nicht zu verdenken, ist das ungewöhnliche Ein-Mann-Projekt hierzulande doch weitestgehend unbekannt und allerhöchstens Kennern spezieller Fachkreise ein fester Begriff. Schon simpelste Recherchen ergeben jedoch, dass Krefeld es hier keinesfalls mit einem unbetuchten Newcomer oder gar Amateur zu tun hat: So bespielte der aus Ottawa stammende Musiker etwa bereits mehrmals das Maschinenfest in der Turbinenhalle, sowie zahlreiche internationale Veranstaltungen, fernab der großen Mainstream-Events. Und in der Tat trifft es so manch Unvorbereiteten dadurch nur umso überraschender, als urplötzlich dröhnende Laute aus den Boxen dringen. Was nun zu vernehmen ist, lässt sich am ehesten der Sparte des sogenannten Rhytm 'n' Noise zuordnen, welcher zudem mit teils düster anmutenden Ambient-Einschüben verfeinert wird. Durchdachter, konzipierter Krach also, der auf den Ungeschulten schnell chaotisch wirken kann. So verlassen einige Besucher wieder den Saal und ziehen es eher vor, sich bei weiteren Getränken in geselliger Runde aufzuhalten. Nach einer guten halben Stunde beendet "Iszoloscope" sein Tun und verlässt unter recht verhaltenem Applaus die Bühne. Ein wenig schade, denn auch wenn die raue Klangkunst selbstverständlich alles andere als leicht ins Ohr geht, wäre dem Schaffen gegenüber etwas mehr Interesse und Respekt wünschenswert gewesen.


Faderhead:

Der angekündigte Special Guest hingegen, ist nicht nur den Besuchern des heutigen Abends, sondern auch Szene-Gängern weltweit bekannt. Immerhin kommt nahezu keine dunkle Electro-Party mehr ohne mindestens einen seiner zahlreichen Club-Hits aus. Wenig verwunderlich also, dass sich der Raum zu Beginn des Sets immer weiter füllt und kaum mehr einen freien Platz lässt. Es ist Zeit für "Faderhead"! Nachdem sein Mitmusiker die ersten Beats Richtung Publikum feuert, betritt schließlich auch der Hamburger selbst zu den Takten von "Shame" die Bühne und sorgt auch sogleich für die erste Überraschung. Nicht nur dass der engagierte Mastermind, der mit bürgerlichem Namen Sami Mark Yahya heißt, heute ohne seine markante Sonnenbrille auf den Plan tritt, auch präsentiert er sich durch sein ungewohnt zurückhaltendes Auftreten gänzlich anders. Bedächtig verharrt er am vorderen Rand und umklammert das vor ihm stehende Mikrofonstativ. Der Sound ist exzellent abgemischt und die Atmosphäre stimmt ebenfalls, erst gegen Ende der fast schon balladesken Nummer kommt etwas Bewegung ins Spiel. Die zusätzlich aufgestellten LED-Säulen komplettieren das atmosphärische Gesamtbild. Bescheiden begrüßt der sympathische Hanseat die zahlreich erschienenen Fans in der Kulturfabrik und justiert nicht zum ersten und letzten Mal in den gut vierzig Minuten sein In-Ear-System nach. In der ihm zur Verfügung stehenden Zeit, wolle er eine völlig neue Facette von sich präsentieren und sich daher großteilig auf sein neues-altes Album "Anima In Machina" fokussieren, das einige abgeänderte Neuaufnahmen bereits bestehender Songs enthält und darüber hinaus zu einem fairen Preis am Merchandising-Stand erhältlich ist. Er wirkt deutlich nervöser und weniger gelöst als sonst, was er aber auch keineswegs zu verheimlichen versucht. Das zuvor veröffentlichte, emotionale "Escape Gravity" unterstreicht dies nur noch umso stärker und weiß die genannte Menge zu begeistern. Bei der Ankündigung des nächsten Titels "Bab