• Facebook - White Circle
  • Instagram - White Circle
  • YouTube - White Circle

NEUESTE
BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Subway To Sally - „Eisheilige Nacht" - RuhrCongress, Bochum - 26.12.2017


Veranstaltungsort:

Stadt: Bochum, Deutschland Location: RuhrCongress

Kapazität: ca. 5.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Nein

Homepage: https://www.ruhrcongress-bochum.de

Einleitung:

Alle Jahre wieder... Findet sie Ende Dezember und somit nur wenige Tage nach dem besinnlichen Weihnachtsfest statt, die traditionsreiche Indoor-Festivalreihe „Eisheilige Nacht“, der Potsdamer Initiatoren von „Subway To Sally“. Für mich persönlich gehört das fulminante Gipfeltreffen verschiedenster Acts seit 2010 regelmäßig zum musikalischen Jahresabschluss fest dazu und wenn man sich vor Ort einmal so umhört, gilt das auch für so manch anderen Besucher. Wirklich winterlich ist das nordrhein-westfälische Klima dieser Tage allerdings nicht, der erste und letzte Schnee fiel hier vor etwa einer Woche. Dementsprechend milde und angenehm gestalten sich die Temperaturen, als ich mit meiner Begleitung vor der RuhrCongress-Halle ankomme. Obwohl wir überpünktlich sind, scheint der offizielle Einlass schon vor einer ganzen Weile begonnen zu haben, denn auf dem asphaltierten Vorplatz tummeln sich vergleichsweise nur noch wenige Besucher. Auch gut. Ich gehe zum separaten Einlass für die Gästeliste und begrüße die freundliche Mitarbeiterin. „Hallo, wir müssten für heute Abend auf der Gästeliste stehen. Christoph Lorenz plus Eins?“, frage ich leicht zögerlich und bekomme nur wenige Sekunden später die positive Antwort in Form eines Stempels auf den Handrücken. Manchmal wünschte ich, dass es immer so unkompliziert ablaufen würde. Nachdem meine Begleitung ebenfalls das Logo der örtlichen Diskothek Matrix, welche einmal mehr für das Catering verantwortlich zeichnet, aufgedrückt bekommen hat, gehen wir vorerst einmal in Richtung der Garderobe, um unsere Jacken abzugeben. Im hellen Foyer haben sich auch dieses Mal wieder unübersehbar alle möglichen Händler eingefunden, um den Besuchern ihre jeweiligen Waren anzubieten. Neben den unverzichtbaren Getränken an der langen Bar und einem jährlich wiederkehrenden Stand mit einigen schönen Schals, Tüchern und Kettenanhängern, gibt es hier vornehmlich auch die offiziellen Merchandising-Artikel der verschiedenen Bands zu erstehen. Wir machen einen kleinen Rundgang und schauen uns alles ganz in Ruhe an, alte Traditionen soll man ja bekanntlich hegen und pflegen. An die Theke mit den zahlreichen Devotionalien der Headliner angrenzend, wurden zwei weitere Tische herangerückt. Hier ist das neue „Knochenschiff“-Magazin des engagierten Fanclubs zu beziehen, ein abgesandter Ansprechpartner ist zur Beantwortung möglicher Fragen wie immer gleich vor Ort. Doch etwas ist anders als sonst... Zwischen T-Shirts und Printmagazinen ist eine recht kleine, ja fast schon unscheinbare Ecke freigelassen worden. Auf der freien Fläche ist eine Box mit mehreren Büchern darin zu sehen, in der Auslage davor liegt einer der Bände zur Ansicht bereits aufgeschlagen. Plötzlich erinnere ich mich wieder: Erst vor wenigen Tagen noch hatte ich via „Facebook“ die Videonachricht eines renommierten Fotografen gesehen, der „Subway To Sally“ das gesamte Jahr über begleitet und dabei in diversen, teils auch ungewöhnlichen Situationen für die Ewigkeit festgehalten hat. Aus dieser Arbeit ist, pünktlich zum fünfundzwanzigsten Jubiläum des bekannten Szene-Urgesteins, ein extrem hochwertiger und eindrucksvoller Bildband entstanden, welchen es hier nun zum vergleichsweise günstigen Vorzugspreis von 39,90 Euro zu erwerben gibt. Eine wirklich schöne Idee! Langsam kehren die Gedanken Stück für Stück zurück. Die Band hatte schon im Frühjahr über ihre soziale Netzwerke den zugehörigen Blog (malaugefragen.com) geteilt, dessen dort niedergeschriebene Eindrücke aus dem Touralltag ich regelmäßig mit einiger Spannung verfolgt hatte. Erst vor wenigen Stunden sprach ich sogar noch mit Texter Michael „Bodenski“ Boden im Rahmen eines Interviews darüber. Als entsprechender Fotograf just in diesem Moment direkt vor mir steht, um exakt all das ausführlich zu berichten und sein Werk gleichzeitig vorzustellen, bemerke ich nebenher, dass ich ihm während der „Neon“-Tournee in der Bochumer Christuskirche sogar schon über den Weg gelaufen bin. Ich und mein Gedächtnis... Stolz über die eigene Erinnerung, gebe ich mein Fachwissen sogleich redselig preis. „Oh, dann hätte ich mir das alles ja jetzt eigentlich komplett sparen können!“, lacht Stefan Anker belustigt, der unter anderem sogar schon für „Die Welt“ geschrieben hat. „Kann ich dir denn stattdessen vielleicht noch andere Fragen beantworten?“, knüpft er an. Während ich angetan und vorsichtig durch das ausliegende Ansichtsexemplar blättere, sprechen wir über dies und das, dann fällt der für mich entscheidende Satz: „Weißt du, es ist natürlich immer schön, wenn die Leute so ein Buch von mir kaufen, aber selbst wenn sie es nicht tun, freue ich mich auch einfach nur über das Interesse und darüber, den Fans meine Arbeit persönlich zeigen zu können.“. Worte, in denen ehrliche Passion liegt und mit welchen ich mich vollauf identifizieren kann. Also nutze ich die seltene Gelegenheit, Herrn Anker von meiner Homepage zu erzählen und vereinbare auch sogleich ein Interview, dem er glücklicherweise ohne zu überlegen zustimmt. Wann genau das sein wird, vermag ich dieser Tage zwar noch nicht vorauszusagen, ihr dürft jedoch gespannt sein. Übrigens: Wer es zu keinem Konzert der „Eisheiligen Nacht“ 2017 geschafft hat und dennoch Interesse an dem schönen Bildband hat, schreibt einfach eine Nachricht an mail@stefananker.com. Ich lasse mir eines der Exemplare zurücklegen, welches mir darüber hinaus vor dem Nachhauseweg später noch liebevoll signiert werden wird, bedanke mich für das freundliche Gespräch und spitze die Ohren. Aus dem Inneren der Halle dröhnt lauter Applaus, wenig später höre ich eine mir sehr bekannt vorkommende Stimme. Ganz offensichtlich hat Moderator Eric Fish die Bühne schon betreten, um den ersten Act des noch jungen Abends anzukündigen. Das heißt, es muss mittlerweile genau 19.00 Uhr sein. Also dann, los geht’s. Entspannt schlendern wir in Richtung des Konzertsaals. Der Startschuss ist soeben gefallen, es beginnt. Alle Jahre wieder...

Mr. Hurley und die Pulveraffen:

Pünktlich um 19.00 Uhr fällt, wie im Vorfeld offiziell angekündigt, der lang ersehnte Startschuss für die diesjährige „Eisheilige Nacht“ und somit gleichzeitig auch für die erste Band des heutigen Abends: „Mr. Hurley und die Pulveraffen“. Deutlich anders, als so manch anderer Support-Act, muss das 2009 in Osnabrück gegründete Trio in Bochum jedoch keineswegs vor einem halbleere Saal auftreten. Nein, ganz im Gegenteil: Als Percussionist Johannes „Der einäugige Morgan“ Erichsen, Akkordeonspieler Christoph „Buckteeth Bannock“ Erichsen und Sänger Simon „Mr. Hurley“ Erichsen während des atmosphärischen Intros an Bord gehen, strömen allmählich immer mehr Besucher in die Halle, um dem fetzigen Piraten-Folk beiwohnen zu können. Die niedersächsische Band, welche einem Großteil des Publikums mit Sicherheit von ihren zahlreichen Auftritten auf dem „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ bekannt sein dürfte, erlebt derzeit einen wahrhaftigen Hype in der gesamten Medienlandschaft und ist mit ihrem ausgefallenen Grog ‘n‘ Roll daher in aller Munde. Ein glücklicher Umstand, der den insgesamt vier Geschwistern da nun ebenso absolut verdient zugute kommt, wie auch ihre bisherige Erfahrung auf den Bühnen dieses Landes. Schon der stimmungsvolle Opener „Tortuga“ vom aktuellen Release, treibt die Stimmung gleich zu Beginn mühelos in die Höhe, was die Drei sogleich mit ausgesprochen viel Spielfreude honorieren. Doch da geht ganz sicher noch einiges mehr... Zum „Plankentanz“ erhält das Trio weitere Unterstützung von der Vierten im Bunde, Animateurin Esther „Pegleg Peggy“ Erichsen, die es sich gestenreich zur Aufgabe macht, die Menge zu weiteren Höchstleistungen anzufeuern. Das Unterfangen gelingt und stellt sich schnell als ein Leichtes heraus, die Anwesenden sind definitiv bei guter Laune und lassen sich nur zu gerne mit auf große Kaperfahrt nehmen. Stimmige Vorraussetzungen, wie sie für diese Nacht wohl kaum mehr besser sein könnten. Egal ob neue Songs wie „Schlechtes Vorbild“ und „Ich Kanone Dich Nicht Leben“ oder lieb gewonnene Klassiker der Marke „Schrumpfkopf Im Rumtopf“ und „Komm Zur Marine“ von den vorherigen Alben „Voodoo“ und „Affentheater“, sie alle funktionieren insbesondere live so hervorragend wie eh und je. Die Fans feiern die Freibeuter vom ersten Augenblick an und es wäre in der Tat schon schwer verwunderlich, wenn sie mit der Show an diesem Abend ihren Kreis nicht erweitern könnten. Mit allerhand Instrumenten wie Flöten, Ukulele, Cajón und Bodhrán geht es auf hohem Wellengang weiter ausgelassen voran, bis dann nach einem Medley aus bekannten Traditionals und der beliebten Seefahrer-Hymne „Blau Wie Das Meer“ der gut halbstündige Auftritt endet. Wie schön, dass die Pulveraffen sich schon wenig später am Merchandising-Stand im Foyer einfinden, um für das ein oder andere Autogramm und Foto bereitzustehen. Ihre treuen Anhänger werden es ihnen bestimmt danken. Und vergesst nicht: „Was auf Tortuga passiert, bleibt auf Tortuga“!

Feuerschwanz: