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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Letzte Instanz - Morgenland (2018)


Genre: Rock / Folk / Alternative Release: 16.02.2018

Format: CD

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

Label: AFM Records (Soulfood)

Spielzeit: 76 Minuten Pressetext:

Ab heute steht das neue musikalische Baby in den Startlöchern und erscheint am 16.02.2018. Und es vereint alles, wofür diese Band bekannt ist – hymnische Gesangsmelodien in aktuellem Rocksound eingebettet, anspruchsvolle Texte, die den Finger in die Wunden der Zeit legen und filmische Streicher, die dem neuen Wurf die Krone aufsetzen.

Der Albumtitel "Morgenland" ist dabei mit Bedacht gewählt worden und spiegelt sich in den Texten wieder. Natürlich sticht einem als erstes das Provokationspotential des Titels ins Auge, wenn man erfährt, dass die Band ihre Wurzeln in Dresden hat. Davon zeugen kraftvoll, fast wütende Lieder wie „Mein Land“, „Armageddon“ und der Titelsong „Morgenland“.

Doch geht es der Band um mehr als nur anzuecken. Für sie verschmelzen die traditionellen und mit Wertungen versehenen Begriffe „Abendland“ und „Morgenland“ zu einem Sehnsuchtsort, einem Land im Morgen, das frei, tolerant und offen ist. Somit bietet sich "Morgenland" als Soundtrack für Hoffnung und Verheißung an.

Das Album "Morgenland" wird es als limitierte Fanbox, als limitiertes Digipack und als jewelcase geben.

Kritik:

"Das wird meine Symphonie, doch ich schreib' sie nicht allein

Denn in jeder Harmonie ist ein Ton von dir dabei

Das ist meine Symphonie und du bist immer mit dabei

Denn in jede Melodie legst du deinen Klang hinein"

Einst im Jahr 1996 in Dresden, der Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen, gegründet, vereinten „Letzte Instanz“ die kennzeichnenden Elemente aus alternativem Rock, Gothic und Folk damals noch als eine der ersten Formationen überhaupt. Das anspruchsvolle Vorhaben: Bombastische Melodien voller Energie mit virtuosen Versatzstücken verschiedenster Stile und lyrisch hochemotionaler Note zu verknüpfen, all das unter dem Kunstbegriff der „Brachialromantik“ zusammengefasst. Eine äußerst treffende Bezeichnung, wie sie viel besser wohl nicht hätte gewählt werden können, erläutert sie das nicht selten schwer zu komprimierende, komplexe Zusammenspiel der Gegensätze und musikalisch weit gefasste Schaffen dieser absoluten Ausnahmeband doch in nur einem einzigen Wort. Sie waren einst echte Vorreiter und prägten durch ihr Tun ein ganzes Genre nachhaltig. Auch in jüngerer Vergangenheit wagte man sich an Großes heran und setzte sich mit dem innovativen Konzept einer spektakulären Trilogie aus den kurz aufeinanderfolgenden Alben „Schuldig“, „Heilig“ und „Ewig“ ein imposantes und bis heute unvergessenes Denkmal, welches sowohl im Einzelnen als auch übergreifend und auf verschiedenen Interpretationsebenen schlüssig funktionierte. Seit ihren Anfängen schwangen sich die Instanzler mehr und mehr zu einem der bekanntesten Acts der schwarzen Szene auf, die konstant zunehmende Erfolge sprechen ganz klar für sich: Das fulminante Abschlusswerk des oben erwähnten Dreigespanns und dessen Nachfolger „Im Auge Des Sturms“, verfehlten den Einstieg in die Top 10 nur knapp, der letzte Release aus 2016, schaffte es danach dann sogar unter die ersten Fünf in den offiziellen Media Control Charts. Die Konzerte infolgedessen viel besucht bis hin zu ausverkauft, bekannte Festivals wie etwa das Amphi, Méra Luna oder auch Summer Breeze Open Air bieten den Dresdnern, welche die Menge mit ihren altbekannten Hits, wie auch dem neuem Material gleichermaßen schnell in ihren Bann ziehen, völlig zurecht beachtliche Slots an. Ein wahrer Kunstgriff, der sicher nicht jedem Künstler so scheinbar mühelos gelingt. Doch hinter all dem Fortschritt und Triumph stehen auch ein steiniger Weg und eine bewegte Geschichte, so waren etwa immer wieder zahlreiche Besetzungswechsel die Folge der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Bereits 2004 stieg Frontmann Sebastian „Robin Sohn“ Lohse aus, die Bassisten Rasta F. und FX schlossen sich an. Im Jahr 2010 wechselte der Mann hinter den Drums, Florian „Specki T.D.“ Speckardt, zu den Kollegen von „In Extremo“, sein Nachfahre und Ex-„Subway To Sally“-Mitglied David Pätsch tat es ihm 2015 gleich. Zuletzt verkündeten die beiden Gitarristen Holger „Holly D.“ Lieberenz und Oliver „Oli“ Schmidt ihren Ausstieg. Nun könnte man sicher meinen, dass all diese Umstände nicht spurlos an Band und Fans vorbeigegangen sind, doch mitnichten: Anstatt sich davon entmutigen oder ausbremsen zu lassen, arbeitete man beständig an der Perfektionierung des eigenen Sounds und spannte den Faden musikalisch, vor allem aber auch thematisch immer weiter, machte sich verstärkt gegen Rassismus, Hass und Hetze stark. Die „Letzte Instanz“ entwickelte anhand des aktuellen Zeitgeists ein visionäres Konzept und nutzt ihre Position als medial beachtetes Sprachrohr seitdem nicht ausschließlich nur um zu unterhalten, sondern vor allem dazu, sich als Botschafter in diesen oftmals dunklen Tagen mitzuteilen. Vor weniger als zwei Jahren forderte man so die „Liebe Im Krieg“ ein und jedem Aufhorchenden war spätestens jetzt schlagartig klar, dass diese sechs Musiker wirklich etwas zu sagen haben. Mit Schlagzeuger Andy Horst, Bassist Michael Ende, Cellist Benni „Cellini“ Gerlach, Violinist Rico „M. Stolz“ Schwibs, Gitarrist Bernie Geef und Sänger Rainer Stefan „Holly“ Hoffmann hat sich ein starkes Team, dessen Kern zu ausgewogenen Anteilen aus Gründungsmitgliedern und teilweiser Neubesetzung besteht, auf diese eine Mission begeben. Schon 2016 präsentierte man sich somit als kreativ, frisch und engagiert und auch jetzt will man an die Glanztaten des Vorgängers anknüpfen und dabei doch zeitgleich alte Tugenden pflegen, Neues einfließen lassen und die zugrundeliegende Message weiter ausarbeiten, um genau die Dinge anzusprechen, vor denen mit Sicherheit nicht Wenige ihre Ohren verschließen möchten, welche die aktuelle Gesellschaft dafür aber umso mehr braucht. Mit „Morgenland“ erscheint am 16.02.2018 eine Expedition in noch unerforschte (Gedanken-)Welten. Der folgende Logbucheintrag dokumentiert die insgesamt vierzehn Stationen...

Drei, Zwei, Eins - Start... Der Countdown zählt erbarmungslos runter, tosender Lärm macht sich breit, der Druck steigt an, gleißend helles Licht, infernalische Feuer entzünden sich, die Rakete startet genau jetzt und schießt geradewegs hinauf ins Unbekannte... Unendlich weit von der Heimat entfernt. Wir erblicken eine felsige, fast schon surreal anmutende Wüstenlandschaft. Unberührte, sandige Erde, auf der sich Schritt für Schritt die eigenen Fußstapfen abzeichnen, bestimmt das Bild aus eiskalten Farben. Im weitläufigen Hintergrund ragen meterhohe Felsen in die Luft, über uns der klare Sternenhimmel, zwei Planeten in der Ferne. Dieser Ort hier ist scheinbar nicht bevölkert, unentdecktes Land. Doch ist er einfach nur verlassen oder vielleicht so viel mehr? Ein anderer Platz zum Leben, ein Neubeginn? Vor unseren Augen kniet ein Astronaut nieder und steckt Mast mit wehender Fahne in den Boden. Darauf das vom vorherigen Album bekannte Logo, welches sich aus einem Herz und dem Zeichen für die Unendlichkeit zusammensetzt. Die Flagge selbst ist in einem dunklen Grünton gehalten, die Farbe der Hoffnung. Warum eigentlich? Für wen oder was genau? Und wenn ja, gibt es überhaupt noch welche? Das alles sind die ersten Fragen, die sich in Verbindung mit dem Cover-Artwork von Andraj Sonnenkalb beim Betrachter aufwerfen. Es regt ebenso sehr zum nachdenken und interpretieren an, wie auch der eröffnende Titelsong „Morgenland“. Rhythmisch taktierende Drum-Schläge peitschen plötzlich aus der Stille schnell voran, eine Gitarre spielt ihr helles Riff. Ein kurzer Break und das Cello setzt für wenige Sekunden ein, bevor die Saitenfraktion wieder einsetzt und dann zusammen mit unterschwelligen Chören in einer powernden Melodie mündet. Die ruhige Stimme von Sänger Holly Hoffmann fungiert als ausbalancierender Ruhepol und legt sich jetzt sanft über die Zeilen der ersten Strophe, die nunmehr ausschließlich vom Schlagzeug begleitet wird. Die „Letzte Instanz“ reicht uns die Hand und nimmt uns mit auf eine lange Reise: Der gesamte Song, aber insbesondere auch sein packender Refrain, spielt immerzu mit den beiden Begrifflichkeiten von „Morgenland“ und „Abendland“, schneidet damit unaufdringlich und dennoch klar bewusst die aktuellen Themen aus Nachrichten und Politik. Doch geht es nicht allein um die zweckmäßige, antiquierte Benennung gegensätzlicher Religionen und Kulturen, ebenfalls nicht um die polarisierende Provokation zum aufmerksamkeitsheischenden Selbstzweck. Das wäre zu einfach, zu durchschaubar. Viel mehr geht es den Dresdnern darum, das Wort auf eine gänzlich anders verstandene Ebene zu hieven und somit neue Perspektiven und Betrachtungsweisen zu eröffnen. Es ist der Traum von einem friedlichen Ort, einem sicheren Platz, an welchem alle Menschen Zuflucht finden und miteinander leben können. Zu naiv und Zukunftsmusik? Mit dem kollektiven Willen und der richtigen Einstellung sicher nicht. Ein Land von Morgen, voller Verständnis, Freiheit, Toleranz und Offenheit. Mit diesem Lied lädt man den Hörer dazu ein, genau dorthin mitzukommen. Wer kommt mit? Ein kraftvoller Schub katapultiert gleich zu Beginn in eine hymnische Collage aus energetisch rockender Gitarre, cineastischen Streicher und flirrender Elektronik, die sofort in ihren Bann zu ziehen weiß. Die Drums bieten abermals die grundierende Basis für den Gesang, der sich jetzt samtig und dunkel einschmeichelt, während hintergründig Violine und Cello immer wieder leicht durchbrechen. Ein Teil von uns bewegt sich stets ungesehen und wie im toten Winkel durch den Alltag