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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Unheilig & The Dark Tenor - „Auf Zeitreise"-Tour - RuhrCongress, Bochum - 19.05.2018


Veranstaltungsort:

Stadt: Bochum, Deutschland Location: RuhrCongress

Kapazität: ca. 5.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Nein

Homepage: https://www.ruhrcongress-bochum.de

Einleitung:

Es ist Samstag, der 19.05.2018 und ich befinde mich auf dem Weg zum RuhrCongress Bochum, in welchem heute Abend nach der „Gipfelstürmer“-Tournee vor drei Jahren wieder die Band „Unheilig“ gastiert. Moment, wie war das? „Hat sich die Band nicht schon längst vor einiger Zeit aufgelöst?“, wird sich nun vielleicht der ein oder andere Leser fragen und soll damit zumindest teilweise Recht behalten: Am 10.09.2016 gab die Aachener Erfolgsformation im Kölner RheinEnergie Stadion offiziell ihr letztes Konzert, gegen Ende des selben Jahres erschien dann das endgültige Abschiedswerk „Von Mensch Zu Mensch“, das parallel zu den Konzerten im Studio entstand, sowie die insgesamt zweite Best-Of-Compilation „Rares Gold“, mit welcher sich der Kreis endgültig schloss. Danach wurde es bis auf vereinzelte Facebook-Posts recht still, der Graf hatte sich der medialen Öffentlichkeit entzogen und wollte seiner großen Leidenschaft fortan lediglich im Hintergrund als Komponist und Produzent für andere Künstler nachgehen, während die Live-Band weiterhin aufs Ungewisse bestehen bleiben sollte. Das endgültige Ende? Vergangenen Herbst folgte dann die durchaus überraschende Meldung, dass „Unheilig“ im Frühling 2018 wieder touren würden, den Gesangspart solle dabei jedoch nicht der ursprüngliche Adlige übernehmen, sondern „The Dark Tenor“, ein junger Crossover-Künstler, der seit 2014 die nahtlose Verquickung von Klassik, Rock und Pop zum Ziel hat. Wie zu erwarten stand, trat der bereits durch vorherige Features genährte Verdacht einer eventuellen Nachfolge in den sozialen Netzwerken einen wahren Shitstorm los und sorgte für äußerst gespaltene Meinungen zwischen verzückter Befürwortung und hasserfülltem Protest. Während die eine Seite das Quasi-Comeback mit positiver Spannung erwartete, kündete die Andere gleich von einem dreisten Sakrileg und warf den Verantwortlichen vor, auch weiterhin mit der Nostalgie der treuen Anhängerschaft bares Geld machen zu wollen. Beide Sichtweisen sind durchaus mehr als verständlich. Ich persönlich bin schon seit langer Zeit passionierter „Unheilig“-Hörer, habe die Band von den kleinsten Clubs, über die größeren Hallen bis in die Stadien begleitet und den drastischen Wandel vom beliebten Szene-Geheimtipp zum kommerziell erfolgreichen Publikumsmagneten somit hautnah miterlebt. Und auch „The Dark Tenor“ ist mir seit seinem Debüt ein fester Begriff. Sowohl die dunkelromantisch angereicherte Mystik als auch die interessante Vermischung aus Vergangenheit und Moderne gefiel mir auf Anhieb, wenngleich es sich bisher nicht ergab, das Projekt einmal live zu erleben. Aufgrund dieser vorurteilsfreien Wertung, traute ich mir also eine möglichst objektive Sicht auf die Dinge zu und ließ mich nach äußerst freundlichem Schriftverkehr kurzerhand akkreditieren. Obwohl der für 19.00 Uhr anberaumte Einlass erst seit einigen Minuten im Gange ist, präsentiert sich der weite Vorplatz mit gähnender Leere. Ein Großteil der Konzertbesucher ist offensichtlich schon da. Ich gehe zur Gästeliste und nenne meinen Namen, woraufhin die freundliche Dame an der Kasse noch kurz telefonieren muss und mir dann mein Bändchen aushändigt. Los geht’s!

Sotiria:

Bereits kurz nach dem offiziellen Einlass, welcher ob der doch relativ humanen Besucherzahlen offenbar verhältnismäßig schnell abgehandelt werden konnte, beginnt der nunmehr noch junge Abend ungewöhnlich früh, was wahrscheinlich auch der ausschlaggebende Grund dafür sein dürfte, dass das Innere der Halle zu diesem Zeitpunkt eher weniger gut gefüllt ist. Und das, obwohl der Support-Act wahrlich keine Unbekannte mehr ist, denn bei bei dem Projekt „Sotiria“, bürgerlich Sotiria Schenk, handelt es sich um eine junge Sängerin aus Berlin, die dem ein oder anderen Besucher vielleicht noch von ihrer damaligen Band „Eisblume“ bekannt sein dürfte, welche anno 2009 mit der gelungenen Cover-Version des gleichnamigen „Subway To Sally“-Klassikers mediale Erfolge feierte und im Zuge dessen unter anderem für den VIVA Comet oder auch Echo nominiert war. Vier Singles, eine EP, zwei Studioalben und einige Kollaborationen, unter anderem auch mit der weiter oben zitierten Band aus Potsdam, waren die Folge. Danach wurde es lange Zeit ruhig um die Nachwuchskünstlerin aus der Hauptstadt. Ende April erreichte die Fans der beiden Headliner in den sozialen Netzwerken dann die überraschende Meldung, dass Schenk in Zukunft das musikalische Erbe des Grafen, der im Hintergrund als Komponist fungiert, antreten und die aktuelle Tournee ab Dresden begleiten würde. Jener hat nämlich genau die Songs geschrieben, welche das am 21.09.2018 erscheinende Comeback-Album gestalten. Somit ist es kein Wunder, dass die in ein schwarzes Kleid gehüllte Sängerin, die von ihren Fans liebevoll „Ria“ genannt wird, gemeinsam mit drei Live-Musikern, Schlagzeuger Philippe da Silva, Keyboarder Henning Verlage und Gitarrist Mikey Mikeson, sichtlich euphorisch die Bretter betritt. Ihre neue und aktuelle Single „Hallo Leben“, die sowohl den Titeltrack für ihr kommendes Quasi-Debüt als auch das positive Leitmotiv ihres Schaffen bildet, markiert einen tollen Einstand, der sogleich mitzureißen weiß. Es ist eine durchweg stimmungsvolle Melange, welche wohl am besten als eine Kreuzung aus melodiösem Pop und dunkelromantischer Note zu beschreiben wäre, die leichtfüßig, eingängig und melancholisch zugleich ist. „Hallo Bochum! Das nächste Lied handelt davon, dass man machmal neu anfangen muss, so wie ich mich das gerade mit eurer Hilfe auch traue, Danke dafür. Es ist für alle, die keinen Bock mehr haben und dann genau das machen sollten.“, begrüßt sie das Publikum herzlich lächelnd. „Alles Auf Anfang“ kommt vor allem in den Strophen ungemein groovig und mit einer rhythmisch arrangierten Klaviermelodie daher, die direkt zum mitmachen animiert. „Vielen Dank. Ihr wisst wahrscheinlich, dass es gleich bei „The Dark Tenor“ richtig anstrengend werden wird. Ich habe mir das mal angeguckt und er sagt ja auch selber, dass er auf der Bühne quasi Sport macht. Ich möchte euch darauf vorbereiten und deshalb brauchen wir beim nächsten Song eure ganze Unterstützung, okay?“. Zum folgenden „Feuer“, dem man die Handschrift des Grafen ganz besonders stark anmerkt und das dezent Erinnerungen an „Mein Leben Ist Die Freiheit“ wachruft, erhält sie diese dann auch prompt und die pure Spielfreude geht auf den Innenraum über, der sich nun mehr und mehr beständig zu füllen beginnt. „Ich wünsche mir ein Feuer, heller als der Alltag und das Herz befreit. Ein Feuer, das mich wärmt und berührt für alle Zeit.“. Dass bei so viel Gefühl und dermaßen vertraut wirkenden Zeilen gleich genauso viele Hände wie auch Luftballons in Herzform in die Höhe gehen, ist da nur verständlich. Da fällt es kaum mehr auf, dass Ria vor lauter Spielfreude das Ende des Songs verpasst und einfach weitersingt, bis sie den kleinen, sympathischen Fauxpas schließlich lachend selbst bemerkt. Reichlich Interaktion und Unterstützung ist dann auch bei „Unbesiegbar“ gefordert. „Wir möchten uns für die Einladung bedanken, hier für euch spielen zu dürfen, jetzt kommt unser letztes Lied. Das singe ich heute erst zum dritten Mal und es ist sehr bedeutend für mich, weil es darin um die Beziehung zwischen mir und meinem Vater geht.“, schafft die Sängerin den Übergang zur emotionalen Ballade „Kompass“, welche bestens angenommen wird, bevor schließlich der Abschied naht. „Dankeschön, Bochum! Ich hoffe, wir sehen uns ganz bald wieder. Wir haben auch „Facebook“ und „Instagram“, wer uns da folgen möchte, kann das natürlich gerne tun. Wenn ihr mögt, sehen wir uns nachher am Merch. Wir freuen uns über jeden, der kommt. Danke, dass es so schön bei euch war! Und weil man das heute ja so macht, würden wir jetzt gerne noch ein Foto mit euch zusammen schießen, okay?“. Nichts lieber als das und so schnellen zum Finale nochmal alle Arme in die Luft, um „Sotiria“ einen gelungenen Einstand und ein würdiges Finale zu schenken. Ich bleibe gespannt auf alles, was von dieser jungen Künstlerin in Zukunft noch kommen mag.

Körner:

Gegen 20.00 Uhr schlägt dan