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BEITRÄGE:

  • AutorenbildChristoph Lorenz

Unzucht - In Extremo - Unheilig (2017)


Unzucht - Widerstand (2017)

Genre: Rock / Metal / Alternative

Release: 01.09.2017

Label: Out Of Line (rough trade)

Spielzeit: 147 Minuten

Fazit:

"Kannst du sehen, ihre Segel stehen in Flammen? Sie verbrennen lichterloh! Kannst du sehen, kannst du sie sehen, wie sie brennend untergehen?". Es gibt dieser Tage wahrlich nicht mehr allzu viele Künstler innerhalb der schwarzen Szene und auch über diese hinaus, die im stark umkämpften Musikbusiness einen derart famosen Start samt beeindruckender Laufbahn hingelegt haben, wie die freundliche "Unzucht" von nebenan. Die sympathische Formation, die sich 2009 in Hannover gründete, eroberte mit ihrem Dark Rock zahlreiche Herzen im Sturm und hört bis zum heutigen Tage nicht damit auf. Kein Ende ist in Sicht. Die erfolgreiche Reise, die drei Jahre nach dem kreativen Startschuss mit dem Debüt "Todsünde 8" und der daraus entnommenen, clubtauglichen Single-Auskopplung "Deine Zeit Läuft Ab" begann, nahm ihren unaufhaltsamen Lauf. Die perfekt angestimmte Mischung aus brettharten Gitarren, scheppernden Drums, melodiöser Elektronik und pointierter Textarbeit entpuppte sich direkt als wahrer Berserker und begeistert bis heute zurecht die Massen. Neben zahlreichen Festivalauftritten erspielte sich der niedersächsische Vierer zunächst als Support namhafter Acts eine eigene Fanbase, ging mit den Folgealben "Rosenkreuzer" und "Venus Luzifer" dann auf eigene Headliner-Tournee. Mittlerweile spielen Sänger Daniel "Der Schulz" Schulz, Gitarrist Daniel De Clercq, Bassist Alex Blaschke und Schlagzeuger Toby Fuhrmann voll und ganz in der oberen Liga mit und sind stets gern gesehene Gäste auf diversen Veranstaltungen. Auch mit der letzten Veröffentlichung "Neuntöter" aus dem vergangenen Jahr räumte das Quartett restlos ab und zog seine Anhänger in Scharen in die stets gut gefüllten Hallen. Nach vier Alben, so einigen zugkräftigen Hits und ausverkauften Häusern in diversen Städten kann es doch also eigentlich gar keinen besseren Zeitpunkt für eine erste Live-Veröffentlichung geben, oder? Gesagt, getan.

So erscheint am 01.09.2017 unter der schwarzen Flagge von Stamm-Label Out Of Line mit "Widerstand" ein aussagekräftiges Dokument auf absoluter Höhe der Zeit. Das Doppelpack aus CD und DVD veranschaulicht eindrucksvoll genau das, was der geneigte Kenner schon lange wusste: Die "Unzucht" entfacht erst auf der Bühne ihr volles Potential! So auch an diesem Abend, in der bestens gefüllten Hamburger Kult-Location Knust. Laut, wild, hart und rau, doch dabei stets charmant und herzlich. Bei den stimmungsvollen Gigs der Vier dauert es bekanntermaßen nicht lange und der energiegeladene Funke überträgt sich rasch von der Band auf das euphorisch feiernde Publikum und in diesem Fall besonders auch auf den Zuschauer. Eine bessere Voraussetzung könnte das vorliegende Material also nicht erfüllen, reißt es über weite Strecken doch derart schnell mit, wie beim hautnahen Erleben. Dazu tragen insbesondere die gelungenen Kamerapositionen bei, die einen handfesten Eindruck der vor Ort herrschenden Atmosphäre vermitteln. Lediglich der Sound fällt durch den gelegentlichen Hall etwas hinten ab. Zu hören und vor allem aber zu sehen, gibt es einen breiten Querschnitt durch das gesamte Schaffen der unzüchtigen Mannen. Bedingt durch den Mitschnitt eines Tour-Konzerts unter dem Banner des aktuellen "Neuntöter", liegt der Fokus der Musiker natürlich vorrangig auf der Präsentation des frischen Materials. So bietet das Gespann mit dem einleitenden "Der Dunkle See" und "Widerstand" einen kickenden Einstand, weitere Highlights sind etwa das dramatische "Lava" oder der brachiale Titeltrack selbst. Selbstverständlich fehlen aber auch Klassiker wie die Band-Hymne "Unzucht", "Schwarzes Blut", "Schweigen" und das hochemotionale "Nur Die Ewigkeit" nicht auf den beiden Silberlingen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann aber doch, sind auf der CD immerhin nur fünfzehn der insgesamt achtzehn Titel als rein akustischer Ausflug vertreten. So muss mit "Unendlich", "Meine Liebe" und "Engel Der Vernichtung" leider gleich auf ganze drei starke Tracks verzichtet werden. Vielleicht ein kleiner Trost: Der limitierten Box des letzten Studioalbums ist mit "Unzucht Live From The Streets" eine exklusive CD beigelegt, auf der zumindest zwei der genannten Songs enthalten sind. Wer diese also in der heimischen Plattensammlung sein Eigen nennen möchte, sollte zugreifen, so lange noch einige Exemplare verfügbar sind.

Informationen:

https://www.facebook.com/Unzucht/

http://www.unzucht-music.com

 

In Extremo - 40 Wahre Lieder (2017)

Genre: Metal / Folk / Alternative

Release: 15.09.2017


Label: Vertigo Berlin (Universal Music)

Spielzeit: 499 Minuten

Fazit:

"Zwanzig Jahre nie verbogen, das große Los gezogen. Zwanzig Jahre wie die Harten, zwanzig Jahre Kindergarten. Wir machen ein Fass auf, lassen Sieben gerade sein. Wir machen ein Fass auf, denn wir sind vogelfrei!", sangen die sieben Spielmänner von "In Extremo" vor genau zwei Jahren in ihrer Jubiläumshymne "Loreley". Zum fünfzehnten Geburtstag gab man sich noch in Erfurt bei Thüringen die Ehre, zu zwanzig wahren Jahren sollte es dann ein nicht minder geschichtsträchtiger Ort sein. Im rheinland-pfälzischen Sankt Goarshausen sollte es in der Freilichtbühne auf dem legendären Felsen der besungenen Sagengestalt bei mystischer Atmosphäre geschehen und ein echtes Hit-Feuerwerk der Extraklasse abgebrannt werden. Mit zahlreichen Weggefährten und alten Bekannten von Rang und Namen, wie etwa "Dritte Wahl", "Die Krupps", "Eluveitie", "Schandmaul" und "Eisbrecher" an der Seite, feierte man ein dreitägiges Festival und lud dazu tausende Fans der treuen Anhängerschaft ein, die von nah und fern zu ihren Helden pilgerten. So legte man zu Beginn am 03.09.2015 mit der Event-Flotte MS RheinEnergie zu einer gemütlichen Fahrt durch das Gelände ab, auf welcher es neben passender Unterhaltung durch Electro-Urgestein "Rummelsnuff" am Abend auch einen exklusiven Akustik-Gig der glorreichen Sieben zu erleben galt. Mit frischen Interpretationen und veränderten Arrangements, boten die Mannen um Sänger Michael "Das Letzte Einhorn" Rhein dem Publikum eine entspanntes Warm-Up in intimem Rahmen und vor malerischer Kulisse. Doch nur einen Tag später, der unter dem Motto "Die ersten zehn Jahre" stand, sollte es dann erst so richtig losgehen: Eine groß angelegte Lichtshow, spektakuläre Pyrotechnik, Hits soweit das Auge reichte und vor allem lange nicht gespieltes Material sorgten für eine ausgelassene Party und ließen das altehrwürdige Gestein donnernd erbeben. Vom mitreißenden Opener "Erdbeermund" und "Stetit Puella", über "Krummavisur", "Herr Mannelig", "Vollmond", "Die Gier" und "Wind", bis hin zu "Vänner Och Frände", "Werd Ich Am Galgen Hoch Gezogen", "Ave Maria", "Rotes Haar" und dem beliebten "Spielmannsfluch" war auf der Setlist alles dabei, was das Fan-Herz höher schlagen lässt. Das große Finale am 05.09.2015 stand folglich unter dem Leitspruch "Die letzten zehn Jahre" und verwandelte den Platz vor der Freilichtbühne nochmals in einen echten Hexenkessel. Mit "Sängerkrieg" ging es sogleich direkt in die martialische Schlacht hinein, die, wie schon am Vortag, weit über zwei Stunden andauern sollte. Neuzeitliche Klassiker wie "Zigeunerskat", "Nur Ihr Allein", "Gaukler", "Frei Zu Sein", "Feuertaufe", "Viva La Vida" und "Mein Rasend Herz" dokumentierten dann die zweite Dekade der umtriebigen Vagabunden aus der Hauptstadt.

In enger Zusammenarbeit mit dem WDR und dessen Reihe "Rockpalast" stellte man den Daheimgebliebenen die beiden Rock-Shows an den entsprechenden Tagen via Live-Stream zur Verfügung, damit auch wirklich allen Anhängern die Möglichkeit zum mitfeiern gegeben war - Eine durchweg edle Geste! Zudem portraitierte man die Band anlässlich ihres Jubiläums mit einer eigenen Dokumentation unter dem Titel "Verehrt Und Angespien", die persönliche Einblicke in Privatleben und Studioarbeiten der einzelnen Musiker gewährte. Ein absolutes rundes Komplettpaket also und kein Wunder, dass nur wenig später die ersten Rufe nach einer Live-DVD laut wurden. Nach ihrem letzten Erfolgsalbum "Quid Pro Quo", welches in der Geschichte der Sieben einmal mehr direkt auf die Eins chartete, sowie einigen Club-Konzerten und einer ausgiebigen Tournee durch größtenteils ausverkaufte Hallen, ist es am 15.09. diesen Jahres nun endlich soweit und "In Extremo" erfüllen sich und allen voran ihren treuen Fans mit der Veröffentlichung von "40 Wahre Lieder" diesen sehnlichen Wunsch. Doch damit nicht genug: Neben den weiter oben aufgelisteten Aufzeichnungen aller drei Shows, die in Ton und Schnitt nochmals aufwendig generalüberholt wurden, sowie der umfassenden Reportage, hat man sich gleich noch etwas überlegt und mit genannten vierzig Songs eine Best-Of auf zwei, bis an den Rand gefüllte CDs zusammengestellt. Angefangen bei echten Perlen der Frühwerke, wie dem rein instrumentalen "Neunerle", "Hiemali Tempore" oder "Ai Vis Lo Lop" und "Merseburger Zaubersprüche II", über den "Davert-Tanz", "Albtraum" und "Horizont", bis zu "Liam", "Flaschenpost", "En Esta Noche", "Siehst Du Das Licht", "Himmel Und Hölle" und sogar einigen Hits des letzten Albums, liefert man einen gelungenen Querschnitt aus nunmehr über zwanzig Jahren Bandgeschichte ab, der ob es üppigen Packages fast schon zu einer Nebensächlichkeit wird. Wenn schon Jubiläum feiern, dann doch bitte genau wie "In Extremo" - Auf die nächsten Zwanzig!

Informationen: http://www.inextremo.de/de/ https://www.facebook.com/officialinextremo/

 

Unheilig - Pures Gold (2017)

Genre: Pop / Rock

Release: 06.10.2017

Label: Vertigo Berlin (Universal Music)

Spielzeit: 420 Minuten

Fazit:

"All unsere Jahre, all unsere Tage flogen so schnell vorbei. Doch jedes Gefühl und jedes Lied bleibt für die Ewigkeit. All unsere Jahre, all unsere Tage schenkten mir das Glück. Ich schreib' ein letztes Lied und sehe so gerne zurück...", waren die finalen Zeilen, die der Graf im Refrain seines scheinbar letzten Songs auf dem letztjährig veröffentlichten Abschiedsalbum von "Mensch Zu Mensch" an den Hörer richtete, bevor traditionell das obligatorische Outro zum endgültigen Ende seiner rund siebzehnjährigen Karriere erklang. Für einen Großteil der treuen Fans dürfte es ein hochemotionaler Moment gewesen sein, für den berühmten Musiker aus Aachen hingegen selbst, der Übergang zu einem gänzlich neuen Lebensabschnitt und vielleicht sogar auch die Zuflucht vor der medialen Unruhe, die er nach den letzten Jahren so dringend gebraucht haben könnte. Denn tatsächlich erwies sich die steile Laufbahn des Adligen insbesondere zuletzt als äußerst turbulent: Ende der Neunziger aus der Taufe gehoben, bewegten sich "Unheilig" lange Jahre aktiv in der schwarzen Szene, in welcher allein schon das Debüt "Phosphor" für erhöhtes Aufsehen sorgte. Mit den folgenden Alben wie "Das 2. Gebot", "Zelluloid" oder auch "Puppenspiel" sicherte sich die vierköpfige Band einen der obersten Ränge innerhalb der selbigen und zeichnete dort für zahlreiche Club-Klassiker verantwortlich, die fortan die dunklen Tanzflächen dominieren sollten. Anfang 2010 überschlugen sich dann plötzlich die Ereignisse: Mit der Vorab-Single "Geboren Um Zu Leben" landeten der Graf und seine Mannen einen unvergleichlichen Chart-Hit, der folglich auf Dauerrotation in den nationalen Radiostationen lief. Das zugehörige Album "Große Freiheit" erschien im Februar des gleichen Jahres, setzte sich direkt an die Spitze und verharrte dort hartnäckig für viele Wochen. Mit über 2 Millionen umgesetzten Einheiten zählt das Meisterwerk nicht nur zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen der Band, sondern gilt bis heute als das bestverkaufte Album in der deutschen Musikwelt. Der Startschuss für den Aufstieg in den Pop-Olymp! Doch viele Anhänger aus der schwarzen Szene sahen im unerwarteten Erfolg und der musikalischen Entwicklung des Künstlers einen Verrat an seinen einstigen Wurzeln und wandten sich schließlich zu großen Teilen ab. Ein Umstand, der den weiteren Weg von "Unheilig" allerdings nicht maßgeblich beeinflussen sollte - Die Chartstürmer waren nicht mehr aufzuhalten. Am 16.03.2012 erschien der offizielle Nachfolger "Lichter Der Stadt", der sich zwar ebenfalls auf die Eins setzen konnte und dort ganze siebenundneunzig Wochen verblieb, den überragenden Erfolg seines Vorgängers auf lange Sicht aber nicht erreichen und halten konnte. Ganze zwei Jahre später nahmen "Unheilig" mit den beiden exklusiv komponierten Songs "Als Wär's Das Erste Mal" und "Wir Sind Alle Wie Eins" an der Vorentscheidung zum "Eurovision Song Contest" teil, schieden im Finale aber gegen das Trio "Elaiza" und ihren Titel "Is It Right" aus. Genau einen Tag später veröffentlichte man das erste Best-Of-Album "Alles Hat Seine Zeit" und ging im Sommer auf ausgedehnte Tournee, nur sieben Monate danach dann der große Schock für viele Fans: In einem offenen Brief, den der Graf über die bandeigene Homepage publizierte, begründete er dankbar seinen Abschied aus dem Musikgeschäft und kündigte zeitgleich sein letztes Album "Gipfelstürmer" an, welches noch im Dezember 2014 erschien. Diesem schlossen sich die gleichnamige Tour an, welche nahtlos in den zweiten Part namens "Zeit Zu Gehen" und die endgültige Abschiedskonzertreihe "Ein Letztes Mal" überging, deren Finale im fast ausverkauften Kölner RheinEnergie-Stadion unter dem Motto "Letzter Halt" stattfand. In der Zwischenzeit erschien mit "Schwarzes Gold" die gesamte Discographie auf Vinyl, sowie der Live-Mitschnitt "Unter Dampf - Ohne Strom" der rein akustischen "MTV Unplugged"-Show auf CD, DVD und Blu-ray. Als das offizielle Ende der Band besiegelt war, kündigte man über die Website und Social-Media-Kanäle einen allerletzten Release unter dem Titel "Von Mensch Zu Mensch" an, dessen Songs während der vergangenen Konzerte entstanden seien und welcher am 04.11.2016 seinen Weg in die Ladenregale fand.

Am 06. Oktober erscheint nun die zweite Best-Of-Ausgabe unter den beiden Titeln "Pures Gold", welche der puristischen Standard-Version entspricht, wie auch die erweiterte Fassung "Rares Gold" mit einer weiteren Disc. Die erste CD konzentriert sich dabei ganz und gar lückenlos auf die letzten vier genannten Studioalben. Mit dabei sind neben den jeweiligen Titeltracks natürlich etwa auch die bezeichnenden Single-Veröffentlichungen "Geboren Um Zu Leben", "Für Immer", "Unter Deiner Flagge" oder der schwermetallische Brecher "Eisenmann". Einen weiteren Großteil nehmen dann die Songs der beiden Abschiedswerke "Gipfelstürmer" und "Von Mensch Zu Mensch" ein. Aus dieser Schaffensphase sind unter anderem das emotionale "Zeit Zu Gehen", der elektronische Up-Tempo "Wie In Guten Alten Zeiten", "Glück Auf Das Leben" und "Mein Berg", als auch "Mein Leben Ist Die Freiheit" und "Einer Von Millionen" vertreten. Einen kleinen Auszug aus der "MTV Unplugged"-Session bieten hingegen "Mein Stern" und "Für Mich Soll's Rote Rosen Regnen", ein Cover von Hildegard Knef. Doch dazwischen findet sich auch Unbekanntes: So wurde etwa das Duett "Zeitreise" überarbeitet, das in seiner Original-Version noch mit Xavier Naidoo besetzt war. Diesen Part nimmt nun "The Dark Tenor" ein, der die Zeilen in seiner Muttersprache Englisch vorträgt und gleich auch noch bei "Sterne Hoch" mit von der Partie ist, einem der insgesamt drei frischen Lieder, zu denen sich unter anderem auch das rhythmische "Lass Uns Tanzen" einreiht. "Der Himmel Über Mir (2017)" ist dann die Neuaufnahme des gleichnamigen Bonus-Songs von der 2006er "Astronaut"-EP. Deutlich gitarrenlastiger als zuvor und ein echtes Glanzstück der aktuellen Zusammenstellung. Auf der zweiten CD, die das pure erst in rares Gold verwandelt, befindet sich dann eine flächendeckende Sammlung ausgewählter und zum Teil lange vergriffener Raritäten. Mit "Sonnentag (2017)", einem Re-Recording des gleichnamigen Titels vom Album "Moderne Zeiten", tritt man die spannende Reise in die Vergangenheit an. Unter anderem finden sich hier einige B-Seiten der letzten Singles, darunter "Ein Letztes Mal" von der "Geboren Um Zu Leben"-Maxi von 2010, "Nachtschicht" und "Die Lebenden Und Die Toten" als Beigaben der Auskopplungen zum 2012er-Werk "Lichter Der Stadt", sowie "Das Leben Ist Meine Religion" von der "Zeit Zu Gehen" aus 2014. Wirklich spannend wird es dann aber erst mit dem sozialkritischen und leider immer noch aktuellen "Hexenjagd", "Zinnsoldat", "Schlaflos", "Brief An Dich", "Schneller, Höher, Weiter", "Kalt" oder auch "Leblos", die allesamt qualitativ hochwertige Bonus-Songs älterer Sondereditionen oder EPs sind. Die Cover-Version des melancholischen "Saltatio Mortis"-Hits "Lebensweg", die bisher exklusiv auf der Doppel-CD ihres letzten Albums "Zirkus Zeitgeist" zu finden war, hat zudem ebenfalls ihren Platz gefunden. Zuletzt werden mit dem neuen "Der Erste Schnee" wieder anrührende Kindheitserinnerungen wach und die Instrumental-Version von "Lass Uns Tanzen" verleitet wie schon das Original zur selbigen Tätigkeit. Unterm Strich muss aber trotz alledem die Sinnhaftigkeit einer weiteren Compilation in Frage gestellt werden: Hatte man mit dem Release von "Alles Hat Seine Zeit" zum logischen Zeitpunkt des "Euro Vision Song Contest" noch einen relativ weitreichenden Querschnitt für die Gewinnung eventueller Neuhörer zusammengefasst, so dürften doch zumindest alle Fans der Ära ab 2010 bereits alle vier Studioalben, aus denen sich "Pures Gold" bis auf die neuen Songs ausnahmslos zusammensetzt, ihr Eigen nennen können. Auch die raren Tracks und B-Seiten waren in ähnlicher Zusammenstellung schon auf den beiden Samplern "Lichtblicke" und "Gipfelkreuz" erhältlich, die es auf den Konzerten der "Lichter Der Stadt"- und "Gipfelstürmer"-Tournee am Merchandising-Stand und auch danach noch im Online-Shop zu beziehen gab. Wirklich lohnend ist diese Best-Of also lediglich für Personen, die sich mit der letzten Schaffensphase von "Unheilig" vertraut machen wollen oder ihre Sammlung ob der bisher unveröffentlichten Tracks vervollständigen wollen. Ob der Kauf wirklich lohnt, muss daher individuell entschieden werden. Das echte Glanzlicht der gesamten Veröffentlichung und sicher auch für viele Interessenten der Kaufgrund schlechthin, ist dann aber unumstritten das große Abschiedskonzert vom 10.09.2016 im RheinEnergiestadion zu Köln, welches ursprünglich auch der ausschlaggebende Anlass für die Konzipierung dieser neuen Veröffentlichung war. Separat erhältlich ist das zwanzig Song starke Set vor rund fünfzigtausend begeisterten Fans allerdings nicht. Wer die auf DVD und Blu-ray verewigte, letzte Show des Grafen in Händen halten will, muss mit etwa vierzig Euro etwas tiefer in die Tasche greifen und sich für die limitierte Fan-Box entscheiden. In dieser befinden sich neben dem kompletten Konzert und der Doppel-CD zusätzliche Beigaben, wie etwa eine Flagge mit dem Logo der Band, ein Schlüsselanhänger und sechs Postkarten.

Informationen:

http://www.unheilig.com/home

https://de-de.facebook.com/Unheilig

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