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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Rammstein - "Europe Stadium"-Tour - Veltins Arena, Gelsenkirchen - 27.05. + 28.05.2019


Veranstaltungsort:

Stadt: Gelsenkirchen, Deutschland

Location: Veltins Arena

Kapazität: ca. 60.000

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Ja

Homepage: http://www.veltins-arena.de

Einleitung:

„Wer wartet mit Besonnenheit, der wird belohnt zur rechten Zeit. Nun, das Warten hat ein Ende. Leiht euer Ohr einer Legende!“. Die ersten Zeilen des eröffnenden „Rammlied“ aus dem in 2009 erschienenen Release „Liebe Ist Für Alle Da“ habe ich zwar schon just als kleine Einleitung für meine kürzlich publizierte Rezension zum unbetitelten, siebten Studioalbum gewählt, aber es könnte wohl auch wirklich keine passenderen Worte geben, lässt sich entsprechender Text-Auszug doch universell auf die vergangene Zeitspanne im Hause „Rammstein“ anwenden und ist somit zu einem wahren Running Gag unter den Fans avancierte... Und lange Warten auf Neues von den sechs Berlinern mussten die weltweit treuen Anhänger in jedem Fall, wenn man von den zwei Single-Auskopplungen und Live-Dokumentationen einmal absieht. Ganze zehn Jahre, um genau zu sein. Umso größer war die Freude natürlich, als für Mitte Mai 2019 die musikalische Rückkehr der Hauptstädter endlich offiziell angekündigt wurde. Nur zwei Wochen später ist der große Startschuss für die dazugehörige Tournee quer durch ganz Europa angesetzt, deren Vorverkauf im vergangenen Herbst bereits innerhalb einer Stunden wieder von „Eventim“ eingestellt wurde. Der Grund: Alle Konzerte waren restlos ausverkauft! Selbstverständlich wurden auch die heimischen Gefilde mit neun Terminen in ganz Deutschland bedacht. Die Wahl für den spektakulären Doppel-Auftakt der insgesamt siebenundzwanzig Shows umfassenden Konzertreise fiel dabei allerdings nicht auf das benachbarte Ausland, sondern tatsächlich auf Nordrhein-Westfalen und somit auf exakt jene beiden Shows in meiner Nähe - Ein unglaubliches Ereignis für das ganze Ruhrgebiet! Doch damit noch nicht genug: Wie auch schon kurz vor den vergangenen Tourneen, verloste man unter allen Mitgliedern des kostenpflichtigen LIFAD-Fanclubs, die Teilnahme an exklusiven Probekonzerten, den sogenannten Rehearsals, welche dieses Mal ob der schieren Größe der Produktion jedoch nicht in den Black-Box-Studios zu Berlin abgehalten werden sollten, sondern direkt vor Ort: Gelsenkirchen. Obwohl wir aus der baldigen Ziehung leider nicht als die wenigen, (über-)glücklichen Gewinner hervorgehen durften, lassen wir es uns direkt am Freitag Abend, dem 24.05.2019, trotzdem nicht nehmen, mit einem Feierabendbier der ersten Probe von außerhalb beizuwohnen. Mit der Idee sind wir auch nicht allein, denn rund um die Veltins Arena sind ebenfalls einige Schaulustige mit den passenden T-Shirts anzutreffen. Kein Wunder, immerhin wurden bei der Auslosung nur wenige hundert Personen zugelassen und zumindest zu hören gibt es wahrscheinlich auch so genug, wenn man den zahlreichen Vorab-Artikeln in Zeitung und Radio glaubt, die fast schon panisch von den Soundchecks mit reichlich „Lärm und Rauchwolken weit über dem Stadion“ berichteten. Bereits auf dem Weg zum Ort des Geschehens fällt uns die riesige Zeltstadt auf, in welcher wohl die Crew residiert. Ein beeindruckendes Bild. Zugegeben, wie auch ein paar weitere Außenstehende, versuchen auch wir unser Glück am Info-Point und fragen nach, ob bei eventuellen Rückläufern die Möglichkeit bestünde, nachzurücken, was sich aber laut Aussage der freundlichen Kassendame verständlicherweise als nicht machbar herausstellt. Naja, fragen kostet ja nichts und ein spannender Abend ist es für alle in und vor der Arena sowieso. Schon am 26.05., also nur einen Tag vor dem ersten Konzert, entscheiden wir uns spontan dazu, gleich nochmal vorbeizuschauen. Eine Idee, die sich in nur wenigen Stunden als der beste Einfall überhaupt herausstellen wird. Da es noch etwa zweieinhalb Stunden bis zum Beginn sind, umrunden wir die Veltins Arena und können uns sogar auf dem großen Parkplatz dahinter umsehen, der nicht abgesperrt worden ist und auf dem die zahllosen LKWs parken. Ganz in der Nähe befindet sich auch der Tunnel, der direkt hinter die Bühne führt. Wir gesellen uns zu den etwa zehn Personen, die sich genau davor positioniert haben und nun auf Verdacht auf die Band warten. Die Chance, dass die sechs Musiker auch wirklich hier vorbeikommen und sich nicht schon längst in den Backstage-Räumlichkeiten auf die finale Generalprobe vorbereiten, ist verschwindend gering. Umso mehr steigt die Spannung an, als plötzlich ein Security-Mitarbeiter einen Funkspruch absetzt und die euphorisch Wartenden darum bittet, sich zivilisiert in einer Reihe aufzustellen und die Künstler nicht zu bedrängen. Nur wenige Minuten später ist es dann auch soweit... In der Ferne ist Till Lindemann zu erkennen, der sich mit seinem Bodyguard auf einem Fahrrad nähert. Obwohl gemeinhin bekannt ist, dass die öffentlich gebündelte Aufmerksamkeit der Fans nicht gerade zu den beliebtesten Situationen des Sängers zählt, schwingt er sich tatsächlich von seinem Rad und kommt auf die kleine Menschentraube zu, um geduldig Selfies ezu machen und Autogramme zu geben. „Wir müssen aber auch gleich wieder rein... Ist hier jetzt jeder versorgt?“, erkundigt er sich umsichtig, bevor er sich dann unter höflichem Applaus und zahlreichen Dankesbekundungen der Anwesenden wieder auf den Drahtesel schwingt. Auch ich habe eine Unterschrift auf die limitierte Edition des neuen Albums und ein gemeinsames Foto bekommen... Und fast einen halben Herzinfarkt dazu. Ein kleines bisschen Fanboy darf man nach der allerersten Begegnung mit seiner absoluten Lieblingsband in sechzehn Jahren dann wohl ausnahmsweise mal sein. Auch Gitarrist Richard Z. Kruspe schüttelt danach noch alle Hände und gibt Autogramme, die anderen Mitglieder kommen mit etwas zeitlichem Abstand nach. Alle lächeln, alle sind überglücklich und fachsimpeln jetzt über vergangene Konzerte und die neuen Songs vom siebten Release. Als wäre das alles noch nicht genug, soll das ohnehin schon riesige Glücksgefühl in weniger als einer Stunde abermals erheblich gesteigert werden... Wie auch ein paar Andere, möchten wir uns vor der Show noch mit ein paar Snacks eindecken und entscheiden uns daher für einen kleinen Besuch beim nahegelegenen, „goldenen M“, wo ich in der Warteschlange auch mit einem super sympathischen Fan ins Gespräch komme, der seine Bestellung allerdings ein paar Minuten eher erhält, als wir. Wir verabschieden uns mit einem vorfreudigen „Bis gleich!“ und dann sind auch wir an der Reihe. Gerade, als wir mit Burgern, Pommes und einem halb geschmolzenen Eis wieder an der Arena ankommen, herrscht Ausnahmezustand. Der nette Fan, mit dem wir gerade eben noch zusammen angestanden haben, eilt uns jetzt mit seiner Partnerin hektisch entgegen und ruft uns ungläubig zu, dass der Tourmanager während unserer kurzen Abwesenheit wohl bei den Wartenden gewesen wäre und alle zum Rehearsal eingeladen hätte. „Wer will, könne sich ein Bändchen abholen.“, hätte es geheißen. Wir trauen unseren Ohren nicht, lassen wie vom Blitz getroffen alles stehen und liegen und sprinten mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit ums halbe Stadion zum Info-Point, an dem wir schon mit einem Grinsen seitens der Mitarbeiter erwartet werden... Der Rest ist Geschichte, denn „der Gentleman schweigt und genießt“, wie es so schön heißt. In jedem Fall ein riesiges Dankeschön von Herzen an die Band, das Management, die Crew und alle Beteiligten! Ich denke, ich spreche bestimmt für alle Involvierten, wenn ich hier schreibe, dass dieser Abend für uns alle ein unfassbar besonderes und für immer unvergessliches Erlebnis war - DANKE, DANKE, DANKE! Zeitsprung: Wir schreiben den 27.05.2019, der so lang ersehnte Tag des ersten Konzerts, Tour-Auftakt. Zwar noch etwas matt vom heutigen Arbeitstag, dafür aber auch gleichzeitig glücklich-benommen vom Vortag, kommen wir schließlich auf dem großen Vorplatz der Veltins Arena an. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen ist es hier nun selbstverständlich ungleich voll und wimmelt nur so vor lauter Fans, die beim schönen Wetter überall auf den grünen Rasenflächen sitzen, das brandneue Merchandising an den beiden Trucks begutachten oder am Ausschank auf ihre Getränke warten. Exakt jene Punkte stehen jetzt auch auf unserer Agenda und so ordern wir an einem der kleinen Zelte außerhalb des Stadions erstmal kühle Softdrinks und Bier in den Bechern mit vier verschiedenen Motiven. Hier gibt es sogar eine wirklich charmante Besonderheit, denn das Bier ist hier nicht irgendein Bier, sondern das sogenannte „Rammsteiner Pilsner“. Leicht herb, schmeckt klasse! Als wir uns danach zu den heiß begehrten Fan-Artikeln aufmachen und neben dem Tour-, auch ein individuelles Städte-Shirt ergattern, gibt es auch schon die nächste Überraschung, denn der Verkäufer legt unserer Bestellung sogar noch drei Feuerzeuge mit dem schlicht aufgedruckten Schriftzug „Ohne Dich“ bei. Wir freuen uns und ahnen noch nicht, dass das nicht nur eine überaus nette Geste ist, denn die kleinen Feuerspender sollen im späteren Verlauf des Abends noch von hoher Bedeutung sein. Nachdem am Einlass des jeweiligen Blocks unsere Tickets, Personalausweise und Taschen ordnungsgemäß kontrolliert worden sind, begeben wir uns zu einer Ausgabestelle der „Knappenkarte“, dem einzig zulässigen Zahlungsmittel hier in der Veltins Arena. Dabei wird ein Betrag in Fünf-Euro-Schritten auf das gechipte Plastik geladen, mit dem man fortan seine Speisen und Getränke an den Theken bezieht. Ein etwas ungewöhnliches System, wie ich auch nach all meinen Besuchen noch immer befinde, aber dafür ist die kleine Karte im wirklich schön gestalteten „Rammstein“-Design ein tolles Andenken für zuhause. Als wir die Treppen zu unseren Plätzen im Unterrang hinuntergehen, fällt uns sofort der große Video-Würfel über den Köpfen auf, der neben dem Band-Schriftzug auch ein „Willkommen!“ in leuchtenden Lettern anzeigt. Am morgigen Abend soll auf diesem zudem noch die Video-Premiere zur neuen Single „Ausländer“ gezeigt werden - Eine klasse Idee, diese Art des Public Viewing! Doch jetzt heißt es für die nächsten sechzig Minuten erst einmal noch Warten...

Duo Jatekok:

Pünktlich gegen 19.30 Uhr ist es erstmal an der Zeit für den Support-Act des noch jungen Abends. Lange war unklar, wer die entsprechende Aufgabe übernehmen würde oder ob es dieses Mal überhaupt eine Vorband gibt, denn der berühmte Gastgeber hielt sich mit einer Ankündigung wie üblich sehr zurück. Erst vier Tage vor Tournee-Start gab man in einem Facebook-Post dann mehr bekannt und natürlich wurde jene Meldung äußerst geteilt aufgenommen. Die unterschiedlichen Wünsche der Fans gingen von artverwandten Acts, wie „Heldmaschine“ und „Oomph!“, über international angesagte Bands der Marke „Ghost“, bis hin zu den rammstein‘schen Solo-Projekten à la „Emigrate“. Dass die Berliner allerdings auch in dieser Hinsicht nur allzu gerne mit den Erwartungen brechen, zeigten sie zuletzt bei ihren beiden Heimspielen in Berlin: So spalteten etwa 2013 die Indie-Rocker „Kraftklub“ das Publikum un