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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

ASP - Kosmonautilus (2019)


Genre: Rock / Alternative Release: 29.11.2019

Format: Doppel-CD

Anzahl Ton- / Bildträger: 2

Label: Trisol Music Group

Spielzeit: 79 Minuten Pressetext:

2019 kehren "ASP" zurück zum Erzählzyklus „Fremder“ und bringen die im Top-Ten-Album „fremd“ begonnene und mit dem Platz-2-Album „MaskenHaft“ weitergeführte Reise zu einem neuen Höhepunkt. Die direkte Fortsetzung des gefeierten dritten Teils „zutiefst“ zeigt sich hochemotional, detailverliebt und vor allem extrem catchy. Jeder Song weiß mit seiner eigenen fantastischen Handlung zu fesseln, und dabei geht Mastermind Alexander "Asp" Spreng geradezu lustvoll ans Werk. Auch wenn das Album viele Anspielungen und Rückbezüge bietet, spürt man bei „Kosmonautilus“ eine Energie, die geradezu im Widerspruch zu der Komplexität und Tiefgründigkeit der Texte zu stehen scheint. Die Hitdichte konnte noch einmal gesteigert werden. Ein Gothic-Novel-Rock Hammer nach dem anderen, ein zukünftiger Live-Evergreen jagt den nächsten. Der "Fremder"-Zyklus erzählt die Geschichte des Reisenden, der viele verschiedene Realitäten und Welten besucht, auf dem mittlerweile vierten Album - und es wird noch nicht das Ende der Odyssee sein. Während sich der erste Teil, „fremd“, genau um dieses Gefühl in diversen Facetten dreht - um dieses Gefühl des Fremd-Seins, des Außen-Stehens, des Sich-allein-Fühlens -, verschärft sich die emotionale Kraft gerade zu Beginn von „MaskenHaft“ enorm. Nun erlebt der Hörer den Verlust der Freiheit, die ultimative Isolation und die Vernichtung alles Individuellen - bevor der Protagonist aufbrechen kann, auf Wanderschaft geht und raue Pfade betritt. Bis er sich am Rande einer Klippe hängend wiederfindet und - hier beginnt „zutiefst“ - ins Meer fällt. (Und immer ist sie dabei, immer wieder blitzt sie hervor und gibt Kraft - die Liebe, die Asp in seinem Schaffen niemals vergisst.) Nun werden die Abenteuer zwischen U-Booten, Tiefseeungeheuern und falschen Leuchtfeuern weitererzählt. Dabei geht die Band dieses Mal besonders geschickt vor: Auf den ersten Blick scheint alles beim Alten. Und doch: Der Mut und die Experimentierfreudigkeit zeigen sich im musikalischen wie im textlichen Detail. Wieder werden unbekannte Genregrenzen klammheimlich überschritten, schleichend, behutsam und ohne plakativ zu Werke zu gehen. Gut erzählte musikalische Geschichten stehen nach wie vor im Vordergrund, und es kristallisiert sich deutlich heraus: Obwohl sämtliche Songs gut für sich allein funktionieren, hängt alles im "ASP"-Kosmos irgendwie zusammen. Wie Schmetterlings-Zyklus und "Fremder" verwoben sind, entfaltet sich für alle, die sich darauf einlassen. Für die anderen bleibt es das wohl Gewiefteste und Unterhaltsamste, was der düstere Musikbereich zu bieten hat. Da tummeln sich lebendig gewordene Tattoos und untote Meeresgötter genauso wie ruhelose Geister von in die Irre geführten Seeleuten. Und das soll Spaß machen? Das tut es. Sogar sehr. Aufgenommen im Twilight Sound Studio von Lutz Demmler wurde das Album wieder gemischt und gemastert von Produzentenlegende Vincent Sorg ("Die Toten Hosen" und "In Extremo"). Der Wahnsinn in den Werken spiegelt sich auch im unglaublichen Arbeitspensum und Output der Künstler wider: Zwischen dem letzten Kapitel der Geschichte und „Kosmonautilus“ liegen gerade einmal 25 Monate. Außerdem sind ein Konzertfilm inklusive neuer Songs sowie zwei Bilderbücher aus der Feder von Asp Spreng erschienen, und es wurde eine ausverkaufte Tour zum zwanzigjährigen Bestehen der Band gespielt. "ASP" bleiben ein unergründliches Phänomen in der deutschen Musiklandschaft. Seit Jahren erkämpfen sie sich unermüdlich und mit lodernder Leidenschaft ein stetig wachsendes Publikum - und das über alle Szenegrenzen hinaus. "ASP" schaffen es ohne die geringste Anbiederung an den Mainstream, sich regelmäßig hohe Ränge in den Media Control Charts zu sichern. Längst haben Freunde anspruchsvoller Texte und tiefgründiger Rockmusik gemerkt, dass man an "ASP" nicht vorbeikommt und sich vor dem „Schwarzen Mann“ nicht fürchten muss. Zumindest nicht sehr. Mit ihrem neuen Album „Kosmonautilus“ im Gepäck gehen "ASP" gleich im neuen Jahr auf eine ausgedehnte Rocktour. Diese Konzertreise wird sie in 15 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen. Die brandneuen Stücke bringt die Band im Januar und Februar 2020 auf die Bühnen - genauso wie häufig gewünschte Hits. Nach der Spezialtour „Zaubererbruder live und extended“ im Jahr 2018, den fabelhaften Jubiläums-Shows 2019 gibt es nun endlich eine ausgedehnte Tour, bei der keine Mühen gescheut werden, um möglichst in eure Nähe zu kommen. 15 (!) Konzerte. Das ist eine Ansage! Auch für "ASP".

Kritik:

"Ein Schwarm von ihnen zieht vorbei, du greifst nach ihren Schweifen

Genügt schon einer, du wärst frei, doch du kannst keinen greifen

Rundherum, rundherum, rundherum!

Der Zeit entglitten

Rundherum, rundherum, rundherum!

Zu deiner Mitte

Rundherum, rundherum. Warum?

Es bleibt verschwommen

Rundherum, rundherum, rundherum!

Nie angekommen"

Hörst du das? Ruhe. Stille. Einfach nichts. Irgendwie friedlich und zugleich doch auch sonderbar isoliert. Irgendwie einsam. Beunruhigend. Unheimlich... Plötzlich scheint sich etwas in der endlosen Leere zu regen. Erst nur ganz langsam, unscheinbar und dadurch fast kaum wahrzunehmen. Sind das etwas Klänge? Merkwürdig vertraut und trotzdem noch so unendlich weit weg. Tatsächlich: Die behutsam angeschlagenen Salven eines nebulösen Klaviers perlen verspielt, hauchdünn und fein, ja, wie an einer meterlangen, geisterhaften Kette herab in den gefühlten Abgrund. Wie tief jener ist, vermag niemand so recht zu sagen, doch noch bevor man sich eingehender mit dieser Frage beschäftigen kann, dringt eine vertraute Stimme zu Gehör, die sich nun zielstrebig zur parallel immer eindringlicher bohrenden, verspielten Melodie aus dem anfänglich dichten Schwarz herausschält. Endlich greifbar, endlich angekommen? „Zurück zum Start, zurück zum Start, zurück zum Start!“, flüstert es jetzt zart und dabei dennoch nicht weniger fordernd, fast schon mahnend, aus allen Richtungen. So, wie ein sich endlos wiederholendes Mantra eines Unbekannten, eines Fremden, eines Anderen: „Irgendwo dort draußen mag es tagen. Irgendwo dort draußen, ist es wahr?“. Aber... Wo genau ist dieses „dort draußen“ eigentlich? Oder viel mehr: Wo sind wir? Noch wie benommen, blicken wir uns nun vorsichtig um. Meterhoch vor uns aufgetürmt, erstrecken sich vermutlich gar mehrere Tonnen von Geröll und Gestein, so weit das Auge schauen kann. Waren wir nicht schon fast am Gipfel angelangt oder zog uns vielleicht etwas, wie einst Sisyphos, wieder in die Untiefen hinab? Ein Neuanfang. Schon wieder? Fortsetzung folgt... Wider Willen. Neben unseren Sinnen kommt auch allmählich die lückenhafte Erinnerung zurück: Ein übermächtiger, brutal reißender Sog und das bei vollem Bewusstsein! Ein zehrender, gnadenloser Wettstreit ums nackte Überleben inmitten der Naturgewalten. Doch... Wofür? Der Strudel hat offenkundig gesiegt und den langen Kampf am Ende für sich entschieden. Über das Bewusstsein. Über uns. Und vielleicht noch viel mehr? Nach all den Strapazen und Querelen, dabei schien das Ziel doch schon zum Greifen nahe. Wir haben so viel gelitten, so viel erlebt, uns so viel gemüht. Am Ende unserer Kräfte angelangt, müssen wir uns eingestehen, dass alles vergebens war. Wir erleiden einen folgenschweren „Rückfall“... Zurück zum Anfang, aber reicht der bloße Wille aus, um ein weiteres Mal aufzustehen? „Die alten Muster dort im Sand, haben dich fest in der Hand. Von Stürmen oder Drängen unberührt, die Tintennetzhaut schneidend eng geschnürt.“, heißt es. Ersticktes Aufbegehren, unterdrückt von so viel bleierner Last. Wie ein SOS-Ruf, der ins Leere funkt. Es hilft nichts, wir stürzen zurück in die ungewissen Abgründe, immerzu verfolgt und verführt vom eigenen Unterbewusstsein. In emotional behafteter Gefangenschaft zu verbissen am letzten Felsen festgekrallt, wäre es fast gelungen. Letzte Worte, vor lauter Erschöpfung nunmehr gehaucht: „Nimm Abschied von allem, Willkommen im Nichts!“. Eine filigran arrangierte Orchestrierung aus sanft zurückhaltenden Streichern und einer vorsichtig säuselnden Oboe wird schließlich von epochal niederdonnernder Percussion und rauen Gitarrensaiten abgelöst, die sich stetig anschwellend und bestimmt ihren Weg durch die Finsternis suchen, die letzten Erinnerungslücken zu befüllen und zielstrebig an ihren Platz zurückzuführen. Alles beginnt, sich langsam zusammenzufügen und es bleibt als letzte Bastion zumindest die vage Gewissheit, in allem Dunkel vielleicht auch einen, wenn nicht gar den entscheidenden Funken Licht, entdecken können. Aus den Fehlschlägen zu lernen, daran zu wachsen und Energie für einen neuen Versuch zu bündeln. Noch ist es nicht vorbei: „Willkommen zu allem, nimm Abschied vom Nichts!“... Zu zarten Piano-Klängen und einem hellen Riff werden wir wieder wach. Endlich wieder atmen und bewusst fühlen. Endlich wieder ganz bei Sinnen, endlich ein „Morgengrauen Irgendwo“. Nur wo genau? Wer es bisher noch nicht wusste oder nur vage vermutet hat: Der aktuelle „Fremder“-Zyklus ist nicht immer durchgehend chronologisch angeordnet und erlaubt sich stattdessen, einem perspektivischen Kaleidoskop gleich, in mehrfach ineinander verschlungenen und über mehrere Zeitebenen miteinander verwobenen Strukturen, zahlreiche Rückblicke und Nebenerzählungen aus dem gleichen Universum aufzugreifen und deren Ereignisse fortzusetzen, aufzulösen oder gleich noch mehr Fragen aufzuwerfen. So gibt es hier die Vorgeschichte zur dramatischen Unterwasser-Liebesmär „Torpedos“ zu hören, die musikalisch unverzüglich an die vorausgegangene Eröffnung anknüpft, nicht aber direkt thematisch. „Wir haben außer um uns selbst um nichts gebeten. Quecksilber-Schatten auf dem Weg zum Rand der Welt.“. Ein auf ewig unzertrennliches Paar aus ein und demselben Lauf in die Welt hineinkatapultiert. Fest verschmolzen zu einer rastlosen, unbesiegbaren Ei