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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

ASP - zutiefst (2017)


Genre: Rock / Alternative Release: 27.10.2017

Format: Doppel-CD

Anzahl Ton- / Bildträger: 2

Label: Trisol Music Group

Spielzeit: 76 Minuten Pressetext:

Die Essenz des Gothic Novel Rock, ein Destillat des ASPschen Schaffens. Die Fans haben diesen Moment herbeigesehnt: Endlich kehren ASP zurück zum Erzählzyklus 'Fremder' und bringen die im Top-Ten-Album 'fremd' begonnene Reise und mit dem Nummer-2-Album 'MaskenHaft' vertiefte Story zu einem neuen Höhepunkt. Beziehungsweise geht es hinab in die unergründlichsten Tiefen der menschlichen Seele. Im Gegensatz zum von Kritikern hochgelobten Erzählkonzept 'Verfallen' konzentriert sich Mastermind Alexander 'Asp' Spreng mit 'zutiefst' ganz klar auf das, was die Fans lieben und die Band so besonders macht: Zehn schaurige, musikalische Kurzgeschichten enthalten das fein destillierte Können, bilden die wohl kleinste literarische Einheit. Jeder Song weiß mit seiner eigenen fantastischen Handlung zu fesseln, und dabei geht Asp geradezu lustvoll ans Werk. Auch wenn das Album wie immer lyrisch anspruchsvoll ausfällt und dem ASP-Fan viele Anspielungen und Rückbezüge bietet, spürt man bei 'zutiefst' eine Leichtigkeit, die geradezu im Widerspruch mit der Komplexität und der Tiefgründigkeit der Texte zu stehen scheint. Eine solche Hitdichte gab es selbst bei den melodie-treffsicheren ASP seit Jahren nicht. Hier reiht sich ein Gothic-Novel-Hit an den anderen, und ein zukünftiger Live-Evergreen jagt den nächsten. ASP sind ein unergründliches Phänomen in der deutschen Musiklandschaft. Seit Jahren erkämpfen sie sich unermüdlich und mit lodernder Leidenschaft ein stetig wachsendes Publikum - und das über alle Szenegrenzen hinaus. Dabei bleiben sowohl die Musiker als auch ihre Kunst stets authentisch und schaffen es ohne die geringste Anbiederung an den Mainstream, sich regelmäßig hohe Ränge in den Media Control Charts zu sichern. Längst haben Freunde anspruchsvoller Texte und tiefgründiger Rockmusik gemerkt, dass sich hinter der gruseligen Maske und den oft alarmierenden Inhalten Kompositionen von großer Kraft und tröstender Melancholie verbergen. Fast hat man bei 'zutiefst' das Gefühl, eine Art Best Of vor sich zu haben. Das neue ASP-Album verbindet die verspielte Anmut von ASP-Klassikern wie 'Weltunter' mit der erdigen Wuchtigkeit von 'fremd'. Man findet hymnische Heavy-Rocker ebenso wie beinahe Soundtrack-artige, wavige Momente und Anklänge epischer Darkrock-Opern. Im Gegensatz zu manch anderen Vertretern des eher düsteren Bereiches spürt man stets deutlich das lyrisch-selbstironische Augenzwinkern in den Kompositionen, was der Sache absolut guttut. Selbstverständlich sind ASP ihren Wurzeln treu geblieben, und es gibt so manch schaurige Erzählung auf der neuen Scheibe, aber ganz klar ist: Dieses Album macht unbändigen Spaß. Es ist schlicht wieder: zutiefst ASP!

Kritik:

„Trotz aller Gefahren, lass alle Vernunft

Alte Hoffnungen fahren, die Übereinkunft

Vieler Stimmen aus Mündern mit Zähnen bewährt, wenn den lauschenden Kindern ein Seufzen entfährt

Wirf den Traum in die Fluten, den Mäulern zum Fraß

Lass dein Herz nicht mehr bluten, den Stein wo's einst saß

Folg uns ins Ungewisse, wir fliehen über Bord

Du wirst ihn kaum vermissen, komm zieh' mit uns fort!"

"Wir standen gemeinsam am Abgrund und wir lauschten... Fortsetzung folgt! Dann kam die Verbeugung, wir sind noch ganz berauscht, denn: Fortsetzung folgt! Wir wissen heute schon, es gibt bald ein Wiederhören, diese magische Verbindung lässt sich nicht so leicht zerstören - Fortsetzung folgt!". Exakt so lauteten die bedeutungsschweren Zeilen des Refrains von "Fortsetzung Folgt (1)", dem finalen Song des vorletzten Studioalbums mit augenzwinkerndem Cliffhanger-Charme. Doch werfen wir dahingehend zunächst nochmals einen nicht allzu geringfügigen Blick zurück, besinnen und erinnern uns ganz langsam wieder: Im Herbst des Jahres 2015 unterbrachen "ASP" ihren aktuell laufenden "Fremder"-Zyklus überraschend für einen ganz besonderen Ausflug in gänzlich andere Gefilde. In enger Zusammenarbeit mit Erfolgsautor Kai Meyer erschuf man einen fesselnden Zweiteiler um den fiktiven Hauptprotagonisten Paul, welcher aus seiner Heimatstadt Berlin auszog, um in der Ferne das große Glück zu suchen. Seine Reise sollte jäh am Hauptbahnhof zu Leipzig enden, in dessen unmittelbarer Nähe er auf das prunkvolle Hotel "Astoria" stieß, in welchem er fortan als Hausmeister zu arbeiten begann. Doch in den verwinkelten Gängen, Zimmern und Räumlichkeiten der luxuriösen Herberge schien es schon nach kurzer Zeit nicht mehr mit rechten Dingen zuzugehen... Mit "Verfallen - Folge 1: Astoria" und "Verfallen - Folge 2: Fassaden" kreierte die nimmermüde Szene-Koryphäe eine wahrhaft packende Gruselgeschichte par excellence und blieb ihrem hohen Anspruch an das eigens begründete Genre "Gothic-Novel" mehr als nur treu. Nachdem im vergangenen Frühjahr zuerst das spektakuläre Finale der komplexen, Musik gewordenen Horror-Mär fernab des großen Plans seinen verdienten Weg in die Öffentlichkeit fand, mit der 4-CD-Box "Live Auf Rauen Pfaden" dem fünfzehnjährigen Bandjubiläum gedacht und die einstige "GeistErfahrer"-EP aus aktuellem Anlass zum vollwertigen Langspieler aufgewertet wurde, nimmt sich die umtriebige Frankfurter Institution nun trotz angesetzter Schaffenspause ihrem gegebenen Versprechen von einst an und somit ist es dieser Tage endlich wieder an der Zeit für das zitierte Wiederhören. Ebenjenes erfolgt nun wieder gänzlich im Rahmen des in sich geschlossenen zweiten Zyklus, an welchen man nach dem Auftakt durch "fremd" und dessen direkten Nachfolger "Maskenhaft" zur großen Freude der Anhängerschaft inhaltlich weiterhin anknüpft. In diesem Zuge veröffentlichen "ASP" mit "zutiefst" am 27.10.2017 ihr mittlerweile zwölftes Album und laden die geneigten Hörer mit elf komplett neuen Songs zu einer aufregenden Tauchfahrt in noch unerforschte Unter(wasser)welten ein. Welch anmutige Schönheiten und furchteinflößende Schrecken dort unten in der Tiefe lauern und wie die Geschichte weitergeht, erfahrt ihr in der folgenden Rezension. Zunächst gehen wir in unseren Erinnerungen nun noch einmal einige Schritte weiter zurück und setzen schlussendlich genau an dem Punkt an, an welchem die lange Reise vor rund vier Jahren auf "Maskenhaft" ihr abruptes Ende fand. Um uns herum eine einsame Landschaft aus tonnenschweren Felsen, Geröll und Gestein, über uns nur der graue Himmel. Alles liegt brach, es ist still und wir sind nach all den Ereignissen einmal mehr isoliert und ganz auf uns allein gestellt. Wir stehen gefährlich nahe am äußersten Rand einer einsamen Klippe, blicken nach weit unten und schauen in den scheinbar endlosen Abgrund hinab. Was wird wohl unter der steinigen Schlucht liegen? Was wird uns dort in der Ungewissheit erwarten? Sollten wir nicht lieber umkehren oder ist es dafür schon längst zu spät? So viele Fragen... Und doch können wir die passenden Antworten darauf vielleicht nur erfahren, wenn wir jetzt all unseren Mut zusammennehmen und uns im freien "Sturz (Intro)" beherzt in die Tiefen gleiten zu lassen. Wir halten den Atem an... Wir fallen. Und doch schlagen wir nicht unversehens auf hartem Grund auf, sondern brechen stattdessen wie ein behäbig eindringender Fremdkörper langsam durch die wild schäumenden Wellenkämme unter uns hindurch und tauchen in die kühle Gischt ein. Schlagartig verändert sich das Geschehen um uns herum. Die Welt wird plötzlich mit einem Mal ganz leise, ist nun kaum noch wahrnehmbar. Alle Laute verstummen, scheinen jetzt sonderbar hohl und dumpf, wirken hier unten unbedeutend klein und wie endlos weit entfernt. Wir wiegen unseren Körper unkontrolliert und wie in einem berauschenden, geisterhaften Vakuum gefangen. Von weltlichen Gesetzen scheinbar gänzlich isoliert, endlos schwer schwebend und fast wie im Zeitraffer gelähmt. Unsere Sinne sind geschärft, doch unsere Wahrnehmung eingeschränkt. Über uns wogt der unberechenbare Wellenschlag und entfernt sich immer weiter aus unserem verschwommenen Sichtfeld, während wir mehr und mehr in den Schlund der Tiefsee hinabsinken. Und je weiter wir sinken, desto dunkler wird es um uns herum. Eine neue Reise, ein neues Abenteuer, steht dicht bevor. Aus der Distanz regt sich etwas. Ein kolossartiger Schatten schält sich blitzartig aus der schier undurchdringlichen Düsternis heraus und naht heran. Ist es eine Bedrohung? Mit zunehmend geringerem Abstand erkennen wir mehr. Eine monströse Konstruktion aus kunstvoll zusammengeschweißtem Stahl, zahlreich darin verbauten Bullaugen und schweren Flossen bahnt sich wendig und zielsicher ihren Weg zu uns hindurch. Sie wirkt irgendwie fantastisch und unwirklich, wie sie da so friedlich und seltsam schwerelos in der unendlichen Finsternis treibt. Ein suchender Lichtkegel zieht kreisend seine Bahnen und erfasst uns, dann öffnet sich eine Luke und etwas oder jemand greift nach unserem Arm und zieht uns ins Innere. Asp selbst reicht dem Hörer nun seine Hand und lädt ihn einmal mehr zu einer Expedition ins Ungewisse. Mit "20.000 Meilen" beginnt das Abenteuer. Zu den verträumten Akkorden einer zurückhaltenden Akustikgitarre steigen wir in die schützenden Kammern des Unterwasserboots ein und dringen weiterhin sanft in die dichte Schwärze voran. Passgenau legen behutsame Synth-Spuren einen akustisch kaum greifbaren, fast schon transparenten Schleier schützend darunter und bilden somit das instrumentale Fundament. Der Fokus liegt in diesem Moment klar auf der unverwechselbaren Stimme des Masterminds, die ermutigend und ruhig auf den Hörer einwirkt und diesen mit jeder weiteren Zeile versinken lässt, bevor das rhythmische Schlagzeug weiteren Antrieb verleiht. Unmittelbar vor dem groß angelegten Chorus setzen auch die E-Gitarren ein und untermauern die Worte mit zusätzlichem Nachdruck. Dann gibt der hymnische Refrain Aufschluss und das Tauchgefährt nimmt an Fahrt auf. Vor dem inneren Auge bricht das Tageslicht durch die schweren Wassermassen hindurch und wirft traumhafte Reflexionen. Auf den Spuren von Jules Verne geht es vorbei an leuchtenden Wesen, bunten Fischschwärmen, mystischen Korallenriffs und undefinierbaren Schatten. Was halten diese und vor allem unsere eigenen, unerforschten Tiefen noch für uns bereit? Das zunächst vielleicht eher unscheinbar anmutende Adjektiv "zutiefst", kann unsagbar viele Bedeutungen haben, setzt man es erstmal in einen Kontext, welcher sich auf die linguistische Verstärkung emotionaler Zustände beruft. Etwa zutiefst verletzt, zutiefst entsetzt, zutiefst bewegt, zutiefst erregt. Zugegeben, dieser leicht antiquierte Zusatz begegnet uns in dieser schnelllebigen Zeit immer neuer Maxima im Alltag nur noch äußerst selten. Viel mehr ist es eine Art der persönlichen, besonders innigen Gefühlsbekundung, fast wie einer altertümlichen, längst verjährten Korrespondenz entsprungen. Auch und vor allem innerhalb des Rahmens dieser konzeptionellen Thematik, lässt sich hervorragend auf diversen Ebenen mit dieser Begrifflichkeit spielen. Nicht nur im oberflächlichen, bildhaften Bezug auf die See und ihre Abgründe im Allgemeinen, sondern auch als eine Art übertragende Steigerung der Tiefe an sich. Ein kleines Wort, durch welches allein doch direkt Nähe und gar sehnsuchtsvolle Verbundenheit geschaffen und transportiert wird. Ein Wort, das es, erst einmal zum Empfänger entsandt, damals wie heute vermag, auf seinem Weg jede noch so weite Grenze zu überwinden. Ebenso möchte Asp die gegebene Distanz zu seinen Hörern nun niederreißen. Ein aufheulendes Gitarrenriff und kraftvolle Drums bereiten klimaxartig vor, immer wieder von