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ASP - "Pentagrammophon"-Tour - Historische Stadthalle, Wuppertal - 27.04.2019


Veranstaltungsort:

Stadt: Wuppertal, Deutschland

Location: Historische Stadthalle

Kapazität: ca. 1.500

Stehplätze: Ja

Sitzplätze: Ja

Homepage: https://www.stadthalle.de

Einleitung:

Es ist Samstag, der 27.04.2019, junger Nachmittag. Und wo könnte man einen solchen wohl besser verbringen, als wartend auf dem Parkplatz eines Supermarktes nahe der Autobahn? Wahrscheinlich an so ziemlich allen anderen Orten. Ich sitze hier allerdings nicht völlig ohne Grund auf einem kleinen Mauervorsprung und schaue in regelmäßigen Abständen abwechselnd auf Armbanduhr und Handydisplay. Nein, wie auch schon im Februar warte ich an dieser Stelle auf Jobst Meese und seine Partnerin, die abermals extra von Bremen aus ins Ruhrgebiet fahren, damit wir uns gemeinsam ein Konzert anschauen können. Damals wie heute gilt: Die beiden sind verrückt. Ernsthaft. Leider haben die zwei Nordlichter ziemliche Verspätung, da sie unvorhersehbar in einen extremen Stau geraten sind. Eine entspannte Anreise geht definitiv anders. Auf den Wunsch von Jobst hin, kaufe ich noch etwas Proviant in Form von Schokolade, Chips und Cola ein. Als die Zwei endlich eintreffen, begrüßen wir uns herzlich und gönnen uns erstmal Kaffee und Kakao, bevor es anschließend weiter in Richtung Zielort geht. Genauer gesagt nach Wuppertal, denn heute Abend gibt die Gothic-Novel-Legende „ASP“ genau dort das zweite von insgesamt vier Konzerten ihrer aktuellen „Pentagrammophon“-Tournee zum zwanzigjährigen Jubiläum und wir sind dabei. Wer in der glücklichen Lage ist, die Live-CD und -DVD der just vergangenen „Zaubererbruder - Live & Extended“-Show in Oberhausen sein Eigen nennen zu dürfen oder meinen dazugehörigen Bericht gelesen hat, weiß vielleicht schon von unserer Kooperation und hat bestimmt eines seiner zahlreichen, tollen Fotos im Artwork entdeckt. In diesem Atemzug wurde die Zusammenarbeit mit Haus- und Hof-Label Trisol in eine neue Runde erweitert und so konnte Jobst organisieren, dass wir dieses Mal beim gleichen Konzert gemeinsam vor Ort sind. Er zum fotografieren und meine Wenigkeit für die Schreibarbeit. Sehr schön! Da wir beide allerdings auch zwei Perfektionisten vor dem Herrn sind, die sich das Leben damit gern selbst schwer machen, haben wir uns mit der detailgetreuen Dokumentation dieses feierlichen Anlasses wieder mal ein ganz schönes Mammutprojekt aufgehalst. Ich kenne uns, unsere Einstellung und unsere Arbeitsweise mittlerweile nur zu gut und weiß daher ganz genau, dass, obwohl wir uns auf der erfreulich unkomplizierten Anfahrt über alle möglichen Themen unterhalten, vor unser beider inneren Augen zeitgleich schon jetzt die schier endlos zu bearbeitenden Bilder und Notizen umherwandern. Noch ehe wir uns versehen, sind wir auch schon in Wuppertal angekommen, wie wir feststellen müssen, als wir an der ikonischen Schwebebahn vorbeifahren. Mein letzter Besuch in dieser wirklich schönen Stadt ist mittlerweile auch schon wieder drei Jahre her... Wie die Zeit vergeht. Bereits aus weiter Ferne erblicken wir eine weitere bezeichnende Sehenswürdigkeit des bergischen Landes, die ganz zufällig noch unser Ziel ist: Die historische Stadthalle. Nachdem das Auto auf dem hauseigenen Parkplatz abgestellt worden ist, machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem und finden gar nicht weit entfernt einen guten Imbiss, in welchem wir uns mit Gyros und Pizza versorgen. Gut gestärkt verbringen wir die restliche Zeit bis zum Einlass auf dem Parkplatz und befinden uns fortan im absoluten Blödel-Modus. Keine Ahnung, was plötzlich passiert ist, aber aus irgendeinem Grund können wir kaum noch ernst bleiben und finden praktisch an jeder Kleinigkeit etwas zum lachen. Gut gelaunt überprüfen wir nochmal Equipment und Co., dann geht’s auf den Vorplatz des riesigen Gebäudes, der schon von zahlreichen Fans bevölkert wird. Jobst hat keine Ahnung, wo sich der Eingang für die örtliche Gästeliste befindet. Ich übrigens auch nicht. Im angrenzenden Ticketshop ist er jedenfalls schon mal nicht, also geht die Suche weiter. Das wäre auch alles gar nicht so dramatisch, wenn es nicht ausgerechnet jetzt zu regnen anfangen würde. Trotzdem lassen wir uns die Stimmung nicht vermiesen und reihen uns vorerst in die undefinierbare Schlange ein, die kurz vor den Eingangstoren in einem wirren Pulk aus zahllosen Menschen mündet. Endlich im Inneren, schickt uns ein freundlicher Security zu einer kleinen Rezeption im Foyer, an der wir dann unsere extra bereitgestellten Tickets erhalten und auf die oben liegende Galerie verwiesen werden. Während wir den richtigen Aufgang suchen, bemitleide ich innerlich die beiden sympathischen Damen hinter dem kleinen Merchandising-Stand, die gerade heillos überrannt werden. Die vielen Theken, an denen wir uns später am Abend noch ein Getränk zur Abkühlung genehmigen wollen, sollen jedoch pünktlich mit Konzertende schließen... Ziemlich unschön, gerade im Hinblick auf die nahende Hitzewelle. Umso mehr freue ich mich aber über den lauschigen Raucherbereich im ersten Stock, den ich zwar erst nach der Show entdecken werde, der aber auf einem ausladenden Balkon mit bestem Ausblick auf das abendliche Stadtbild untergebracht wurde. Selten konnte man sich seine Gesundheit in schönerer Atmosphäre verderben... Als weiteres Personal unsere Karten kontrolliert hat, öffnen wir sodann die Holztür zu den oberen Rängen und suchen die zugewiesenen Plätze auf. Diese wurden vom heutigen Gastgeber möglichst nahe der riesigen Bühne gewählt, damit wir auch bloß nichts verpassen. Das ist einerseits zwar gut für mich, da ich somit wirklich jede Kleinigkeit für meinen Konzertbericht mitbekomme, andererseits aber mehr als schwierig für Jobst, der nun indirekt dazu gezwungen ist, entweder fotografisch aus einer nur wenig vorteilhaften Perspektive zu agieren oder aber während der laufenden Songs durch den ausverkauften Saal zu hetzen. Aber Jobst wäre nicht Jobst, wenn er nicht trotzdem alles für das bestmögliche Ergebnis tun würde und so steht also der Entschluss, es aus mehreren Blickwinkeln zu versuchen. Erst als der Plan geschmiedet worden ist, sehen wir die Dinge mit etwas weniger analytischem Blick und bemerken die atemberaubende Kulisse, die mit ihrem edlen Ambiente aus schweren Kronleuchtern und malerischen Verzierungen irgendwie etwas an einen Ballsaal aus längst vergessener Zeit erinnert. Nicht ganz zu unrecht, denn neben Messen und Ausstellungen beherbergt die historische Stadthalle, welche zudem weitreichend für ihre einzigartige Akustik bekannt ist, beispielsweise auch das lokale Sinfonieorchester. Ein würdiger Rahmen also, um gemeinsam mit über eintausend weiteren Fans zwanzig Jahre „ASP“ zu feiern, oder?

„The Little Big Men“:

Kurz vor 20.00 Uhr ist es dann auch schon an der Zeit für den Support-Act des noch jungen Abends. Obgleich im Vorfeld rein gar nichts über die etwaige Unterstützung von befreundeten Kollegen oder einer weiteren Band im Vorprogramm angekündigt wurde, soll und wird es jene heute dennoch überraschend geben. Sowohl auf der Website und im Social-Media-Sektor als auch auf den Plakaten und Fylern: Rein gar Nichts! Lediglich in der offiziellen Fan-Gruppe tauchte im vergangenen Jahr plötzlich ein sodann eifrig diskutierter Screenshot auf, welcher ein Trio mit typisch asp‘scher Gesichtsbemalung zeigte. Darunter stand ein kurzer Text, der erklärte, dass es sich hierbei um eine in 2012 gegründete Cover-Band aus Rumänien handelte, die einst durch einen gemeinsamen Freund auf „ASP“ aufmerksam wurde, nachdem dieser eine CD auf eine Party mitbrachte. Weitere Informationen oder gar Material ließ sich aber nirgendwo finden und großartig rumgesprochen zu haben, schien sich der ominöse Gast ohnehin nicht. Nein, viele Besucher scheinen sogar mit einem sofortigen Beginn des regulären Konzerts gerechnet zu haben und so ist es mittlerweile ganz schön voll im malerischen Saal der historischen Stadthalle geworden. Gut so, denn verpassen will die folgenden dreißig Minuten wohl keiner der hier Anwesenden, nur wissen sie es zum jetzigen Zeitpunkt eben noch nicht. Meine beiden Begleitungen und ich übrigens auch nicht. Also wirklich niemand. Trotzdem ist es vom erhöhten Rang aus recht nett anzusehen, wie viele Leute jetzt offensichtlich angeregt über das kommende Ereignis rätseln und darüber, was wohl zu erwarten steht. Wir wissen ja immerhin schon, dass gleich eine rumänische Tribute-Band die Bretter betreten wird. Also, wir glauben, dass wir es wissen. Tun wir aber nicht. Auf der Bühne weisen bereits vier kleine Banderolen auf das erwartete Dreigespann, das sich in Anlehnung an einen Song vom zweiten Studioalbum „:Duett“ humorvoll „The Little Big Men“ nennt, hin. In dunkelroten Retro-Lettern, die in ihrer Machart verdächtig stark an die erfolgreiche Netflix-Serie „Stranger Things“ erinnern, prangt dort die Textzeile „To Make The Darkness Come“ und der verheißungsvolle Slogan „Europe‘s finest ASP-Coverband“. „... und wahrscheinlich auch die Einzige!“, würde ich jetzt bestimmt witzeln, wäre ich bei meinen Recherchen nicht schon vor Jahren auf „Endzeitstimme“ gestoßen, aber um die geht es hier schließlich nicht. Da von den rund 1.500 Fans also eigentlich niemand so ganz weiß, was da nun auf ihn zukommt, fällt der Applaus insgesamt noch arg zurückhaltend aus, als es dunkel wird und tief pumpende Donnerschläge den Boden in gleichmäßigen Abständen erzittern lassen. Während jetzt gebündelte Scheinwerferstrahlen suchend ihre langen Bahnen durchs Publikum ziehen, treten drei schemenhafte Silhouetten zu einer wohlbekannten Melodie in die Finsternis. Langsam gewöhnen sich die Augen an die eingeschränkten Lichtverhältnisse und irgendwie wirken vor diesem Hintergrund zumindest zwei der Akteure ungemein vertraut. Einer von ihnen ist, wie später noch bekanntgegeben werden soll, Lias Schwarz von „Two Minds Collide“, eine junge Band aus Saarbrücken. Der Andere ist unverkennbar Lutz Demmler. Die große Gestalt in der Mitte erinnert mit ihrem langen, ikonischen Ledermantel und dem adretten Zylinder, wie er damals bei den ersten Club-Konzerten zur anfänglichen Schmetterlingszyklus-Ära getragen wurde, frappierend an den charismatischen Frontmann höchstselbst. Als sie zum Opener „Sing Child“, der jetzt ganz plötzlich unversehens einsetzt, ihren Kopf hebt und das Gesicht ins Licht dreht, wird klar: Es ist wirklich Alexander Frank „Asp“ Spreng! Eine sichtliche Mischung aus Verwirrung, Erstaunen und Freude zugleich setzt bei allen Besuchern ein. Bei den einen, weil sie eigentlich fest mit entsprechender Cover-Band gerechnet hatten und bei den anderen, weil sie erst gar nichts von einer Cover-Band wussten und sich jetzt fragen, wo denn überhaupt der Rest der Band verblieben ist. Auch ich mache mir so meine Gedanken: Wird Asp die Musiker aus Rumänien nach diesem Einstand ankündigen? Sind sie vielleicht kurzfristig verhindert gewesen oder wechseln sich die einzelnen Mitglieder nun pro Song ab, um gemeinsam mit ihrem großen Idol die Stadthalle zu rocken? Nein, alles falsch! „ASP“ haben sich nämlich einen kleinen Scherz erlaubt und sind heute Abend ihre eigene Vorband. Zugegeben, ist die Idee zwar nicht ganz neu, so eröffneten beispielsweise etwa schon die Folk-Metaller von „Subway To Sally“ zu ihrem Jubiläum die Eisheiligen Nächte auf eigene Faust, aber eine gelungene Überraschung ist es allemal. Eine von vielen. Und so gibt es in der folgenden halben Stunde ein echtes Oldschool-Set zu hören, welches die Herzen aller Alt-Fans höher schlagen lassen dürfte. Die Besetzung bleibt, passend zum eher Electro-lastigen Sound vergangener Tage, minimalistisch. Zwei Gitarristen und ein Sänger. „Ich will eure Hände sehen!“, fordert der Mastermind zum folgenden „Weltunter“ und Wuppertal folgt dem Ruf des Meisters, der hier sichtlich Freude hat. „Ihr schönen Menschen!“, lacht er zur kurzen Begrüßung und verkündet dann, „She wore nothing... Nothing but shadows!“. Nur ein paar wenige Worte, die dennoch für mächtig Gänsehaut und manch ekstatisches Jauchzen unter Eingeweihten sorgen. „Seid ihr bei uns?“, fragt Asp und kann sich dessen bei „She Wore Shadows“ sicher sein. Kein Wunder, denn immerhin kredenzt man hiermit eine echte Seltenheit. Auf ein folkloristisch angehauchtes Intro aus Dudelsack und Harfe, folgen jetzt dichte Beats, die sofort vielerorts zum Tanzen animieren. Klar, dass sich hier niemand lange bitten lässt. „Dankeschön, geht’s euch gut? Wisst ihr, die Incubi aus dem Minnelied haben so manches Mal auch noch einige garstige, kleine Verwandte mit im Schlepptau...“, gibt er sich geheimnisvoll und leitet so zu „Kyrie (Eleison 2: Mercy)“ aus dem epischen Requiem über. Eine weitere Rarität, mit der vorab wohl ebenso wenig zu rechnen war, wie mit dem grandiosen „Where Do The Gods Go?“. Insbesondere für mich, der mit jeder neuen Tournee so sehr auf exakt diese alten Perlen hofft, könnte es jetzt wohl noch stundenlang so weitergehen. Doch alles Schöne muss leider einmal ein Ende finden, „The Little Big Men“ halten sich mit ihrer Spielzeit nämlich strikt an die limitierten Vorgaben eines Supports. „Vielen Dank schon jetzt, dass ihr diesen kleinen Spaß hier mitgemacht habt. Wie ihr wisst, sind wir arme Burschen... Also kauft nach unserem Konzert den ganzen Merch-Stand leer!“, imitiert er scherzend einen Akzent in gebrochenem Deutsch. „Okay, habt ihr noch Lust? Wirklich!?“, fragt der Sänger auffordernd und so endet das Set nach einer halben Stunde, die im leider viel zu schnell verflogen ist, mit einem der wohl wichtigsten Songs des ersten Zyklus und zudem langgehegten Wunsch der Fans: „Die Kleine Ballade Vom Schwarzen Schmetterling“. Doch war das noch lange nicht alles. Im Gegenteil. Es hat erst begonnen...

Setlist:


01. Sing Child

02. Weltunter

03. She Wore Shadows

04. Kyrie (Eleison 2: Mercy)

05. Where Do The Gods Go?

06. Die Kleine Ballade Vom Schwarzen Schmetterling

„ASP“:

Kaum nachdem sich die gerade eben gewonnenen Eindrücke und zahlreichen Emotionen beim bereits jetzt sichtlich begeisterten Publikum langsam gefestigt haben, steht auch schon die Umbaupause auf dem Plan. Jene Arbeiten fallen, ob des doch recht straffen Zeitplans, verhältnismäßig kurz aus. Immerhin scheint der absolute Löwenanteil des gesamten Set-Ups vorsorglich am Nachmittag errichtet worden zu sein und so sind die einzelnen Crew-Mitglieder nun eifrig damit beschäftigt, die kleinen Aufsteller von „The Little Big Men“ wieder einzurollen und alle Instrumente nochmals vorab zu überprüfen. Die Teile des Publikums, welche nicht eisern auf den mühselig verteidigten Plätzen verharren, schwärmen jetzt vereinzelt zu den zahlreichen Theken im Foyer aus, um sich vorab mit den stark umkämpften Merchandising-Artikeln oder kühlen Getränken einzudecken. Das ist auch wirklich bitter nötig, denn schon jetzt sind die Temperaturen in der historischen Stadthalle erheblich angestiegen. Mit einem klassischen Gong, wie man ihn sonst etwa nur von Theateraufführungen kennt, werden die Besucher nun auf äußerst stilvolle Weise darauf aufmerksam gemacht, dass es schon sehr bald endlich losgeht. Pünktlich um 20.00 Uhr erlischt das wärmende Licht und hüllt den kompletten Saal mit einem einzigen Schlag in tiefste Dunkelheit. Die große Zeitreise beginnt... Zwanzig Jahre „ASP“! Hauchzarte, kaum zu erfassende Piano-Tupfer perlen in rhythmischer Regelmäßigkeit behutsam nacheinander aus den Boxen, vereinen sich zu einer gespenstisch klirrenden Melodie und verlieren sich wieder in den scheinbar endlosen Weiten der Dunkelheit, nur durchbrochen vom mehr und mehr aufkeimenden Jubel aus dem Publikum. Immerzu pulsierende Synthie-Spitzen flirren jetzt scharfkantig durch die Leere, klettern die tonale Leiter hoch und fallen kurz darauf wieder herab, mischen sich mit verfremdet dröhnenden Chören, bis eine wohlbekannte Stimme einsetzt, die Zeilen jenes dunklen Mantras wie besessen zu rezitieren: „A Prayer For Sanctuary“. Kühle, eisblaue Farbenspiele geben jetzt einen ersten Blick auf die Szenerie frei: Die obere Front wurde mit acht runden Scheinwerfern ausgestattet, davor türmen sich vier hohe Masten in die Höhe, an denen insgesamt acht drehbare LED-Bars und Stroboskoplichter verbaut wurden. Im Hintergrund prangt zu diesem besonderen Anlass ausnahmsweise nicht wie sonst üblich eines der mehrteiligen und kunstvoll ausgestalteten Backdrops, sondern eine übergroße Videoleinwand, auf welcher das Cover-Artwork des 2011er Albums „fremd“ aufleuchtet. Während dichter Nebel aufzieht, betreten nun Schlagzeuger Stefan Günther-Martens und Gitarrist Sören Jordan die Bühne, um sich auf die beiden hinteren Podeste zu begeben. Bassist Andreas „Tossi“ Gross und Multiinstrumentalist Lutz Demmler folgen ihnen schon bald nach und positionieren sich am vorderen Rand. Nur noch wenige Sekunden, dann setzt schließlich raues Saitengewitter ein: „I hear voices of a stranger. I hear voices in my head, echoing!“. Zuletzt schreitet auch Frontmann und Sänger Alexander Frank „Asp“ Spreng unter tosendem Beifall mit langsamen Schritten zu seinem angestammten Platz. Gekleidet in eine schwarze Lederweste mit zahlreichen Schnallen und Verzierungen, dunkle Schlieren im fahlen Gesicht, die Haare zum kurzen Irokesen hochgestellt. Noch bevor er sein Mikrofon umfassen kann, setzt ein pochender Beat ein. Gefolgt von einem hymnischen Riff und allen hier wird klar: Ein „Wechselbalg“ tauscht die Welten! Die Fans feiern vom ersten Augenblick an und können kaum mehr an sich halten, ein jeder zeigt sich textsicher. Vom Anfang bis zum Ende: „Der Weg in die Freiheit blieb wieder versperrt, denn dann bist du erwacht in der anderen Welt. So verkehrt und so unendlich fremd!“. Schallender Applaus. „Guten Abend, ihr schönen Menschen hier Wuppertal!“, begrüßt Asp das Publikum strahlend und denkt nicht einmal daran, diesem eine kleine Pause zu vergönnen. „Hoch mit euren Händen, auch ihr da oben auf den Rängen... Seid nicht so faul. Es ist an der Zeit! Herzlich Willkommen hier in der historischen Stadthalle zu zwanzig Jahren.“, ruft er und findet mit „Welcome“ die perfekte musikalische Überleitung, zu der im Hintergrund jetzt die passenden Visuals von Ingo „Monozelle“ Römling aus dem zugehörigen Album „Weltunter“ zu sehen sind. Wuppertal im Angesicht des dunklen Turms!

Erst danach lässt sich der Sänger die Zeit, einige Worte mehr zu finden. „Es tut so verdammt gut, hier bei euch in Wuppertal zu sein. Wie fühlt ihr euch? Ich muss ja zugeben, dass ich mir vor zwanzig Jahren selbst in meinen kühnsten Träumen niemals vorzustellen gewagt hätte, irgendwann einmal auf der Bühne dieser Halle stehen zu können, um für euch und zusammen mit euch feiern zu dürfen. Ich denke, wir werden heute Abend gemeinsam ein sehr schönes Erlebnis haben... Ohne Kamera und ohne Smartphones, denn wir sind „ASP“ und ihr seid die Fans! Aber keine Sorge, es wird später noch genug Gelegenheit dazu geben, dass ihr eure Erinnerungsfotos mit nachhause nehmen könnt. Echt und ungeschminkt! Ich weiß, ich strapaziere schon wieder