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BEITRÄGE:

  • Christoph Lorenz

Empathy Test - Solar Fake - Depeche Mode (2020)


Empathy Test - Monsters (2020)

Genre: Electro / Pop

Release: 22.05.2020

Format: CD

Anzahl Ton- / Bildträger: 1

Label: Empathy Test (self-distribution)

Spielzeit: 42 Minuten

Fazit:

Innerhalb von wenigen Jahren haben sich „Empathy Test“ aus London in die Herzen der Liebhaber elektronischer Popmusik gespielt. Unzählige Auftritte im Vorprogramm anderer Größen sowie bislang zwei Tourneen mit mehreren ausverkauften Shows in Deutschland wurden zu ihren ersten beiden Alben gespielt. Im April erscheint die neue Single „Monsters“, dem Titeltrack zum gleichnamigen Album, welches im Mai diesen Jahres folgt. Wer ein physisches Exemplar des neuen Longpplayers „Monsters“ in seiner Sammlung wissen will, greift auf die streng limitierte CD-Ausgabe zurück: Das ab sofort vorbestellbare und in Cellophan geschlagene Single-Fold-Digipak kommt mit einem zwölfseitigen Booklet inklusive aller Texte und dem Original-Artwork von Adam Relf. Weiterhin enthalten sind unbegrenztes Streaming der Musik über die kostenlose Bandcamp-App und hochqualitative Downloads in MP3, FLAC und mehr. Das dritte Studioalbum von „Empathy Test“ erscheint am 22.05.2020 über den Eigenvertrieb auf allen bekannten Download-Portalen.

Erst im Herbst 2017 setzte die junge Band aus England mit den zwei veröffentlichten Vollzeit-Langspielern „Safe From Harm“ und „Losing Touch“, die sich unter wahren Kennern schnell als hochmelodiöse, elektronische Pop-Perlen zu erweisen wussten, quasi aus dem Nichts heraus ein überraschend starkes und frisches Zeichen im aktuellen Genre-Standard. So überzeugte man nicht nur die Fachpresse allein, sondern auch all jene aufmerksam Interessierten, welche die extrem vielversprechenden Senkrechtstarter bereits live als Support oder auf anderen Shows bewundern konnten. In den zwei Folgejahren gab es mit den beiden EPs „Holy Rivers“ und „Empty Handed“ dann grandiosen Nachschlag, der den bis dato etablierten Qualitätslevel zu halten und sogar noch zu steigern wusste. Um ein weiteres Mal gebührend nachzulegen, hat das Londoner Duo aus Adam Relf und Isaac Howlett für „Monsters“ jetzt erneut ganze zehn Songs vorbereitet, denen der typische Zauber der ambitionierten Electro-Newcomer innewohnt. So auch schon dem titelgebenden Opener, der zunächst mit einer vielschichtig angelegten Einführung aus druckvoll arrangiertem Drumming und experimentellen Details atmosphärisch glänzt, die alsbald von Howletts Gesang abgelöst werden, dessen warme Stimmfarbe es praktisch im Alleingang vollbringt, die übrigen Zwischenräume aus verschiedenen Tempo- und Stimmungswechseln hochgradig und flexibel auszufüllen. Das bereits bekannte „Empty Handed“ erzeugt mit seinen klaren und eingängigen Strukturen schnell leichten Nachdruck, der packende Gesang tut derweil sein Übriges. Auch das elegische betörende „Doubts“ reiht sich logisch in jene Riege und sticht mit vertrackter Rhythmik heraus, während „Making Worlds“ und „Stop“ mit ihrem leichten Retro-Touch zeitweise die Achtziger angedeutet aufleben lassen. „Holy Rivers“ bricht als erster Song in der Tracklist überhaupt auf enorm willkommene Weise mit dem bisherigen Vibe und gesteht sich dabei zu, die positiv geeichte Power mit einem tanzbar treibenden Beat noch etwas mehr zu erhöhen. So dann auch das sich nahtlos anschließende „Fear Of Disappearing“ oder „Skin“, welche die energetische Geschwindigkeit ebenfalls maßgeblich nach oben schrauben. Das alles funktioniert aber nicht nur in der hiermit erzielten Steigerung der natürlichen Spannungskurve ganz besonders gut, sondern entpuppt sich auch aus der rein dramaturgischen Perspektive als sehr durchdachte Entscheidung, die ihren wirkungsvollen Effekt dabei nicht verfehlt: So beginnt die sinnlich poppige Reise in befreit schwebender Leichtigkeit, die schon bald darauf in eine mutige Sturm-und-Drang-Phase übergeht, um später im finalen Schlussakkord bei „Incubation Song“ dann wieder etwas Spannung herauszunehmen und mit Track Nummer Zehn, „Love Moves“, abschließend abermals melancholisch bedachte Akzente zu setzen, die den Hörer innerlich betörend und tröstend zur Ruhe bitten. Wenngleich sich die meisten Songs in ihrer hier präsentierten Spielart nach wie vor doch sehr ähneln, so ist dieser Fakt aber keinesfalls als Stagnation oder gar Schwäche zu verorten, sondern erweist sich viel mehr als erfreulich beständige Konstante, die es scheinbar im Handumdrehen vermag, Nachdruck und Intensität äußerst sensibel, jedoch nicht störend plakativ und fast unbemerkt zu steigern, was in der Summe der Teile einem süßen und zugleich wunderbar geerdeten Electro-Pop-Traum allererster Güte gleichkommt. Ohne viel bemühte Effekthascherei, stilisierende Samples oder erzwungene Auftragsarbeit mit dem nächsten Club-Hit als erklärtes Ziel, setzen „Empathy Test“ ihren einschlagenden Weg mit Bravour fort und bieten stattdessen Musik mit ganz viel authentischem Gefühl, heimelige Emotionen, eine durchweg saubere Produktion auf hohem Niveau und hörbar durchdachte Arrangements mit einer perfekt austarierten Feelgood-Note, die genau dann am besten wirkt, wenn sich der Hörer in ruhigeren Stunden dafür empfänglich zeigt, um in melancholischen Sphären zu treiben, schweben und träumen. Noch immer sind „Empathy Test“ also ganz sie selbst und definitiv nicht die erste Anlaufstelle für stumpfen Party-Spaß und ausgelassene Feierlaune. Nein, „Monsters“ will aufmerksam gehört und vor allem gefühlt werden, fernab von Szene-Dancefloor und Co. - Ein ausgefeilter Synth-Pop-Geheimtipp für Hirn, Herz und Seele!

Informationen:

https://www.empathytest.com

https://www.facebook.com/empathytest

Solar Fake - Who Cares, It's Live (2020)

Genre: Electro / Alternative

Release: 26.06.2020

Format: Doppel-CD / DVD

Anzahl Ton- / Bildträger: 3

Label: Out Of Line (rough trade)

Spielzeit: 173 Minuten

Fazit:

„Uns haben so viele Leute geschrieben, dass sie sich ein Live-Album von uns wünschen!“, sagt Sänger und Bandgründer Sven Friedrich. Zurecht, denn „Who Cares, It's Live“ präsentiert eine Band in Höchstform. Hungrig, aber mit tänzerischer Leichtigkeit fangen „Solar Fake“ das Publikum im Leipziger Täubchenthal ein und spielen sich durch ein rund hundertminütiges Set, welches alte wie auch neue Songs in einer komplett neuen Energie zeigt. Ihr Future-Pop zeigt schon auf dem Album eine Tiefgründigkeit und Emotionalität, die sich im Konzertsaal auf die Fans überträgt und ein gemeinsames Erlebnis für alle schafft. Genau dieses Gefühl fängt „Who Cares, It' Llive“ ein. „Seit 2018 spielen wir live mit Drums und seit diesem Jahr teilweise auch mit Bass, sodass es tatsächlich nicht nur ein Studioalbum mit Applaus ist, sondern die Energie unserer Konzerte rüberbringt.“, heißt es. Mit „You Win. Who Cares?“ veröffentlichten „Solar Fake“ 2018 den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere. Die Tour zu diesem Album war ein einziger langer Triumphzug und führte die Band in Länder wie Großbritannien, Spanien, Russland, Finnland, Peru und viele mehr, sowie auf die Bühnen von Festivals wie dem Wave Gotik Treffen, W-Fest und Dark Storm. Es war nur naheliegend, auf dieser Tour ein Live-Album aufzunehmen... „Who Cares, It‘s Live“ kommt am 26.06.2020 als Download und insgesamt auf nur eintausend Einheiten limitierte Doppel-CD (komplettes Konzert Leipzig) inklusive DVD (Bonusmaterial Konzert Dresden) über Out Of Line zu euch.

Es gibt so manche Künstler in der schwarzen Szene, über die man mittlerweile eigentlich gar nicht mehr allzu viele Worte verlieren muss. Einfach aus dem simplen Grund, weil sie ihre musikalische Qualität ohnehin konstant zu halten wissen und ihr bloßer Name allein als höchstes Gütesiegel ausreicht: Im Jahr 2007 in Berlin von „Zeraphine“- und „Dreadful Shadows“-Mastermind Sven Friedrich erschaffen, um seinen elektronische Songs eine angemessene Plattform zu geben, konnte man bereits wenige Monate danach mit dem Debüt „Broken Grid“ oder später auch als Support für „Camouflage“, „Project Pitchfork“, „Covenant“ und „VNV Nation“ zunehmend von sich reden machen. Mit jedem neuen Release stiegen „Solar Fake“ nun sowohl in den internen DAC-Charts, in denen sich der Zweitling für den längstmöglichen Zeitraum hielt, als auch in der Gunst der schwarzen Szene immer weiter auf. Neben eigenen Club-Shows wurden jetzt auch die namhaften Festivals, wie das e-Tropolis, Nocturnal Culture Night oder Méra Luna bespielt. In 2014 trennte sich der angestammte Live-Keyboarder schließlich aus persönlichen Gründen von der Band und ließ diese als das allseits bekannte Duo zurück, was man bis heute kennt. Mit dem letzten, regulären Studioalbum „Another Maniac Episode“, erreichten die beiden Musiker dann vor drei Jahren ihren bisherigen Schaffenshöhepunkt: Platz 31 in den offiziellen Media Control Charts, so einige ausverkaufte Shows und die aufwändige Aufzeichnung der emotionalen Akustik-Tournee... Was will man mehr? Mit dem letzten Werk scheinbar auf dem Gipfel ihres bisherigen Schaffens angelangt, schickte sich das illustre Duo im Frühherbst 2018 mit „You Win. Who Cares“ ein weiteres Mal an, diesen Erfolg zu wiederholen. Das Vorhaben gelang und man konnte sich Platz Nummer 20 in den offiziellen Charts sichern! Nach fünf regulären Alben und gleich zwei Unplugged-Zeugnissen aus der Vergangenheit ist es 2020 endlich an der Zeit, auch der elektronischen Live-Präsenz ihren Tribut zu zollen... Nachdem die Band aus Live-Schlagzeuger Jens Halbauer, Keyboarder André Feller und Sänger Sven Friedrich zum sich langsam aufbauenden Intro und unter frenetischem Applaus der zahlreichen Fans im ausverkauften Leipziger Täubchenthal die Bühne betreten hat, ist der Grundstein für einen über zweistündigen Abend mit fantastischer Stimmung und einem ausgedehnten Set gelegt. Dabei besteht der hauptsächliche Kern der hier ausgewählten Songs selbstverständlich zu einem nicht unerheblichen Anteil aus dem neuen Album: „Sick Of You“, „A Bullet Left For You“, „Invisible“, „Too Late“, „The Pain That Kills You Too“ und „If This aus Hope“ decken das erstmalig vor Publikum zu präsentierende „You Win. Who Cares?“ als repräsentativer Rundumschlag ab. Mit „Under Control“, „All The Things You Say“, „I Don‘t Want You In Here“, „Not What I Wanted“, „Observer“, „If I Were You“ und „Stay“ ist zudem der nicht minder beliebte Vorgänger, „Another Manic Episode“, zu einem ähnlich großen Anteil vertreten, was die Hit-Dichte sicher nach oben treibt. Doch nicht nur die beiden jüngsten und zugleich bisher erfolgreichsten Releases von „Solar Fake“ sollen ihren verdienten Platz bei der Aufzeichnung einnehmen, auch die frühen Phasen ab 2010 und weit davor werden dankenswerterweise zu einem nicht unerheblichen Teil bedacht. So markieren „Reset To Default“, „I Hate You More Than My Life“ und das finale „My Spaces“ das dritte Fulltime-Werk „Reasons To Kill“, während „No Apologies“, „More Than This“, „Parasites“, „Under The Skies“ oder „Where Are You“ das eher düstere „Frontiers“-Kapitel gekonnt streifen und dabei einen weitreichenden Einblick in die Entwicklung von „Solar Fake“ geben. So auch das famose „Here I Stand“, welches die äußersten Wurzeln des Projekts vom Debüt „Broken Grid“ kurz näher beleuchtet. Sehr bemerkenswert ist die konstant energetische und positiv geartete Stimmung, die sich durch den gesamten Abend zieht... Völlig egal, welcher Song als Nächstes gespielt wird! Auch die kleinen, bescheidenen Ansagen und zwischenzeitlichen Bemerkungen von Friedrich und seinen Kollegen schrauben den ohnehin schon enorm hohen Sympathie-Faktor umso höher. Mit „Where Is My Mind“ und dem ebenfalls neuen „Papillon“ haben sich zudem gleich zwei Cover-Versionen von den „Pixies“ und „Editors“ zwischen die eigenen Klassiker geschlichen, deren ursprüngliche Herkunft zwar unterschiedlicher wohl nicht sein könnte, aber im elektronischen Sound-Gewand ebenso wunderbar stimmig funktionieren, wie der ganze Rest. Wer das neue Material nicht nur hören, sondern auch sehen will, bekommt mit der beiliegenden DVD die ideale Möglichkeit dazu geboten: Aufgezeichnet wurde im Dresd